gepostet von: Alex, linkswende@yahoo.com Der Rektor verbannt die "Sozialistischen Widerstandstage" aus der Universität Am letzten Mittwoch, 22.11., ca. eine Woche vor dem Beginn der "Sozialistischen Widerstandstage", wird der Kongress, der an dem Institut für Bodenkultur der Wiener Uni stattfinden sollte, von dem dortigen Rektor Prof. März verboten. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass die Universität ein Ort der "wissenschaftlichen Reflexion" aber kein Ort der Politik sei. Dies ist absolut scheinheilig. Tagtäglich dürfen "freiheitlich" gesinnte ProfessorInnen an der Uni ihre Ideen verbreiten. Immer wieder finden an der Uni politische Veranstaltungen mit Beteiligung von etablierten PolitikerInnen statt. Die "Sozialistischen Widerstandstage" sind jedoch ein Kongreß von Aktivistinnen für AktivistInnen, um grundsätzliche Ideen für eine antikapitalistische Bewegung zu entwickeln. Ausgerechnet diesen Kongreß nun mit Hilfe von einer formalen Begründung zu verbieten (offizielle Begründung war, dass der Kongress unter dem Titel "Globalisierung und der 3.Weg" angemeldet war) ist nichts anderes als ein Akt der politischen Zensur. Linken Aktivistinnen soll hier der Raum genommen werden, zu diskutieren, sich zu formieren und zu stärken. Doch wir kontern! Der Kongress wird nun mit freundlicher Hilfe im Amerlinghaus stattfinden. Wir hoffen auf Euer kommen, um den Kongress noch lebendiger, spannender und stärker zu gestalten. Wir wollen uns die Chance nicht nehmen lassen, für die Widerstandsbewegung schlagkräftige Argumente und Perspektiven zu entwickeln. Also, auf zu den Sozialistischen Widerstandstagen 1.-3. Dezember: 7., Amerlinghaus, Stiftgasse 8 Mit Beteiligung von: Susanne Jerusalem (Die Grünen, Wien) Charles Ofuedou (Schriftsteller) Peter Kreisky (FSG der AK Wien) Ahmed Shah (Linksruck Deutschland) Kerstin Andrä (Linkswende) Julie Waterson (SWP, Endland) Stefan Probst (Linkswende) Pedram Shahin (Linkswende) Karten: 150,- öS (100,- öS ermä.) per email: linkswende@yahoo.com 0676 / 6316202 Ort: Amerlinghaus- 7,Stiftgasse 8 Freitag 19.00 bis 20.30 Was ist die Natur der FPÖ? (Podiumsdiskussion) Samstag 11.00 bis 12.15 parallel 1. Polizei und der Unrechtsstaat brauchen wir Gewalt um die Gesellschaft zu verändern? 2. 1968-Revolution in den 3. Metropolen Austromarxismus 12.45 bis 14.00 parallel 1. Was ist Faschismus? 2. Serbien - Revolution in Europa 3. Oktoberstreik 1950 15.00 bis 16.15 parallel 1. Emigration und Abschiebung - wie gegen Rassismus kämpfen? (Podiumsdiskussion) 2. Medien, Manipulation und die revolutionäre Zeitung 3. Der Irrsinn der Marktwirtschaft 16.45 bis 18.00 parallel 1. Werden die Gewerkschaften je wieder kämpfen? (Podiumsdiskussion) 2. Wie verstehen wir Geschichte? 3. Rosa Luxemburg über Revolutionäre Praxis 19.15 bis 20.45 Globalisierung und Protest (Podiumsdiskussion) Danach Linkswende Social Club - Das Fest zum Kongress. DJs & Filme Sonntag 11.00 bis 12.15 parallel 1. Kann Sozialismus von unten funktionieren? 2. Sexismus und der Kampf um Gleichberechtigung 3. Spanien 1936 - der Kampf gegen Franco 12.45 - 14.00 parallel 1. Zentral oder Dezentral "Wie sollen wir uns organisieren?" 2. Aufstieg und Niedergang der russischen Revolution 3. Che Guevara, Zapatisten und der Befreiungskampf der "3.Welt" 14.30 - 15.30 parallel Im Zeitalter der Polarisierung - Perspektiven für die Linke (Abschlussveranstaltung) Danke, Alex!
gepostet von: Kurto Wendt, Kurto.Wendt@reflex.at ich finde es sehr interessant, daß die aktionsghemeinschaft, die studentInnenorganisation am futtertrog der ag sich jetzt sogar im mund der diskussion stellt. dies ist einerseits ein beweis, daß der mund eine tatsächlich relevante informationskraft geworden ist (großes lob für euch mal wieder von mir!, ihr seid echt wichtiger, als ihr das wahrscheinlich vermutet) andererseits eine treistigkeit. sie wollen jetzt die mißstände an den unis schonungslos aufdecken, die profs angreifen usw. ich möchte als langjähriger kenner der aktionsgemeinschaft folgendes feststellen: 1) die ag versucht proteste der studierende immer auf einen bedeutungslosen punkt zu konzentrieren und dann abblasen. großdemo am 11. 10. und dann fleissig unterschriften sammeln. 2) ag-nahe firmen profitieren an den protesten eine eigene eventmanagementfirma hat die lächerliche performance vom 11.10 geplant 3) die ag spricht ihre proteste immer mit der regierung ab es gab einige treffen gehrer, faist, simonitsch (vor 3 jahrenm wirtschaftsreferent der öh, heute sekretär bei gehrer) 4) die ag gängelt alle öh-teile die ihren protest weiterführen auszahlungen für protestaktionen von fakultätsvertretungen und studienrichtungsvertretungen werden verzögert 5) die ag lehnt ab, sich an protesten gegen das gesamte regierungsprogramm (z.B.: checkpopint austria zu beteiligen) 6) die ag kopiert den privatisierungswahn der regierung im eigenen bereich. (so wird zum beispiel das jobwohnungsreferat an die firma braintrust verkauft, deren haupteigentümer 2 wichtige ex-agler sind. verkauft ist dabei sehr euphemistisch, die öh schiesst der firma nämlich 500.000 schilling zu, damit sie diese wichtige einrichtung übernimmt. wenn es den studis nicht gelingt diese regierungstreuen heuchlerInnen aus der öh zu verjagen, ist das ende der öh absehbar. kurtO
gepostet von: Franz.Parteder@stadt.graz.at, gemeinsam@asyl.htu.tuwien.ac.at Montag, 27. November 2000 Presseinformation der KPÖ Steiermark Bundeswohnungen: Steirische KPÖ fordert Rücknahme des Ausverkaufsbeschlusses! Die steirische KPÖ fordert von der Bundesregierung die Rücknahme des Beschlusses, der die Privatisierung der gemeinnützigen Wohnungsgesellschaften des Bundes ermöglicht. Auf ihrer Landesversammlung am vergangenen Wochenende in Leoben-Donawitz wies die KPÖ auf die drohenden Gefahren für tausende MieterInnen in den steirischen Regionen hin. Folgende Wohnungsgesellschaften stehen vor der Privatisierung: BUWOG, WAG, Neue Heimat Kärnten, Kärntner Heimstätte, GSWB-Salzburg, Neue Heimat Tirol, VOGEWOSI Vorarlberg und die drei Eisenbahner-Bauträger ESG-Wien, ESG-Linz und ESG-Villach. Allein in Eisenerz gibt es 1750 WAG-Wohnungen. Außerdem sind Fohnsdorf, Knittelfeld, Trofaiach, Voitsberg, Köflach, Graz, Mürzzuschlag und andere steirische Gemeinden von den Plänen der Regierung betroffen. Sie will durch den Verkauf der Bundeswohnungen 30 Milliarden Schilling zur Schuldendeckung hereinbringen. Die Änderungen bei den "Gemeinnützigen" werden auch das allgemeine Mietenniveau ansteigen lassen. Die steirische KPÖ begrüßt die Proteste der AK, von steirischen Gemeinderäten, von Mietervereinigungen und von Parteien wie SPÖ und Grünen gegen diesen Anschlag auf das soziale Wohnungswesen. Jetzt müsse man aber zu einer umfassenden Information der Bevölkerung und zu Aktionen übergehen. Die Landesversammlung in Donawitz befasste sich auch mit Fragen der Vorbereitung des Bundesparteitages der KPÖ im Dezember. Ein Antrag an den Parteitag verlangt, dass sich die KPÖ bundesweit in den kommenden Monaten schwerpunktmäßig mit den Folgen des Ausverkaufs der Bundeswohnungen auseinandersetzt. Tel. 03 16 / 71 24 36 Fax 03 16 / 71 62 91 email: kp.stmk@nextra.at KPÖ Steiermark Lagergasse 98a 8020 Graz
gepostet von: AUGUSTIN, augustin@nextra.at AUGUSTIN-Debatte Sozialarbeit, damit das Werkl rennt? "Hat Sozialarbeit nur das Ziel, unfreiwillig oder freiwillig randständige Menschen vom Rand in die Mitte der Gesellschaft zu begleiten, zu integrieren, anzupassen? Dann wäre ihr Beitrag, zu einer gerechten Gesellschaft zu begleiten, sehr bescheiden." So stand es - als Diskussionsanstoß - auf der Einladung zur AUGUSTIN-Debatte "Sozialarbeit, damit das Werkl rennt?" formuliert. Georg Dimitz, Vorstandsmitglied der Berufsverbands diplomierter Sozialarbeiter und Gewerkschafter im Wiener Jugendamt, knüpfte sofort daran an: Wenn das Ziel von Sozialarbeit darin bestünde, die Leute an das System anzupassen, wäre er kein Sozialarbeiter geworden. Seine Vorstellung von Sozialarbeit finde er besser in der UNO-Definition aufgehoben, wonach Sozialarbeit Menschenrechtsarbeit sei. Und weil eben überall SozialarbeiterInnen wirken, die diesen Anspruch ernst nehmen, sind sie in vielen Ländern - als MenschenrechtsaktivistInnen - staatlichen Repressionen ausgesetzt, sitzen sie in den Gefängnissen dieser Welt. Die Wiener Sozialarbeiterin Ute Bock, die über viele Widerstände hinweg illegalisierte jugendliche Asylwerber aus Afrika betreut, und das Engagement seiner Berufskollegen in der Österreichischen Armutskonferenz nannte Dimitz als Beispiele dafür, dass auch hierzulande die Sozialarbeit (politische) Haltung beziehe. Man müsse aber zwischen dem individuellen Engagement einzelner SozialarbeiterInnen und der Rolle der Institution Sozialarbeit unterscheiden, konterte Claudia Dietl von der Tiroler Straßenzeitung "20er". Sozialarbeit sei eine Institution des Systems - sonst würde sie nicht vom Staat bezahlt werden. Von SozialarbeiterInnen werde zum Beispiel verlangt, Beiträge dafür zu leisten, öffentliche Räume (zum Beispiel Bahnhöfe) von unerwünschten Personen frei zu machen. Hier werde von der Sozialarbeit eine polizeiähnliche Funktion erwartet. Erwarten also die diversen Auftraggeber von der Sozialarbeit, dass diese die Ausgegrenzten unsichtbar macht, etwa um Konflikte im öffentlichen Raum zu minimieren? Und liege es - gerade im Gegensatz dazu - nicht in der Logik der Straßenzeitungen, die Unsichtbaren sichtbar zu machen (z.B. die Stadt daran zu gewöhnen, dass obdachlose ZeitungsverkäuferInnen zum Stadtbild gehören)? Mit diesen Fragestellungen deutete der AUGUSTIN die möglicherweise besondere Stellung der Straßenblätter auf dem Feld der sozialen Arbeit an. Claudia Dietl war auch damit nicht einverstanden. Sichtbar werden durch die Straßenzeitungsprojekte nur die Kolporteure - während die nicht in diese Projekte einbezogenen "Randgruppenangehörigen" weiterhin in die Unsichtbarkeit gedrängt werden. Letztere werden dann zusätzlich stigmatisiert: Man wirft ihnen vor, zu betteln, statt die Obdachlosenzeitung zu verkaufen. Die überaus kontroversiell geführte Debatte schrie nach einer Fortsetzung. Publikum und Podium waren sich immerhin darin einig, dass der AUGUSTIN erraten hatte, wo Bedarf nach Gedankenaustausch besteht. Nicht um sozialarbeiterische, sondern um journalistische Belange ging es am darauffolgenden Tag beim gesamtösterreichischen Treffen der Straßenzeitungen (Blätter dieses Typs gibt es mittlerweile auch in Linz, Salzburg, Innsbruck und Graz). Auf Initiative des Wiener AUGUSTIN wurde die inhaltliche Positionierung der Straßenblätter in der aktuellen politischen Diskussion besprochen. Die Kunst des Straßenblattmachens, so die AUGUSTIN-JournalistInnen, bestehe darin, sich permanent auf die schwierige Gratwanderung zwischen Gesellschaftskritik / Regierungskritik auf der einen Seite und populärer Zuwendung zu breiten LeserInnenkreisen auf der anderen Seite zu begeben. "Avancierter Populismus", so nannte einmal der AUGUSTIN diese Linie; sein scheinbar ironischer Untertitel "Erste österreichische Boulevardzeitung" erscheint aus dieser Perspektive gar nicht mehr ganz so ironisch. Inzwischen haben die fünf österreichischen Straßenzeitungen - AUGUSTIN, ASFALTER (Szbg), 20er (Innsbruck), MEGAPHON (Graz) und KUPFERMUCKN (Linz) - eine verkaufte Auflage von 110.000 bis 120.000 pro Monat. Eine Dimension übrigens, die den Straßenzeitungspool auch für den Verband österreichischer Zeitungen (VÖZ) interessant macht. Dessen Geschäftsführer Dr. Schaffelhofer, Gast des Treffens, versuchte, den Straßenzeitungen die Mitgliedschaft im VÖZ schmackhaft zu machen...
gepostet von: Rechtshilfe Wien, rhwien@gmx.at Unser erstes Mail war wohl zu knapp (und ohne Uhrzeit :-)) Deswegn haben wir einen neuen Termin angesetzt: MONTAG, 11.12.2000, 19.00 Uhr in die Gruwi (9; Rooseveltplatz 8) RECHNUNG Für die von Ihnen als selbstverständlich angenommenen und auch nie abgesprochenen, geschweige denn gemeinsam koordinierten Rechtshilfedienste, durchgeführt von unserer honorigen Kanzlei Dr. Verwechslung-mit-Pizza-Service erlauben wir uns, Ihnen 100.000.000 Taler in Rechnung und Ihre politischeh Kompetenz und Ihr Verantwortungsgefühl in Abrede zu stellen. Mal ehrlich: Wir sind kein Dienstleistungsunternehmen. Wenn Ihr eine politische Veranstaltung - welcher Art auch immer - macht, bei der Ihr Euch denkt (oder denken könntet), daß eine rechtsliche Beratung und Betreung notwendig werden könnte, dann kümmert Euch auch darum. Bedenkt die Repression mit und überlegt Euch, ob Ihr das innerhalb Eurer Strukturen für alle Beteiligten zufriedenstellend lösen könnt, oder ob Ihr vielleicht unsere Unterstützung in Anspruch nehmen wollt. Wer politisch agiert, ist auch für die Folgen verantwortlich und muß das dementsprechend auch in die Planung miteinbeziehen. Wenn Ihr wollt, daß wir Euch unterstützen, sollten wir günstigerweise auch rechtzeitig davon erfahren. Wir sind jeden Donnerstag unter der Nummer 535 91 09 erreichbar. Zum Beispiel war am Freitag, den 20.10.2000 die Überlegung offensichtlich nicht da. Viele Gruppen haben zu dieser Demo gegen Haider aufgerufen. Keine hat sich verantwortlich gefühlt. Welch revolutionäres Handeln ist das? Unseres nicht. Und wenn wir nicht gefragt werden, ob wir Rechtshilfe machen sollen, gehen wir nicht davon aus, das das trotzdem zu sein hat. Oder macht Ihr unsere Arbeit, wenn wir es uns nur denken, das Ihr das tun werdet? Um diesen und andere Fehler nachzubesprechen bzw. in Zukunft zu vermeiden, laden wir alle am MONTAG, 11.12.2000, 19.00 Uhr in die Gruwi (9; Rooseveltplatz 8) zu einer Diskussion ein. Wer daran interessiert ist, Repression nicht alleine den Betroffenen zu überlassen und verantwortungsvolle politische Arbeit zu leisten, kommt. Revolutionäre Grüße Rechtshilfe Wien Rechtshilfe Wien Stiftgasse 8, 1070 Wien Tel.: 535 91 09
gepostet von: Rechtshilfe Wien, rhwien@gmx.at OPERNBALLDEMONSTRATION - GERICHTSVERHANDLUNG + Verhaftung nach der Opernball-Demonstration vom 2.3.2000 + Mehr als ein Monat Untersuchungshaft und anschließend Fallenlassen der meisten Anklagepunkte + Die ÖVP-Staatsanwältin erklärt sich für befangen + Verhandlung: 1. Dezember 2000, 9:00 Uhr, Landesgericht Wien, Saal 204 zahlreicher Besuch erwünscht Im Zuge der Anti-Regierungsdemonstration am Tag des Opernballes waren vermummte Kriminalbeamte der umstrittenen und als schießwütig bekannten Abteilung SEK unter die DemonstrantInnen gemischt. Nachdem die Demonstration bis zu ihrem Ende friedlich verlaufen war, inszenierten die SEK-Beamten zuletzt doch noch einen Einsatz. Mit gezogener Waffe überfielen sie mehrere DemonstrantInnen auf dem Heimweg und nahmen drei Personen fest. In Ihrer Stellungnahme erklärten die Beamten, die DemonstrantInnen während der gesamten Demonstration beobachtet und belauscht zu haben. Sie hätten Aufforderungen zu Straftaten gehört. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass auf der Opernball-Demonstration keinerlei Straftaten begangen worden sind, dass nicht die DemonstrantInnen einschlägig bekannt gewesen wären, sondern die Beamten: Im Nachhinein trug dieser Vorfall mit vielen anderen dazu bei, dass die Einsatzgruppe SEK aufgelöst wurde, einige ihrer Mitglieder waren laut Profil wegen zu rabiaten Verhaltens sogar schon aus der WEGA geflogen. Die Verhafteten blieben auf Betreiben der Staatsanwältin "zur Abschreckung" mehr als ein Monat in Untersuchungshaft. Am 1. Dezember 2000 findet nun der Prozess gegen zwei der DemonstrantInnen statt. Verzögert wurde der Prozessbeginn durch die langwierigen Ermittlungen der ursprünglichen Staatsanwältin und ehem. ÖVP-Kanditatin für den Nationalrat Risa Schuhmeister-Schmatral, die versuchte, die DemonstrantInnen für weit über die Demonstration hinausgehende Vorwürfe verantwortlich zu machen. Aufgrund der "schlechten Optik", dass eine ÖVP-nahe Staatsanwältin gegen Anti-ÖVP-DemonstrantInnen ermittelt, und wegen Kritik aus der Staatsanwaltschaft selbst erklärte sich Schmatral für befangen und legte den Fall zurück. Ihr Nachfolger, Michael Klackl, ließ sämtliche Anklagepunkte bis auf den Widerstand bei der Verhaftung fallen. Es wird also zur Verhandlung stehen, ob ein überzogener Polizeieinsatz von vermummten Beamten durchgeführt im Nachhinein durch Kriminalisierung der Opfer legitimiert wird. Ein während der Vehaftung gedrehter Videofilm scheint nicht Beweis genug dafür zu sein, dass sich die Verhafteten friedlich verhalten haben. Es wird auch zur Sprache kommen, ob der Schusswaffeneinsatz durch die Beamten gerechtfertigt war. Erwähnt wird vermutlich auch, dass einer der Angeklagten wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt "einschlägig vorbestraft" ist. Die Vorstrafen beziehen sich u.a. auf eine Demonstration gegen den berüchtigten und mittlerweile verbotenen faschistischen Verein "Dichterstein Offenhausen". Ob auch die "einschlägigen" Beschwerden gegen die Beamten des SEK im Verfahren eine Rolle spielen werden, hängt von der Unbefangenheit des Richters ab. Rechtzeitiges Erscheinen zum Prozess wird empfohlen, da die Polizei voraussichtlich um 9:00 Uhr den Saal sperren wird. Pressemitteilung der Rechtshilfe Wien Rechtshilfe Wien Stiftgasse 8, 1070 Wien Tel.: 535 91 09
gepostet von: bsb@vorstadtzentrum.net Anfang Dezember finden eine Reihe von Demonstrationen und Protestaktionen gegen den Sozialabbau und den am Mittwoch den 6. Dezember bevorstehenden Beschluss des Belastungsbudgets statt. Verschlechterungen treffen Arbeitslose, Studentinnen und Studenten, den Ausbildungssektor, alle öffentlich Bediensteten, die ÖBB... Breiter Widerstand ist notwendig! Die Bewegung für soziale Befreiung unterstützt all diese Aktionen. Wir rufen zur Teilnahme an den von checkpointaustria in ganz Österreich koordinierten Verkehrsblockaden am 5. Dezember von 7 bis 8 Uhr auf. Weiters unterstützen wir die Bemühungen der "Arbeitsgruppe 6.12." am 6. Dezember, dem Tag des Budgetbeschlusses, Aktionen vor dem Parlament durchzuführen. Fest steht dabei bis jetzt: Demonstration, Mi 6. 12., 8.00 Uhr (pünktlich - die Sitzung beginnt um 9.00), Treffpunkt Burgtheater. Andere Aktionen müssen dringend koordiniert werden, es ergeht daher der dringende Apell sich auch an der Vorbereitungssitzung zu beteiligen: Vorbereitungstreffen der "Arbeitsgruppe 6.12.: Di 28. 11., 19.00, 4. Gusshausstraße 14/3
gepostet von: office@elternwerkstatt.at Liebe ATTACs! In der dieswöchigen "Furche" (Nr. 47/2000 - bis Mittwoch oder Donnerstag im gutsortierten Zeitschriftenhandel erhältlich) findet ihr ein ganzseitiges Interview mit Susan George, der Vizepräsidentin von ATTAC Frankreich, die auch bei unserer Gründungsveranstaltung am Podium teilnahm. Außerdem ziert ein freudestrahlendes Foto den Text, das in Kombination mit dem Titel eine noch erfreuliche Komposition ergibt... Weiters findet ihr im ATTACment eine fünfseitige Zusammenfassung von Prof. Jörg Huffschmids Vortrags vom 20. November in der Nationalbank über Regulierungsnotwendigkeit und -möglichkeiten der Finanzmärkte, Fragerunde eingeschlossen. Und seht, was der AT&S-Vorstandschef Willi Dörflinger am Freitag den Salzburger Nachrichten zur vielgepriesenen "Effizienz" der Finanzmärkte anvertraute: "Das alles ist nicht nachvollziehbar, der Markt reagiert nicht schlüssig." Als AT&S kürzlich seine über den Erwartungen gelegenen Halbjahrszahlen präsentierte, habe sich "der Kurs nicht bewegt". Sobald es aber eine negative Meldung aus der Telekombranche gebe, rutsche man mit dem Gesamtmarkt in die Tiefe. "Wir werden mitbestraft, ohne wirklich betroffen zu sein", sagt Dörflinger. Denn: "Unsere Story und unsere Zahlen stimmen." (Titel: "Gewinn steigt, Kurs fällt") Eure ATTACs
gepostet von: Die Grünen Kärnten, kaernten@diegruenen.carinthia.at Presseinformation Montag, 27. November 2000 Die Grünen/ Tilly/ Prozess Tilly-Millionenklage: PEFC-Zertifikat wieder nicht vorgelegt Johann: "Vorwurf des Ökoschwindels konnte nicht widerlegt werden!" Klagenfurt - "Ein wichtiger Erfolg," war die heutige Gerichtsverhandlung im Tilly-Millionenprozess für Grün-Landessprecher Michael Johann. "Tilly-Anwalt Wilhelm Eckhart legte heute vor Gericht wieder kein PEFC-Zertifikat vor. Der von mir erhobene Vorwurf des Ökoschwindels konnte damit nicht wiederlegt werden." Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt, um den Ausgang des zweiten von Tilly angestrengten Verfahrens (Strafverfahren wegen übler Nachrede) abzuwarten. Auch in diesem Verfahren soll Tilly dem Gericht das PEFC-Zertifikat vorlegen. Tilly hatte die Aussage von Johann eingeklagt, dass Tilly kein PEFC-Zertifikat für seine Waldbewirtschaftung besitze. Streitwert: 10 Millionen Schilling! "Nun hat die Vergabeorganisation PEFC selbst festgestellt, dass Tilly kein Zertifikat hat, und ihn angewiesen, seine Firmenwerbung zu ändern," erklärt Johann. "Der von Tillys Anwälten als Zertifikat titulierte Begutachtungsnachweis kann kein Zertifikat darstellen, weil der laut internationalen Richtlinien erforderliche Zahlencode fehlt. Eine Zertifizierung nach dem deutschen PEFC-System kann ebenfalls nicht vorlegen, weil dieses in Österreich nicht angewendet werden kann," erklärte Johann. Als einen wichtigen Erfolg für Demokratie und Meinungsfreiheit wertete Johann auch die Tatsache, dass der Richter die Anwaltskosten nicht von 10 Millionen, sondern von dem gesetzlich festgelegten Höchstwert von 270.000.- berechnen lässt: "Damit ist sichergestellt, dass Menschen in Kärnten auch in Zukunft ihre Meinung frei äußern und dieses Recht auch vor Gericht durchsetzen können, ohne Kosten in existenzbedrohender Höhe fürchten zu müssen." Weitere Informationen: Michael Johann, 0664/2668548
Wollte zu den Bemerkungen im sonntäglichen MUND nur ein Gedicht eines Zeitzeugen des "Monte Verita" zum Beseten geben. Erich Mühsam* veröffentlchte dieses Lied in seiner "Monte Verita"-Beschreibung "Ascona": Der Gesang der Vegetarier ein alkoholfreies Trinklied Wir essen Salat, ja wir essen Salat Und essen Gemüse von früh bis spat. Auch Früchte gehören zu unsrer Diät. Was sonst noch wächst, wird alles verschmäht. Wir essen Salat, ja wir essen Salat Und essen Gemüse von früh bis spat Wir sonnen den Leib, ja wir sonnen den Leib, Das ist unser einziger Zeitvertreib. Doch manchmal spaddeln wir auch im Teich, Das kräftigt den Körper und wäscht ihn zugleich Wir sonnen den Leib und wir baden den Leib, Das ist unser einziger Zeitvertreib. Wir hassen das Fleisch, ja wir hassen Fleisch Und die Milch und die Eier und lieben keusch. Die Leichenfresser sind dumm und roh, Das Schweinevieh - das ebenso. Wir hassen das Fleisch, ja wir hassen das Fleisch Und die Milch und die Eier und lieben keusch. Wir trinken keine Sprit, nein wir trinken keine Sprit, Denn der wirkt verderblich auf das Gemüt. Gemüse und Früchte sind flüssig genug, Drum trinken wir nichts und sind doch sehr klug. Wir trinken keinen Sprit, nein wir trinken keinen Sprit, Denn der wirkt verderblich auf das Gemüt. Wir rauchen nicht Taback, nein wir rauchen Taback, das tut nur das scheussliche Sündenpack. Wir setzen uns lieber auf das Gesäss Und leben gesund und naturgemäss. Wir rauchen nicht Taback, nein wir rauchen nicht Taback, Das tut nur das scheussliche Sündenpack. Wir essen Salat, ja wir essen Salat Und essen Gemüse von früh bis spat. Und schimpft ihr den Vegetarier einen Tropf, So schmeissen wir euch ein Walnuss auf den Kopf. Wir essen Salat, ja wir essen Salat Und essen Gemüse von früh bis spat. * Erich Mühsam war Dichter und Anarchist aus München. Der "rote Jude" wurde kurz nach der Machtergreifung der Nazis in der Haft ermordet.
gepostet von: Ljubomir Bratic, ljubomir@magnet.at Brief an die "Demokratische Offensive" Von: Ljubomir@magnet.at Liebe Leute von der Demokratischen Offensive! Wenn ihr mich schon namentlich in Eurem Beitrag (MUND 26.11.2000) ansprecht, dann muss ich darauf auch antworten. Ich pflege Transparenz meiner Handlungen und deswegen habe ich auch die drei Zeilen unter den Text im MUND gestellt. Vorausschickend kann ich sagen, dass ich an dem Text weder etwas Diffamierendes noch Denunziatorisches gefunden habe. Aber zum eigentlichen Thema und das ist, genau so wie ihr es bemerkt habt: notwendige Diskussion um die Rolle bestimmter Gruppen im Widerstand. Und möglicherweise auch über den Widerstand selber. Das ganze Spektakel des Widerstands und der Herausbildung einer "Zivilgesellschaft" und das "andere Österreich" ist vorbei, die Protagonisten des Anlasses haben sich wieder verstreut, die Schlagworte und deren Echos sind zwischen den Ästen der Heldenplatzbäume hängen geblieben. Was noch bleibt, ist ein Gefühl, dass Österreich ein Zeichen gegen Ostarrichi gesetzt hat. Gegen das hässliche Zerrbild dieses Staates, das sich vor allem im Umgang mit MigrantInnen zeigt. Ein Zeichen und mehr nicht. Die Demonstrationen, die ihr organisiert habt, waren keine Demonstrationen gegen Rassismus, auch wenn sie sich erfolgreich die antirassistischen Slogans um den Hals gehängt haben. Es war ein Fake, erfolgreich nur in der medialen Präsenz der Widerstand gegen die neue rechtsgerichtete Regierung. Eine Gesellschaft widersetzt sich dem Eindruck, rassistisch zu sein und bestreitet seit Jahrzehnten, auf die Kosten der äußeren und inneren Anderen gelebt zu haben, indem sie martialisch mit Kerzen in der Hand oder Blinklichter den öffentlichen Raum wieder zu besetzen versucht. Da stimmt etwas nicht, oder? Dass die Exponenten dieser Gesellschaft, die Polizisten die Andersfarbigen mit Knüppel drangsalieren und foltern, sagt niemand. In Sommer bei dem Kongress im Freien (gegen Rassismus!) wurde dieses Thema nicht einmal erwähnt, obwohl sich die Morde einige Tage davor abspielten. Ostarrichi ist eben eine Zivilgesellschaft, diese ist im Widerstand und da diese nicht alles berücksichtigen kann, setzt ihr halt Prioritäten. Nur merkwürdigerweise schaut diese Auswahl in Bezug auf uns MigrantInnen aus wie das alte sozialstaatliche Ausschließung- und Konsensmodell. Wer solche Entscheidungen trifft, muss halt auch die Konsequenzen ertragen können. Aber hat jemand davor gezweifelt, dass Ostarrichi nicht rassistisch ist? Drängt sich nicht genau aus dieser Tatsache die Frage auf, ob solche Ringspaziergänge etwas anderes als eine reine Selbstbeweihräucherung der "Anständigen", wie es neulich in Deutschland hieß, bedeuten? Und wo sind Forderungen nach rechtlichen Gleichstellungen der MigrantInnen, nach Abschaffung des rassistischen Ausländerbeschäftigungsgesetzes? Wo ist die Politik, wenn es darum geht, diese Forderungen auf ihrer Ebene umzusetzen? Schließlich hatte es 1993 einen ähnlichen Aufmarsch wie der im Februar dieses Jahres gegeben, ohne dass danach die Gesetze nur ein wenig milder geworden wären. Ganz im Gegendteil: damals folgte darauf einer der größten Exodus der MigrantInnen aus Ostarichi, genau pünktlich nach dieser Demonstration der Anständigen. Oder könnt ihr Euch daran nicht mehr erinnern? Deswegen frage ich nach dem Sinn der ganzen Empörung und zwar jetzt nach dem die dumpfe Ernüchterung nichts Weiteres bringt, als die Rückkehr zu den alltäglichen Unterdrückungsmaßnahmen. Das Problem, das wir MigrantInnen in diesem Staat haben, ist nicht ein kulturelles und es lässt sich auch nicht lösen, indem Blinklichter in Einsatz gebracht werden, um ein "anderes Österreich" herbeizublinkern. Es ist ein politisches und ein gesellschaftliches Problem. Die Gesellschaft profitiert davon, dass unsere Eltern die Drecksarbeit seit vierzig Jahren erledigen und ein Interesse, das zu ändern gibt es nicht. Eher ein Interesse es zu verschleiern. Und so berücksichtigen die PolitikerInnen diese Tatsache in ihren tagespolitischen Prioritäten und tun halt nichts. Weil weder Linke, noch Rechte, weder die Oben noch die Unten ein Interesse an der Aufhebung der Unterdrückung haben. Und diejenigen, die es haben, die MigrantInnen selbst, dürfen ihre Stimme nicht erheben, weil es eh irgendwelche Initiativen gibt, die für sie sprechen. Sogar viel besser, als sie es sagen würden, nach Meinung dieser Vereinigungen. So nachdrücklich wie die Demokratische Offensive von ihrer Gesellschaft verlangt, anständig zu sein, so müsste sie auch alles tun, um das Inhaltliche zu fordern. Bis jetzt habe ich nichts mehr als pure Form gesehen, eine Form die sich bestens zur Fortsetzung der Auschliessung eignet. Und ich sage Euch offen, ich habe den Brief über "Opposition bilden" (MUND 24.11.2000)weder als Denunziation noch als Diffamierung erlebt, sondern als ein Versuch, Diskussion zu starten.Vielleicht ist es jetzt, nachdem die Ernüchterung eingetroffen ist, die Zeit dafür gekommen. Es ist leider nicht zu erwarten, daß sich an der willkürlichen Handhabe politischer Empörung der kulturelle Art irgendetwas ändern wird. Die Parteien, die Protestmärsche der StaatsbürgerInnen unterstützt haben, haben dadurch die moralische Lufthoheit erobert und können sich jetzt für alles, was früher geschehen ist, an den Regierungsparteien abputzen. Aber vergessen wir nicht, die rassistische Gesetze sind von einem sozialdemokratischen Innenminister gebracht worden, Markus Omofuma ist unter Karl Schlögl umgebracht worden, das Ausländerbeschäftigungsgesetz wurde 1976, wo die Sozialdemokraten und ihr alleinregierender Held Kreisky an der Macht waren, beschlossen - von der gleichen Partei, deren Vertreter jetzt stolz die Bühnen der Demokratischen Offensive und manch anderer Initiativen, schmücken dürfen. Wir dürfen uns von der Tatsache nicht hinwegtäuschen lassen, dass es zur Verwandlung von Ostarichi in einen demokratischen Staat nicht greller Showeffekte und mehrmals getorteter französischer Philosophen bedarf, sondern politische Taten, die vor allem eines verfolgen: Antifaschismus, Antirassismus und Antisexismus. Etwas, womit sich offensichtlich die gesamte österreichische "Zivilgesellschaft" sehr schwer tut. Solcher Art von Diskussion habe ich mir gewünscht als ich darüber schrieb, daß diese mehr als notwendig ist. Ljubomir Bratic
Von: Hikmet Kayahan, hikmet.kayahan@chello.at, Initiativgruppe TschuschenPower Liebe Demokratische Offensive, Ihr schreibt im MUND vom 26.11.2000: "Die Demokratische Offensive und ihre Aktivisten sind Ziel massiver Angriffe in der Öffentlichkeit. Böhmdorfer, Mölzer, Kohl, Staberl und Wolf Martin warten nur darauf, eine Kampagne starten zu können. Die Aggressionen des ideologischen Gegners reichen aber auch in den privaten Bereich. Mehr soll hier nicht gesagt sein. Wer das negiert, begreift nicht oder will nicht verstehen, im welchen Umfeld wir agieren." Ich finde diese Aussage einfach nur beschämend! Oder soll es vielleicht ein Hohn sein? Seit Jahrzehneten leben in diesem Land MigrantInnen und andere Minderheitengruppen unter den massiven Angriffen der Öffentlichkeit, Böhmdorfers, Mölzers, Kohls, Staberls und Wolf Martins; Menschen sterben in diesem Land, weil sie eine andere Hautfarbe als die Mehrheitsgesellschaft, oder einen anderen Pass haben; MigrantInnen werden systematisch zu Parias dieser Gesellschaft gemacht und von jeglicher Partizipation ausgeschlossen; er werden ihnen ihre Rechte vorenthalten; sie leben Tag für Tag unter enormen Repressalien und Diskriminierungen; sie er-leben Tag für Tag die Angst, ihre Existenzgrundlage zu verlieren, oder einfach mal schnell zusammengeschlagen zu werden; sie durch-leben Tag für Tag das, was Ihr versucht zu be-schreiben! Wenn Ihr das negiert, dann begreift Ihr nicht oder wollt nicht verstehen, in welchem Umfeld wir leben! Eure Aussage ist beschämend und peinlich und disqualifiziert Eure gesamte politsche Arbeit, die vielleicht doch "das Gute" will: Was soll all das, wenn Ihr Euch bei der ersten Krtitik hinter eine pseudo Angst verschanzt? Euch vor Kampagnen fürchtet? Böhmdorfer, Mölzer, Kohl, Staberl und Wolf Martin führen seit Jahren eine Kampagne gegen MigrantInne und all die anderen Minderheitengruppen in diesem Land! Kann es sein, dass Euch das bisher entgangen ist? Oder ist es vielleicht einfach nur der Umstand, dass die Zeit gekommen ist, in der es nicht mehr ausreicht einfach nur zu philosophieren, sondern wirklich aktiv zu werden? Hinauszugehen unter die Menschen, über die Ihr schreibt und zu sehen, dass die Wikrlichkeit doch ein wenig anders aussieht? Liebe Isolde Charim, Lieber Gerald Eibegger, Lieber Doron Rabinovici, Liebe Billy Summer! Bitte rettet Eure eigenen Häute! Geht nicht aus dem Haus, sonst holen Euch die Bösen! Wir MigrantInnen und andere unterprivilegierten sind gezwungen und willens, den Kampf auch weiterhin Tag für Tag zu führen! Mit enttäuschten Grüssen, Hikmet kayahan
gepostet von: Ökologische Linke (ÖKOLI), OEKOLI_Wien@gmx.net Der MUND-Redakteur zensierte im Montags-Mund diesmal nicht aus inhaltlichen Gründen, sondern meinte zu unserer Antwort auf im MUND veröffentlichte Angriffe des zweier Personen, "einer vom TATblatt" und einer offensichtlich tierrechtsbewegten Person: "Mir als MUND-Redakteur war es nicht möglich herauszufinden, worum es eigentlich wirklich geht. Der Schlagabtausch zwischen einzelnen Gruppierungen sollte vielleicht nicht im MUND geführt werden. Alle, die sich für diese Diskussion interessieren, wenden sich bitte direkt an die betroffenen Gruppierungen." Da sich mit dem TATblatt schon eine "betroffene Gruppierung" bei uns gemeldet hat, der MUND aber offensichtlich Angriffe auf uns abdruckt, ohne uns die Möglichkeit einer Antwort einzuräumen, werden wir unsere Antwort auf die öffentlichen Angriffe auf die ÖKOLI nun wohl über unseren eigenen Verteiler verbreiten müssen. Dazu sei noch gesagt, daß Auslöser dieser "Subdebatte" zum Thema Antisemitismus und Tierrechte und so kein mai der ÖKOLI war, sondern ein Artikel der im Context XXI erschienen ist und auf Wunsch eines MUND-Redakteurs in den MUND gestellt wurde. Zwei Personen hatten daraufhin - wohl in einer Reflexhandlung gleich alle möglichen Angriffe gegen die ÖKOLI im MUND publizieren können. Die Möglichkeit einer Antwort wurde und nun vom zuständigen MUND-Redakteur mit der obigen Begründung verweigert. Unser Beitrag für den Montags-MUND wäre gewesen: Da wir in der Folge eines Artikels, der in der letzten Nummer von Context XXI erschienen ist von "einem vom TATblatt" und einer/m "montyirgendwas" heftig angegriffen wurden wollen wir hier nur kurz zu einigen Punkten Stellung beziehen: 1. Es ist typisch für Gruppen, die nicht wissen wie sie sich inhaltlich verteidigen sollen, stattdessen einfach irgendwelche anderen Sachen aus dem Hut zu zaubern und Gruppen die Kritik an einem selbst üben, im Gegenangriff zu schlagen versuchen. Die Argumente von Marcs Artikel sind richtig oder falsch, oder vielleicht auch zum Teil richtig oder falsch, haben aber weder etwas mit der ÖKOLI, noch etwas mit Jutta Ditfurth oder den HerausgeberInnen der Context XXI zu tun. Daß beide Beiträge auf den Inhalt von Marcs Kritik nicht eingehen, zeigt aber vielleicht wie recht er hat. 2. Für Jutta Ditfurth ist Jutta Ditfurth verantwortlich. Wir arbeiten mit der ÖKOLI in Deutschland zusammen, da wir die Publikationen der ÖKOLI gut finden und nicht, weil Jutta Ditfurth so toll wäre. Warum sie in der Neuen Revue publiziert, könnt ihr sie ja selbst fragen. Vermutlich wird aber auch die ÖKOLI-Deutschland ihren Mitgliedern nicht vorschreiben wo sie schreiben dürfen und wo nicht. 3. Da die monty ... natürlich nicht wissen kann was für Diskussionen wir mit dem RBH über den Namen der Obdachlosenaktion geführt haben, ist es auch o.k. wenn wir dafür angegriffen werden. Wir haben die Aktion letzes Jahr jedenfalls trotz des Namens unterstützt, da uns versprochen wurde heuer eine eingehende Namensdebatte zu führen und uns die Aktion mit Ausnahme des Namens sehr wichtig erscheint. Auf Dauer würden wir aber sicher nicht unter diesem Namen stehen. Sollte der Namen heuer nicht geändert werden, werden wir dieses Jahr nicht auf dem Aufruf stehen. 4. Nur um noch eine historische Unrichtigkeit im gestrigen mail zu korrigieren: Der Monte Verita war keine anarchistische Vegetarierkommune, sondern war und ist ein Berg im Tessin auf dem zur Jahrhundertwende alle mögliche Kommunen und Personen gehaust haben. Darunter waren MarxistInnen, AnarchistInnen, EsotherikerInnen, NacktgeherInnen und eben auch VegetarierInnen. Manche der Gruppen hatten was miteinander zutun, manche waren verfeindet. Vom Monte Verita als anarchistische Vegetarierkommune zu sprechen ist aber schlicht und einfach Blödsinn. 5. Alle Artikel unserer Zeitschrift RadiX waren und sind gut recherchiert. Die Aussagen über TierRECHTlerInnen in den Artikeln darüber, sind alle mit Quellen belegt. Kann alles auf unserer Website nachgelesen werden: www.oekoli.cjb.net Noch keinE TierRECHTlerIn hat uns hier eine Fehlinformation nachweisen können. Probiert es doch! Und weil wir jede menschenverachtende Ideologie auch in Zukunft bekämpfen werden, werden wir nicht nur weiterhin über Antisemitismus und Rassismus in der Linken, sondern auch über ebendieses in der TierRECHTSbewegung schreiben. Ökologische Linke (ÖKOLI) Postfach 28 A-1153 Wien e-milio: oekoli_wien@gmx.net Visite our Website: http://www.oekoli.cjb.net Wenn ihr an unseren spanischen/französischen/englischen Aussendungen interessiert seid, um Infos weiterzuverbreiten, meldet euch!
gepostet von: Stephan Grigat, contextXXI@mediaweb.at Zur "Bahamas"-Schelte der ÖKOLI Von Stephan Grigat Hätte sich die ÖKOLI darüber gewundert, daß in einer Zeitschrift, die bisher auch sie wohl nicht für die schlechteste gehalten hat, in einigen Artikeln Formulierungen vorkommen, die ihr rassistisch vorkommen und das in ihrem näheren Umfeld verbreitet und zur Diskussion gestellt hätte, hätte man sich zwar auch ärgern müssen, aber das Ganze wäre im üblichen Rahmen von Reaktionen geblieben, die eine Zeitschrift wie die BAHAMAS in ihrer polemisch-kritischen Art nun mal regelmäßig hervorruft. Die ÖKOLI fährt aber ganz andere Geschütze auf. Daher macht es auch keinen Sinn, auf ihr als aggressive Aversion geäußertes Unbehagen einzugehen. Kritisiert werden kann nur der hinter derartigen Angriffen zu vermutende Antrieb. Der bewußtlose Reflex, mit dem eine der letzten bei Trost gebliebenen Zeitschriften-Redaktionen im deutschsprachigen Raum von der ÖKOLI im MUND vor einem Massenpublikum, das die BAHAMAS mehrheitlich gar nicht kennen dürfte, eben nicht wegen einiger als unangemessen empfundener Formulierungen kritisiert, sondern als rassistisches Sudelblatt diffamiert wird, läßt sich nur aus einem unartikulierten Bedürfnis nach Identität erklären. Eine Identität, die sich auf einen konsequenten Antinationalismus beruft, akademisch-differenziert daherkommen möchte und daher im Begriff ist, die eigene Kritik in einen Wald-und Wiesen-Antinationalismus aufzulösen. Vermutlich stößt sich die ÖKOLI daran, daß die BAHAMAS antinationale und antideutsche Kritik nicht als identitätsstiftendes Ideologieversatzstück vor sich her trägt, wie es in einigen linken Wiener Zusammenhängen mittlerweile üblich geworden ist, sondern die paradoxe Konsequenz jedes ernstzunehmenden Antinationalismus ausspricht: das notwendige Eintreten für die gewaltsame Verteidigung des israelischen Staates. Die Bedrohung dieses Staates geht zur Zeit vornämlich von einem palästinensisch-arabischen Kollektiv aus, von dem zwar kaum wer genau sagen kann, wie stark der Antisemitismus in ihm verwurzelt ist, daß aber momentan offenen Vernichtungsantisemitismus, der - worauf die BAHAMAS hingewiesen hat - in einigen Punkten an den Antisemitismus des Nationalsozialismus erinnert, als völlig legitim betrachtet und Aufrufe zum Judenmord im Fernsehen sendet. Der Antinationalismus der ÖKOLI scheint sich darauf zu beschränken, unverbesserlichen Naturalisten wieder und wieder zu erklären, daß Völker und Nationen "Konstrukte" sind. Viel gesagt hat man damit über die Nation als naturalisierten und homogenisierten Produktionsraum des Kapitals und über das Volk als kollektivierter und sich selbst kollektivierender Masse, als bewußtloser wie fanatischer massenhafter Reflex auf den Zwang zu Staatsloyalität und Kapitalproduktivität, die ebenso konstruiert wie real und notwendig - und damit im Sinne einer zweiten Natur: natürlich - sind, noch nicht. Das sich solcherart Antinationalismus auf die BAHAMAS stürzt verrät vor allem die Sucht nach Anschlußfähigkeit, die mittels Differenzierung erreicht werden soll. So erscheint die ÖKOLI als theoretischer Souverän, der allen, denen ihre Kritik am linken Antisemitismus schon immer ein wenig zu weit ging, ein Angebot macht, indem nun auf jene verbal eingeprügelt wird, die in letzter Zeit auch tatsächlich tätlich auf ihren Veranstaltungen angegriffen und verletzt werden. Die ÖKOLI wird sich also neue Freunde bei jenen gemacht haben, für die Rassismus und Sexismus schon immer auf den BAHAMAS zu Hause waren, sich aber beharrlich weigern, einen Begriff vom Gegenstand ihrer Kritik zu entwickeln. Dafür wäre nämlich kritisches Denken von Nöten, nicht identitätsstiftende Verlautbarungen, die sich am jeweils durchgesetzten mainstream in der Linken orientieren. Im übrigen erscheint die BAHAMAS nicht jährlich, wie die ÖKOLI schreibt, sondern geht allen Traditionslinken wie eben auch allen verhinderten Minipolitikern aus der antinationalen Szene drei bis viermal jährlich auf die Nerven: BAHAMAS, Postfach 62 06 28, D- 10796 Berlin, bahamas@mail.nadir.org Stephan Grigat
gepostet von: office@elternwerkstatt.at Betreff: Frauen in Afghanistan Liebe Freundinnen, liebe Freunde, ich möchte Euch bitten, der folgenden Mitteilung ein bisschen Aufmerksamkeit zu schenken. Es handelt sich um etwas, mit dem wir alle, Männer sowie Frauen uns auseinandersetzen müssen. Ich weiss nicht, ob diese Initiative irgendein Ziel erreichen wird, aber widme bitte einige Minuten deines Lebens, um selbst einen kleinen Beitrag zu leisten. Madhu, die Regierung von Afghanistan, hat einen Krieg gegen Frauen erklärt. Seitdem die Taliban in 1996 an die Macht kamen, müssen Frauen den Burqua tragen und wurden öffentlich geschlagen und gesteinigt, weil sie nicht die vorgeschriebene Kleidung trugen, auch wenn sie nur die Augen nicht vorschriftsgemäß verdeckt hatten. Eine Frau wurde zu Tode gesteinigt, weil sie versucht hatte, das Land mit einem Mann zu verlassen, der nicht mit ihr verwandt war. Frauen dürfen nicht arbeiten und nicht ohne einen männlichen Verwandten in der Öffentlichkeit erscheinen. Dozentinnen, Übersetzerinnen, Ärztinnen, Rechtsanwältinnen, Künstlerinnen, Schriftstellerinnen waren gezwungen, ihre Arbeit aufzugeben, und wurden dadurch gezwungen zuhause zu bleiben. Wohnungen, in denen eine Frau lebt, müssen undurchsichtige Fenster haben, so dass sie von ausserhalb nicht gesehen werden können. Frauen müssen geräuschlose Schuhe tragen, so dass sie nicht gehört werden. Die Frauen leben in einer ständigen Angst um ihr Leben, das sie wegen jeder kleinen Missachtung der Gesetze verlieren könnten. Frauen die keine männlichen Verwandte haben, müssen betteln oder verhungern, weil sie nicht arbeiten dürfen. Die Depression hat die Notgrenze erreicht. In einer solchen Gesellschaft gibt es keine Möglichkeit, die tatsächliche Diffusion von Selbstmord festzustellen. Leute, die im Land arbeiten, schätzen, dass der prozentuale Anteil von Frauen, die sich das Leben nehmen, stark angestiegen ist. Frauen finden keinen Ausweg aus ihrer Depression und suchen den Freitod, um nicht unter solchen Bedingungen weiterleben zu müssen. Frauen bekommen kaum medizinische und ärztliche Betreuung. In einem der wenigen Krankenhäuser für Frauen hat ein Journalist auf den Betten Körper von Patientinnen gesehen, die fast leblos dalagen, ohne Kraft weder zum Essen noch zum Reden. Andere Frauen sassen weinend in einer Ecke, und waren nahe daran wahnsinnig zu werden. Der Ausdruck "Verletzung der Menschenrechte" reicht nicht mehr aus, diese schreckliche Realität zu beschreiben. Männer haben uneingeschränktes Recht über die weiblichen Familienmitglieder. Bis zum Jahr 1996 war es den Frauen immerhin möglich relativ frei zu sein. Sie konnten z. B. arbeiten, und allein in der Öffentlichkeit erscheinen. Die Geschwindigkeit der Veränderung ist der Hauptgrund für Depression und Selbstmorde. Frauen die an selbstverständliche Freiheiten gewohnt waren, sind jetzt stark eingeschränkt und werden im Namen des Islams unmenschlich behandelt. Es geht hier nicht um Tradition oder Kultur. Hier handelt es sich um etwas UNHEIMLICHES, was sogar in fundamentalistischen Kreisen als extrem gilt. Jeder hat Recht auf ein menschenwürdiges Leben, auch Frauen in einem moslemischen Staat. Wenn sich schon die westlichen Länder im Kossovo im Namen der Menschenrechte militärisch eingesetzt haben, dann können die Menschen in der Welt in einer friedlichen Art und Weise ihre Wut gegen Unterdrückung, Mord und Ungerechtigkeit gegenüber afghanischen Frauen aussprechen. BITTSCHRIFT: Wir halten die aktuellen Lebensbedingungen der Frauen in Afghanistan für absolut INAKZEPTABEL und fordern damit eine entsprechende Aktion seitens der UNO. Die Situation in Afghanistan kann nicht weiter geduldet werden. Die Rechte der Frauen dürfen an keinem Ort der Welt als Nebensache betrachtet werden. Es ist im Jahre 2000 INAKZEPTABEL, dass Frauen als Untermenschen und Besitz behandelt werden. Gleichberechtigung und Menschenwürde sind für alle in der Welt ein grundlegendes RECHT.
gepostet von: Manfred, mexiko-plattform@gmx.at
danA@knuut.de
Dringender Aufruf zu Aktionen
Fordert Vicente Fox auf den Krieg in Chiapas zu beenden
An die Nationale und Internationale Zivilgesellschaft
An die Menschenrechtsorganisationen
An die Grasswurzelorganisationen
An die Männer und Frauen von New York
Der zukünftige President von Mexiko, Vicente Fox, verkündete daß er den
Krieg in Chiapas in nur 15 Minuten beenden könnte. Wir, die Männer und
Frauen von Amanecer Zapatista Unidos en la Lucha (AZUL), lehnen eine
oberflächliche "Blitzlösung" zu einem Jahrhunderte langen Problem von
Ungerechtigkeit und Gewalt gegen die indigenen Gemeinden von Chiapas ab!
Wir, als Mexikaner, Immigranten, Studenten und Arbeiter, rufen unsere
Gemeinde in New York, und die solidarischen Gemeinden des Landes und der
ganzen Welt auf, am ersten Tag der Amtsübernahme von Vicente Fox am 1.
Dezember, das Ende der Gewalt in Chiapas zu verlangen !!! Der zukünftige
Präsident von Mexico, Vicente Fox, hat versprochen die Friedensgespräche
mit den Zapatistas schnell wiederaufzunehmen, und über die Ratifizierung
des San Andrés Abkommens nach seiner Amtsübernahme zu "verhandeln". Bevor
dieser wichtige Schritt unternommen werden kann, mu'Fox zunächst
schnellstens die unmittelbare Gefahr im Zentrum von Chiapas beseitigen:
die wachsende militärische und paramilitärische Präsenz in den Gemeinden
der ganzen indigenen Gebieten, und die sich rasch ausweitende Vertreibung
hunderter Familien, die vor der Gewalt militärischer Besetzungen und
paramilitärischer Attacken flüchten.
In ganz Chiapas, sind verarmte und isolierte indigene Gemeinden weiterhin
von schätzungsweise 70 000 Soldaten, und hunderten zusätzlichen
paramilitärischen Kräften umzingelt, die aufständische Familien in den
indigenen Gebieten tagtäglich bedrohen und überfallen. Tagtäglich sterben
Menschen bei direkten militärischen oder paramilitärischen Angriffen, und
weil sie kein Zugang zu dem Lebensnotwendigsten haben. Mehr als 20 000
Menschen wurden in den letzten Jahren vertrieben, infolge der
fortwährenden "low-intensity" Kriegsführung die von der Mexikanischen
Regierung betrieben wird, eine Kriegsführung niederer Intensität, mit
langzeitigen Nachwirkungen von höchster Intensität. Wir, die Männer und
Frauen von AZUL, laden alle Zapatista Organizatoren und Sympathisanten
dazu ein, sich am Freitag, dem 1. Dezember, vor den Mexikanischen
Konsulaten in Amerika und der ganzen Welt zusammenzufinden, um Fox an sein
Versprechen zu binden und mit einer Stimme zu fordern : Den sofortigen
Rückzug von mehr als 70 000 Mexikanischen Soldaten, die die indigenen
Gebiete in Chiapas umzingeln Die sofortige Auflösung der
paramilitärischen Gruppen Die Freilassung aller inhaftierten indigenen
Anführer Die sofortige Rückführung der mehr als 20 000 vertriebenen
indigene Männer, Frauen und Kinder von Chiapas Die endgültige
Ratifizierung des San Andrés Abkommens Die Bewilligung aller Forderung
und Bedingungen der EZLN die eine Wiederaufnahme des Dialogs mit der
Regierung ermöglichen sollen. Schließt euch uns bei dieser öffentlichen
Herausforderung an Mr Fox an, denn obwohl mehr als 15 Minuten nötig sein
werden um wahre Gerechtigkeit nach Chiapas zu bringen, sind weniger als 15
Minuten notig um sich zu entschließen Maßnahmen zu ergreifen und die
Rechte der indigenen Menschen von Mexiko zu fordern, und weniger als 15
Sekunden um eine Maske überzustreifen, ein Schild in die Hand zu nehmen
und YA BASTA!! zu rufen. Bitte laßt uns wissen wenn eure Gemeinde eine
lokale Aktion plant. Kontaktadresse : {HYPERLINK "mailto:ny
azul@hotmail.com"}ny azul@hotmail.com. (Note des Übersetzers: ... und
bitte laßt es UNS auch wissen falls ihr was plant. In München gibt es
nämlich leider kein Mexikanisches Konsulat...)
gepostet von: mexiko-plattform@gmx.at Montag, 6. November 2000. La Jornada Fox verspricht am 1. Dezember die COCOPA Gesetzesvorlage dem Kongress vorzulegen José Antonio Román In einer Ansprache vor den versammelten Vertreter indigener Völker aus mehreren Kontinente, kündigte der zukünftige President Vicente Fox an, die von der COCOPA erarbeitete Gesetzesvorlage zu indigene Rechte und Kultur, die "...alle Details der Vereinbarungen von San Andres zusammenfaßt", dem Mexikanischen Kongress am 1. Dezember vorzulegen. "Dies wird die Entschloßenheit meiner Administration, die Bedingungen für einen gerechten und würdigen Frieden in Chiapas herzustellen. und einen großen nationalen Dialog einzuleiten, durch Taten unter Beweis stellen." Am Ende der "Satellit-Konferenz der Indigenen Völker der Welt gegen Rassismus", betonte Fox noch einmal, daß die Beteiligung aller, insbesondere die der Gesetzgeber, notwendig sein wird, um auf die Forderungen der indigenen Bevölkerung, mit Ergebnissen zu antworten. Er sagte daß sie etwas sehr einfaches forderten, aber etwas daß Mexiko als Land nicht in der Lage gewesen ist ihnen zu geben: freier zu sein, stärker, respektierter und mit mehr Menschenwürde. So einfach sei dies, und so wichtig. In Begleitung des ehemaligen Senators und Cocopa Mitglied Luis H. Alvarez, erinnerte der zukünftige Präsident daran, daß vor sechs Jahren Mexiko von einem " schmerzlichen Aufschrei" gegen die Ungerechtigkeit aufgeweckt wurde. "Wir wachten in einer Realität auf, die wir als eine Gesellschaft, zu vermeiden versucht hatten". Ohne die Nationale Zapatistische Befreiungsarmee (EZLN) auch nur einmal direkt zu erwähnen, sagte er, daß dieser Aufschrei, der sich "aus den Cañadas" erhob, " einen tiefen Eindruck" auf die ganze Gesellschaft machte, die entschloßen diese Forderungen nach Gerechtigkeit und Würde unterstützte. Während der von der Menchú Tum Stiftung organisierten Veranstaltung, bei der die Nobelpreisträgerin von 1992, Rigoberta Menchú zugegen war, zählte Fox Quesada fünf Grundsätze auf, auf welche das Verhältnis zu der indigenen Bevölkerung begründet sein sollte. 1. Die Anerkennung ihres Rechtes anders zu sein, besondere Regeln der Koexistenz und sogar der Regierung zu haben, sowie der Wurzeln, Kulturen und Gebräuche aller indigener Völker. Es kann nur dann eine Beziehung unter Gleichen geben, wenn Unterschiede respektiert werden und akzeptiert wird, daß der andere eine eigene Stimme und ein eigenes Herz hat. "Wir werden ihre Bräuche respektieren, ohne die Tatsache aus den Augen zu verlieren, daß unser soziales Leben von den fundamentalen, universellen Prinzipien aufrechterhalten wird, die wir alle miteinander teilen sollten : Demokratie, Menschenrechte, Würde und die Gleichberechtigung der Geschlechter," sagte er. 2. "Als Zweites müssen wir lernen, nicht nur unterschiedliche kulturelle Merkmale und Identitäten, sondern auch Fähigkeiten, zu respektieren, zu bewundern und zu verstehen. Wir müssen Pfad und Schicksal teilen." 3. Als ein Drittes führte Fox an, daß eine neue Art der Koexistenz, sowie eine Vertiefung des Wissens über einander aus eigener Erfahrung erreicht werden müßte, um voneinander zu lernen und gemeinsam zu wachsen. Die anderen als verschieden anzuerkennen, aber als fähig ihre Verantwortung in der Entwicklung des Landes zu übernehmen. 4. Als Viertes sollten Maßnahmen ergriffen werden, um den Bedingungen der Marginalization und Rückstand der indigenen Völker entgegenzuwirken, wobei ihre Identität, Kultur, Brauchtum und ökologische Umwelt, absolut respektiert werden müssen. "Wir werden entschloßen daran arbeiten, Armut und Marginalization auszulöschen. So daß kein Mexikaner jemals wieder gezwungen sein wird zu den Waffen greifen nur um seine Stimme hörbar zu machen. Wir werden unser Wort ehren, und wir werden den Stimmen unserer Brüder zuhören. Wir werden dem Wort seine Bedeutung zurückgeben, und wie werden lernen einer anderen Rede zuzuhören." 5. Als Letztes sagte er, "werden wir dafür Sorge tragen müssen, daß die Gesellschaft ein neues Verhältnis zu unsere indigenen Brüder aufbaut, und daß ab diesem Zeitpunkt an, niemand jemals wieder, sie mit Gleichgültigkeit oder Mitleid betrachten wird, sondern mit Würde und Respekt als Grundlage der Koexistenz". Während der Veranstaltung, die in dem Inter-Amerikanischen Zentrum für Studien der Sozialen Sicherheit (CIESS) des IMSS abgehalten wurde, verpflichtete er sich, die besten Vorschäge die aus der Satellit-Konferenz hervorgehen werden aufzunehmen und zu unterstützen, und sie gemeinsam der "Welt-Konferenz gegen Rassismus, Rassendiskrimination, Xenophobia und Ähnlichen Formen der Intoleranz" vorzulegen, die Mitte nächsten Jahres in Südafrika stattfindend wird. Er sagte, daß die Marginalization, Diskrimination und Ausgrenzung, die von der Bevölkerung Amerikas und anderer Teile dieser Welt erlitten wurden, anfangs von den Kolonialländer verursacht wurden, aber heute von den herrschenden Gesellschaften unserer Nationen betrieben werden. Deswegen, wird es eine der größten Herausforderungen des nächsten Jahrhunderts sein, Brücken der Kommunikation zu bauen, um neue Formen der Koexistenz zu entwickeln, die auf die Anerkennung von Andersartigkeiten und des Rechtes auf kulturelle Unterschiede, aufgebaut sein muß. "Ich erkenne, die enorme historische Schuld, die wir unseren indigenen Völker gegenüber haben. Ich bin tief betroffen, daß die Versprechen der Gesetze, nicht durch Taten wahrgemacht werden. Es schmerzt mich zu wissen, daß viele Gemeinden, und viele Indigenas, von Bildung, medizinischer Versorgung, den grundlegendsten öffentlichen Diensten sowie angemessener Ernährung, ausgeschloßen werden. Es verletzt mich, daß statt ihnen Würde anzubieten, alles was sie je erhalten haben, Gleichgültigkeit, Diskriminierung, Rassismus, Verachtung und sogar Vergessen gewesen ist." Zusätzlich sagte er, daß sich die "Vertretung" der indigenen Bevölkerung, "gleich gegenüber" seines eigenen Büros befinden wird, "um uns jeden Tag an ihre Existenz und ihren Forderungen zu erinnern." Die Demokratie des Landes wird solange unvollkommen bleiben, wie die indigenen Völker weiterhin diskriminiert und ausgegrenzt sein werden. Nationaler Fortschritt wird unausreichend sein, solange Armut, Hunger und Marginalization noch existieren. Die Gesetzesvorlage von 1996 Der legislative Vorschlag bezüglich indigener Angelegenheiten, die von der Cocopa gegen Ende des Jahres 1996 veröffentlicht wurde und auf das Abkommen von San Andrés beruht, gibt den indigenen Völker ihr Recht zur Selbstbestimmung zurück, und daraus folgend, die Autonomie um innerhalb des Mexikanischen Staates, ihre eigenen Formen von Koexistenz und soziale, wirtschaftliche, politische und kulturelle Organization zu definieren. Die Gesetzesvorlage der Cocopa, die bisher dem Kongress noch nicht formell vorgelegt worden ist, würde eine Änderung des 4. und 115. Artikels der Verfassung erforderlich machen. Um das neue Gesetz zu ermöglichen würden aber auch fünf andere Artikel - 18, 26, 53, 73 und 116 - modifiziert weden müssen. Das Dokument beinhaltet, daß die Gemeinden und Stadtkreise, die sich der indigenen Bevölkerung als zugehörig betrachten, das Recht haben werden, "im Einklang mit ihren eigenen politischen Geowhnheiten, ihrer Traditionen, ihrem Verfahren bei den Wahl von Autoritäten und Vertretern, und für die Ausübung ihrer eigenen Form von internen Regierungsformen, innerhalb eines Rahmens das die Einheit des nationalen Staates gewährleistet" Als "indigene Bevölkerung" definiert die Cocopa all jene "die von der Bevölkerung abstammen die dieses Land zu Beginn der Kolonisation und vor der Festlegung der Grenzen des Mexikanischen Staates, bewohnten, und die, mit welchem Anspruch auf Legalität auch immer, ihre eigenen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Institutionen, oder nur ein Teil von diesen, bewahrt haben. Die Gesetzesvorlage erkennt ebenfalls das Recht der Indigenas auf kollektiven Zugang und Nutzen der natürlichen Resourcen ihrer Ländereien und Gebiete an, "unter welchen man die Gesamtheit der Habitate, die von der indigenen Bevölkerung benutzt oder bewohnt werden, mit Außnahme der Gebiete, die direkt der Kontrolle der Nation unterstehen.
gepostet von: mexiko-plattform@gmx.at Chiapas: SOCAMA-Funktionäre als Anführer der paramilitärischen "Bande" "Paz y Justicia" verhaftet. Für Transfair wieder kein Thema? Am 27. Oktober haben mexikanische Sicherheitskräfte 11 Anführer der paramilitärischen Organisation "Paz y Justicia" verhaftet, die seit1995 für zahlreiche Morde an Oppositionellen, sowie für die Plünderungund Vertreibung unabhängiger Gemeinden im Norden von Chiapasverantwortlich ist. Mit den Verhaftungen erfüllt der mexikanische Staat auch einen Teil der Bedingungen der zapatistischen Befreiungsarmee EZLN für die Wiederaufnahme des Dialogs. Zwei der Verhafteten - der frühere Abgeordnete der ehemaligen Staatspartei PRI Samuel Sanchez Sanchez und der Gemeindevorsteher Marco Albino Torres - gaben an, daß "Paz y Justicia" ein Teil der Bauern- und Lehrerorganisation SOCAMA (Solidaridad Campesino-Magisterial) sei. SOCAMA hat seit der Präsidenschaft von Salinas de Gortari eine besondere staatliche Förderung erhalten. Diese Förderung hat sich für die SOCAMA augenscheinlich gelohnt: Heute ist SOCAMA eine der größten Waldeigentümer im Süden Mexikos. Gleichzeitig kontrolliert sie bedeutende Kaffeeanbauflächen: So wird z.B. die Biokaffeegenossenschaft UDEPOM, die auch den deutschen Biomarkt beliefert, von SOCAMA-Funktionären geleitet. Das der ökonomische und politische Erfolg nicht allen Mitgliedern der SOCAMA zu Gute kommt, zeigt sich dadurch, daßes innnerhalb der SOCAMA in letzter Zeit zu Konflikten um den Verbleib staatlicher Fördergelder gekommen ist. Als die Chiapas-Kaffee-Kampagne vor knapp zwei Jahren auf die Verbindungder von Transfair lizensierten Genossenschaft UDEPOM zur SOCAMA hinwies,schwieg sich Transfair bei seiner Verteidigung der Genossenschaft über ebendiesen Sachverhalt aus. Die aktuellen Verhaftungen scheinen zu belegen, daß nun selbst beim mexikanischen Staat, der jahrelang die Vorfeldorganisationen der paramilitärischen Gruppen protegierte, ein Umdenkungsprozeß einsetzt. Wie lange wird es bei Transfair noch dauern, bis in dem Zertifizierungs-verfahren auch die politischen Verbindungen der Partnerorganisationenuntersucht werden? Es gibt in Chiapas genügend Kleinbauerngruppen, die dem paramilitärischen Terror ausgesetzt sind und kaum Förderungen durch den mexikanischen Staat erhalten, wie z.B. die Kaffeegenossenschaften Maya Vinik der zivilgesellschaftlichen Vereinigung Las Abejas, die durch das Massaker von Akteal traurige Berühmtheit erlangt hat oder Mut Vitz, von der bereits in diesem Jahr 8 Mitglieder ermordet wurden. Warum hat sich Transfair inseiner Arbeit bislang nicht verstärkt diesen Gruppen zugewandt?
gepostet von: mexiko-plattform@gmx.at 2 urgent actions zu Mexiko Liebe Freunde, vom ökumenischen Büro für Frieden und Gerechtigkeit haben wir 2 urgent actions zugeschickt bekommen, die wir Euch weiterleiten wollen, damit Ihr Euch daran beteiligen könnt. Die Briefe sind bereits auf spanisch übersetzt und so formatiert, dass Ihr sie nur noch ausdrücken und unterschreiben müsst. Viele Grü?e Priska URGENT ACTION *Mexiko: Militärkaserne in Gemeindeland des Dorfes Amador Hernandez Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Freundinnen, Durch unsere Partnerorganisationen in Mexiko sowie verschiedene Mailnachrichtenverteiler wurden wir über einen in diesen Monat erlassenen Dekret der mexikanischen Regierung informiert, womit das Gemeindeland der Dorfes Amador Hernandez enteignet wurde. Diese Felder sind vor mehr als einem Jahr von der Armee besetzt worden, die trotz massiver Proteste der Zivilbevölkerung weiterhin dort blieb. Ein solches präsidentiales Dekret ist verfassungswidrig und verstärkt das Gefühl der Machtlosigkeit der Indigenabevölkerung gegenüber der militärischen Besetzung. Diese nicht legale Enteignung des Gemeindelandes durch die Armee wurde im nachhinein durch dieses Regierungsdekret legitimiert; gleichzeitig wurden die dem Militär vorgeworfenen Menschenrechtsverletzungen ignoriert. Wir bitten Sie dringend beiligenden Protestbrief an die Regierung zu schicken, indem wir die mexikanische Regierung an das mexikanische Grundgesetz erinnern, das die Enteignung von Gemeindeland nur wenn die Interesse der Allgemeinheit es erfordert, gerechtfertigt. Wir denken, da? gerade jetzt und in Chiapas mit der massiven militärischen Präzenz und die sehr umstrittene Rolle des Militärs, die Interesse der Allgemeinheit an einer neuen Kasserne mehr als fraglich ist. Weiterhin sind diese Felder innerhalb des Wohngebietes des Dorfes, was dem Grundverfassungsgesetz, Artikel 7 wiederspricht. Wir bedanken uns herzlich für ihre Unterstützung und hoffen, mit diesem Brief dazu beitragen zu können, die Aufmerksamkeit der internationale Gemeinde zu den Konflikt in Chiapas der mexikanischen Regierung erneut zu zeigen. Mit herzlichen Grüssen Dr. Ernesto Zedillo Ponce de Leon Presidente de los Estados Unidos Mexicanos Palacio Nacional Primer Piso, Col. Centro 06067 MÈxico, D.F. Munich, Alemania 13-11-00 Honorable Senor Presidente: Con esta carta queremos hacerle llegar nuestra rotunda protesta y preocupaciÛn por la expropiaciÛn de las tierras ejidales de la comunidad de Amador Hern·ndez. Que esta medida haya sido adoptada por un decreto de su gobierno nos parece repudiable, tanto m·s cuando una expropiaciÛn solamente puede tener lugar por motivos de utilidad p?blica conforme al art. 27 de la constituciÛn de su paÌs. Adem·s de esto, el art. 129 de la ConstituciÛn mexicana establece que los cuarteles han de estar situados fuera de las poblaciones, en el caso del egido expropiado no se da este supuesto. Nos parece un contrasentido que en una regiÛn de tan elevada presencia militar y en la que, desgraciadamente el ejÈrcito se ve tan frecuentemente involucrado en actividades que conculcan las garantias y derechos fundamentales de los habitantes de la zona, se vea como un acto de utilidad social la construcciÛn de un cuartel. DespuÈs de que los militares han ocupado ilegalemente estos terrenos durante un aÒo y dos meses conculcando la legislaciÛn de su paÌs, y enfrentando masivas protestas por parte de la poblaciÛn civil afectada, el acto oficial de expropiaciÛn constituye el refrendo de semejante actuaciÛn al margen de la ley. Por todo esto apelamos a su voluntad de contribuir con su polÌtica a un pacÌfico cambio de gobierno y de hacer cumplir la constituciÛn mexicana, rog·ndole de la manera m·s encarecida que se revoque el decreto expropiatorio, que los terrenos sean devueltos al municipio que es su legÌtimo propietario y que el ejÈrcito se retire los mismos. Atentamente le saluda c.c.p. c.c.p: Lic. Jorge Madrazo Cuellar, Procurador General de la Rep?blica, Gral. Enrique Cervantes Aguirre, Secretario de la Defensa Nacional; Dr. JosÈ Luis Soberanes Fern·ndez, Presidente de la ComisiÛn Nacional de Derechos Humanos (CNDH); S.E. Herrn Roberto Emilio Friedrich Heinze, Embajada de MÈxico, SecretarÌa TÈcnica de la Red Nacional de Organismos Civiles de Derechos Humanos (Todos los Derechos para Todos) Adressenliste: Lic. Jorge Madrozo Cuellar Procurador General de la Rep?blica Fax: (0052) 5 346 0906 Gral. Enrique Cervantes Aguirre Secretario de la Defensa Nacional SecretarÌa de la Defensa Nacional Blvd. Manuel ‡vila Comacho esquina Avd. Industria Militar S/N Col. Lomas de Sotelo MÈxico D.F. Fax: (00 52) 5 346 0906 eMail: ofproc@pgr.gob.mx Dr. JosÈ Luis Soberantes Fern·ndez Presidente de la ComisiÛn Nacional de Derechos Humanos (CNDH) PerifÈrico Sur 3469. 5o piso Col. San JerÛnimo LÌdice MÈxico D.F. Fax: (0052) 5681 9239; (0052) 5 135 0595 eMail: correo@cndh.org.mx S.E. Herrn Roberto Emilio Friedrich Heinze Kanzlei der Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten Kurfürstendamm 72 10711 Berlin Fax: 030 327 711 21 eMail: rfaemb@edina.xnc.com "Todos los derechos para todos" SecretarÌa TÈcnica Apartado Postal 7 - 1479. Col. Roma. C.P. 06700 MÈxico D.F. Tel: (52) 5 207 1824 Fax: (52) 5 207 9316 redtdt@laneta.apc.org http://www.redtdt.org.mx URGENT ACTION *Mexiko: Sorge um die Sicherheit des Einwohner von ChenalhÛ, insbesondere der vertriebenen Bevölkerung in den Gemeinden Acteal, PolhÛm, X`oyep, Yibeljoj und Tzachach`en. München, Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde und Freundinnen, Unsere Partnerorganisationen in Mexiko haben uns über einen alamierenden Anstieg von Aktionen seitens der Paramilitärs in den oben genannten Gemeinden informiert. In den letzten Tagen entstand in den Gemeinden ein Klima des Terrors, nachdem Paramilitärs mündliche Drohungen und Schüsse abgaben, die Stra?en sperrten, nächtliche Treffen abhielten und ein erhöhter Funkverkehr zwischen den Mitgliedern der Paramilitärs stattfand. Wir fürchten darum sehr um die Sicherheit der Einwohner, insbesondere der Vertriebenen und Flüchtlinge, die in den oben genannten Gemeinden leben. Wir bitten Sie dringend beiligenden Protestbrief an die Regierung zu schicken, indem wir die mexikanische Regierung an die Abkommen erinnern, die die Sicherheit dieser Personen garantiern, sie auffordern, mittels der regionalen und gemeindeweiten Behörden diese Sicherheit auch zu gewährleisten und sie darauf hinzuweisen, dass die Massaker der letzten Jahre in der internationalen Aufmerksamkeit präsent sind und eine Wiederholung derartiger Vorfälle unbedingt verhindert werden muss. Wir bedanken uns herzlich für ihre Unterstützung und hoffen, mit diesem Brief dazu beitragen zu können, dass sich die Situation in Mexiko entschärft. Mit lieben Grüssen Susana Nistal Vill·n und Nicola Philipp Dr. Ernesto Zedillo Ponce de LeÛn Presidente de los Estados Unidos Mexicanos Palacio Nacional Primer Piso, Col. Centro 06067 MÈxico, D.F. Munich, Alemania, 13-11-00 Honorable seÒor Presidente: Nos dirigimos a Usted para expresarle nuestra preocupaciÛn por la seguridad y la integridad fisica y psiquica de los habitantes del municipio de ChenalhÛ, en particular de la poblaciÛn desplazada que se encuentra en los campamentos de PolhÛ, Acteal, X¥oyep,Yibeljoj y Tzajach¥en. En los pasados dias 11 y 12 de este mes han tenido lugar graves amenazas por parte de grupos paramilitares contra familias recientemente reubicadas en las cercanÌas de Yibeljoj, asÌ como a miembros de las arriba mencionadas comunidades. Diversas organizaciones de Derechos Humanos que trabajan en la zona nos han confirmado el alarmante incremento de actividad de los grupos paramilitares en esta zona. En forma de encuentros nocturnos, comunicaciÛn por radio, disparos y bloqueos de carreteras unidas a las amenazas verbales se est· creando un clima de extremada tensiÛn y de terror entre la poblaciÛn indÌgena de la zona afectada. Le recordamos el compromiso del gobierno mexicano de garantizar la integridad personal y la protecciÛn de los desplazados internos en cumplimiento del art 5 de la ConvenciÛn Americana sobre Derechos Humanos y del Principio 3 de los Principios Rectores de los Desplazados Internos. Por todo ello encomiamos a la mayor urgencia a su gobierno a cumplir directamente y a hacer cumplir por medio de las autoridades regionales y municipales, con la obligaciÛn de velar por la seguridad de la poblaciÛn y en especial de aquella que se encuentra en tan grave situaciÛn de riesgo como la actual. Estamos convencidos de que su gobierno no desea que a la terminaciÛn de su mandato tengan lugar de nuevo hechos tan lamentables como las masacres de aÒos pasados que todos tenemos en la memoria, por ello le rogamos adoptar a la mayor urgencia una decidida iniciativa que reprima actos de violencia o atemorizaciÛn de la poblaciÛn civil. Atentamente le saluda c.c.p. c.c.p: Lic. Jorge Madrazo Cuella, Procurador General de la Rep?blica, Gral. Enrique Cervantes Aguirre, Secretario de la Defensa Nacional; Dr. JosÈ Luis Soberanes Fern·ndez, Presidente de la ComisiÛn Nacional de Derechos Humanos (CNDH); S.E. Herrn Roberto Emilio Friedrich Heinze, Embajada de MÈxico, SecretarÌa TÈcnica de la Red Nacional de Organismos Civiles de Derechos Humanos (Todos los Derechos para Todos) Adressenliste: Lic. Jorge Madrozo Cuellar Procurador General de la Rep?blica Fax: (0052) 5 346 0906 Gral. Enrique Cervantes Aguirre Secretario de la Defensa Nacional SecretarÌa de la Defensa Nacional Blvd. Manuel ‡vila Comacho esquina Avd. Industria Militar S/N Col. Lomas de Sotelo MÈxico D.F. Fax: (00 52) 5 346 0906 eMail: ofproc@pgr.gob.mx Dr. JosÈ Luis Soberantes Fern·ndez Presidente de la ComisiÛn Nacional de Derechos Humanos (CNDH) PerifÈrico Sur 3469. 5o piso Col. San JerÛnimo LÌdice MÈxico D.F. Fax: (0052) 5681 9239; (0052) 5 135 0595 eMail: correo@cndh.org.mx S.E. Herrn Roberto Emilio Friedrich Heinze Kanzlei der Botschaft der Vereinigten Mexikanischen Staaten Kurfürstendamm 72 10711 Berlin Fax: 030 327 711 21 eMail: rfaemb@edina.xnc.com "Todos los derechos para todos" SecretarÌa TÈcnica Apartado Postal 7 - 1479. Col. Roma. C.P. 06700 MÈxico D.F. Tel: (52) 5 207 1824 Fax: (52) 5 207 9316 redtdt@laneta.apc.org http://www.redtdt.org.mx
gepostet von: mexiko-plattform@gmx.at Sind die Zapatisten Geschichte? ´ Vorbemerkung seitens der Chiapas98-Liste: 1. Der Autor des nachstehenden Artikels, der in Mexico lebende US-Amerikaner John Ross, ist als Autor des einflussreichen pro- zapatistischen Buches "Rebellion from the Root" (Common Courage Press 1995) bekannt, dass vor 2-3 Jahren als "eines der wenigen wissenschaftlichen Buecher über die Zapatistas" bezeichnet wurde. 2. Wie es mit dem Schweigen der EZLN weitergeht, wird sich in Kuerze klarer zeigen: Einer Meldung von Nuevo Amanecer Press vom 22.11.00 zu Folge hat Fox erneut erklaert, dass die erste Amtshandlung nach seiner Inauguration am 01.12.00 sein wird, den COCOPA-Vorschlag zur Umsetzung des Abkommens von San Andres an den mexikanischen Kongress formell zu uebergeben. Dabei hat er betont, das es sich um den Original-COCOPA- Vorschlag handeln wird und nicht um die verballhornten Varianten von Zedillo bzw. von der PAN. Laut einer Presse-Erklaerung von Fox werden die weiteren Schritte seines "strategischen Plans fuer Chiapas sein: - Rueckkehr aller Akteure an den Verhandlungstisch - entschiedene Arbeit zur Eliminierung der "guardias blancas" (paramilitaerische Gruppen) - Bildung, Gesundheitsfuersorge, Strassen und andere Formen der Entwicklung fuer jede einzelne Kommune in Chiapas. Nun aber der inzwischen 4 Wochen alte Poonal-Artikel von John Ross: AUS: Deutsche Ausgabe des wöchentlichen Pressedienstes lateinamerikanischer Agenturen Nr. 453 vom 27. Oktober 2000 Sind die Zapatisten Geschichte? - Nicht einmal der Niedergang der ehemaligen Regierungspartei PRI bringt Subcommandante Marcos dazu, sein Schweigen zu brechen Von John Ross (Mexiko-Stadt, 23. Oktober 2000, na-Poonal).- Vier Monate ohne ein einziges öffentliches Wort der Generalkommandantur des Zapatistischen Befreiungsheeres (EZLN) sind vergangen, obwohl die Ereignisse dieser Zeit alles andere als alltäglich waren. Seit dem letzten Kommunique am 19. Juni, in dem Marcos, Pressesprecher der EZLN, eine andauernde Militärinvasion anprangerte, hat die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) die Präsidentschaft an die Partei der Nationalen Aktion (PAN) verloren, und der Kandidat der Opposition, Pablo Salazar, die PRI bei den Gouverneurswahlen in Chiapas, überflügelt Nicht einmal diese Ereignisse entlockten der EZLN eine Antwort. Obwohl der gewählte Präsident, Vicente Fox, den Rückzug des Militärs vorgeschlagen hat und dem Kongress die 1996 zwischen Rebellen und der damaligen Regierung von Ernesto Zedillo ausgehandelten Abkommen aushändigte, hüllen sich die Zapatisten weiterhin in Schweigen. Bei dieser absoluten Funkstille stellt sich die Frage: Sind die Zapatisten Geschichte? Es sind wenige Besucher dieser Tage, die sich auf den gewundenen Weg, der nach La Realidad führt, begeben. La Realidad ist der bekannteste zapatistische Vorposten in den Tiefen des Lakandonischen Urwaldes. Die ausländischen Korrespondenten, die sonst Wochen auf einen Interviewtermin mit Subcomandante Marcos warteten, sind bereits nicht mehr da. Sogar die Tageszeitung La Jornada, einst als "zapatistische Zeitung" bezeichnet, ist zu Fronten aufgebrochen, an denen mehr los ist. Aber trotzdem die Comandantes schweigen, gibt es für die autonomen Gemeinden im Urwald und in den Bergen immer noch genug Grund, sich über die Machenschaften der PRI, des Militärs und derjenigen, die sich einmal "Verbündete" nannten, zu beschweren. Es ist das, was die EZLN den "Krieg gegen das Vergessen" nennt. Eine der besorgniseregendsten war in diesem Zusammenhang die Beschwerde gegen die Ländliche Assoziation Kollektiver Interessen (ARIC), ehemalige Verbündete der EZLN, weil diese sich geweigert hatte, der Autonomen Gemeinde Francisco Gómez Land zuzuteilen. Derartige Streitigkeiten zeigen die ernsten Zwistigkeiten innerhalb der rebellischen Basisgemeinden auf. Die Anschuldigugen finden deutlich auf lokaler Ebene statt, ohne die Analyse und die Vision der Kommuniques von Marcos, die das Land fesselten. Dabei ist die jetzige Stille nicht das erste Schweigen, das die EZLN in die Länge zieht. Während der zehn vorangegangenen Jahre seit der Erhebung am 1. Januar 1994, nutzten die Rebellen die Stille, um sich geheim vorbereiten zu können. Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit der Regierung Zedillo im Januar 1997 aufgrund der Entscheidung des Präsidenten zu den Rechten der Indigenas beendeten die Führer der EZLN die Gespräche für 18 Monate. Diese andauernde Stille wurde damals mit einem Feuerwerk von Kommuniques beendet, die der fünften (und letzten) Deklaration aus der Selva Lacandona im Juli 1998 kulminierte. Während der Funkstille sah sich Marcos nur das Massaker an 46 Tzotzil-Indianern, die Mitglieder der EZLN waren und durch Paramilitärs der PRI umgebracht wurden, veranlaßt, seinen Stift zu benutzen. "Das Schweigen ist eine Waffe der Indigenas", schrieb er damals und bezog sich darauf, dass die eingeborenen Völker von jeher einem Gespräch entzogen, wenn sie sich von den Regierungen bedroht sahen. "Wir haben alles gesagt, was wir sagen mussten" erklärte Marcos in La Jornada. "Wir haben entschieden, Zedillo reden zu lassen bis alle es müde sind, ihm zuzuhören." Der Pressesprecher der Rebellen fügte hinzu, dass das Schweigen den Zapatisten geholfen hätte, sich zuzuhören und zu entscheiden, was zu tun sei. Allerdings gab er auch zu, dass die EZLN den Kontakt zu nationalen und Unterstützergruppen verloren habe, "als wir uns in unser U-Boot setzten". Letztlich konnte die EZLN den durch die Abwesenheit in der Öffentlichkeit verlorenen Boden niemals wieder gut machen. Während des letzten Jahres, in dem die Wahlkampfkampagne zur Wahl des Präsidenten lief, verschwanden die Aufständischen völlig von der Bildfläche der Medien. Das aktuelle Schweigen hat die EZLN zusätzliche Minuspunkte in den Nachrichten eingebracht. Wenn die Verwaltung von Fox die Verhandlungen über die Menschenrechte und andere Themen wieder aufnimmt, sind die Zapatisten dazu gezwungen, die breite Unterstützung, die der Schlüssel zur Durchsetzung von Forderungen war, wieder aufzubauen. Über Jahre hinweg kritisierte Subkomandante Marcos die Machthabenden und klagte die Ungerechtigkeiten einer Partei, die seit mehr als sieben Jahrzehnten an der Macht war, an. Seine Veröffentlichungen stimulierten die öffentliche Debatte und bedeuteten einen frischen Windstoß des durch die Kontrolle der PRI eingeschränkten politischen Systems. Ohne die genialen Kommentare von Marcos ist das politische Leben Mexikos langweilig. Fern sind der legendäre Bischof und Befreiungstheologe aus San Cristóbal de Las Casas, Samuel Ruiz und sein Wunschnachfolger Raúl Vera. Ruiz wird vom Vatikan in den Ruhestand geschickt und Vera durch die katholische Kirche ins Exil in eine nördliche mexikanische Wüste verdammt. Zedillo, unter dessen Präsidentschaft sich der zapatistische Aufstand entwickelte, wird in zwei Monaten von der politischen Bühne abtreten. Ebenso der Gouverneur von Chiapas, Roberto Albores. Mit ihnen wird der Verteidigungsminister, Enrique Cervantes, dessen Truppen einen fortwährenden Konfliktherd in Chiapas darstellten, gehen. Es bleiben nur die indigenen Gemeinden. Es gibt viele Vermutungen über das Schweigen der Zapatisten. Einige behaupten, dass die Bedingungen, die die EZLN gestellt hat - Rückzug des Militärs und Anerkennung der indigenen Rechte - erst erfüllt sein müssen, damit die Zapatisten ihr Schweigen brechen. Einige Beobachter wie der ehemalige Berater der EZLN, Luis Hernández Navarro, fragen sich, warum die EZLN ihre Energie mit den Versprechungen von Vicente Fox vergeuden sollten, da sich für die Bevölkerung der Selva und des Hochlands von Chiapas nichts geändert hat. Andere vermuten, dass der Geheime Indigene Revolutionsrat ernsthaft darüber gespalten ist, wie mit der neuen Situation nach der Abwahl der PRI umzugehen ist. Es gebe die Meinung, dass die Siege von Fox und Salazar den Krieg der EZLN überflüssig gemacht hätten. Allgemein wird angenommen, dass die Wahlergebnisse die Unterstützung der EZLN, des Revolutionären Volksheeres (EPR) und anderer Guerillagruppen geschmälert haben. Mit anderen Worten: die EZLN gehört zur Geschichte. Im eigentlichen Sinn hat die EZLN Geschichte geschrieben. Seit der Erhebung 1994 in den ersten Stunden des Inkrafttretens der Freihandelszone mit Nordamerika bis zu den Präsidentschaftswahlen bedeutete die zapatistische Rebellion fundamentale Veränderungen für Mexiko - das Debakel der PRI, die Anerkennung der indigenen Bevölkerung als vollwertige Bürger, die wachsende Kraft der Zivilgesellschaft und der Aufbau einer weltweiten Bewegung gegen den Neoliberalismus. Das derzeitige Schweigen bedeutet nicht das Ende der Rebellion. In Chiapas verharrt der Aufstand unter der Erdoberfläche bis er genügend Kraft gesammelt hat, wieder hervorzubrechen und das Schweigen zu brechen.
Bei der Einsendung mit dem Titel "Fünf Minuten für Gerechtigkeit" handelt es sich um einen "getarnten" Kettenbrief, dessen Inhalt und seine Richigkeit fragwürdig sind.
Redaktionsschluss:
Montag, 27. November 2000, 20:45 Uhr, jf.
Fehler möge frau/man mir nachsehen!