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TEXTE:
- Integrationsvertrag BESCHLOSSEN (Regierungsbeschluss,
aus migration.cc)
- Resolution der Wiener Integrationskonferenz
zum "Integrationsvertrag"
- Anti-Diskriminierungs-Paket
KOMMENTARE:
- Ostarrichi integrativi (ljubomir bratic
in Jungle World Nr.37, 05.09.2001, S13)
- "Integrationsvertrag" =
Ausländer Raus! (Plattform Für eine Welt Ohne Rassismus)
- Interview von Ljubomir Bratic zum Integrationsvertrag
für die Volksstimme im Volltext
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"Integrationsvertrag" = Ausländer
raus!
Der "Integrationsvertrag" sieht auf den
ersten Blick aus wie ein politischer Nebenschauplatz, aber eine genauere
Betrachtung offenbart die volle Wucht der schwarzblauen Fortschreibung
des staatlichen Rassismus. Die allgemeine Deutschkurspflicht mit Rohrstaberl
geht in dieselbe Richtung wie der von F immer wieder mal geforderte "Gesundheits-Check"
für MigrantInnen. ArbeitssklavInnen braucht das Land (?), möglichst
rechtlose, gesunde, disziplinierte, flexibel einsetzbare und abschiebbare
Körper. Der "Integrationsvertrag" ist eine strukturelle
Maßnahme zur Bereitstellung von brauchbaren Körpern einerseits
und zur Beseitigung von unbrauchbaren Körpern andererseits.
- Rechtlosigkeit: Die Kurse sind Pflicht für nicht aufenthaltsverfestigte
(d.h. noch nicht 5 Jahre hier lebende) und für arbeitslose "Drittstaatsangehörige".
Die erfolgreiche Absolvierung bringt keine Rechte (etwa auf Arbeitserlaubnis
oder Aufenthalt).
- Disziplinierung: Wer die zwangsverordneten Kurse in Deutsch und Staatsbürgerkunde
(wohlgemerkt ohne StaatsbürgerIn zu sein) nicht "besteht",
muss sie selber zahlen. Wie sollen arbeitslose MigrantInnen geschätzte
Kurskosten von 3.000.- ATS zahlen?
- Flexibel einsetzbar: Die Zeiten von Drecksarbeit und einfachen Kommandos
im Infinitv sind zwar nicht vorbei, aber es gibt vonwegen Informationsgesellschaft
darüber hinaus Bedarf an SklavInnenarbeit in "höheren"
Tätigkeiten. Von Motivation, Selbständigkeit und Verantwortlichkeit
ist allerdings keine Rede, weshalb sich (Ätsch!) bei der Anwerbung
der IT-SpezialistInnen u.a. nix tut.
- Abschiebbarkeit: Wer die zwangsverordneten Kurse nicht besteht, muss
mit der Nichtverlängerung der Niederlassungsbewilligung rechnen.
Das wird v.a. ältere MigrantInnen und die vielen AnalphabetInnen
in den sogenannten unqualifizierten Tätigkeiten treffen, die bisher
keine Bildungsinvestition wert waren.
Allein in Wien werden nach Zahlen des Wiener Integrationsfonds bis zu
60.000 Personen von den Maßnahmen des "Integrationsvertrages"
direkt betroffen sein. Österreichweit geht die Zahl in die Hunderttausende.
In den Organisationen der MigrantInnen werden bereits Gegenmaßnahmen
diskutiert, allerdings ohne Hoffnung, dieses rassistische Machwerk effektiv
aufhalten zu können; zumal es in der Einschätzung des "Integrationsvertrages"
noch gröbere Unterschiede selbst innerhalb der NGOs gibt. So zeigte
sich der Obmann eines kurdischen Vereins besonders enttäuscht von
jenen Stimmen, die angesichts des "Integrationsvertrages" zuallererst
mal betonen, dass Sprachkurse einen Schritt in die richtige Richtung darstellen.
Es geht überhaupt nicht um Sprachkurse. Diese dienen hier nur als
verwaltungstechnische Apparatur, um die Aussonderung und Wegschaffbarkeit
der unbrauchbaren Körper zu gewährleisten.
Die Mobilisierung der antirassistischen Zusammenhänge ist seit Anfang
Oktober mit Zielrichtung außerordentlicher Integrationskonferenz
am 24.10 und Demonstration am 22.11. voll im Anlaufen. Derzeit gibt es
noch keine Detailinfo, wie der "Integrationsvertrag" überhaupt
rechtlich umgesetzt werden soll. Verfassungsrechtliche Gegenmaßnahmen
sind von grüner Seite jedenfalls schon vorangekündigt. Politische
Querschüsse kommen auch aus manchen Bundesländern, die die Deutschkurse
nicht mitfinanzieren wollen. Unüblicherweise gibt es diesmal auch
aus der SPÖ Signale, dass die Partei auf diesen Zug gegen Schwarzblau
aufspringen will. Taktiken gegen die damit gegebene Vereinnahmungsgefahr
sind in den antirassistischen Gruppen noch zu diskutieren.
Prinzipiell fordern wir von dieser Regierung ja nur deren Rücktritt,
aber ein paar unter den gegenwärtigen Machtverhältnissen unrealisierbare
Gegenforderungen seien zur Pointierung der Kritik gestattet:
1.) Die Bereitschaft zur Teilnahme an den Kursen soll MigrantInnen unbeschränkten
Zugang zum Arbeitsmarkt und unbeschränktes Aufenthaltsrecht garantieren.
2.) Die "PädagogInnen" bzw. jene Einrichtungen, die sich
für solche rassistischen Disziplinierungsmaßnahmen hergeben,
sollen den "Nichtbestehenden" den Kurs aus der eigenen Tasche
bezahlen.
3.) Alle österreichischen StaatsbürgerInnen sollen verpflichtende
Englischkurse besuchen, um auf dem Weltmarkt flexibel einsetzbar zu sein.
Wer die Kurse nicht "besteht", bekommt nur mehr Jobs in den
Waffentestgebieten des Imperiums (Irak, Afghanistan, who´s next?).
4.) Durch den Integrationsvertrag soll im Bärental ein Reservat für
völkische ReinheitsfanatikerInnen eingerichtet werden. In dieses
von der Republik Österreich unabhängige Homeland sollen diejenigen
freiwillig (Keine Abschiebung!) ausreisen können, welche die Vielfalt
nicht aushalten.
Plattform Für eine Welt ohne Rassismus
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