widerst@ndMUND vom Samstag, 23.09.2000
From: Tatblatt, TATblatt@blackbox.net DONNERSTAGSDEMO 21. 9. 00 Bericht aus der TATblatt-"Chronologie des Widerstands gegen die Rechts-Rechtsextrem-Koalition in Wien" http://tatblatt.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm !!! UNKORRIGIERTE ERSTFASSUNG !!! Allfällige Ergänzungen, Korrekturen etc. finden sich in der "Chronologie" auf unserer Website. http://tatblatt.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm Donnerstagsdemo Mit einer Massenperlustration, der Aufnahme der Personalien von fast allen noch anwesenden DemonstrantInnen und zwei Festnahmen wurde kurz vor Mitternacht die Donnerstagsdemo von der Polizei ohne Vorwarnung aufgelöst. Zuvor hatte die größte Donnerstagsdemo seit Monaten unter anderem eine Diskussionsveranstaltung mit Kunststaatssekretär Franz Morak im Literaturhaus besucht - was Morak dazu bewogen hat, die Veranstaltung vorzeitig zu verlassen -, und war beim Bildungsministerium sowie an den Parteizentralen der Koalitionsparteien ÖVP und FPÖ vorbeigezogen. Bei der ÖVP-Zentrale wurden die Schilder mit dem Parteilogo entfernt und durch gesprayte Anschriften wie zum Beispiel "Klerikalfaschisten" ersetzt. Insgesamt hatten sich diesmal nach TATblatt-Zählung rund 3.000 Personen an der Donnerstagsdemo beteiligt. Laut Polizei waren es 3.500, das Aktionskomitee sprach von 7.000 TeilnehmerInnen (Quelle: ORF ON). Und es hätten noch mehr sein können, wenn die Demo diesmal nicht bereits um 19.45 Uhr losgezogen wäre - wesentlich früher als in den vergangenen Monaten. Hunderte Leute kamen zu spät und mussten sich aufs Geratewohl auf die Suche nach der Demo machen. Sie wurden von AktivistInnen der Botschaft besorgter BürgerInnen über die vermutete Demoroute informiert. Zumindest ein Teil der zu spät Gekommenen dürfte die Demo bis zur TU erreicht haben. Nachdem die Polizei keine Anstalten machte, eine Demonstration durch die Innenstadt verhindern zu wollen, zog die Demo vom Ballhausplatz zuerst zur FPÖ-Zentrale in der Kärntner Straße. Dann ging es weiter in Richtung Technische Universität. Bei der Oper kam es zu zwei Zwischenfällen: Ein Polizeifahrzeug, das in die Demo gefahren war, wurde mit kleinen Gegenständen beworfen, und, als es daraufhin mit Karacho und ohne Rücksicht auf im Weg stehende Menschen wegfahren wollte, durch Fußtritte von DemonstrantInnen leicht beschädigt. Ebenfalls bei der Oper versuchte ein Taxi durch die Demo zu fahren. DemonstrantInnen wollten es aus Sicherheitsgründen aufhalten. Als das Taxi trotzdem - mit vorerst nur geringer Geschwindigkeit - weiterfuhr, landeten zwei Leute auf der Kühlerhaube. Daraufhin beschleunigte das Taxi. Erst als es kurz wieder langsamer wurde, schafften es die Beiden abzuspringen, ehe das Taxi davonbrauste. Nach der TU zog die Demo zum Literaturhaus in der Zieglergasse, wo gerade eine Diskussionsveranstaltung mit Kunststaatssekretär Morak stattfand. Rund 30 bis 40 DemonstrantInnen gelang es, noch ehe die Polizei den Eingang abriegeln konnte, in den Veranstaltungsraum zu gelangen, und mit Pfeifen und Rufen ihre Meinung über Morak und den Rest der Regierung kundzutun. Morak verließ daraufhin vorzeitig die Diskussion. Den nächsten Zwischenstopp gab es in der Josefstädter Straße vor dem Haus Nr. 58, wo angeblich die Bildungsministerin und Verfechterin der Dienstag im MinisterInnenrat beschlossenen Studiengebühren, Gehrer, wohnt. Gegen 22.00 Uhr kam die Demo zur ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse. Während die meisten DemonstrantInnen pfiffen, bewarfen andere das Haus mit Eiern und Farbe. Da die Polizei nur den unmittelbaren Eingang zum Haus bewachte, konnten große Teile der Fassade weitgehend ungestört besprüht werden. Erst als DemonstrantInnen die beiden Schilder mit dem Logo der ÖVP von der Fassade abmontierten, versuchte die Polizei einen mutmaßlichen Täter herauszugreifen. Den dicht beinander stehenden DemonstrantInnen gelang es aber, dies zu verhindern, woraufhin sich die BeamtInnen wieder entfernten. Danach wurde zur Universität und über den Ring, vorbei am Parlament, zum Palais des Wiener Stadtschulrats gegangen. Stadtschulratspräsident Scholz hatte vor wengen Tagen die Teilnahme an einer Buchpräsentation abgesagt, nur weil auch der 1999 unter falschen Anschuldigungen im Rahmen der Operation Spring festgenommene Schriftsteller Obiora C-Ik Ofoedu eingeladen war (siehe E-Mail-Zeitung MUND - Widerst@nd vom 19. September 2000: >> http://www.illegalisiert.at/MUND/archiv/september/aussendung190900.htm#11) Vermutlich weil ungefähr an dieser Stelle, gleich bei der U-Bahn-Station Volkstheater, die Demo schon oft geendet hatte, traten hier viele Leute den Heimweg an. Nur mehr rund 200 zogen weiter über den Ballhausplatz zum Bildungsministerium am Minoritenplatz, wo die Demo ziemlich rasch weiter schrumpfte. Rund 100 demonstrierten noch weiter in Richtung Kärntner Straße zur FPÖ-Zentrale. Vielleicht 50 blieben noch etwas länger am Minoritenplatz, umkreisten das Ministerium und zogen dann über die Herrengasse in Richtung Universität. In der Herrengasse hielten um zirka 23.45 Uhr WEGA-Beamte plötzlich einen hinten gehenden Demonstranten an und nahmen ihn fest. DemonstrantInnen, die dies mitbekommen hatten, versuchten den Rest der schon recht kleinen Demo-Abspaltung, darunter ein kleiner VSStÖ-Block, darauf aufmerksam zu machen und aufzuhalten. Ersteres gelang zwar, zweiteres jedoch nicht! Während die meisten einfach wegschauten und weitergingen, hatte die Polizei leichtes Spiel. Nur vier DemonstrantInnen beobachteten das Geschehen und verständigten die Rechtshilfe. Die Richtung Kärntner Straße gegangenen rund 100 DemonstrantInnen waren unterdessen bei der FPÖ-Zentrale vorbeigezogen. Bei der U-Bahn-Station Karlsplatz verließen neuerlich viele Leute die Demo - darunter auch die letzten "prominenten" DemonstrantInnen, die grüne Nationalratsabgeordnete Madeleine Petrovic und der kritische Sozialdemokrat Peter Kreisky. So als ob die Polizei darauf nur gewartet hätte, löste sie kurz darauf die Demo ohne Vorwarnung auf. Nur mehr rund dreißig Leute waren es zu diesem Zeitpunkt, die sich auf dem Ring in Richtung Ballhausplatz bewegten. Um ca. 23.50 Uhr, wenige Meter nach der Oper, raste plötzlich ein Kleinbus der WEGA an den DemonstrantInnen vorbei und stellte sich mit quietschenden Bremsen quer vor ihnen auf. Die DemonstrantInnen versuchten wegzulaufen, die meisten wurden aber von aus dem Bus springenden Beamten aufgehalten und zur Ausweisleistung augefordert. Zahlreiche Taschen wurden durchsucht. Ein Demonstrant wurde laut AugenzeugInnenberichten auch geschlagen. Als Grund für die unerwartete Demoauflösung gab ein Beamter an, dass die Veranstaltung keinen Kundgebungscharakter mehr habe, und daher eine ordnungswidrige Benützung der Fahrbahn durch Fußgänger vorliege - dies obwohl bis zuletzt dauernd Parolen skandiert worden waren. Wie damit die Perlustrationen begründet werden können, erklärte er nicht. Ein Trommler wurde wegen Lärmerregung (!) festgenommen. Bis zum Zeitpunkt der ersten Festnahme in der Herrengasse und der Demo-Auflösung samt Festnahme am Opernring verhielt sich die Polizei äußerst zurückhaltend und schien auch personell weniger präsent zu sein als bei den letzten Donnerstagsdemos. Allerdings wurde pausenlos gefilmt, auch bei den zumeist unvermummt durchgeführten Sachbeschädigungen. Es bleibt zu befürchten, dass versucht wird, den Perlustrierten auch Beteiligungen an Sachbeschädigungen anzuhängen. Zur Demo-Auflösung am Opernring werden dringend AugenzeugInnenberichte gesucht. Bitte diese an die Rechtshilfe p.a. Schottengasse 3a/1/59, 1010 Wien zu schicken. Ihr könnt sie auch per E-Mail ans TATblatt senden - wir leiten sie dann weiter. Die E-Mails bitte nach Möglichkeit mit unserem PGP-Schlüssel kodieren! Aber auch wenn ihr andere Polizeiübergriffe beobachtet habt, schickt bitte einen AugenzeugInnenbericht an die Rechtshilfe und/oder ans TATblatt. AugenzeugInnen werden auch gesucht für den Vorfall mit dem Taxi. Zum Abschluss wie immer die genaue Demoroute: Ballhausplatz (Losziehen um ca. 19.45 Uhr) - Schauflergasse - Michaelerplatz - Kohlmarkt - Graben - Stock-im-Eisen-Platz - Kärntner Straße (FPÖ-Zentrale) - Kärntner Ring - Akademistraße -- Karlsplatz - Wiedner Hauptstraße (TU) - Resselgasse - Operngasse - Getreidemarkt - Mariahilfer Straße - Zieglergasse (21.00 Uhr: Literaturhaus) - Westbahnstraße - Schottenfeldgasse -- Josefstädter Straße (Gehrer-Wohnung) - Stadiongasse - Bartensteingasse - Lichtenfelsgasse (21.55 Uhr: ÖVP-Zentrale) - Landesgerichtsstraße - Universitätsstraße - "Dr.-Karl-Lueger-Ring" (Uni) - Dr.-Karl-Renner-Ring (Parlament) - Burgring (Stadtschulrat) - Heldenplatz - Ballhausplatz - Bruno-Kreisky-Straße - Minoritenplatz (Bildungsministerium; Abspaltung einer kleinen Demo: rund ums Ministerium, dann über Herrengasse Richtung Uni; ca. 23.45 Uhr: Festnahme in Herrengasse) - Landhausgasse - Herrengasse - Freyung - Heidenschuß - Bognergasse - Tuchlauben - Graben - Stock-im-Eisen-Platz - Kärntner Straße (FPÖ-Zentrale) - Kärntner Ring (ca. 23.50 Uhr: Auflösung durch Polizei in Höhe O.Nr. 8) !!! UNKORRIGIERTE ERSTFASSUNG !!! Allfällige Ergänzungen, Korrekturen etc. finden sich in der "Chronologie" auf unserer Website. http://tatblatt.mediaweb.at/132chronologie-aktuell.htm -- http://tatblatt.mediaweb.at oder http://www.nadir.org/nadir/periodika/tatblatt E-Mail: mailto:TATblatt@blackbox.net und mailto:TATblatt@gmx.at (bitte sicherheitshalber an beide Adressen mailen)
From: akin.buero@gmx.net FPOeVP/Der Polizei íst fad...: > 2 Festnahmen auf der Demo heute nacht Wie vorherzusehen war, lief es auch ab. Heute hielt sich die Polizei im Angesicht einer starken Praesenz an Demonstrierenden auffaellig im Hintergrund. Selbst als die OeVP-Zentrale ihrer Werbetafeln beraubt und dafuer mit der Beschriftung "Klerikal-Faschisten" versehen wurde, beschraenkte sich die Alarmabteilung auf Sicherungsmasznahmen. Als die Demo dann abzuflauen begann, durften die Beamten ihr Muetchen kuehlen, wie der folgende Zeugenbericht dokumentiert: "Auf der heutigen Demo gab es nach Mitternacht 2 Festnahmen, eine davon, deren Zeuge ich bin, mangels Aufloesung der Demo illegal, wegen 'gehens auf der Fahrbahn' und 'Laermerregung' (Trommeln). Nachdem Peter Kreisky und Madelaine Petrovic in die U-Bahnstation Karlsplatz gegangen waren raste ein Polizeiwagen (BP 802) mit ueberhoehter Geswindigkeit von hinten auf die letzten 20 DemonstrantInnen auf der Ringfahrbahn zu, hupte kurz vor Erreichen dieser ohne Abzubremsen. Waeren nicht zwei DemonstrantInnen schnell zur Seite gesprungen, waere einer von ihnen getoetet worden, fuer das Polizeifahrzeug waere der Bremsweg zu lange gewesen. Unter Gequietsche stellte sich das Fahrzeug quer und schwerbewaffnete PolizistInnen sprangen heraus. Die Demo - die ganze Zeit von der Polizei begleitet - wurde nicht aufgeloest. Personalia wurden illegal (ohne strafrelevante Begruendung) aufgenommen, illegale Anzeigen wegen angeblich illegaler Benutzung der Fahrbahn angedroht. Peter R. wollte, da die Demo von der Polizei weiterhin nicht fuer aufgeloest erklaert war, nach Beendigung der Amtshandlung auf dem Gehsteig weiterdemonstrierend die Trommel schlagen, weswegen er festgenommen und wie ein Schwerverbrecher perlustriert wurde. Nebenbei wurden ZeugInnen von den umstehenden PolizistInnen beschimpft. Auch ein Standard-Photograph, der sich nie auf der Fahrbahn befand, soll uebrigens wegen illegaler Fahrbahnbenutzung angezeigt werden. Es war aber auch irgendwie genial: 25 Einsatzfahrzeuge, z.T. Busse, blockierten den Ring. 25 Wagenladungen gruene Maennchen und Weibchen fuer 19 DemonstrantInnen." (akin) ************************************************* 'akin - aktuelle informationen' a-1010 wien, wipplingerstrasze 23/20 kontakt: bernhard redl vox: ++43 (0222) 535-62-00 (anrufbeantworter, unberechenbare buerozeiten) fax: ++43 (0222) 535-38-56 http://akin.mediaweb.at Bank Austria, BLZ 12000, 223-102-976/00, Zweck: akin
From: fewor@no-racism.net neues aus prag: der info-point ist unterfolgender adresse zu finden: parizska 9, nahe old town square in praha (zentrum) ist eine gute anlaufstelle mit infos fuer leute, die neu in prag ankommen. von dort kann mensch sich infos ueber veranstaltungen holen, die noetigen adressen usw. convergence centre (nahe metro station palmovka - mit gelber linie B zu erreichen und dann ausgang holesovice ueber die bruecke libensky most - von dort zu sehen): dort finden bis zum 26.9. direct action trainings, workshops zu rechtshilfe, erste hilfe, informationen zu iwf/wb, strassentheater, medienkommunikation, ... statt. weiters kreativworkshops, meetings, essen und kinderbetreuung, messageboard, und allgemeine informationen. die oeffnungszeiten sind nach derzeitigem stand von 8.00 bis 23.00 uhr (kann sich aendern). angeblich gibt es rund um diesen ort verstaerkte praesenz von polizei aber und rechten provokateuren. vorsicht in oeffentlichen verkehrsmitteln: es gibt verstaerkte kontrollen und schwarzfahrerinnen werden angeblich direkt an die polizei ueberstellt (ausweisungsgrund!!!). naehre infos zu verkehrsmittel in prag und andere nuetzliche tips sind unter www.inpeg.org (guide to prague) zu finden. kulturfestival, 22. und 24. september: am 22.9. ab 17.00 uhr, im Palace Akropolis Kubelikova (zu erreichen mit tram 9, 5 und 26 bis Husinecka - nahe fussballstation - von dort nach weg fragen) am 24.9. ab 19.00 uhr, in der Lucerna Music Bar (Vodickova 36, Metro line A bis Mustek) countersummit: aktuelle termine und orte gibt es im netz unter www.inpeg.org (counter summit) global day of action: treffpunkt ist ab 9.00 namesti miru (metro, line a), von dort geht um 11.00 ein march of resistance weg. um 13.00 trifft diese von inpeg organisierte demo mit anderen protestmaerschen zusammen zu gemeinsamen direct actions. zur anreise: es wurden leute zurueckgeschickt, die infomaterial dabei hatten oder deren passbild nicht mit ihrem jetzigen aussehen uebereinstimmt. ausserdem sollte mensch nicht zu auffaellig bekleidet sein. die nummern der rechtshilfe in prag bei einreiseschwierigkeiten sind: 420 604 55 6309 oder 420 604 456 176. bis auf weiteres sind aktivistInnen aus österreich unter folgender email-adresse erreichbar: gotos26@gmx.net erreichbar, dort infos erfragen. infos dazu gibt es auch unter www.no-racism.net/s26
From: Johanna Hofinger, db.work@db-site.com IWF -Protest: Nicht nur die österreichische Zivilgesellschaft muß sich inhaltlich erst formieren | Protestschreiben gegen Demonstrationsverbot Vom 23.9. vis 26.9. finden in Prag Gegendemos zum IWF-Gipfel im Prag statt. Unter dem Slogan "Macht Prag zu Seattle" mobilisieren auch österreichische Gruppen. Die tschechischen Behördern sind mittlerweile dazu übergegangen, Aktivistinnen die Einreise zu verweigern und das Demonstrationsrecht für die Dauer der Konferenz auszusetzen. Auf ersteres wird mit einer Wiener Demonstration reagiert werden. Auf letzteres mit zivilem Ungehorsam - und einer Aufforderung zum Protestschreiben. Ein Kernproblem scheint es lt. ISPO (International Simultaneous Policy) es jedoch zu sein, wirksame Gegenmodelle zu formulieren und zu präsentieren. Kennen wir das in Österreich nicht von irgendwo? Hauptartikel: Georges Drouet - Director | ISPO Belgique | Quelle: Attac Chat nachzulesen auch auf: www.ballhausplatz.at ----------------------------------- Reform the WTO! - But where are the Ideas? ---------------------------------- The 'Battle of Seattle' in December 1999 was widely held by anti-globalisation NGOs as a victory. But having forced their way on to the world stage, these organisations now find themselves struck dumb when asked for their specific reform proposals. Their answers, beyond generalities, are difficult to find. Those that are forthcoming seem to call either for a 'de-powering' of the WTO, or for it to build labour and environmental standards in to its decisions. Alternatively, they propose that such issues be dealt with by other supra-national bodies such as the ILO (International Labour Organisation) or some yet to be invented "World Environment Organisation". But would such proposals lead to an improvement in environmental and labour standards? On the face of it, they would. But despite the apparently united front of the protesters and their claim to represent the interests of developing countries, many such countries see tighter environmental and labour restrictions as running counter to their interests. Their fear is that such restrictions would act as a barrier to their exports. What this points to is what should be perfectly obvious: that we live in a world of nations at vastly differing stages of economic development and, therefore, with widely varying priorities in terms of how labour and environmental considerations should impact on their economies. So to expect any organisation to develop, adjudicate upon and enforce rules that are fair to most, let alone all nations, is surely ridiculous. Furthermore, to equate a spoon produced under responsible environmental and labour conditions in one factory with one produced under sweat-shop conditions in another, points up the hollow neo-liberal assertion that 'free' trade is necessarily 'fair'. In this context, 'de-powering' the WTO or vesting labour and environmental interests in other supra-national bodies who would then compete for the supremacy of their particular standpoint, seems calculated to result in yet more confusion and seems unlikely to lead to greater fairness. In considering reform, therefore, NGOs need to look rather deeper than just the WTO. They need to recognise that the motor of today's neo-liberal global economy is competition. The ability of capital and corporations to move, or merely threaten to move, elsewhere means that nations and politicians no longer control the global economy but must themselves compete for capital and jobs. Similarly, tighter laws to promote environmental or labour protection are hollow when markets and corporations can switch investment and jobs to any country offering less costly conditions. Indeed, even the G-7 acting together would be powerless to re-regulate the markets for fear of capital fleeing to Singapore, Zurich or elsewhere. So it can truly be said that the global free market represents the institutionalisation of out-of-control competition. It should also be clear that free-market competition is not a basis upon which fairness, environmental or labour protection can result. Indeed, competition is not about fairness - it's about winning. Only if the WTO were instructed to perform a complete about-face by re-regulating capital and corporations, could one expect any real improvement. Given such a prospect appears unlikely, simply 'de-powering' the WTO or hiving off national responsibilities to other such bodies will neither change nor stop the forces of competition. NGOs are right to insist that free-market competition represents an unacceptable paradigm but what is the alternative? At this juncture, free-marketeers will say an abandonment of global laissez-faire (were that still to be possible) would be synonymous with a return to protectionism: a tit-for-tat international competition of rising import tariffs often cited as one of the causes of past wars. If that argument is accepted, it seems neither global laissez-faire on the one hand, nor protectionism on the other, can offer an image of a global economic framework likely to encourage fairness in trade between nations whilst protecting the environment and labour. Here, then, lies the rather knotty problem faced by NGOs today. Since both protectionism and free-trade produce unsustainable levels of competition, it seems that quite a different vision for a future world economy is needed. In searching for that new vision, it is worth noting that if uncontrollable competition is the unavoidable by-product of both the hitherto available paradigms, some study of competition itself might be a starting point. In the current free-market environment competition is taken for granted as a good thing. But if that were the case, the global economic competition we have today would represent utopia which, with the possible exception of the top 20% of the world's population, it certainly does not. Global warming, environmental degradation, growing numbers of refugees and asylum-seekers, an increasing gulf between rich and poor and an increasing recourse to far-right political parties are all compelling evidence not of utopia, but of a quick-sand of competition in which we are all caught and which is sucking us into a deepening global sickness. Furthermore, it is clear that to be fair and rewarding, competition must occur within a framework of a fair and universally accepted set of rules. But because no nation, nor group of nations, is now able to regulate global capital or transnational corporations, and the WTO only serves to underpin their free movement, I suggest that competition can indeed be said to have escaped >from its controlling framework and is now running rampant. Little wonder free-marketeers hail globalisation as 'inevitable'. Faced with this perilous predicament, therefore, NGOs must firstly accept these facts and stop pretending this situation doesn't exist. Only global, or virtually global and simultaneous regulatory action could provide a satisfactory and secure solution. The same applies to multi-national corporations. Their ability, or mere threat, to move production and jobs elsewhere confirms that all corporations require regulation to bring them back under national, democratic control and accountability. But again, such re-regulation could, logically, only occur globally and simultaneously. NGOs must therefore accept, firstly, that politicians themselves are no longer in control of competition and, secondly, that applying conventional pressure on them to change something over which they have already lost control is likely to prove futile. Indeed, any new vision for a new world economic order must not only make clear what is being asked of politicians, it must also show how that vision can be achieved. It must demonstrate a clear and practical method of making a secure and responsible transition from the existing sick paradigm to the future one we all desire. Indeed, so intractable has our current predicament become, that developing such a method has become even more important than envisioning the new paradigm itself. John Bunzl - Director International Simultaneous Policy Organisation (ISPO) www.simpol.org e-mail: jbunzl@simpol.org -------------- Georges Drouet - Director ISPO Belgique ispo.belgique@simpol.org ----------------------------------- Anbei die Information zum Verbot der Demonstrationen in Prag, inklusive Aufforderung zum verfassen von Protestschreiben ----------------------------------- Prague authorities outlaw protests on S-26. / An open letter to Vaclav Havel. Prague authorities have revoked permits for all street demonstrations on September 26th. This obvious abuse of power probably won't stop the thousands of activists gearing up to disrupt the IMF/World Bank meetings next week. INPEG volunteer Martin Shaw says marches will continue as planned, despite the ban. He advises activists planning to engage in civil disobedience to protect themselves by NOT carrying weapons, not being drunk, and forming affinity groups. Shaw says INPEG is also going to fight the rule in court. Activists from around the globe can also help out by signing the open protest letter to Czech President Vaclav Havel (once political prisoner himself), and by faxing it to his office and/or sending email. (Information from Indymedia network) Office of the President of the Czech Republic: +42.(0)2.243.73.300 president@hrad.cz Ministry of the Interior + 42 (0)2.614.33.560 + 42.(0)2.614.33.555 ssi1@mvcr.cz Ministry of Foreign Affaires +42.(0).2.241.82.041 ministr@mzv.cz
Open Letter to Václav Havel, President of the Czech Republic Dear Mr President! Stop the new Normalisation*! Defend the Right To Protest In November 1989, we won some fundamental democratic rights, including the right to free assembly and free expression of political opinions. With the fall of the Iron Curtain, we won the freedom to travel. With the birth of the Czech Republic in 1993, the list of fundamental rights and freedoms became part of the constitution of the Czech Republic. As in the 1970s and 1980s, our rights are formally guaranteed -- however, in practice they are trampled on because they depend on the benevolence of bureaucrats. The local authorities of the Prague districts 2 and 4 have taken the decision to ban all protest marches against the policies of the IMF and the World Bank on the 26th September 2000. The reasons given for the ban were bureaucratic technicalities such as "it will limit the traffic flow," which in our opinion is not a just reason to deny us our fundamental, constitutionally guaranteed rights. At the same time we are disturbed by a so far one-off incident on the 13th September 2000, when one American and three Dutch opponents of globalisation were turned away at the Hrensko border point because "they had anarchist flags and stickers on the car" (Immigration officer, daily paper MF Dnes 14/9/00). We, the undersigned, demand that our fundamental civil rights and freedoms are respected. We urge You that everyone who wants to cross the border and express their protest against the IMF and World Bank Meeting in Prague should be allowed to do so. We demand hereby clearly the immediate revocation of the ban on marches. sincerely ( ) (*After the defeat of the 1968 movement in Czechoslovakia, the government embarked on the policy of "Normalisation," bringing things back to normal, i.e. under their tight control.) In solidarity NAME First Name Signature
From: Gilles Klein, gillesklein@cybercable.fr Pour ceux qui sont allergiques à l'anglais voici la pétition traduite. Va-t-on revoir les chars à Prague ? Vaclav Havel, où es-tu ? Le gouvernement tchèque interdit les manifestations anti-FMI prévues le 26 septembre. Les bons vieux reflex reviennent vites. Après une campagne de marginalisation des opposants à cette réunion où 20 000 banquiers et lobbystes vont se rencontrer pour se partager le monde, les autorités tchèques s'opposent, comme au bon vieux temps, aux droits de l'homme en interdisant la manifestation prévue. L'INPEG qui coordonne les contre-manifestations fait appel en justice contre cette décision. Et demande un soutien international. La manifestation du 26 septembre est maintenue de toutes façons. Pour envoyer la pétition électronique : http://www.france.indymedia.org/display.php3?article_id=319 -- Gilles Klein T 06 60 46 67 37 T 01 73 33 70 00 gillesklein@cybercable.fr http://france.indymedia.org ICQ : 72991699
From: Bewegung für soziale Befreiung, bsb@magnet.at Die angekündigte Einführung von Studiengebühren ist ein gewaltiger Angriff auf alle Studierenden. Die Maßnahme hat auch hohe symbolische Bedeutung: Der freie Hochschulzugang wird abgeschafft, Bildung für alle gehört damit endgültig der Vergangenheit an. Die Schärfe des Angriffs erfordert eine entschlossene Verteidigung: Streik! Ein Streik ist nicht nur notwendig, sondern auch möglich: Bereits jetzt haben Tausende mehr oder weniger spontan gegen Studiengebühren demonstriert. Die Maßnahme der Regierung wird von den meisten Studierenden und auch breiten Kreisen der restlichen Bevölkerung als Skandal empfunden. Nicht abwarten! Zum jetzigen Zeitpunkt ist entscheidend, dass die Dynamik der Bewegung nicht abreißt: Die Demonstrationen müssen weitergehen, Aktionskomitees auf allen Instituten sollten gegründet werden und mit Semesterbeginn darf der Lehrbetrieb gar nicht erst aufgenommen werden. Der Aktionstag der ÖH am 11.10. ist gut, hervorragend für eine Großdemonstration, für den Beginn eines Streiks ist dieses Datum aber bereits sehr spät! Wir müssen nichts erklären, alle kennen den Ernst der Lage, die Leute wollen jetzt etwas unternehmen! Warten heißt Kräfte verlieren. Die Bewegung nach außen tragen Wir dürfen uns nicht in einen universitären Elfenbeinturm zurückziehen: Erfolg ist nur möglich, wenn Unterstützung aus anderen Teilen der Gesellschaft kommt. Die Studierenden sind auch nicht allein vom Sozialabbau betroffen. Gerade die Ärmsten, die Arbeitslosen, werden hemmungslos ausgenommen. Wir treten daher für zahlreiche Kleinkundgebungen ein um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. Ein langer Atem ist notwendig Nichts soll unversucht bleiben, denn der Gegner ist stark und die Regierung kann es sich nur schwer leisten von bereits verkündeten Maßnahmen zurückzutreten. Der Widerstand ist daher langfristig anzusetzen, wir müssen über die jetzige Bewegung hinausdenken. Zentral dabei ist der Aufbau einer breiten Widerstandbewegung gegen den Neoliberalismus: Gegen den Sparwahn, gegen EU und NATO, gegen eine Gesellschaft in der nur mehr die Interessen der Wirtschaft zählen. *********************************** Bewegung für Soziale Befreiung (BsB) Meiselstrasse 46/4, A-1150 Wien Tel/Fax +43 1 924 31 61 Mobil +43 6991 924 31 61 bsb@magnet.at www.vorstadtzentrum.net
From: Generation Internet, generation.i@kabel.net plattform gegen studiengebühren: generation.internet auf http://kobel.net/generation.i gibt's zum thema studiengebühren: - die kundgebungs-termine - PROTEST-E-CARDS zum weitersagen - zahlreiche f- und vp-e-mail-adressen - ein frustforum - ein aktionsforum - einen newsletter to be continued - jeder kann die plattform mit noch mehr leben füllen, einfach mitmachen, vorschläge abgeben und infos zusenden.
From: Janos Fehervary, janos@chilli.cc LSV-Wien fordert Volksbegehren zu Studiengebühren und Senkung der KlassenschülerInnenhöchstzahl Utl.: LSV-Wien einstimmig für Protestaktionen in Schulen mit LehrerInnen und Eltern im Rahmen des SchülerInnenbündnis! In der heutigen Sitzung der LandesschülerInnenvertretung im Wiener Stadtschulrat fiel der einstimmige Beschluss auf Zusammenarbeit und Unterstützung der angekündigten Protestaktionen in den Wiener Schulen. "Unsere kommenden Aktionen im Rahmen des 'SchülerInnenbündnis' werden die Stärke des überparteilichen Bündnisses aus Lehrinnen und Lehrern, Eltern, Schülerinnen und Schülern, sowie Studierenden offenbaren", beschreibt Martin Binder, Landesschulsprecher für Wien die Entstehung des überparteilichen Bündnisses das sich letzten Dienstag in Wien formierte. "Wir fordern ein Volksbegehren gegen die Einführung der Studiengebühren und zur Senkung der KlassenschülerInnenhöchstzahl!", fordert Binder weiters. Das kommende Bündnistreffen am Montag, den 25. September 2000, wird richtungsweisend für die momentane Entwicklung all jener, die sich gegen einen Rückschritt ins letzte Jahrhundert wehren, sein. "Es ist zu erwarten, dass die konservative Ministerin Gehrer erst dann bereit sein wird ihr Vorhaben zu Überdenken, wenn sie sich einem breiten Bündnis aus all jenen, die sich gegen die Studiengebühren wenden, konfrontiert sieht", schließt Binder seine Ausführung und verweist auf das am Montag stattfindende Treffen in der Landstraßer Hauptstrasse 96/1 um 19:00 Uhr. Rückfragehinweis: Martin Binder-Blumenthal Fon.: +43 699 11 333 027 E-Mail: martin@schulsprecher.at -from- janos fehervary fon: +43 676/ 53 56 700, +43 1/ 713 8 713 - 19 fax: +43 1/ 713 8 713 - 9 e-mail: janos@CHiLLi.cc, icq: 870 59 501 snail: 1031 wien, landstraßer hauptstraße 96/2 _______________________________________________
From: www.ballhausplatz.at ---------------------------------------------- Sozialdarwinismus pur? Im dieStandard.at-Interview lehnt Ursula Kubes-Hofmann, Wissenschafterin und Lehrende die Einführung von Studiengebühren gänzlich ab. Hier einige Gründe. ---------------------------------------------------- Das Interview mit | Ursula Kubes-Hofmann | Rosa-Mayreder-College www.diestandard.at oder www.ballhausplatz.at
From: KPÖ Steiermark, kp.stmk@nextra.at Klasnic/Studiengebühren/Draken Das Eintreten gegen Studiengebühren wird für die steirische Landeshauptfrau Klasnic so enden wie der Kampf ihres Vorgängers Josef Krainer gegen die Draken. Diese Prophezeiung wagte der steirische KPÖ-Vorsitzende Franz Stephan Parteder am Freitag. Die Bevölkerung im Aichfeld muss täglich hören und fühlen, dass die Abfangjäger da sind und dass ihr die ÖVP keinen Schutz davor geboten hat.
From: enough_is_enough@blackbox.net wir sind da auch eingeladen ?!?!?!!!!!!! ich bin sicher, das wird ein Spaß, bei diesem Programm, all unsere "Lieblinge" werden auch da sein (Überfremdungsangst-Herbert, die agressive Dealerin Helene, Törtchen-Hilmar und Hojac- genaue Zeitangaben siehe unten!) eine gute Gelegenheit ihnen die Meinung zu ihren bisherigen Politik zu pfeifen, und Torte statt Worte! erinnere mich gerade an ein Transpi, das bei der gestrigen demo unterwegs war: stürzen statt kürzen! naja, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt... Dieses Flugblatt wurden als Postwurfsendung im 3. Bezirk an alle Haushalte verteilt (samt Gutschein für verbilligtes Bier und 1/2 Grillhuhn): Einladung zum blauen Familien- u. Oktoberfest 30.9. ab 10 uhr im Kardinal Nagel Park, 1030 Wien 10-13 h Eröffnung Sunny boys (Hits, Schlager) 13 h Rede VM Herbert Scheibner 13-14 h Zaubershow mit Aladin 14 h Rede BV StV Walter Herbich 14-17 h Steirerbau (Volksmusik) 15 h Rede NAbg Dr. Helene Partik- Pable 16 h Rede LO Mag. Hilmar Kabas 17-21 h Golden Sunnys (Rock und Shclager) 17 h Rede Bezirksobmann GR H C Stach 18 h Rede KO NAbg. Ing. P. Westenthaler Gewinnspielverlosung, Gewinnlose weren vor Ort verkauft Musik Ehrenschutz Landeshauptmann Dr. Jörg Haider, Frau Vizekanzler Dr. Susanne Riess-Passer www.humpi-dumpi.at bis hierher war s eine original-Abschrift des Einladungsflyers, hab mich noch (wie empfohlen) auf der humpidumpi Homepage umgeschaut, da fand ich einen Sprachkurs für Wienerisch, "Echt Wienerisch - Ein Sprachkurs in Ostmittelbairisch", der unter anderem erklärt, daß ein fescher Has ein hübsches Mädchen ist und Gspaßlaberln- kleine Brüste!!!! *grrrrr* kein weiterer Kommentar.
From: Jugoslawisch-Österreichische Solidaritätsbewegung, joesb@vorstadtzentrum.net Liebe NATO-GegnerInnen! Für 2. November hat sich der NATO-Generalsekretaer Robertson im Rahmen der OSZE zu einem Besuch in Wien angekuendigt. Dass es informell auch Gespraeche ueber den Kurs in die NATO, den die schwarz-blaue Regierung nun forciert, gehen wird, steht ausser Zweifel. Wir halten es fuer noetig, dass wir gemeinsam ein Signal setzen, unseren Protest gegen einen Nato-Beitritt und der Politik der Militarisierung lautstark zum Ausdruck bringen. Um alle Kraefte auf einer moeglichst breiten Basis zu buendeln schlagen wir die denkbar einfachste Plattform vor, die nur die elemantarsten Forderungen umfasst: Nein zur NATO - kein NATO-Beitritt! Nein zur Militarisierung der EU - für den Erhalt der Neutralitaet! NATO raus aus Jugoslawien - Schluss mit dem Embargo! Als Aktionsformen schlagen wir eine Medienaktion für den Vormittag sowie eine Demonstration für den spaeteren Nachmittag vor, eventuell koennte man im Vorfeld noch eine Pressekonferenz veranstalten. Um die Mobilisierung zu planen laden wir ein: Vorbereitungstreffen Donnerstag, 5. Oktober 2000, 17.00 Uhr 1040 Wien, Gußhausstraße 14 Die Sitzung wird laengstens zwei Stunden dauern, damit alle die wollen noch zur Donnerstagsdemo gehen koennen. Wir freuen uns auf Dein / Euer Kommen. Solltest Du keine Zeit haben, aber mitarbeiten moechten, ersuchen wir um Rueckmeldung ans Friedensbuero, pax.vienna@aon.at Mit Anti-NATO-Gruß Andreas Babler Monika Brueckl Willi Langthaler Andreas Pecha Alois Reisenbichler ******************************************** Jugoslawisch-Österreichische Solidaritätsbewegung (JÖSB) PF 217, A-1040 Wien, Österreich Tel/Fax +43 1 924 31 61 Mobil +43 6991 924 31 61 joesb@vorstadtzentrum.net www.vorstadtzentrum.net/joesb Kto-Nr. 9282, RB Schwechat, BLZ 32823 Die "Presse" schreibt Klartext zum anvisierten Nato-Beitritt: "Das Presse-Online Archiv Erscheinungsdatum: 23.08.2000 Ressort: Außenpolitik Österreich startet noch heuer Dialog mit Nato Neue Runde in der Debatte um die Zukunft der österreichischen Sicherheitspolitik DER HINTERGRUND von Andreas Schwarz Seit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel vergangene Woche in Alpbach den Begriff einer sogenannten "europäischen Neutralität" geprägt hat, die die überholte österreichische ersetzen könnte, wird im In- und Ausland gerätselt, was er damit gemeint haben könnte. Zumal Schüssel auch verlangte, daß sich Europa von seinem "offensiven Militarismus" verabschieden müsse. "So" hat er's nicht gemeint, heißt es am Wiener Ballhausplatz über das Statement des urlaubenden Bundeskanzlers, der in seiner Alpbacher Rede extemporiert hatte, weshalb die Passage im schriftlichen Redetext nicht vorliegt. Aber auf der offiziellen Homepage der Regierung scheint sie auf. Während man in ausländischen Botschaften zumindest erstaunt reagiert, sind Sicherheitsexperten mit der Formulierung zumindest unglücklich: Abgesehen von der Frage, ob Neutralität - eine Verhaltensweise von Staaten - überhaupt für ein Gebilde wie die EU anwendbar sei, stellt sich noch mehr die Frage, ob die EU, die sich zunehmend neben Friedenserhaltung auf Friedensschaffung (peace enforcement) konzentrieren will, neutral sein kann - und will. "Ein Global player, den die EU darstellen will und der zu sein auch Wolfgang Schüssel seinerzeit als Außenminister von der EU verlangt hat, kann nicht neutral sein", sagt ein Experte im Außenamt. Und was der "offensive Militarismus" bedeuten soll, läßt überhaupt rätseln. Möglicherweise sollte die Bevölkerung, die zu einem beachtlichen Teil eine hohe Bindung zur Neutralität hat, zu Beginn einer neuen Offensive in Sachen Sicherheitspolitik nur geködert werden: Nach ÖVP-Slogans wie "Solidarität statt Neutralität", "Innerhalb Europas sind wir längst nicht mehr neutral" oder "Friedensgebot ersetzt Neutralität" klingt "Europäische Neutralität statt obsoleter österreichischer Neutralität" am schmerzlosesten - was immer die Formulierung auch heißt. Fraglos steht sie aber im Widerspruch zur bisherigen Linie der ÖVP, die eine Neutralität innerhalb der EU seit dem Amsterdamer Vertrag für faktisch unmöglich erklärt. Österreich sei nur noch "restneutral" bezüglich Konflikten außerhalb der EU. Fest steht jedenfalls: Der Bundeskanzler hat im August mit zwei Stellungnahmen - Bündnisverpflichtung innerhalb der EU, lautete eine, "europäische Neutralität" die andere - offenbar bewußt den Startschuß zur Wiederaufnahme der Debatte um die Zukunft der österreichischen Sicherheitspolitik gegeben. Ihr heißestes Thema in den kommenden Monaten: Österreich wird aller Voraussicht nach noch heuer, so Botschafter Martin Vukovich, Leiter der Sicherheitspolitischen Abteilung im Außenministerium, bei der Nato um die Aufnahme des sogenannten "intensivierten Dialoges" mit der Nato ansuchen - jene Phase der weiteren Annäherung an den Nordatlantikpakt, in der Fragen einer Mitgliedschaft besprochen werden (Struktur, Beiträge), ohne den Anfragenden zu binden. Diesen "intensivierten Dialog" hat die Regierung in ihrem Koalitionsprogramm vorgesehen für den Fall, daß die Entwicklung der Europäischen Sicherheitspolitik keine volle Einbindung der Neutralen in das europäische Sicherheitssystem ermöglicht, etwa durch eine "angemessene militärische Vertretung Österreichs in den EU-relevanten Nato-Planungsprogrammen", wie Außenministerin Benita Ferrero-Waldner das formuliert hat - und selbst dann sei offen, ob die Mitgliedschaft in der Nato-Partnerschaft für den Frieden (PfP) für ein EU-Mitglied, "das in alle Aspekte der Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Europa eingebunden ist, auch reicht". Während sie es im Mai noch von den Ergebnissen des EU-Rates in Nizza abhängig machte, ob Österreich schon den nächsten Schritt in Richtung Nato-Annäherung geht, heißt es nun im Außenamt, man hätte diesen Schritt längst gesetzt, wenn nicht die Maßnahmen der EU-14 gegen Österreich dazwischengekommen wären. Zumal ein anderer Vorstoß Österreichs, nämlich eine Verankerung der Beistandsverpflichtung innerhalb der EU (etwa durch Übernahme der WEU-Beistandsverpflichtung), bei den EU-Partnern, vor allem Frankreich, zur Zeit gar keinen Gefallen findet. Jetzt hofft man auf ein Ende der Sanktionen und darauf, daß man zum Besuch des Nato-Generalsekretärs George Robertson Anfang November oder in den Wochen darauf bei der Nato in Sachen explorierender Gespräche vorstellig werden kann. Sollte die Regierung den Zug tatsächlich langsam in Richtung Nato steuern wollen, stehen die Chancen allerdings seitens der Nato selbst gar nicht günstig. Eine Einladung an mögliche Nato-Kandidaten (zur Zeit sind das neun) zu einer Erweiterungsrunde erfolgt nicht vor 2002, eine Vorselektion allerdings möglicherweise schon im kommenden Sommer. Wenn sich die Nato dann entschließt, sich allen neunen zu öffnen, um das Thema Erweiterung auf längere Zeit vom Tisch zu haben, dann stünden die Chancen - wenn Österreich dann nicht schon der zehnte im Bunde wäre - auf lange Zeit schlecht; aber selbst wenn die Nato nur die "unheiklen" Länder bitten sollte (also keinesfalls die baltischen Staaten, wo massive Widerstände aus Moskau zu erwarten wären) und die Tür für weitere Runden offen bliebe, so hat sich die Lage seit der letzten Erweiterungsrunde (um Polen, Tschechien und Ungarn im März 1999) für Österreich drastisch verschlechtert. Denn, so wurde einer österreichischen Delegation aus Militärs und Diplomaten im Juli in Washington zu verstehen gegeben: Es gibt "verschärfte" militärische und politische Einladungskriterien. Kriterium 1: Nicht nur in der Regierung des Werberlandes, sondern auch in der Bevölkerung müsse breiter Konsens über eine Mitgliedschaft bestehen. Der besteht in Österreich nicht zuletzt aufgrund der Oppositions-Arbeit gegen ein Bündnis nicht. Die SPÖ hat es auch schon deutlich formuliert: Wozu einen Schritt anstreben, für den es auch keine Mehrheiten im Parlament gibt? Kriterium 2: Die militärische Bündnisfähigkeit wird bei möglichen Partnern genauer als bisher untersucht. "Da hätten wir großen Nachholbedarf, wurde uns gesagt", berichtet Vukovich. Österreich habe immer gehofft, daß es sich mit einer Nato-Mitgliedschaft etwas erspare (etwa Abfangjäger); die Nato gehe davon aus, daß ein reiches Land auch etwas zur gemeinsamen Sicherheit und Ausrüstung beisteuere."
From: Gerald Hofmann, blumchenblau@hotmail.com Anm: Teil 1 wurde versehentlich nicht in den MUND aufgenommen, kann aber nachgelesen werden auf www.no-racism.net 3. Neue europäische Flüchtlingspolitik "Letztendlich ist in einem künftigen umfassenden Rechtsakt auch die Frage zu klären, ob sich das in Europa in ganz anderen verwaltungsrechtlichen Zusammenhängen entwickelte Rechtsstaatskonzept und das Modell rechtsförmig durchsetzbarer Rechte tatsächlich noch für den Flüchtlingsbereich als einziges Instrument eignet. An die Stelle von individuellen Bescheidverfahren könnte ein ausgeweitetes Kontingentaufnahmeverfahren treten, das sich im übrigen auch noch relativ leicht mit neu zu entwickelnden Lastenteilungsmechanismen kombinieren ließe", schreibt Manfred Matzka, führender Beamter im österreichischen Innenministerium, im "Stratgiepapier zu Migration und Asylpolitik", das während des österreichischen EU-Präsidentschaft 1998 vorgelegt wurde. Aus dem subjektiven Recht auf Asyl wird politisch gewährte kontingentierte Gnade. Die österreichischen Migrationsstrategen entwickeln Vorstellungen vom einheitlichen europäischen Asyl- und Migrationsraum, die gekennzeichnet sind durch Abschottung und Kontrolle und von einer effizienten und koordinierten Abschiebepolitik. Die Genfer Flüchtlingskonvention (GFK), die als internationales Vertragswerk seit 1951 den Flüchtlingsschutz verbindlich regelt, wird als unnützer "Ballast" (Manfred Matzka) entsorgt. Die GFK fußt auf der politischen Grundlage ortsungebundener Menschenrechte: Nicht das Recht, an einem gewissen Punkt der Erde zu leben, stand bei ihr im Vordergrund, sondern das Recht, ohne Verfolgung und von einem Staat geschützt leben zu können. Den österreichischen Planern stellt sich nun die Welt nicht mehr als ein "Konzert der Nationen" dar, sondern als eine Schichtung demographischer Räume um das europäische Kernland. An diesen Räumen - unterteilt in "konzentrische Kreise" - habe sich die Politik der EU-Staaten künftig zu orientieren. Die AutorInnen des österreichischen "Strategiepapier zur Migrations- und Asylpolitik" bringen die Fortsetzung einer von Tätern geschriebenen Geschichte zu Papier. Die Genfer Flüchtlingskonvention wurde nach dem zweiten Weltkrieg, nach den Folgen von zwölfjähriger deutscher und österreichischen Raumplanung entwickelt. Sie war der Versuch, ein international gültiges Recht zu schaffen, das eine Katastrophe, wie sie es vor und während des Zweiten Weltkriegs die Abschottungspolitik aller Länder gegen Flüchtlinge aus dem deutschen Machtbereich war, vorzubeugen. Die neuen StrategieplanerInnen gehen nun davon aus, daß die GFK nicht auf Asylsuchende bezogen war, die vor ethnisch begründeter Gewalt flüchten. Diese Annahme stellt das Herzstück der angestrebten europäischen Neukonstruktion des Flüchtlingsrechts dar. Mit ihr soll erreicht werden, daß in Zukunft "ethnische" Flüchtlinge nur temporäre Kontingentduldungen erhalten sollen (wie z.B. die Kosovo-Albaner), anstatt einen Rechtsanspruch auf Asyl einklagen zu können.. Es ist wahrscheinlich auch kein Zufall, daß gerade diejenigen Staaten, die vor einem halben Jahrhundert die größten Flüchtlingsströme auslösten, jetzt neue bevölkerungstechnische Strategien entwerfen. Die Zielrichtung der neuen europäischen Abwehrpolitik ist nicht auf Fluchtströme gerichtet, sondern auf eine Umgestaltung rechtlicher, politischer, militärischer Instrumente für die Außenpolitik der EU als neuer Weltmacht. Der Bruch internationaler Abkommen wird bewußt in Kauf genommen. Vorrangiges Interesse ist die Zusammenführung militärischer, ökonomischer, humanitärer, diplomatischer und rechtlicher Mittel zur Durchsetzung europäischer Interessen gegenüber anderen Staaten. Weltmachtpolitik eben. Kritik z.B. am Bruch der GFK greift zu kurz, da die übergeordneten machtpolitischen Interessen auf jeden Fall stärker bewertet werden als individuelle Menschenrechte. Was die Technokraten der Flüchtlingsabwehr als raumplanerische Vision für morgen entwerfen, wurde von westlichen Regierungen, Hilfsorganisationen und Militärs längst umgesetzt. Mit der Einrichtung von UN-Schutzzonen und NATO-Protektoraten ist die GFK praktisch außer Kraft gesetzt worden. "Geschützt" werden konstruierte ethnische Kollektive in Schutzzonen und Protektoraten. Innen ethnisch rein, draußen Stacheldraht und NATO-Bewachung. Dieses neue "interethnische Konfliktmanagement" zielt nicht darauf ab, die lokalen Fluchtursachen zu beseitigen, sondern die Flüchtlinge selbst. Am Beispiel Kosovo ist diese Strategie zu sehen. Österreich und Deutschland legten großen Wert darauf, alle Kosovo-Albaner in das Kfor-Protektorat rückzuführen. Ausschlaggebend für die Festlegung von Zahlen über "ethnische Albaner" in europäischen Staaten war eine Statistik des ICMPD (Internationl Centre for Migration Policy Developement) in Wien. Das ICMPD sagt zwar selbst, daß eine eindeutige ethnische Identifizierung schwer falle, da der Großteil der MigrantInnen mit jugoslawischem Paß einreiste, es geht aber von der Feststellung aus, daß jemand einfach als Kosovo-Albaner bestimmbar ist. Jedewede Unterscheidung von MigrantInnen fällt somit von vornherein weg. Einziges Kriterium ist völkische Bestimmbarkeit - "ethnische Zugehörigkeit". Literaturtips Helmut Dietrich, Harald Glöde, Kosovo - Der Krieg gegen die Flüchtlinge; Berlin, Februar 2000, Forschungsgesellschaft Flucht und Migration; Verlag Libertäre Assoziation VLA Jungle World Nr. 34 vom 16.8.2000; Dossier "Kerne und Kreise - Intime Integration; Kerneuropa entwickelt sich zum Zentrum einer neuartigen Herrschaftsordnung Plattform für eine Welt ohne Rassismus: www.no-racism.net Email: fewor@no-racism.net Forschungsgesellschaft Flucht und Migration: www.berlinet.de/mh/ffm Jungle World: www.jungle-world.com International Centre for Migration Policy Development: www.icmpd.org Österreichisches Forum für Migrationsstudien: www.oefm.org Am Schluß noch eine Bitte: Gruppen und Personen, die mehr Informationen über das International Centre for Migration Policy Development (ICMPD) haben, bitte diese an die Plattform für eine Welt ohne Rassismus schicken (fewor@no-racism.net). Wir haben erst in wenigen Quellen Informationen über ICMPD gefunden.
From: Angelo Lucifero, angelo.lucifero@hbv-th.de Auch im grenzenlosen Eichsfeld – grenzenlos gegen Rassismus vorgehen ! Rassismus ist kein Phänomen, dass ausschließlich auf der Straße, in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf Skinhead Konzerten stattfindet, wo der braune Mob zu morbiden Beat zum Rassenhass aufstachelt. Vielmehr ist der tägliche Rassismus in der Bundesrepublik ein Phänomen, das sich vor allem auf den Behörden, denA usländerämtern, Polizeiwachen und Gerichtssälen abspielt. Oder direkt im Parlament, wo die ausländerfeindlichen Gesetze verabschiedet werden, in dem es kaum einenP arlamentarier gibt, der nicht durch den einen oder anderen rassistischenA usfall aufgefallen wäre. Allerdings wurde in der neuesten Zeit auch von Politikern dieses Landes zu mehr Zivilcourage gegen Rechts aufgefordert und auch konnte den Parteien insgesamt von der antifaschistischen Öffentlichkeit ein formelles Lippenbekenntnis gegen den sich ausbreitenden Nazismus abgerungen werden (so war es die traditionell rechts-konservative CSU, die zuletzt eine Diskussion über ein Verbot der faschistischen NPD anregte). Dennoch wird von eben diesen Politikern und Parteien erst der Boden bereitet, auf dem sich nationalistisches und rassistisches Gedankengut ungehemmt und ungehindert ausbreiten kann. Ein drastisches Beispiel dafür war die Einführung der Residenzpflicht für asylsuchende Ausländer (§ 56 AsylVfG) 1982, mit der Verabschiedung und Anwendung dieses Gesetzes ist einer rassistischen Gesinnung kaum unverhohlener Ausdruck zu verleihen. Dieses Gesetz bestimmt denA ufenthaltsbereich für Asylsuchende, d.h. der Asylsuchende darf den Bezirk der zuständigen Ausländerstelle, bzw. den ihm zugewiesenen Aufenthaltsbereich (Geltungsbereich für die Aufenthaltsgestattung (Landkreis)) nicht verlassen – auch nicht für einen Besuch bei Freunden oder einen Einkauf in der benachbarten Großstadt. Falls ein Asylsuchender den ihm zugewiesenen Landkreis dennochv erlassen will, muss er eine Genehmigung bei der zuständigen Ausländerbehörde beantragen, Ausnahmen von dieser Genehmigungspflicht gibt es nur für Anwaltsbesuche oder für Termine bei Organisationen wie der UNHCR. Da sich ein Asylverfahren u.U. über einen sehr langen Zeitraum erstrecken kann, kann das im Extremfall dazu führen, dass ein Asylsuchender bis zu zehn Jahre an dieses Gesetz (§ 56 AsylVfG) gebunden bleibt. Wegen Verstoß gegen dieses Gesetz soll am 12. Oktober der Flüchtling aus Kamerun Cornelius Yufanyi vom Amtsgericht Worbis (Eichsfeld) angeklagt werden. Cornelius< /I>ist Mitarbeiter beim AK Asyl in Göttingen und Mitglied der Menschenrechtsorganisation „The Voice Africa Forum„ in Jena und einer der Hauptorganisatoren des Flüchtlingskongresses in Jena vom 20. April bis zum 1. Mai 2000 gewesen („Gemeinsam gegen Abschiebung und soziale Ausgrenzung„). An diesem Kongress haben über 600 Teilnehmer aus 40 Nationen teilgenommen. Die Abschaffung des Residenzpflichtparagrafen war ebenfalls eine der Hauptforderungen während des Kongresses. Die Behörden hinderten viele betroffene Ausländer- trotz eines Unterstützungsbriefes der Bundesausländerbeauftragten Marie-Louise Beck- an der Teilnahme an diesem Kongress, in dem die beantragten Reiseerlaubnisse nach Jena für die Anfragenden verweigert wurden. Zudem verschickte das Innenministerium Brandenburg einen Brief an alle Ausländerbehörden, in dem ausdrücklich dazu aufgefordert worden ist, den Asylsuchenden durch Verweigerung einer Reiseerlaubnis, die Teilnahme am Kongress nicht zu gestatten. Auch Cornelius ist die Reiseerlaubnis verweigert worden, er wohnt im Landkreis Eichsfeld (Thüringen) in dem abseits im Wald gelegenen Asylbewerberheim Weilrode. Am 28. April –also während des Kongresses in Jena- erschien in der „Thüringer Allgemeinen„ ein Interview mit Cornelius, mit seiner Kritik an der bundesdeutschen Asylpolitik. Diesen Artikel kopierte ein Vertreter der Ausländerbehörde (ein Herr Schäfer) und schickte diesen zur Landespolizei als Beweis für den Verstoß gegen die Residenzpflicht Die Folge war, dass das Amtsgericht eine Geldstrafe von 600,00 DM gegen Cornelius verhängte. Da Cornelius sich weigert dieses Bußgeld zu bezahlen, ist die Geldstrafe mittlerweile auf 708,00 DM angestiegen. Eine Anhörung wegen dieser Sache soll vor dem Amtsgericht soll am 12. Oktober stattfinden. Cornelius droht jetzt eine Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr oder sogar die Abschiebung, weil er wiederholt seine Residenzpflicht nicht eingehalten hat. Zuvor ist gegen Cornelius schon einmal eine Strafe von 89,00 DM wegen Residenzpflichtverletzung verhängt worden, weil er im Juni 1999 in Köln während des G7/G8 Gipfels an einem Hungerstreik der Karawane für Gerechtigkeit teilgenommen hat. Auch für diese Aktion hat er wiederholt versucht eineE rlaubnis zu erhalten, was aber von den Behörden abgewiesen worden ist.< I>Cornelius ist allerdings der Meinung, dass die Residenzpflicht vehement gegen sein natürliches Recht auf Bewegungsfreiheit verstoße . Wir, die als Bundesbürger das Grundrecht auf Bewegungsfreiheit genießen dürfen, fragen uns, ob der Residenzpflichtparagraf mit der Verfassung zu Vereinbaren ist, bzw. ob einem ögliche Auslegung der Verfassung in diese Richtung, nicht die Grundrechte die jedem Menschen a priori zustehen, in einer Weise unterminiert, die der allgemeinen Gesetzgebung nationalistische und rassistische Grundauffassungen auf einer Weise implementiert, die einer jeden liberalen und demokratischen Gesinnung zuwiderlaufen. Um nicht missverstanden zu werden : Wir wollen uns hier nicht als die Gralshüter der ursprünglichen Intentionen des Grundgesetzes aufspielen, wir wollen lediglich darauf hinweisen, dass dieses Vehikel des bürgerlichen Rechtsstaats der deutschen Justiz schon immer dazu gedient hat, jede demokratische Initiative zu desavouieren. Wie gesagt der Residenzpflichtparagraf ist nur e i n Beispiel dafür, wie von staatlicher Seite aus, die von der Verfassung garantierten Menschenrechte auf eine Weise herunter transformiert werden, die uns sicher aber stetig in die völkische Gesetzgebung der Nazis zurückführt. Wenn sich diese Rechts-Entwicklung noch tiefgreifender als das materielle Ergebnis der Widervereinigung abzeichnet, werden die weiteren Aussichten wohl kaum in einem vereinigten Europa liegen, das sich endlich in eine zeitgemäße Entwicklung einordnet, sondern eher ein Rückfall sein, in die alptraumhaften, revanchistischen Visionen nach einem „heiligen römischen Reich deutscher Nationen„. Aber ein(e) jede(r) sollte bei sich selbst anfangen und sich überlegen, ob er/sie selbst durch Wegschauen, Ignorieren oder Feigheit seinen täglichen, latenten Beitrag für eine weitere faschistische Entwicklung in diesem Land leisten will, oder nicht doch lieber konkret etwas tun will, um einer solchen Entwicklung Einhalt zu gebieten. Wenn auch Sie der Meinung sind, dass der allgemeinen Lagermentalität deutscher Ausländerbehörden und Gerichte etwas entgegengesetzt werden muss, fordern wir Sie auf, durch Ihre Unterschrift Protest gegen die Eröffnung des Verfahrens am 12. Oktober gegen Cornelius Yunfanyi wegen Verletzung der Residenzpflicht einzulegen, damit der § 56 AsylVfG nicht zur Anwendung gegen Asylsuchende kommt, sondern vielmehr ersatzlos gestrichen wird. Außerdem können Sie einen Protestbrief auch direkt an das Amtsgericht Worbis schicken: Amtsgericht Worbis, Ohmbergstraße 48, 37339 Worbis, Aktenzeichen : 403 Js 51861/00 (1 Cs), Fax: 036074/76210
From: Flüchtlingsplenum Aachen, fluep@gmx.de Bitte beachtet die hiermit weitergeleitete Nachricht der Oberhausener 'kein mensch ist illegal' Gruppe zur Verhaftung von Halil Arslan. Weitere Nachrichten mit Protestaufrufen werden nachgereicht. Mit solidar. Gruessen Fluechtlingsplenum Aachen --- Weitergeleitete Nachricht / Forwarded Message --- Date: Fri, 22 Sep 2000 16:57:57 +0200 (CEST) From: Judith Welkmann kmii_ob@yahoo.de Subject: bad news > Heute, am 22. September wurde Halil Arslan in > Oberhausen Osterfeld verhaftet. Er befindet sich zur > Zeit in Oberhausen in Polizeigewahrsam und soll morgen > in die Haftanstalt Moers verlegt werden. > > Halil Arslan ist Teilnehmer des Wanderkirchenasyls der > KurdInnen in Nordrhein-Westfalen und hat seit Januar > 1999 in verschiedenen Kirchen in Oberhausen Schutz > gefunden. Er ist verheiratet und hat vier Kinder, die > nach wie vor in der schutzgewährenden Gemeinde sind. > > > Halil und Ayten Arslan stammen aus der Region Mardin, > einem Teil Kurdistans, der zur Türkei gehört. > Sie mußten aus ihrem Dorf fliehen, nachdem das > türkische Militär Halil Arslan mehrfach aufgefordert > hatte, als Dorfschützer gegen die PKK aktiv zu werden > und ihn auf seie Weigerung hin mehrfach verhafteten > und folterten. > > Zwei Monate nach der Flucht der Familie nach > Deutschland wurden zwei seiner Brüder ermordet. > > Inzwischen ist eine Schwester der Frau Arslan seid > über einem halben Jahr verschwunden. > > Seit dem 25.9.1992 lebte Fam. Arslan mit ihren vier in > Deutschland geborenen Kindern in einer > Asylbewerberunterkunft und kämpfte um ein Bleiberecht. > > Im Sommer 1998 sollte Herr Arslan abgeschoben werden > und tauchte unter. Im Januar 1999 kam die Familie dann > zum Wanderkirchenasyl nach Oberhausen, wo sie seitdem > leben. > > Für den Fall, daß Halil Arslan in die Türkei > abgeschoben werden sollte, befürchten wir das > Schlimmste. Er hat mit Inhaftierung und Folter zu > rechnen. Noch kürzlich ist aus Regierungskreisen und > aus dem Aussenministerium selbst bestätigt worden, daß > die Menschenrechtssituation in der Türkei sich nicht > erkennbar verbessert hat. Diese Erkenntnis hat - > glücklicherweise - dazu geführt, daß von den > ursprünglich beabsichtigten Panzerlieferungen > abgesehen wurde. > Bedauerlich und tragisch ist jedoch, daß dies bislang > noch nicht zum Innenministerium vorgedrungen ist. > Weiterhin werden Menschen in die Türkei abgeschoben, > auch aus dem Wanderkirchenasyl, obgleich eine erhöhte > Gefährdung gerade von TeilnehmerInnen des > Wanderkirchenaslys erwiesen ist, auf welche auch in > einer Ergänzung des Lageberichtes des auswärtigen > Amtes hingewiesen wird. In der Tat mußte Yussuf Demir, > ein anderer Wanderkirchenasylkurde, dies nach seiner > Abschiebung Anfang diesen Jahres in die Türkei > erfahren: > Er wurde mehrfach verhaftet und unter Schlägen und > Drohungen u.a. zu den Aktivitäten und zu Personen aus > dem Wanderkirchenasyl befragt. > > Dies alles sind Gründe genug, um von einer starken > Gefährdung von Halil Arslan in der Türkei auszugehen. > > Wir fordern: > > Keine Abschiebung von Halil Arslan > > sofortige Freilassung > > keine Abschiebungen in den Folterstaat Türkei > > kein mensch ist illegal! > > -- Fluechtlingsplenum Aachen c/o Rotes Buero Aachen Charlottenstr. 6, 52070 Aachen Tel 0241/5152476 Fax 0241/5152478
From: Gerhard Hovorka, gerhard.hovorka@gmx.at
Strafexpedition für Bergbauernforschungsinstitut?
Wien (OTS) - Die Bundesanstalt für Bergbauernfragen (BABF) soll mit
der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft zusammengelegt und räumlich in
Hirschstetten im Bundesamt für Land- und Forstwirtschaft untergebracht
werden. Eine absurde Vorstellung, dass die 13 Angestellten der BABF
einer Heerschar von über 400 Angestellten, die sich vordergründig der
Forschung für die intensive Landwirtschaft - ganz im Gegensatz zur
Berglandwirtschaft - widmen, gegenüberstehen sollen. Es wäre völlig
unakzeptabel für uns, wenn sich das Gerücht bestätigen sollte, dass
die gentechnikkritische BABF unter die Weisungsbefugnis jener Leute
kommt, die in der Vergangenheit gegen den Willen der überwiegenden
Mehrheit der Bevölkerung Österreichs Landwirtschaft gentechnisieren
wollten, sagt Maria Vogt, Obfrau der Österreichischen
Bergbauernvereinigung (ÖBV).
Der Gebäudekoloss in Hirschstetten könnte als "Milliardenstadl"
bezeichnet werden! Man hat dort offenbar eine gigantische Fehlplanung
hingelegt. Dieses Gebäude wurde auf Pump gebaut, ist nicht ausgelastet
und kostet heute horrende Leasinggebühren. Jetzt verwendet man diesen
Missstand, der eher ein Fall für den Rechnungshof wäre, offenbar als
gutes Argument, in Zukunft die Miete für die beiden Bundesanstalten
"einzusparen". Noch handelt es sich um Bundesvermögen - doch, was ist
morgen? Dieses Bundesamt könnte in Zukunft privatisiert werden und
dann sind sicher hohe Mieten fällig, wogegen die jetzige Miete der
BABF am Möllwaldplatz als gering zu bezeichnen ist.
Die ÖBV hat bereits seit 1974 ein eigenes Bergbauerninstitut gefordert
und mit dazu beigetragen, dass es die BABF gibt. Deshalb fordern wir
Landwirtschaftsminister Molterer mit Nachdruck dazu auf, die
Eigenständigkeit der Bundesanstalt für Bergbauernfragen zu erhalten!
Die Studien der BABF, die sich auch kritisch mit der Situation der
bäuerlichen Berglandwirtschaft und der Agrarpolitik auseinandersetzen,
sind enorm wichtig für die agrarische Forschungslandschaft. Vom
Bauernbund sind sie eher nicht geliebt und dort will man die
kritischen, politisch anders orientierten BeamtInnen
höchstwahrscheinlich lieber weg vom Fenster haben. Das sind
wahrscheinlich auch die wahren Gründe für diese "Sparktion" - nur wird
das offiziell nicht zugegeben!
Wir müssen diese Vorgänge als eine Art "Strafexpedition" gegen die
BABF betrachten, indem man jene, die ihr Wissen auch für ein
gentechnikfreies Österreich eingesetzt haben, genau dorthin setzt, wo
in Zukunft möglicherweise Freisetzungen von Genpflanzen stattfinden
werden. Es bleibt der berechtigte Verdacht bestehen, schließt Maria
Vogt, dass eine kritische, international anerkannte
Forschungseinrichtung mundtot gemacht und gentechnikkritische
Wissenschaftler der Genlobby geopfert werden sollen.
Rückfragehinweis: Österreichische Bergbauernvereinigung
DI Elisabeth Baumhöfer,
From: Karin Giselbrecht, giselbrecht@t0.or.at >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Zeitschriftenpräsentation "nylon. KunstStoff zu Feminismus und Popkultur" Donnerstag, 5. Oktober 2000 Beginn: 19.30 Uhr WUK-Museumsräume Währingerstr. 59 1090 Wien <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<< Pop aus feministischer Perspektive, Feminismus unter popkulturellen Gesichtspunkten: nylon ist ein neues Magazin aus Wien, das erstmals im Frühjahr 2000 erschienen ist und sich eben jener vieldiskutierten Verbindung von "Pop & Politics" verschrieben hat. Feministische Theorie und Cultural Studies schlagen einen erweiterten Kulturbegriff vor, der den hierarchischen Grenzziehungen zwischen Hoch- und Alltagskultur kritisch gegenübersteht und auch massenkulturelle Phänomene analytisch zugänglich macht. Neben der Auseinandersetzung mit dem im herkömmlichen Kunstbetrieb oft marginalisierten kulturellen Schaffen von Frauen werden Phänomene der Pop- und Konsumkultur - wie Musik, Style/Mode, TV-Shows, Comics, neue Medien usw. - aus einer feministischen Perspektive neu gelesen. Eine zentrale Frage ist auch die nach der Bedeutung kultureller Praktiken für die soziale Analyse. Wie werden in der heutigen (massen)kulturellen Produktion Geschlechterverhältnisse konstruiert oder dekonstruiert, bestätigt oder widerlegt, entworfen oder verworfen? >> Impulsreferat von Andrea B. Braidt und Sibylle Moser zu "'Gemeine' Leserinnen. DiskussionsStoff zur Beobachtung von Popkultur". >> Diskussion mit den nylon-Redakteurinnen. Andrea B. Braidt, Filmwissenschafterin, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Österreichischen Kulturdokumentation - Internationales Archiv zur Kulturanalyse Sibylle Moser, Kulturwissenschafterin, Redakteurin bei transfer - Zeitschrift für Kunstvermittlung >>anschließend Lounge mit nylon-DJanes, kleines Buffet Auf Euer Kommen freuen sich Sonja Eismann | Karin Giselbrecht | Michaela Hafner | Gabi Migdalek | Jutta Sommerbauer | Anna Streeruwitz | Iris Weißenböck | Vina Yun >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> nylon. KunstStoff zu Feminismus und Popkultur Postfach 2 A-1172 Wien nylon.kunststoff@gmx.net <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<
From: Michael Botka, m.botka@nethotels.com hallo spritverbraucher und freunde solcher! hier ein aufruf zum europaweiten(globalen) tankstellenboykott. latürnich haben boykotte so ihre nachteile - viele leute können sich eben nicht aussuchen wo sie einkaufen. (je billiger desto besser?!?) einzelne firmen zu boykottieren find ich aber super! wenn die abzocker dort getroffen werden wo es ihnen am meisten weh tut (in der geldtasche) dann finde ich das immer unterstützungswürdig. ich kaufe zwar selber ohnehin kein benzin werde es aber so gut wie möglich weitergeben. bitte mach du das auch damit dieser versuch glücken kann. (voraussetzung, daß viele mitmachen ist, daß es noch viel mehr wissen) wyderstand michi Der Sprit wird immer teurer! Und genau das werden wir dagegen tun. Wir, alle Verbraucher wehren uns gegen die gierigen Kartelle der Ölmultis und machen sie fertig. Einen nach dem anderen. Wie?? Wir fangen bei A wie ARAL an. Dann kommt BP. (irgendwann kommt SHELL - die werden sich mit Schrecken an das Disaster mit der Brent Spar erinnern) Wir, die Verbraucher, boykottieren im Oktober, November und Dezember alle ARAL- Tankstellen. 3 Monate ohne jeden Absatz im europäischen Markt wird sie sehr, sehr schwer treffen. Wir haben das Geld. Und wir können bestimmen wieviel wir wann wem geben. Das Geschreie nach Steuersenkungen beim Sprit bringt nix. Dann zahlen wir eben woanders, denn wir müssen unseren Schuldenberg endlich mal abtragen. An der schlechten Bewertung des Euros werden wir wohl auch wenig ändern können. Aber die, die sich echt bereichern, können wir mit ihrer eigenen Waffe schlagen - ZUSAMMENHALT!! Also - vom 1. Oktober bis 31. Dezember wird an keiner ARAL-Tankstelle mehr getankt. Vom 1. Januar bis 31. März machen wir BP fertig. Danach werden die Medien berichten wer der nächste im ABC der Rache ist. Voraussetzung ist, dass alle mitmachen! Verteilt diese e-mail im Net, übersetzt sie in alle Sprachen Europas, druckt sie aus, kopiert und verteilt sie. Bringt sie in sämtliche Medien, Europa wehrt sich! Ab 1. Oktober. Der countdown läuft! Die Lawine ist losgetreten
Redaktionsschluß:
Freitag, 22. September 2000 22h
Fehler möge frau/man mir nachsehen!