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Donnerstag, 26. August 2004

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  Schickt uns bitte eure Nachrichten, Meldungen und Ideen per Email an: widerstand@no-racism.net
Oder via Webformular anonym an die gleiche Adresse: no-id.com
 
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  Hier findet ihr das MUND-Archiv aller Aussendungen seit dem Februar 2000.  
Editorial  
 

Ziel des widerst@nd-MUND (MedienUnabhängiger NachrichtenDienst) ist die möglichst rasche Information über gesellschaftspolitisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandten Themen ... -> weiter

 
Update  
  Die stehts aktualisierten Widerstandsseiten präsentiert von popo.at
Letzter Widerschrei
Mon, 8 Sep 2003 21:01:07 +0200
Widerst@nd-MUND 21:00
no-racism.net 17:00
Betazine 16:00
Ceiberweiber 14:00
Raketa gestern
 
     
 

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INHALTSVERZEICHNIS

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01 RFJ klebt ausländerInnenfeindlich!
Von: GAJ Wien <info at gajwien dot at>
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TERMINE
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02 Auch für 30. August Montagsdemo in Wien geplant
Von: didi zach <zach at kpoe dot at>
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03 Film: VENEZUELA VON UNTEN, Kuba-Panama
Von: gerald demmel <gerald.demmel at nextra dot at>
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04 Roter Kinomontag „spezial“: Fahrenheit 9/11
Von: AL-Antifaschistische Linke <group_ad at yahoo dot de>
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05 monochrom präsentiert anette hansens "wind"
Von: wind at monochrom dot at <wind at monochrom dot at>
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ZUR DISKUSSION
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06 Ad: Homosexuelle: Opfer sollen sich melden - Recht statt Rache!
Von: Martin Mair <martin.mair at mediaaustria dot at>
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MELDUNGEN UND MEINUNGEN
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07 Venezuela-Schwerpunkt in der Jungle-World
Von: Ökologische Linke <OEKOLI_Wien at gmx dot net>
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08 Besuch in Damaskus
Von: Wadi e.V. Wien <wadi_wien at hotmail dot com>
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09 Kampf um die Schlüssel
Von: Wadi e.V. Wien <wadi_wien at hotmail dot com>
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REDAKTIONELLES

Diese Ausgabe hat Heinz Nessizius aus Einsendungen an (widerstand at no-racism dot net) zusammengestellt.


1 mail mit anhang und bildern - geht nicht im mund.
Bitte keine Attachments! (werden nicht angenommen)
1 zusendung, die sich auf Israel/Palästina bezieht wurde
zurückgestellt.

Redaktionsschluss für diese Ausgabe: Mi 10:00



III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III
ü, ö, ä, ß, Ü, Ö, Ä
III*III*III*III*III*III*III*III III*III*III*III*III*III*III*III*III*III

widerst@nd-MUND is powered by http://alt.strg.at/

Bei weiteren Fragen bitte zuerst unser Editorial lesen.
 
INHALT

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01 RFJ klebt ausländerInnenfeindlich!
Von: GAJ Wien <info at gajwien dot at>
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RFJ klebt ausländerInnenfeindlich!

In den letzten Tagen mussten AktivistInnen der GAJ Wien vermehrt, vornehmlich im
7ten und im 4ten Bezirk, ausländerInnenfeindliche Sticker des RFJ entfernen. Mit
weißer Schrift auf rotem Hintergrund wird mit folgendem Spruch gegen
AusländerInnen gehetzt: "Die Indianer konnten die Einwanderer nicht stoppen
..... Heute leben sie in Reservaten!" Diesen Spruch hat bereits Horst Jakob
Rosenkranz (ehemaliger NDP-Aktivist und nunmehriger Vorsitzender der Kritischen
Demokraten (Charakteristik: Rechtsextreme Kleinpartei mit Bindegliedfunktion
zwischen der rechtsextremen und neonazistischen Szene und der FPÖ. Quelle DÖW)
Horst J. Rosenkranz ist übrigens mit Barbara Rosenkranz, FPÖ Abgeordnete zum
Nationalrat verheiratet.) 2001 in seiner rechtsextremen Zeitschrift "fakten"
abgebildet, hierbei wurden weiters die LeserInnen aufgefordert: "Wenn sie ihren
Kindern das ersparen wollen, dann schreiben sie an: Fakten ...". 2003 entdeckte
die SJ Niederösterreich Kleber mit diesem Spruch, das Impressum dazu trägt
folgenden Namen: H.J. Rosenkranz.

Nun ist der Spruch beim RFJ gelandet, dieser schreibt noch zusätzlich darunter:
"ÖSTERREICH zuerst - Eine Initiative des Ringes Freiheitlicher Jugend".
"Österreich zuerst" hat auch das "Antiausländer"-Volksbegehren (1992/93) der FPÖ
geheißen, dieses wurde wiederum massiv von Horst Jakob Rosenkranz unterstützt.

mehr Infos auf: http://www.gajwien.atmail: info@gajwien.atGrünalternative Jugend Wien

Den ausländerInnenfeindlichen Sticker haben wir auch etwas hochauflösender
unter: http://www.gajwien.at/images/aktuell/rfjsticker.jpg

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02 Auch für 30. August Montagsdemo in Wien geplant
Von: didi zach <zach at kpoe dot at>
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Auch für 30. August Montagsdemo in Wien geplant

Wien (OTS) - Auch am kommenden Montag (30. August - Treffpunkt 19 Uhr am
Ballhausplatz) wird es in Wien eine Demonstration gegen Sozialabbau
geben. Hilde Grammel, eine der InitiatorInnen der Aktion: "Wer gegen die
nächste Etappe der Verschlechterungen bei den Pensionen oder gegen die
geplanten Kürzungen im Gesundheitsbereich und für ein mehr an
Solidarität mit österreichischen Arbeitslosen auftreten will, der/die
wird dazu auf der Demonstration Gelegenheit haben. Es gilt dem
europaweiten geplanten sozialen Kahlschlag jetzt entgegen zu treten."

Zur Zeit bemühen sich die AktivistInnen des "Aktionskomitees
Solidarität" diverse Gruppen und Initiativen für die Beteiligung an den
Aktivitäten zu gewinnen. Weiters werde versucht, vor Arbeitsämtern für
einen sozialpolitischen Kurswechsel zu werben. "Auch in Deutschland
haben die Proteste klein begonnen - wir haben jedenfalls vor weiter
aktiv zu bleiben", erklärt Grammel.

Rückfragehinweis:
Hilde Grammel, 0676 371 95 18
mail: presse@linke.cc

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03 Film: VENEZUELA VON UNTEN, Kuba-Panama
Von: gerald demmel <gerald.demmel at nextra dot at>
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Erste Vorfuehrungen

Lichtblick-kino, Kastanienallee 77, Berlin, T. 030/44 05 81 79
26.08., 19:30h; 28.08., 20:15h; 29.08., 20:15h; 30.08., 18:30h; 31.08.,
18:30h; 01.09., 18:30h (OmdU.)

Filmcasino, Margaretenstrasse 78, 1050 Wien (Vienna), T. 01/581-39-00
14.09.2004, 19:00h (OmdU.)

VENEZUELA VON UNTEN

Ein Film von Dario Azzellini und Oliver Ressler
67 Min., 2004

In Venezuela findet seit der Regierungsübernahme durch Hugo Chávez 1998
eine tiefgreifende soziale Transformation statt, die als
Bolivarianischer Prozess bezeichnet wird. Es handelt sich um einen
breiten Prozess der Selbstorganisierung, aus dem heraus sich eine
progressive Verfassung, ein Arbeitsrecht, neue Bildungsmöglichkeiten und
eine Vielzahl weiterer Reformen für die verarmte Bevölkerungsmehrheit
des potentiell reichen Staates entwickelten. Die sich offen gegen den
Neoliberalismus wendende Politik der Regierung erfährt allerdings von
den Großunternehmern Venezuelas wie von den USA eine vehemente
Ablehnung, die sich in zwei Putschversuchen und Boykotten ausdrückt.
Trotzdem genießen Chávez und seine Regierung das Vertrauen der Mehrheit
der Bevölkerung. Die Gesellschaft ist stark politisiert; viele Menschen,
die vorher nie darüber nachgedacht haben, was sie verändern wollten,
sind jetzt Teil des im Land stattfindenden tiefgreifenden Wandels.

Im Film "Venezuela von unten" kommen die wahren Akteure des sozialen
Prozesses zu Wort: die Basis. Nach einer Einleitung des Philosophen
Carlos Lazo berichten Arbeiter des Erdölunternehmens PDVSA in Puerto La
Cruz, wie sie während der als Streik verkauften Erdölsabotage 2002/2003
die Raffinerie vor dem Ausfall bewahrt haben und die Erdölproduktion
wieder in Gang gesetzt haben. Einige BäuerInnen einer neu gegründeten
Kooperative in Aragua berichten von ihrem Selbstorganisierungsprozess,
über die Alphabetisierungskampagne und wie es weiter gehen soll. Ein
Frauenbankprojekt in Miranda und einige Kreditnehmerinnen aus dem
Armenstadtteil 23 de Enero in Caracas stellen ihre Projekte vor. Eine
Indígena-Gemeinde am Orinoco in Bolívar spricht darüber, wie sich ihre
Forderungen und Kämpfe in der Verfassung widerspiegeln und was sich für
sie verändert hat. Arbeiter aus der besetzten Nationalen Ventilfabrik in
Los Teques und der Papierfabrik Venepal in Carabobo ­ die von 350
ArbeiterInnen besetzt wurde, nachdem der Besitzer sie in den Konkurs
geführt hatte und die nun nach einer Teileinigung wieder produziert ­
reden über korrupte Gewerkschaften, Arbeiterkontrolle und ihre Kämpfe.
ProtagonistInnen der Revolutionären Bewegung Tupamaro, der
Kulturstiftung Simón Bolívar, der linken Webseite www.23.net und der
bolivarianische Zirkel Abrebrecha aus dem 23 de Enero berichten von
ihrer Arbeit und was sich für sie durch die gesellschaftlichen
Umwälzungen geändert hat.
Es sind die Menschen von der Basis, die darüber sprechen, was sie getan
haben und tun, wie sie zum Bolivarianischen Prozess stehen, was ihre
Erwartungen und Vorstellungen sind. Sie verstehen sich als Teil des
stattfindenden Prozesses, problematisieren aber auch zahlreiche Punkte.
Denn die Suche nach sozialen und ökonomischen Modellen jenseits des
Neoliberalismus ist kein leichtes Terrain, es gibt bisher keine
erfolgreich erprobten Alternativen. Für die ProtagonistInnen des
Bolivarianischen Prozesses ist allerdings ein Weg beschritten worden,
von dem es kein zurück mehr gibt.

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04 Roter Kinomontag „spezial“: Fahrenheit 9/11
Von: AL-Antifaschistische Linke <group_ad at yahoo dot de>
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Fahrenheit 9/11 – Roter Kinomontag „spezial", Vol. 3
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In einer Sondervorstellung unser neuen Veranstaltungsreihe „Der Rote
Kinomontag" zeigen wir am Montag, den 30.08., den politischen
Blockbuster dieses Sommers: Michael Moore's „Fahrenheit 9/11". Der
brilliante Polemiker Moore behandelt in diesem Dokumentarfilm die
Ereignisse um den 11. September und deren Auswirkungen auf die
politische und gesellschaftliche Landschaft in den USA. Weiters
beleuchtet der Regisseur die Hintergründe des Kriegs gegen den Irak
und plädiert für eine politische Wende. Michael Moore – Rebell oder
Hofnarr? Machen wir uns selbst ein Bild…

Wann? Mo., 30.August, um 19:30 Uhr
Wo? Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien (U3 Neubaugasse, Ausgang
Stiftgasse)

Großbildleinwand!
Eintritt frei!

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Eure AL-Antifaschistische Linke

P.S. Unser nächster „Roter Kinomontag":
George Orwell's „Animal Farm"
Am Montag, 06.09.2004, wieder um 19.30 Uhr im Amerlinghaus!

###########################

AL-Antifaschistische Linke

Gegen Rassismus, Sexismus, Sozialabbau!
Für Solidarität und Sozialismus!

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Web: www.sozialismus.at
Mail: al@sozialismus.net
Phone: 0699 10 934 921
Post: AL, c/o Amerlinghaus, Stiftg. 8, A-1070 Wien

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05 monochrom präsentiert anette hansens "wind"
Von: wind at monochrom dot at <wind at monochrom dot at>
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monochrom präsentiert anette hansens "wind"

visuals von anette hansen. kunstfilm, produziert aus einer aufnahme
von einem windradpark in der nordsee. motiv: zeit und bewegung.

die aufnahme besteht aus einer einzigen sekunde, die immer wieder
erlebbar wird. eine stillstehende landschaft - eine welle im meer und
eine fähre am horizont, die nie verschwindet. die propeller befinden
sich in permanenter bewegung, in einer kontinuierlichen rotation. aus
der gedrehten sekunde wurden 15 minuten filmmaterial. die propeller
werden unterschiedlich stark beschleunigt, bis zu einer
höchstgeschwindigkeit von 1500 km/h. durch die beschleunigung kommt es
zu einer verkürzung bis fast zum stillstand des films. "wind" - ein
industrielles märchen...

vernissage im monochrom-raum, mq; 26. august 2004, 20 uhr.

ausstellung läuft von 26. august bis 9. september 2004.

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06 Ad: Homosexuelle: Opfer sollen sich melden - Recht statt Rache!
Von: Martin Mair <martin.mair at mediaaustria dot at>
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Ad: Homosexuelle: Opfer sollen sich melden - Recht statt Rache!

Im MUND vom 25.8. wurde ueber eine ausnahmsweise erfreuliche
Zusammenarbeit zwischen "Rechtskomitee LAMBDA" und der
Polizei bei der Ausforschung eines Erpressers berichtet.

Seltsam patriachalisch mutet mir aber folgender Absatz:

"Bis vor 2 Jahren musste die Polizei homo- und bisexuelle Männer noch
verfolgen; es ist schön, dass wir die Polizei nun als Schutz erleben dürfen
", sagt der Wiener Rechtsanwalt Dr. Helmut Graupner, Präsident der
Homosexuellen-Bürgerrechtsorganisation Rechtskomitee LAMBDA, "Jetzt ist es
äußerst wichtig, dass sich so viele Opfer als möglich melden, damit durch
eine schuldangemessene Bestrafung dieser Verbrechen klargestellt wird, dass
solche Übergriffe auf Homosexuelle in unserer Gesellschaft nicht mehr
toleriert werden".

Dass eine Gruppe (RKL), die Opfer eines patriachalen, auf "Schuld" und "Strafe"
aufbauenden Rechtsverstaendnisses diese nun selbst weiter reproduziert
finde ich ausgesprochen bedenklich.

In einem demokratischen Rechtsstaat sind naemlich Gerichte nicht zum
strafen da, sondern Recht zu sprechen und rechtskonforme Zustaende
wieder herzustellen bzw. Unrecht zu beseitigen. Eine "schuldangemessene
Bestrafung" zu fordern, das klingt mir sehr nach populistischen
Kronenzeitungsniveau.

Ich denke, die Opfer haben mehr davon, wenn endlich Recht gesprochen wird und
der Erpresser zu einer ordentlichen Entschaedigung des begangenen
Unrechts "verdonnert" wird. Es drueckt wohl mehr Achtung vor homo-
und bisexuellen Menschen aus, wenn der Versuch, diese Auszubeuten,
mit einem hohen Schadensersatz, der den Opfern selbst zukommt,
geahndet wird, als wenn der/die Taeter in teure Gefaengnisse gesteckt werden,
wovon die Opfer absolut nichts haben.

Klar sollte auch sein, dass zugesprochene Entschaedigung im Falle,
dass diese nicht unmittelbar eingetrieben werden koennen, vom
Staat vorgestreckt werden.

Ich will ja auch nicht "die Kapitalisten" bestrafen, sonder eine gerechte
Verteilung der Reichtuemer unser aller Gesellschaft und eine sinnvolle
Vergesellschaftung des zusammengeraubten Privateigentums an
Produktionsmitteln.

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07 Venezuela-Schwerpunkt in der Jungle-World
Von: Ökologische Linke <OEKOLI_Wien at gmx dot net>
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Kommunismus scha-la-la-la-la
Chávez gewinnt das Referendum

Die Jungle World erscheint diese Woche mit einem Schwerpunkt zum von Hugo
Chávez gewonnenen Referendum in Venezuela.

Hugo bleibt Boss: Das Referendum in Venezuela ist gescheitert. Aber kann man
eine Revolution überhaupt abwählen? Und kann man sie wählen? Und was kommt
jetzt? Der Bürgerkrieg? Der Kommunismus? Oder ist die »bolivarianische
Revolution« dem Westen herzlich egal, weil das Erdöl ohnehin fließt? Und
jubelt die lateinamerikanische Linke mit dem Präsidenten?

www.jungle-world.com

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Ökologische Linke (ÖKOLI)
Schottengasse 3a/1/4/59
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08 Besuch in Damaskus
Von: Wadi e.V. Wien <wadi_wien at hotmail dot com>
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Besuch in Damaskus
Im Libanon entscheidet nicht allein das Parlament darüber, wer Präsident
wird. Auch Syrien und die USA beeinflussen die Wahl.

von hannah wettig, beirut

George W. Bush macht sich nicht nur Gedanken über die Präsidentschaftswahl
in den USA. »Ich freue mich auf Wahlen, die die libanesische Verfassung
achten, und auf eine Zukunft für einen vollkommen souveränen Libanon, frei
von äußerer Einmischung«, sagte er jüngst in Florida.

Im November soll auch im Libanon ein neuer Präsident gewählt werden. Der
Libanon ist bisher die einzige Demokratie in der arabischen Welt, deren
Herrscher die US-Regierung zu Reformen drängt. Bisher wurde der Präsident
zwar vom libanesischen Parlament gewählt, aber von Syrien bestimmt. Die USA
versuchen deshalb, Druck auf Syrien auszuüben. Viele Libanesen glauben
jedoch, dass die US-Regierung sich eher mit den Syrern arrangieren als sie
zum Verlassen des Libanon und zur Demokratisierung zwingen wird.

Die syrische Regierung, die sonst kaum eine Gelegenheit auslässt, die
US-Politik in regierungsnahen Medien kritisieren zu lassen, begrüßte Bushs
Worte. »Ehrlich gesagt, ich mochte Präsident Bushs letzte Äußerung über
Libanon«, sagte der syrische Außenminister Farouk al-Sharaa. »In den letzten
25 Jahren galt unsere Hauptsorge der Möglichkeit, dass der Libanon unter
israelische Hegemonie fallen könnte. Wenn Präsident Bush dies meinte, heißen
wir das willkommen.«

Bush dürfte allerdings eher die syrische Hegemonie gemeint haben: Im
vergangenen Jahr hat der US-Kongress den Libanon-Souveränitätsakt
verabschiedetet, der Syriens Einmischungen anprangert. Die syrischen Truppen
sind nach dem Ende des Bürgerkriegs vor 14 Jahren nicht wieder aus Libanon
abgezogen, der syrische Geheimdienst ist überall präsent, und politische
Entscheidungen werden stets mit Damaskus abgesprochen.

»Viele Libanesen betrachten diese Situation als normal«, wurde kürzlich in
einer Erklärung der christlich-maronitischen Bischöfe kritisiert.
Tatsächlich fällt in der Regel nur dann eine Kabinettsentscheidung, wenn der
Präsident, der Premierminister und einige Minister in Damaskus vorgesprochen
haben. Auch die Präsidentschaftskandidaten und die einzige Kandidatin haben
bereits den Pflichtbesuch in Damaskus absolviert.

»Normalerweise hilft Amerika Syrien dabei, den besten Präsidenten zu finden.
Auch Saudi-Arabien und die Europäer reden manchmal ein Wörtchen mit«,
bemerkt Ghassan Makaram, der Direktor der Libanesischen Assoziation für
Demokratische Wahlen, mit ironischem Unterton. Generell entscheiden die
Syrer, wer Präsident wird, während »die USA versuchen, ihren
Wunschkandidaten für das Premierministeramt durchzudrücken«. Der Präsident
steht als Oberbefehlshaber der Armee für Stabilität. »Da akzeptieren die
Amerikaner die syrische Entscheidung, weil sie immer noch Angst vor
militanten Gruppen haben und auch davor, dass die Hizbollah außer Kontrolle
gerät«, sagt Makaram. Der Premierminister dagegen bestimmt die
Wirtschaftspolitik des Landes. Premier Rafik Hariri ist bekannt für seine
rigorose Privatisierungspolitik.

Bei der Wahl im November dürfte die syrische Regierung kaum Probleme haben,
einen Wunschkandidaten durchzusetzen. Um das Gleichgewicht zwischen den 19
offiziell anerkannten Konfessionen im Land zu halten, muss der Präsident
stets ein Maronit sein, während der Premierminister sunnitischer und der
Parlamentssprecher schiitischer Muslim ist. Früher war der Präsident stets
eine wichtige Führungsfigur aus einer alten Großgrundbesitzerfamilie der
Maroniten, der größten Konfession im Libanon. Doch die großen politischen
Strömungen der maronitischen Bevölkerungsgruppe sind geschwächt und
weitgehend diskreditiert. Die Präsidentschaftskandidaten sind in diesem Jahr
allenfalls lokale Größen in ihren Dörfern. So bleibt ihnen nur, nach
Damaskus zu pilgern.

Jungle World, Nummer 36 vom 25. August 2004
www.jungle-world.com

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09 Kampf um die Schlüssel
Von: Wadi e.V. Wien <wadi_wien at hotmail dot com>
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Kampf um die Schlüssel

Die Nationalkonferenz im Irak hat ein von den meisten Parteien getragenes
Übergangsparlament gebildet. Doch die Regierung wird vor allem an ihren
Erfolgen im Kampf gegen die Milizen gemessen.

von thomas schmidinger

Die Konferenz begann einen Monat später als geplant, und sie blieb bis zum
Schluss turbulent. Die Teilnehmer stritten über die Kandidaten für den
Nationalrat, einige Delegierte beklagten sich über Manipulationen, und man
hatte Probleme, genügend Kandidatinnen für die zuvor beschlossene
Frauenquote von 25 Prozent zu finden. Doch niemand verließ die Konferenz,
und am Mittwoch der vergangenen Woche konnte der Organisator Fuad Masum
verkünden: »Heute wurde der Übergangsnationalrat gebildet.«

Vier Tage lang hatten etwa 1 000 Vertreter politischer Parteien,
Repräsentanten diverser Bevölkerungsgruppen und so genannte Stammesführer
während der Nationalkonferenz debattiert. Bestimmt wurden die Mitglieder des
Nationalrats dann allerdings nicht durch eine demokratische Kampfabstimmung.
Nachdem eine konkurrierende Liste ihren Vorschlag zurückgezogen hatte, wurde
eine Liste der Delegierten der »Nationalen Einheit« angenommen. 81 Sitze
fallen nun dieser Koalition zu, 19 Mitglieder waren bereits im Vorfeld für
die ehemaligen Mitglieder des Regierungsrates reserviert worden.

Das Bündnis der »Nationalen Einheit« vereinigt sämtliche in der Regierung
und im ehemaligen Regierungsrat vertretenen Organisationen, von der
Kommunistischen Partei über die kurdischen Parteien, die gemäßigten
schiitischen Islamisten von Sciri und Da’wa bis zu den ehemaligen
ba’athistischen Nationalisten um Ministerpräsident Iyad Allawi; auch tribale
und religiöse Notablen gehören dazu. Der Nationalrat, der bis zu den Wahlen
das Parlament ersetzt, hat zwar keine direkte legislative Gewalt, kann aber
Gesetze der Übergangsregierung mit einer Zweidrittelmehrheit außer Kraft
setzen.

Für die irakische Regierung war die Nationalkonferenz ein wichtiger Erfolg,
denn trotz aller Streitigkeiten haben sich die meisten politischen
Fraktionen des Landes auf eine weitere Zusammenarbeit verpflichtet. Die
bewaffneten Aufständischen ließen sich davon allerdings nicht beeindrucken.
Der von Delegierten der Konferenz unternommene Versuch, zwischen der
Regierung und den Mahdi-Milizen des schiitischen Geistlichen Muqtada al-Sadr
zu vermitteln, scheiterte.

Allerdings scheint es den irakischen und den US-Truppen zu gelingen, Sadrs
Miliz zurückzudrängen. Nach über eine Woche andauernden Kampfhandlungen war
am 13. August erstmals ein Waffenstillstand zwischen der Miliz und der
Regierung verkündet worden. Muqtada al-Sadr selbst weigerte sich jedoch,
Najaf, neben Kerbala die wichtigste schiitische Pilgerstadt, zu verlassen.
Bereits unmittelbar nach der Verkündung des Waffenstillstandes erklärte er:
»Wir werden hier bleiben und die heiligen Schreine bis zum Sieg oder zum
Martyrium verteidigen!« Der Waffenstillstand scheiterte.

Mittlerweile scheint Sadr jedoch den Märtyrertod vermeiden zu wollen und zur
Übergabe der Imam-Ali-Moschee in Najaf bereit zu sein. Er steht nicht nur
unter militärischem Druck, die schiitischen Geistlichen akzeptieren seine
Inbesitznahme des Heiligtums nicht, und wie große Teile der Bevölkerung sind
sie verärgert über die Verluste im lukrativen Geschäft mit den Pilgern. Aus
dem Büro des höchsten schiitischen Geistlichen, Ayatollah Ali al-Sistani,
wurde bereits verkündet, Sadr habe die Schlüssel zur Moschee übergeben. Die
Kämpfe in der Stadt hielten am Sonntag jedoch noch an.

Auch nördlich von Bagdad dauern die Kampfhandlungen im so genannten
sunnitischen Dreieck an. Am 14. August wurden in Samara, einer mehrheitlich
sunnitischen Stadt, 50 Angehörige sunnitisch-islamistischer Terrorgruppen
getötet. Auch in Falluja, der Hochburg des sunnitischen Islamismus, kommt es
immer wieder zu Kämpfen.

Die irakische Regierung hat nach der Übernahme der Souveränität Ende Juni
eine militärische Offensive gegen die islamistischen und ba’athistischen
Terrogruppen begonnen. Ministerpräsident Allawi hat sich mit der
Wiedereinführung der Todesstrafe und dem systematischen Durchkämmen von
Stadtvierteln in Bagdad bereits bei vielen Irakern den Ruf eines starken
Mannes erworben, der mit den Terroristen aufräumen werde. Selbst überzeugte
Demokraten und Liberale sehen zur Zeit meist keinen anderen Weg, die
Sicherheit im Lande wieder herzustellen, als mit autoritären Maßnahmen und
mit gezielter militärischer Gewalt die Terrorgruppen und illegalen Milizen
zu bekämpfen.

Für die Regierung steht dabei viel auf dem Spiel. Schafft Allawi es nicht,
innerhalb der nächsten Monate die Sicherheitslage in den Griff zu bekommen,
verliert seine Regierung jede Autorität im Lande. Als erste beginnen die
irakischen Christen, das Vertrauen in eine sicherere Zukunft zu verlieren.
Nach den Anschlägen islamistischer Terrorgruppen auf fünf Kirchen in Bagdad
und Mossul haben nach Angaben der Ministerin für intern Vertriebene und
Emigration, Pasqualina Icho Warda, in den letzten Wochen bereits 40 000
Christen, etwa fünf Prozent der christlichen Minderheit im Irak, das Land
verlassen.

Die christlichen Assyrer sind mit einer eigenen Partei an der Regierung
beteiligt, verfügen jedoch über keine ausreichenden Sicherheitskräfte oder
ein zusammenhängendes Territorium, in dem sie sich, wie die Kurden im
Nordirak, vor dem Zugriff der Terrorgruppen selbst schützen könnten. Aber
auch die Kurden, in deren wirtschaftlich prosperierendem Gebiet die Lage
immer noch relativ ruhig ist, könnten sich bei einem Scheitern der
Regierungspolitik nicht mehr mit einer Autonomieregelung zufrieden geben und
die Abtrennung von einem Staat verlangen, der zunehmend von rivalisierenden
Banden kontrolliert wird.

Um also die Einheit des Irak zu erhalten und das Land zu stabilisieren,
braucht die Regierung militärische Erfolge. Die irakischen Sicherheitskräfte
müssen dabei im Gegensatz zur US-Armee keine Rücksicht auf eine
Präsidentschaftswahl oder eine kritische Öffentlichkeit nehmen. Trotz einer
sich rasch entwickelnden unabhängigen Presse im Irak gibt es wenig
öffentliche Kritik. Denn Verhandlungen und Kompromisse mit den Milizen
scheinen unmöglich, kaum jemand sieht einen anderen Ausweg als ein
militärisches Vorgehen.

Dennoch bleibt auch bei einem Erfolg der Regierungspolitik die Frage offen,
ob einmal eingeführte autoritäre Maßnahmen nach einer eventuellen Beruhigung
der Lage auch wieder zurückgenommen werden. Allawi hat die bereits unter dem
US-Verwalter Paul Bremer begonnene Politik der Reintegration ehemaliger
Ba’athisten fortgesetzt. Ihre Präsenz in der Polizei, der Armee und dem
Geheimdienst, der nun wieder aufgebaut wird, dürfte die autoritären
Tendenzen stärken.

Jungle World, Nummer 36 vom 25. August 2004
www.jungle-world.com

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Website mit weiteren Informationen zu Projekten von Wadi e. V. und
politischen Hintergrundinfos: www.wadinet.de