"Integrationsvertrag" ? ... Nicht mit uns !
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Boykottaufruf unterstützen!

 

 

TEXTE:

- Integrationsvertrag BESCHLOSSEN (Regierungsbeschluss, aus migration.cc)

- Resolution der Wiener Integrationskonferenz zum "Integrationsvertrag"

- Anti-Diskriminierungs-Paket

- KünstlerInnen-Aufruf zum "Integrationsvertrag" an die Österreichische Bundesregierung (März 2002)

- Integrationsvertrag: Wiener Volkshochschulen überlegen Blockade


KOMMENTARE:

- Ostarrichi integrativi (ljubomir bratic in Jungle World Nr.37, 05.09.2001, S13)

- "Integrationsvertrag" = Ausländer Raus! (Plattform Für eine Welt Ohne Rassismus)

- Interview von Ljubomir Bratic zum Integrationsvertrag für die Volksstimme im Volltext



TSCHUSCHENPOST zum "Integrationsvertrag" (im widerst@ndMUND):

- Teil 1, 26.02.2002
- Teil 2, 27.02.2002
- Teil 3, 28.02.2002
- Teil 4, 04.03.2002
- Teil 5, 05.03.2002
- Teil 6, 07.03.2002



LINKS:

- Deserteurs- und Flüchtlingsberatung
- Österreich für alle gleich
- auslaenderin.at
- TschuschInnenpower
- Integrationshaus
- Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen
- Asyl in Not
- Zebra
- Wiener Integrationsfonds


"Integrationsvertrag" ?
... Nicht mit uns !

Der am 02.10.2001 von der österreichischen Regierung beschlossene "Integrationsvertrag" ist die schwarzblaue Fortschreibung des staatlichen Rassismus. Er ist ein perfides Instrument der Ausländer-Raus-Politik.


12.06.2002:

Am 04.06.2002 hat sich die Regierung endgültig auf eine neue gesetzlichen Regelungen des Fremdengesetzes geeinigt. Diese beinhalten u.a. die Verpflichtung zu Deutschkursen und eine erweiterte SaisonarbeiterInnen-Regelung.

Neu gegenüber des ursprünglichen Entwurfes des "Integrationsvertrages" ist an der Vorlage vom 4.6. ist in erster Linie, dass für den Integrationsvertrag weitere Ausnahmen fixiert wurden (zB für SpitzenmanagerInnen, die keine Deutschprüfungen ablegen müssen!) und eine gesetzliche Absicherung vollzogen wurde, wonach nicht mehr als 8.000 SaisonarbeiterInnen im Monatsschnitt nach Österreich kommen dürfen.

Der Integrationsvertrag sieht vor, dass AusländerInnen, die noch nicht aufenthaltsverfestigt sind (also nach dem 1.1.1998 nach Österreich gekommen sind), bzw. NeuzuwanderInnen sich Deutschkursen stellen müssen. Die Kosten werden nur zu 50 Prozent vom Bund (oder bei Schlüsselkräften von ArbeitgeberInnen) getragen. Wird ein abschließender Test nicht innerhalb von vier Jahren absolviert, erlischt für ZuwanderInnen die Aufenthaltsgenehmigung.

Dies bedeutet, dass Leute bei Nichterfüllung der sogenannten "Integrationsvereinbarung" ausgewiesen werden. Die "Integrationsvereinbarung" soll nicht nur für diejenigen Menschen gelten, die ab 1.1.2003 neu zuwandern, sondern auch für diejenigen, die bereits seit 1.1.1998 in Österreich niedergelassen sind. Es ist daher laut Entwurf nicht ausgeschlossen, einen Menschen wegen Nichterfüllung der "Integrationsvereinbarung" auszuweisen, der bereits seit mehr als 5 aber weniger als 8 Jahren in Österreich lebt! Erst nach 8 Jahren Niederlassung sind ZuwandererInnen vor einer Aufenthaltsbeendigung aus diesem Grund geschützt.

Quelle: indymedia


Aufruf zum Boykott gegen den "Integrationsvertrag"

Bereits am 24. Oktober 2001 hat die Wiener Integrationskonferenz in ihrer Resolution gegen den "Integrationsvertrag" ein Programm für die Bildung einer breiten politischen Allianz und der logistische Behinderung der Umsetzung des "Integrationsvertrages" formuliert:

Die Oppositionsparteien sollen sich zur bedingungslosen Rücknahme des "Integrationsvertrages" für den Fall einer künftigen Regierungsbeteiligung verpflichten und in ihrem Einflussbereich Boykottmaßnahmen unterstützen.
Die bestehenden Bildungsinstitutionen sollen die Umsetzung des "Integrationsvertrages" schlicht verweigern.

Nach mehreren Monaten politischer Arbeit durch die mit der Umsetzung dieser Resolution beauftragten Gruppen ist es bei der unverbindlichen Empörung der Oppositionsparteien geblieben und es sieht so aus, als würden sich die großen Bildungsinstitutionen nicht zu einem Boykott bewegen sondern sich im Gegenteil für die Durchführung dieser rassistischen Maßnahme finanzieren lassen.
Die unvermindert unverschämte Gesetzwerdung des "Integrationsvertrages" kommt also nicht von ungefähr. Die zur Verfügung stehenden Gegenmaßnahmen wurden nicht ausreichend umgesetzt bzw. angedroht. Die Regierung hat den "Integrationsvertrag" in den Gremien vorläufig durchgesetzt.

Damit das Blatt sich bis zu den nächsten Nationalratswahlen wendet, ersuchen wir alle fortschrittlichen demokratischen Gruppen und Einzelpersonen um Unterstützung der Resolution der Wiener Integrationskonferenz durch Unterzeichnung dieses Aufrufes und darüber hinaus durch aktive Förderung des Boykotts gegen den "Integrationsvertrag".

Quelle: www.auslaenderin.at


18.04.2002

Die Begutachtungsfrist für den Integrationsvertrag ging am 16.4.2002 zu Ende.

Anläßlich des Vorschlags der Bundesregierung erarbeiteten 23 NGO s ein gemeinsames Positionspapier
"Integration bedeutet: Gleiche Rechte und Chancen - unabhängig von der Staatsangehörigkeit
Eckpunkte einer zukunftsweisenden und antidiskriminatorischen Integrationspolitik." , welches sich auf den Sites der erarbeitenden Organisationen findet zB Deserteurs - und Flüchtlingsberatung

Weiters waren zahlreiche NGO s damit beschäftigt, Stellungnahmen zum Regierungsentwurf einzubringen zB
Stellungnahme des Beratungszentrums für MigrantInnen und Migranten >>>


12.03.2002:

Änderung des Fremden- und Ausländerbeschäftigungsgesetzes

Am Montag, den 4. März wurden die beabsichtigten Änderungen des Fremden- und Ausländerbeschäftigungsgesetzes seitens der zuständigen Bundesminister vorgestellt und zur Begutachtung vorgelegt.
Der Regierungsentwurf zur Novelle des Fremdengesetzes 1997 (FrG-Novelle 2002), Asylgesetzes 1997 (AsylG-Novelle 2002), Ausländerbeschäftigungs (AuslBG) und WirtschaftskammerG ist in Begutachtung gegangen (6 Wochen Begutachtungsfrist) und abrufbar. Die Begutachtungsfrist endet mit 16. April 2002.

BMI: Begutachtung von Gesetzesvorlagen >>> weiter zur Begutachtugn


Erste Einschätzung des Desintegrationspaketes von den Grünen:

Abbau von Rechten & verschärfte Diskriminierung >>> weiter
(Zusammenfassung der wesentlichen Punkte des Regierungsentwurfs zur Novellierung des Fremdengesetzes,des Ausländerbeschäftigungsgesetzes und des Asylgesetzes.)



12.03.2002:

Aufruf an die Österreichische Bundesregierung:

- Nehmen Sie den "Integrationsvertrag" zurück!

- Treten Sie in Gespräche und Verhandlungen mit den Integrationseinrichtungen und repräsentativen Vertretungen von nicht-EU-ausländischen Bevölkerungsgruppen in Österreich zur Erhebung der Bedarfslage und Gestaltung von Integrationsmaßnahmen ein!

- Enthalten Sie sich jeder weiteren pauschalen Herabsetzung unserer ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger!

- Machen Sie eine Integrationspolitik, die diesen Namen auch verdient!

- Setzen Sie intelligente Akte anstatt die ins Land geholten Billigarbeitskräfte, die in der globalen Weltwirtschaft ausgedient haben, zu bekriegen!

>>> weiter zum Aufruf und der Liste der UnterstützerInnen:


Bericht von der
KUNDGEBUNG vor dem Parlament, Freitag 30.11.2001

Liebe Freundinnen und Freunde!

Die Kundgebung vor dem Parlament am vergangenen Freitag, zu der die Plattform „Österreich für alle gleich“ aufgerufen hatte und an der – trotz klirrender Kälte - über tausend DemonstrantInnen teilnahmen, steht am Beginn eines langen Kampfes für die Gleichheit aller Menschen in diesem Land.

Zum Besonderen an dieser Kundgebung gehört es, daß sie von einer Reihe von NGOs, insbesondere von MigrantInnen-Organisationen getragen war, die erstmals seit langer Zeit zu einer gemeinsamen Aktion zusammenfanden. Ebenso erfreulich war die solidarische, unaufdringliche Unterstützung durch vier Parteien (SPÖ, Grüne, Liberales Forum, KPÖ).

Während der Vorbereitung der Kundgebung ist ein Team von Menschen unterschiedlicher Zugänge entstanden, das als Kern künftiger Aktivitäten bereit steht.

Anders als bei vielen Aktionen der Vergangenheit ging es diesmal nicht nur darum, gegen eine skandalöse Maßnahme der Regierung – in diesem Fall den „Integrationsvertrag“ - zu protestieren und dann auseinanderzugehen.

Diesmal haben wir gesagt, wie die künftige Ordnung aussehen soll. Die Forderung nach Gleichheit - und das heißt insbesondere: nach einer Reform des Artikels 7 der Bundesverfassung - ist zum einigen Band der MigrantInnen-Organisationen geworden.

Alle Maßnahmen der Bundesregierung (nicht nur der jetzigen, sondern auch der künftigen), alle Maßnahmen der Landesregierungen und die Aktivitäten der politischen Institutionen und Parteien werden wir daran messen, ob sie diesem zentralen Grundsatz entsprechen.

Wir kämpfen weiter: für das allgemeine, freie und gleiche Wahlrecht, für das Recht auf Arbeit, für den Zugang zu den Gemeindebauten, für die Legalisierung der „Illegalen“, für ein umfassendes Antidiskriminierungspaket.

Und wir reichen allen anderen Gruppen, die ebenfalls von Ungleichheit betroffen sind - Frauen, Homosexuellen, Behinderten, Arbeitslosen, um nur einige zu nennen - die Hand und suchen mit ihnen gemeinsame Wege zur gemeinsamen Aktion.

Gleiche Rechte für alle! Wir leisten Widerstand.

Michael Genner, Asyl in Not

last update: 03.07.2002

 


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