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Montag, 24. Mai 2004

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  Schickt uns bitte eure Nachrichten, Meldungen und Ideen per Email an: widerstand at no-racism.net
Oder via Webformular anonym an die gleiche Adresse: no-id.com
 
Archiv  
  Hier findet ihr das MUND-Archiv aller Aussendungen seit dem Februar 2000.  
Editorial  
 

Ziel des widerst at nd-MUND (MedienUnabhängiger NachrichtenDienst) ist die möglichst rasche Information über gesellschaftspolitisch relevante Termine, Hinweise und Diskussionsbeiträge zu Widerstand und Antirassismus sowie verwandten Themen ... -> weiter

 
Update  
  Die stehts aktualisierten Widerstandsseiten präsentiert von popo.at

 
     
 

powered by strg.at

 
 
   
INHALTSVERZEICHNIS  
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01 Depot-Programm: Woche ab 24. Mai
von: <depot-news (at) t0.or.at>
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02 Demonstration gegen "Pennälertag" - MKV droht mit Klage
von: <stopmkv (at) gmx.net>
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03 [SLP-Pressemeldung] Bitte um Bewerbung in ihrem Medium
von: <sonja (at) slp.at>
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04 Postbus 3 - Demo 26. mai 2004 - Bitte beteiligen !
von: <oesk (at) aon.at>
==================================================
05 Radio: Johannes Agnoli
von: <cafe.critique (at) gmx.net>
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06 [kinoki-mikrokino] di 25.5. KANAK TV ? lean back, go
forward. Mediale Anleitung für einen neuen Antirassismus
von: <p (at) kinoki.at>
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07 Network (USA, 1976) // mit Vortrag von Michael
Loebenstein
von: <howard.beale (at) monochrom.at>
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08 contextXXI-radio
von: <Heide.Hammer (at) episteme.at>
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09 Ankuendigung: CROPfm BIG BROTHER NEWS #25: Linux-Initiative
von: <newsletter (at) bigbrothernews.org>
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AKTIONEN DER VERGANGENEN TAGE
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10 united aliens newsletter 04/02y
von: <pot (at) unitedaliens.at>
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11 21.Mai: Demo wg. des Polizeiueberfalls aufs EKH und
den rassistischen Verhaftungen
von: <raw (at) raw.at>
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MELDUNGEN UND KOMMENTARE
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12 Genua -- Nato-Gipfel Istanbul
von: <gipfelsoli-l (at) lists.nadir.org>
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13 bericht von antirassistischer demo am 21. mai 2004
von: <fewor (at) no-racism.net>
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14 Achtung - Desinformation !
von: <asyl-in-not (at) asyl-in-not.org>
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15 Assad will syrische Kurden einbürgern
von: <wadi_wien (at) hotmail.com>
==================================================
16 .S. Soldiers Raid Chalabi's Home in Iraq
von: <wadi_wien (at) hotmail.com>
==================================================
17 Reaction and Counter-Reaction to the Abu Ghureib
Abuses in the Arab Media
von: <wadi_wien (at) hotmail.com>
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18 Gewalt für den Gottesstaat
von: <wadi_wien (at) hotmail.com>
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AKTIONEN WELTWEIT
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19 PAZAHORA.ORG · 24 de Mayo, lunes. Dia internacional
de las mujeres por la paz.

von: <pazahora (at) pazahora.org>
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REDAKTIONELLES  
 

Diese Ausgabe hat Vlatka Frketic widerstand at no-racism.net zusammengestellt
Für diese Ausgabe nicht aufgenommen: spam und co.

 
  Bei weiteren Fragen bitte zuerst unser Editorial lesen.  
     
INHALT  
 


 
     
   
   
   
       
       
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01 Depot-Programm: Woche ab 24. Mai
von: <depot-news (at) t0.or.at>
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Montag, 24. Mai, 19.00
KRACH
Zeitschriftenpräsentation
KRACH ist die Zeitung der Studierenden an der Akademie der bildenden Künste
Wien
und versteht sich als partizipatives Informationskunstwerk, das das
vielfältige
Schaffen und Wirken rund um die Akademie abbildet. Zwischen trashigem
Fanzine
und kritischer Kunstzeitung beäugt KRACH Entwicklungen in Kultur- und
Bildungspolitik sowie gesellschaftliche Prozesse. Mit einer Auflage von 1500
Stück bleibt KRACH zwar der lokalen Szene verhaftet, beschränkt sich deshalb
aber nicht thematisch auf das Leben und Wirken von StudentInnen.
Lukas Tagwerker, Öffentlichkeitsreferent
Mitglieder der Redaktion

Dienstag, 25. Mai, 19.00
Ja die Jury
Diskussion und Präsentation
Der experimentelle Spielfilm "Kuratel" von t.a.s.c., ohne Subventionen
produziert, setzt sich mit dem facettenreichen Themenfeld der demokratischen
Entscheidungsfindung anhand einer fingierten Wettbewerbsjury auseinander.
Jurien werden oft als transparente Methoden zur Feststellung von Qualitäten
hochgelobt. Wer aber den tatsächlichen Verlauf einer Sitzung aus der Nähe
betrachtet, kann ein Lied davon singen, wie Eitelkeiten ausgetauscht und
Kompromisse ausgehandelt werden. Da geht nichts ohne szeneinternes
Namedropping, ohne vorproduzierte Meinungen und kleine Gehässigkeiten. Ein
ganz
gewöhnlicher gruppendynamischer Prozess also, bei dem als Preisträger nicht
selten Leute geehrt werden, die manchesmal nur die Spielkarte einer Partei
in
der Jury waren.
Eva Adler, Gruppenanalytikerin
Albert Müller, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien
Kuratel. Experimentalspielfilm von t.a.s.c. (Höfler, Kronheim, Lava), 2002,
70
min., wird anschließend vorgeführt.

Mittwoch, 26. Mai, 19.00
Das gleiche Theater für andere
Wie kann sich Theater von Zugewanderten in einer hegemonialen Kulturszene
wie
der österreichischen positionieren? Einerseits soll die ethnische Herkunft
bewusst als Beitrag zur Vielfalt betont werden. Und dafür braucht es nicht
nur
finanzielle Sicherheiten und geeignete Spielorte, sondern auch die
Aufmerksamkeit der Medien und das Prestige innerhalb der Theaterszene.
Andererseits richtet sich so ein Theater nicht nur an ein spezifisches,
ethnisches Publikum - sondern an alle. Also nicht zuletzt auch an das
Publikum
der endemischen Kultur. Und da tragen nun Begriffe wie "Theater von
MigrantInnen" oder "Multikulti-Theater" zu einer stigmatisierenden
Nischenbildung bei, die der Integration eher abträglich ist. Bleibt das
"MigrantInnen-Theater" weiter haltbar, ist es als Kategorie gar unabdingbar?
Aret Güzel Aleksanyan, Interkult-Theater
Gabriele C. Pfeiffer, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft,
Uni-Wien
Günther Lackenbucher, Kuratorenkollegium
Christa Stippinger, Roma-Theater-Exil
Moderation: Ülkü Akbaba, Regisseurin, Vizepräsidentin des Wiener
Integrationsfonds

Freitag, 28. Mai, 19.00
Schriftstellerinnen in Österreich
In den wenigen vorliegenden Studien zur sozialen Lage der Künstlerinnen in
Österreich wird die Situation der Schriftstellerinnen nur am Rande
behandelt.
Für ihre Diplomarbeit hat Annemarie Türk über fünfzig Autorinnen aus
Österreich
zu ihrer Lebens- und Arbeitssituation befragt. Werden Autorinnen zum
Beispiel
am Markt anders präsentiert? Darüber hinaus wurden öffentliche Förderungen,
vor
allem aber Wettbewerbe und Literaturpreise auf geschlechtsspezifische
Diskriminierungen hin analysiert.
Annemarie Türk, KulturKontakt, Bereichsleitung Kulturförderung und
Sponsoring:
Leben auf dünnem Eis. Zur Lebens- und Arbeitssituation von
Schriftstellerinnen
in Österreich. Diplomarbeit Feministisches Grundstudium, Wien-Strobl 2003.Depot
Breite Gasse 3
1070 Wien
tel. +43 1 522 76 13
www.depot.or.at

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02 Demonstration gegen "Pennälertag" - MKV droht mit Klage
von: <stopmkv (at) gmx.net
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Protestaktion gegen "Pennälertag"
Utl.: Mittelschüler Kartellverband droht mit Klage
Am 30. Mai wird in Baden eine Kundgebung des Bündnis "stopMKV" mit
Demonstration gegen den "Pennälertag" des Mittelschüler Kartellverband (MKV)
stattfinden. Der MKV-Vorsitzende Helmut Schmitt droht bereits mit Klage und
zieht das Recht auf Versammlungsfreiheit in Zweifel. Auftaktkundgebung:
12.30 Uhr, Platz vor dem Bahnhof Baden (NÖ).
Mehr Infos: http://www.no-racism.net/stopMKV
MKV schlägt um sich
Teile des MKV scheinen nervös zu werden, wenn sie mit Kritik konfrontiert
sind. Der Vorsitzende des MKV, Helmut Schmitt, droht in einem
E-Mail bereits mit "rechtlichen Schritten". Er wirft dem Bündnis
"Missbrauch" des Grundrechts der Versammlungsfreiheit vor und zieht dieses
damit in Zweifel.
Besonderen Unterhaltungswert hatte eine Aussendung gegen "eine Demonstration
linksradikaler Gruppierungen" des MKV-NÖ, die am 2. Mai veröffentlicht, kurz
danach jedoch aus unerklärlichen Gründen wieder vom Netz genommen wurde.
Schüssels Fußtruppen
Der MKV ist ein Bindeglied im Netzwerk der rechtskonservativen "Elite"
Österreichs. Er steht dem Cartellverband (CV) nahe. Dieser fordert in
seinem Entwurf für die neue österreichische Verfassung ein Verbot des
Rechts auf Schwangerschaftsabbruch. Um künftig der Regierung den
Sozialraub und Angriffe auf ArbeiterInnen zu erleichtern, wollen sie
überdies ein Streikverbot durchsetzen. Der MKV steht für Elitenbildung und
Sozialabbau. Es sind die Fußtruppen Schüssels. Viele ÖVP-Politiker (z.B. der
notorische Rechtsaußen Andreas Kohl) kommen aus dem MKV.
Austrofaschismus und Antisemitismus
Der MKV war er eng mit der österreichischen Variante des Faschismus, dem
Austrofaschismus, verbunden. Darüber hinaus sind viele spätere
NSDAP-Mitglieder aus den Reihen des MKV hervorgegangen. Ein berühmtes
Beispiel ist Taras Borodajkewycz, der katholisch korporiert (CV) war und
1934 Mitglied der damals illegalen NSDAP wurde. Der künftige
Bundespräsident Heinz Fischer war Anfang der 60er Jahre gegen diesen Mann
aktiv. Auch der austrofaschistische Diktator Dollfuß war "Verbindungsbruder"
im MKV. Er setzte sich seinerzeit für den Ausschluss der Juden aus den -
seitdem - katholischen Verbindungen ein. Und auch weiterhin werden im MKV
antisemitische Traditionen gepflegt. In der Verbandszeitung der
MKV-Verbindung Borussia war zu lesen: "Ich traue einem fanatischen Judentum
zu, wieder Gefahr in diese Welt zu bringen".
Die Auftaktkundgebung des Bündnis "stopMKV" wird am 30. Mai um 12.30 Uhr am
Platz vor dem Bahnhof Baden beginnen.
Mehr Informationen und Hintergründe auf: http://www.no-racism.net/stopMKV


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03 [SLP-Pressemeldung] Bitte um Bewerbung in ihrem Medium
von: <sonja (at) slp.at>
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Wir ersuchen Sie, die folgenden Veranstaltungen in ihrem Medium zu bewerben:
Veranstaltungsreihe mit Segun Sango (Nigeria) - Vorsitzender der National
Conscience Party in Lagos, Generalsekretär des Democratic Socialist
Movenment und Vorstandsmitgliede der Campaign für Democratic and Workers
Rights in Nigeria.
Dienstag, 25. Mai um 18.30 in Wien
Die politische Situation in Nigeria: wie sich ArbeiterInnen und
Jugendliche
wehren
SLP und Vertrauenspersonenausschuss ÖBB Nordbahnstrasse laden ein
Wien 2., Nordbahnstrasse 50 (nähe Praterstern) - Lehrsaal 1 (Erdgeschoss)
Mittwoch, 26. Mai um 18.30 in Linz
Die politische Situation in Nigeria: wie sich ArbeiterInnen und
Jugendliche
wehren
SLP und Südwind Oberösterreich laden ein
KunstRaum Goethestrasse 22 (nähe Blumau)
Donnerstag 27. Mai um 17.30 in Salzburg
Keine Demokratie nach der Diktatur - Kein Wohlstand durch Öl
SLP und SWI Salzburg laden ein
Arbeiterkammer (nähe Bahnhof, nähe Mirabellplatz)- großer SaalRückfragen unter 0699-11 73 13 26
************
Sonja Grusch,
Sozialistische LinksPartei - SLP
Österr. Sektion des CWI
************

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04 Postbus 3 - Demo 26. mai 2004 - Bitte beteiligen !
von: <oesk (at) aon.at>
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Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Die Postbusbediensteten kämpfen gegen die Teilprivatisierung. Das Österr.
Solidaritätskomitee unterstützt deren Kampf. Eine Privatisierung der
Postbuss bzw. des öffentlichen Verkehrs bedeutet, dass entlegene
Verkehrsvebindungen letztlich eingestellt werden, dass der Fahkomfot für die
Reisenden schlechter wird genausol wie die Entlohnungs- und
Arbeitsbedingungen der Fahrer. Wer das nicht will, sollte sich mit den
Postbusbeschäftigten aktiv solidarisieren. Bitte kommt also zur
Demonstration am 26. Mai 2004. Ort und Details siehe unten.
Mit solidarischen Grüßen
ÖSK
W. Leisch
mailto:oesk (at) aon.at


Sent: Friday, May 21, 2004 1:11 PM
Subject: Postbus Demo 26. mai 2004Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kollegin, lieber Kollege,
liebe Freunde und Mitstreiter!
Am 26. Mai 2004 findet um 9 Uhr eine Aufsichtsratssitzung (Ordentliche
Hauptversammlung) der Österreichischen Postbus AG in 1040 Wien, Prinz
Eugen-Straße 8-10, statt. Der wichtigste Tagesordnungspunkt ist, dass nun
Verkehrsminister Gorbach massiven Druck ausübt, damit seine Klientel endlich
mindestens 30% (Dienststellen und Linien) der Firma Postbus erhält.
Natürlich alles ohne Ausschreibung. Dies soll nochmals im Aufsichtsrat
beschlossen werden. Da das Thema Teilprivatisierung Postbus in der
Öffentlichkeit schon etwas eingeschlafen ist, ist es unbedingt notwendig
eine ersten Schritt zu setzen. Weitere sind in Vorbereitung. Wir werden
daher am 26. Mai 2004 um 8.00 Uhr bis 10.00 Uhr vor der Unternehmenszentrale
der Österreichischen Postbus AG eine Demo gegen die Zerstörung der
Arbeitsplätze abhalten, Transparente und Plakate sind vorhanden.
Nun wende ich mich im Namen der Bediensteten der Postbus AG an euch alle:
Leider ist der Abwehrkampf gegen diese Raubpolitik dieser Regierung in allen
Bereichen (Pensionen, Gesundheit, Ausverkauf Post, Telekom,S) etwas
eingerostet und es ist besonders wichtig, wieder Kanten zu zeigen. Daher
meine Bitte an euch alle: Wenn ihr am 26. Mai 2004 Zeit habt, so kommt als
Solidaritätsbeweis zu dieser Demo und verständigt über eure
Informationsschienen alle Mitstreiter/innen, die das Herz am richtigen Platz
haben.
In diesem Sinne schicke ich euch im Namen der Personalvertreter Postbus ein
aufrichtiges Freundschaft.
Robert Wurm
Zentralausschuss Vorsitzender Postbus

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05 Radio: Johannes Agnoli
von: <cafe.critique (at) gmx.net>
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Radio Context XXI
Wien, Orange 94,0 Montags 13:00 - 14:00
Graz, Helsinki 92,6 Montags 10:00 - 11:00
Klagenfurt, AGORA 105,5 / 106,8 / 100,9 Donnerstags 19:00 - 20:00
Montag, 24. Mai bzw. Donnerstag, 27. Mai
Ein Staatsfeind mit Lehrstuhl
Michael Heinrich, Joachim Bruhn und Clemens Nachtmann zur Erinnerung an
Johannes Agnoli
Johannes Agnoli führte in seinen Schriften aus, warum der Staat
notwendigerweise ein Zwangsverhältnis darstellt, das für allerlei Dinge zu
gebrauchen ist, aber ganz sicher nicht für die Emanzipation der Menschen von
Herrschaft und Ausbeutung. Er wies ebenso geduldig wie unnachgiebig darauf
hin, dass es nicht um die Humanisierung des Kapitalverhältnisses geht,
sondern um dessen Überwindung. Gegen die heimtückische Frage, wo denn das
Positive bleibe, favorisierte Agnoli die Kraft der Negation und der
Subversion.
Eine Sendung von Stephan Grigat
http://www.contextxxi.at
___________________
28. bis 31. Mai 2004
Seminar der Studienrichtungsvertretung Politikwissenschaft
GRUNDLAGEN DER GESELLSCHAFTSKRITIK
in St. Radegund (bei Graz)
Das Seminar richtet sich an alle Interessierten. Fragen und Anmeldungen
bitte an
lili.r (at) gmx.at
http://www.univie.ac.at/politikwissenschaft/strv/
___________________
1./2. Oktober 2004
Bremen
Vorwärts - und viel vergessen. Fachtagung zur Geschichte sozialer Bewegungen
Kulturzentrum ParadoX, Bernhardstr. 12
Workshop mit Stephan Grigat am Samstag, den 2. Oktober 2004
"Danke, Gerhard!"
Johannes Agnolis Kritik an der Staatsfixiertheit sozialer Bewegungen und die
aktuelle Reintegration oppositioneller Bewegungen in den herrschaftlichen
Konsens
Johannes Agnoli unterschied zwischen einer fundamentalen und einer
integrierten Opposition. Die integrierte Opposition, die das bestehende
System konstruktiv mitgestalten möchte, geht in fast allen Fällen aus der
fundamentalen Opposition hervor. Aber nicht nur die integrierte, sondern
auch die Fundamentalopposition neigt dazu, die in der Gesellschaft
vorgegebenen politischen Regeln zu akzeptieren. Es wird gehofft, durch die
Akzeptanz dieser Regeln die Möglichkeit zu erhalten, die eigene radikale
Kritik einer größeren Öffentlichkeit bekannt und plausibel machen zu können.
Nach Agnoli wird dabei übersehen, daß die Kritik der politischen Regeln
ursprünglich zum integralen Bestandteil der inhaltlichen Kritik jeder
emanzipativen Fundamentalopposition gehörte. Mit der vermeintlich nur
formalen Anpassung vollzieht sich immer auch eine inhaltliche.
Die Aktualität von Agnolis Ausführungen zu den Folgen der
Institutionalisierung von Protest und Widerstand, von der Verparteilichung
und Parlamentarisierung von Subversion, läßt sich heute exemplarisch nicht
nur an der grünen Regierungspartei, die zu einem großen Teil aus den Neuen
Sozialen Bewegungen der 70er Jahre hervorgegangen ist, sondern auch an der
PDS demonstrieren. Ihrem Wesen nach ist sie eine ostdeutsche Protestpartei
mit sozialdemokratisch-nationaler Ausrichtung, dennoch ist sie trotz aller
bereits erfolgten Anpassungsleistungen noch nicht vollständig, das heißt
samt ihrer kompletten Anhänger- und Wählerschaft in das parlamentarische
System integriert. Die Politik der Parteiführung wie auch die Orientierung
der überwiegenden Teile der Anhängerschaft zeigen aber, daß die PDS auf dem
besten Weg ist, ein Paradebeispiel für die von Agnoli aufgezeigte
Wirkungsweise der Integrationsmechanismen von demokratischen Institutionen
zu werden.
Noch deutlicher wird die Aktualität von Agnolis Kritik am Staatsfetischismus
der Linken bei der globalisierungskritischen Bewegung, die sich schon heute
nicht nur in Form von Attac als alternativer Herrschaftsberater inszeniert.
Fast schon anachronistisch erscheint diese Kritik angesichts der
Friedensbewegung vor und während des Irakkriegs, in der die
Integrationsleistung von großen Teilen der Bewegung bereits im Vorfeld des
Protestes vollzogen wurde, eine soziale Bewegung im Schulterschluß mit der
Bundesregierung gegen einen äußeren Feind mobilisierte und sich beim
Bundeskanzler für seine Standhaftigkeit bedankte.
http://www.kritische-geschichte.de/
__________________________________
Leserbrief zu dem Artikel "Gequirrlter Schwachsinn" von Robert Misik
("Falter" 19/04), der im "Falter" 20/04 erschienen ist.
Robert Misik weigert sich aus einer Haltung der interessierten Abwehr
heraus, ein paar Dinge zur Kenntnis zu nehmen: etwa die Ausstrahlungskraft,
die der Nationalsozialismus in bestimmten Gesellschaften hatte und hat; oder
- nicht unabhängig davon - die Bedeutung, die der Antisemitismus in Europa
gewinnt.
Unter dem, was deutsch ist, versteht der gesunde (deutsche) Menschenverstand
eine fixe, erbliche Eigenschaft; für die antideutsche Kritik handelt es sich
aber um eine polit-ökonomische Konstellation, in der auf Vernichtung (als
Erlösung) gesetzt wird, während üblicherweise im Westen bestimmte Zwecke mit
bestimmten Mitteln verfolgt werden.
Misik stößt sich an Begriffen wie "islamische Nazis". Wie aber soll man
Gruppierungen nennen, die Kommunisten, emanzipierte Frauen, Liberale,
Homosexuelle und Juden hassen, Israel vernichten wollen, enge Kontakte zu
Nazi-Deutschland unterhalten haben und zu den heutigen Rechtsradikalen
unterhalten, "Mein Kampf" als Lektüre schätzen und gerne auch mal mit dem
Hitlergruß aufmarschieren?
Infam wird Misiks Text, wenn er behauptet, die jüdische Gemeinde sei bei dem
Übergriff auf die Gedenkkundgebung zum 9. November "zwischen die Fronten"
einer "Bandenfehde" geraten. Der Angriff der Antiimperialisten erfolgte auf
eine Kundgebung, die von jüdischen und linken Gruppierungen, antideutschen
Kommunisten und Einzelpersonen aus der IKG veranstaltet wurde. Und dieses
Bündnis hat sich gemeinsam und erfolgreich gegen die Angreifer zur Wehr
gesetzt, deren Ziel nicht ein paar Antideutsche waren, sondern die gesamte
Kundgebung.
Stephan Grigat und Gerhard Scheit für Café Critique
http://www.cafecritique.priv.at

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06 [kinoki-mikrokino] di 25.5. KANAK TV ? lean back, go
forward. Mediale Anleitung für einen neuen Antirassismus
von: <p (at) kinoki.at>
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hallo, kanak TV aus koeln rockt ottakring! die veranstaltung ist eine
weitere aktion der initiative FILME, DIE WIR NICHT SEHEN KOENNEN, die
bei der heurigen diagonale startete.
unten finden sich ausserdem die texte zu den beiden juni-terminen vom
mikrokino (7.6.: aktuelle videos von paper tiger tv, new york und
17.7.: kinoki in mexiko).
ganz unten findet sich das ganze programm von LIVING ROOM - SOHO, der
uebrigens morgen eroeffnet wird, sowie das programm einer PETER
LORRE-schau im filmmuseum.
ausserdem dokumentieren wir eine stellungnahme des
ERNST-KIRCHWEGER-HAUSES gegen einen polizeiüberfall letzte woche.
mit herzlichem gruss, kinok pKANAK TV – lean back, go forward
Mediale Anleitung für einen neuen Antirassismus
Videopräsentation und Gespräch mit Sun-ju Choi und Miltiadis Oulios von
Kanak TV Köln
Dienstag, 25. Mai 2004, 20 Uhr
Ort: Restaurant ETAP - im Hof
1160 Wien, Neulerchenfelder Straße 13
Im Rahmen von SOHO IN OTTAKRING 04|05 presents living room-soho
"Wir, Kanaken, produzieren die längst überfälligen Gegenbilder zu den
ewig gleichbleibenden Bildern von Migranten. Wir konterkarieren die
Bilder von den kriminellen Ghetto-Kanaken, schwitzenden Döner-Kanaken
oder stummen Kanakinnen mit Kopftuch, die symbolisch für unsere
Rückständigkeit und Unterdrückung stehen.
Kanak TV ist die Umkehrung des rassistischen Blicks. Aber wir wollen
nicht nur den rassistischen Blick und die festgelegten Bilder im Kopf
zu Tage bringen. Unser Fokus richtet sich auch darauf, wie Bilder
gemacht, manipuliert und eingesetzt werden. Kanak TV entlarvt den
medialen Blick als Macht, indem es sich dieses Macht-Blickes bedient.
So soll das Machtverhältnis in Frage gestellt, zurückgewiesen und ihm
entgegengewirkt werden.
Wir lassen den Blick nicht länger auf uns richten – wir richten den
Blick. Kanak TV ist migrantische Selbstermächtigung." (Kanak Attak
Köln)
Moderation: Anna Kowalska
Organisation: Anna Kowalska, Peter Grabher (kinoki)
Videos:
Aktionstag für das Recht auf Legalisierung
1. Bundeskongress der Dienstleistungsgesellschaft ver.di, 24.10.2003
Berlin
Kanak TV, Gesellschaft für Legalisierung, D 2003, 8 Min., miniDV
Der erste ordentliche Kongress der neu gegründeten
Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di bot einen Anlass, dort die
Notwendigkeit der Organisierung von Illegalisierten zu thematisieren.
Kanak TV intervenierte offensiv: Vertritt die Gewerkschaft auch die
Interessen der Illegalisierten?
Das Märchen von der Integration
Kanak TV, D 2002, 15 Min., miniDV
Ein Straßenverkäufer der lokalen Boulevardzeitung hat es letztens auf
den Punkt gebracht: "Integration: Kannste vergesse. Wo willst Du denn
integrieren?" Der Begriff Integration täuscht etwas vor: Inklusion und
Gleichberechtigung werden verkündet, wobei vorausgesetzt wird, dass es
für Kanaken Extra-Hürden gibt. Für die Hürden sollen sie angeblich
selbst oder ihre Kulturen verantwortlich sein. Tatsächlich schweigt der
Befehl zur Integration über die kollektiven Forderungen der
MigrantInnen. Er verschiebt die Kämpfe hin zu einer individuellen
Anpassungsleistung. Im Gewand der Integration werden unüberwindbare
Asymmetrien eingeführt und politische Rechte verwehrt. Integration
erklärt MigrantInnen erst zum Problem. Dieser Film ist die Antwort
von Kanak Attak auf die omnipräsenten Integrationsforderungen.
Weißes Ghetto
Kanak TV, D 2001, 8 Min., miniDV
Köln-Lindenthal. Das ist ein wohlhabendes und homogenes Viertel:
Migranten sucht man dort vergeblich. Da stellt sich die Frage, womit
das zusammenhängt. Schotten sich die Deutschen ab? Ist Köln-Lindenthal
ein weißes Ghetto? Kanak TV ist diesen Fragen nachgegangen.
Philharmonie Köln - 40 Jahre Einwanderung
Kanak TV, D 2001, 9 Min., miniDV
Köln, 06.11. 2001. An diesem Tag feierte die Stadt Köln den 40.
Jahrestag der Unterzeichnung des ersten Anwerbeabkommens mit der
Türkei. Entsprechend tauchte auch viel Prominenz zum Festakt in der
Philarmonie auf. Sogar der Bürgermeister war da. ("In my office the
rate of women is fifty-fifty.") Wir haben natürlich zu diesem Anlass
nur die weißen Exoten mit der Kamera verfolgt. Um die reduzierte und
reduzierende Anwendung des Kulturbegriffs, die für Migranten reserviert
ist, deutlich zu machen, haben wir Fragen, die normalerweise nur an
Migranten gestellt werden, an die Deutschen zurückgegeben. Dadurch
sollte das scheinbar selbstverständliche Monopol der Deutschen auf den
pauschalisierenden Blick auf die "Anderen" nicht nur aufgezeigt,
sondern auch ad absurdum geführt werden. Das Interessante dabei ist,
daß sich die meisten Deutschen exakt der Argumente bedienten, die viele
Migranten über Jahre wiederholt haben, um sich gegen
Identitätszuweisung und Vereinheitlichung zur Wehr zu setzen.
Links:
http://www.kanak-tv.de
http://www.kanak-attak.de
http://www.sohoinottakring.at
http://www.kinoki.at/mikrokino/
*******
Vorschau:KINOKIS MIKROKINO IM 7*STERN
Politische Filmabende, am 1. und 3. Montag des Monats. UKB 4 Euro
Im Café & Kulturzentrum 7*STERN | Tel: 0699-1-5236157 |
http://7stern.net
1070 Wien, Siebensterngasse 31 (Ecke Mondscheingasse, >13A/49)
kinoki. Verein für audio-visuelle Selbstbestimmung
mikrokino (at) kinoki.at | http://www.kinoki.at
Newsletter subskribieren bzw. abbestellen unter:
http://www.kinoki.at/mailman/listinfo/kinoki-mikrokino#115
Montag, 7. Juni 2004, 20 Uhr
KINOKIS MIKROKINO PRÄSENTIERT:
PAPER TIGER TV. AKTUELLE VIDEOS AUS DEN USA
Paper Tiger TV ist eine der ältesten und erfolgreichsten
Grassroots-Mediengruppen in den USA. In New York produzieren die
AktivistInnen von PTTV seit 20 Jahren Videos als
Gegeninformationsmedien, zusammen mit Stadtteilinitiativen,
anti-rassistischen, anti-militaristischen und vielen anderen Gruppen
und Intellektuellen. Bereits während des Golfkriegs 1991 war die Gruppe
mit der Video-Serie "The Gulf Crisis TV Project" eine der wenigen
kritischen Stimmen innerhalb der USA.
Class Dismissed
Paper Tiger TV, USA 2004, 28 Min., engl.
"Class Dismissed" liefert eine kritische Analyse darüber, wie
US-Geschichte an amerikanischen High Schools gelehrt wird. Das Video
enthält Interviews mit führenden Kritikern der Geschichtsdidaktik wie
Howard Zinn ("A People’s History of the United States") und James
Loewen ("Lies My Teacher Told Me"), mit LehrerInnen von Public Schools
und mit SchülerInnen selbst. Sie diskutieren wie die Themen Klasse,
Rasse und Gender in den Schulbüchern umgedeutet oder ignoriert werden,
um ein patriotisches Bild der US-amerikanischen Gesellschaft zu
präsentieren.
Radical Education at Work!
Resisting the Empire
Paper Tiger TV, USA 2004, 28 Min., engl.
"Resisting the Empire" ist ein Tool zur Kritik der Darstellung und der
Teilnahme der Medien im Irak-Krieg. Das Video wirft einen Blick auf die
Geschichte militärischer Einmischung und Außenpolitik, sowie die
Darstellung des Widerstands gegen den Krieg in den Medien.Military Myths
Paper Tiger TV & ROOTS, USA 2004, 28 Min., engl.
Das Video beschäftigt sich kritisch mit der Rekrutierungskampagne der
US-Armee. In der Armee sind überproportional viele Angehörige von
ethnischen Minderheiten. Die Kampagne der Armee richtet sich gezielt an
sie. Der Film hinterfragt die Versprechungen des Militärs und stellt
dessen medialer Darstellung vom Militärleben und vom Krieg die Berichte
von von Veteranen entgegen, die dort waren.
Link:
Paper Tiger TV
http://www.papertiger.org/#116
Montag, 21. Juni 2004, 20 Uhr
KINOKIS MIKROKINO & KINOKI LUMAL PRÄSENTIEREN:
KINOKI IN AMERIKA. FILMARBEIT IM KONTEXT DES ZAPATISTISCHEN AUFSTANDS
Geschichten vom Workshop
kinoki lumal, Guatemala 2004, 16 Min., span. & dt. Untertitel
Die erste Geschichte des permanenten Video-Workshops von kinoki im
kommunalen Radio von Santiago Atitlan, Guatemala enstand im Jänner und
Februar dieses Jahres und erzählt von Dorffesten und defekten Kameras.
kinoki nopal
kinoki lumal, Mexiko 2004, 17 Min., span. & dt. Untertitel
Ein Video-Telegramm von Kinokis Schwesterkino in San Cristobal de las
Casas, Chiapas. Im Stadtzentrum von San Cristobal hat sich neuerdings
ein Videoprogrammkino installiert und bietet nicht nur Dokumentar- und
Spielfilm auf Video, sondern auch Dunkelkammern und Bilderworkshops.
Zapatistas, crónica de una rebelión (Zapatistas - Chronik einer
Rebellion)
Victor María & Mario Viveros, Produktion: La Jornada & Canal 6 de
Julio, Mexiko 2003, 120 Min., span. & dt. Untertiteln
Der bisher vollständigste Video-Bericht vom zapatistischen Aufstandes
im Südwesten Mexikos. Von der Besetzung verschiedener
Bezirkshauptstädte von Chiapas am 1. Jänner 1994 bis zur öffentlichen
Installierung von aufständischen
Regierungsräten im Herbst 2003 werden anschaulich und verständlich die
politischen Initiativen des zapatistischen Befreiungsheeres im Kampf um
die Anerkennung der indigenen Würde nachgezeichnet.
Einleitung und Gespräch mit Tom Waibel, Philosoph und Videoaktivist aus
Wien.
Außerdem: "Flores Magón" - Fotoausstellung zu Kinokis Wanderkino im
Lakandonischen Regenwald
Links:
Kinoki Lumal, Mexiko/Guatemala
http://www.kinoki.at/lumal/index.htm
Canal 6 de Julio
http://www.canalseisdejulio.com/*******
Hinweise & Information:
1. Stellungnahme zum Polizeiüberfall auf das Ernst-Kirchweger-Haus am
18.5.
2. Programm SOHO IN OTTAKRING 2004/05, 22.5.-4.6.
3. Programm PETER LORRE, filmmuseum, 2.-4.6.***
From:







Stellungnahme einiger BewohnerInnen des Ernst-Kirchweger-Hauses
zum Polizeiüberfall am 18. Mai 04
Am 18. Mai 2004 wurde um 7:00 Uhr das Ernst Kirchweger Haus (EKH)
gestürmt. Durchgeführt wurde der Einsatz vom städtischen Büro für
Sofortmaßnahmen unter der Leitung von Herrn Graf. Dieser,
offensichtlich um die Sicherheit der HausbewohnerInnen besorgt, drang
angeblich zu deren Diensten in Begleitung von 70 -100
ExekutivbeamtInnen der Wega, Kripo, Bundes-, Zivil- und Fremdenpolizei
in sämtliche Wohnbereiche ein. Vorsorglich rückte die Polizei mit
Schildern und Spezialausrüstung an.
Nach APA Pressemitteilungen handelte es sich bei dem frühmorgendlichen
Weckdienst um eine Razzia im Zuge eines baupolizeilichen Einsatzes.
Vorwand dafür gab ihnen ein bereits zehn Jahre alter baupolizeilicher
Bescheid über die Rechstwidrigkeit von Türen in "öffentlichen
Gebäuden“, die im Zuge einer fünfstündigen Besatzung von der Baufirma
Toifl abmontiert und entwendet wurden.
Besagte, angeblich die Sicherheit der BewohnerInnen gefährdenden Türen,
waren als ordinäre Wohnungstüren in Benutzung, welche wie in jedem
anderen Wohnhaus Privates von Öffentlichem trennen. In unserem Fall
dienten sie auch zum Schutz gegen willkürliche rassistische und
sexistische Übergriffe, Diebstahl und Kälte. Scheinbar zufällig wurde
der baupolizeiliche Einsatz begleitet von BeamtInnen des Meldeamts, die
sich einen Einblick über anwesende gemeldete und nicht gemeldete
Personen verschaffen wollten.
Auf die Durchsuchung des Flüchtlingsbereichs konzentrierte sich die für
diesen Zweck mitgebrachte Fremdenpolizei. Dank eigens mitgebrachter
Presse wurde versucht, eine Drogenrazzia mit Drogenhund zu inszenieren.
Die oberflächliche Durchsuchung persönlicher Dinge fand ausschließlich
im Flüchtlingsbereich statt, und gab dem Ganzen einen medial
reisserischen Charakter.
Bei der Kontrolle der Personalien und Fahndung nach Suchtgift wurden
die Leute eindeutig aufgrund ihrer Hautfarbe selektiert, eine weitere
Bestätigung für die diskriminierende und rassistische Vorgehensweise
der BeamtInnen.
Resultat dieser Aktion war die Festnahme dreier Personen mit
ungeklärtem Aufenthaltsstatus. Zwei wurden in Schubhaft ins
Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel überstellt, ihnen droht akut die
Abschiebung in die DR Kongo.
Der Verbleib des Dritten ist zur Zeit noch unklar.
Die Magistratsabteilung gefährdet durch ihre oben erwähnten
Amtshandlungen massiv die Sicherheit der BewohnerInnen, insbesondere
die der MigrantInnen im EKH!
Wir, die BewohnerInnen und UnterstützerInnen des EKH fordern die
sofortige Freilassung der Inhaftierten, sowie ihr Bleiberecht und das
aller anderen Flüchtlinge.
Wir werden nicht hinnehmen, dass uns das Recht auf Privatsphäre durch
die Entwendung einiger Wohnungstüren nicht zugestanden wird.
Anlässlich der Vorfälle rufen wir zu einer Demonstration gegen
Abschiebungen, fremdenfeindliche Polizeiübergriffe und rassistische
Alltäglichkeit auf!

Freitag den 21. Mai 2004, 12:00 Uhr
Treffpunkt vor dem Büro für Sofortmassnahmen
in der Rathausstraße1, im 1 Bezirk

Büro für Sofortmaßnahmen: Telefon 4000-75222 oder 525 50 Fax:
4000-99-75222

Bei den festgenommenen Menschen besteht Abschiebegefahr. Deshalb der
Aufruf:
ruft beim Journaldienst im Kommissariat Favoriten und im Schubhäfn an,
und fragt, was mit den drei Männern passiert, fordert ihre Freilassung:
Kommissariat Favoriten: Tel.Nr. (01)313 10 - 56 260.
Schubhäfn Hernalser Gürtel: Tel.Nr.: (01)313 46 – 0

Auch wenn Türen verschwinden, EKH bleibt!!
Bleiberecht für ALLE! und Schubhaft abschaffen!!

Wien, 18 05.2004
Infos:www.med-user.net/ekhVolxbibliothek im EKH
Wielandgasse 2-4, 1100 Wien (2. Stock)
www.med-user.net/ekh
www.ekhbleibt.info
Öffnungszeiten: Mittwoch & Freitag, 17-20 Uhr*******
2.
SOHO IN OTTAKRING 2004/05
Nach fünfjähriger Entwicklung und Etablierung von SOHO IN OTTAKRING ist
für die Zukunft ein zweijähriges Konzept vorgesehen, das sich
alternierend
aus folgenden Veranstaltungsblöcken zusammensetzt:
o ein interdisziplinärer, zweiwöchiger Diskursraum im "living
room-soho" und
o im folgenden Frühjahr: eine öffentliche Präsentationszeit von
Ausstellungen und Projekten als Ergebnis der Auseinandersetzungen
im living room-soho.SOHO IN OTTAKRING 04|05 presents
living room-soho
ein Diskussionsraum zum Thema Allianzenbildung
22. Mai bis 5. Juni 2004
Ort:
Restaurant ETAP - im Hof.
1160 Wien, Neulerchenfelder Straße 13detaillierte Information: http://www.sohoinottakring.at
Änderungen vorbehalten
Konzept:
Ljubomir Bratic (BUM), Daniela Koweindl, Ula Schneider
Interventionen.
Lisl Ponger"Allianzenbildung heisst zumindest zeitweilige Parallelisierung von
Interessen, um eine gemeinsame Stoßrichtung zu finden.
Die Allianz ist umso kräftiger, je mehr Interessensfraktionen in
dieselbe Richtung arbeiten." BUM - Büro für ungewöhnliche Maßnahmen

"Das künstlerische Tun als politische Intervention muss die Dynamik der
Machtbeziehungen in seine Analyse miteinbeziehen:
o Wann wird das künstlerische Handeln zur Bestätigung?
o Wann wird Bestätigung zu Verbrechen?
o Wie kann das künstlerische Handeln Herrschaft angreifen?
o Und welche Form des widerständigen künstlerischen Handelns
produzieren wir?
o Wer muss ruhen, während wir handeln ?
o Und wer handelt ununterbrochen und verweigert dadurch den anderen
den Raum?
Fragen über Fragen, die sich alle auf das, was KünstlerInnen tun, auf
die Produktionsbedingungen der Kunst beziehen... Schaffen die
KünstlerInnen
mitihrem Tun nicht Räume, in denen die Ausgeschlossenen gehört werden,
schaffen sie es nicht, bisher unbeachtet gebliebene Perspektiven
freizulegen,
dann fehlt ihnen die Differenz zum erfolgreichen Mainstream. Dabei
denke ich
die Antagonismen innerhalb des Kunstfeldes nicht als eine Beliebigkeit,
in
dem die frei flottierenden KunstproduzentInnen ihren Widerstreit
austragen
können.
Wenn die Entscheidung getroffen ist, antisexistische, antirassistische
usw.Kunst zu betreiben, dann kann es sich bei aufeinandertreffenden
Antagonismen nur um die Frage von Strategie und Taktik handeln.
Das ist der Punkt, wo die Fähigkeiten und Ressourcen der KünstlerInnen
mit anderen, in die gleiche Richtung politisch engagierten Subjekten zu
Allianzen finden können. Und die Spielregeln sind eben die, dass die
Ausschließungen in unseren Gesellschaften, wenn nicht bekämpft, dann
zumindest nicht reproduziert und weiter tradiert werden." Ljubomir
BraticP r o g r a m m :
Samstag, 22. Mai - 17.00 Uhr
opening night mit dj Vlatka Frketic
20.00 Uhr Auftakt:
FEMIGRA Manifesto Präsentation
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Montag, 24 Mai - 19.00 Uhr
Arbeitsverhältnisse: Prekarität bis Ausnahmezustand
Diskussion mit:
Dieter Behr Boku (Studie über Saisoniers im Marchfeld)
Syndikart (KünstlerInnengruppe)
Hasan Vural ("Käseparadies" am Brunnenmarkt)
Luzenir Caixeta, (MAIZ - Hausarbeitsstudie)
Elfi Sonnberger (AK Öberösterreich)
Moderation: Roland Atzmüller (FORBA)
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Dienstag, 25. Mai - 19 Uhr
KANAK TV – lean back, go forward
Mediale Anleitung für einen neuen Antirassismus
Videopräsentation und Gespräch mit Sun-ju Choi und Miltiadis Oulios von
Kanak TV Köln
"Wir, Kanaken, produzieren die längst überfälligen Gegenbilder zu den
ewig gleichbleibenden Bildern von Migranten. Wir konterkarieren die
Bilder von den kriminellen Ghetto-Kanaken, schwitzenden Döner-Kanaken
oder stummen Kanakinnen mit Kopftuch, die symbolisch für unsere
Rückständigkeit und Unterdrückung stehen.
Kanak TV ist die Umkehrung des rassistischen Blicks. Aber wir wollen
nicht nur den rassistischen Blick und die festgelegten Bilder im Kopf
zu Tage bringen. Unser Fokus richtet sich auch darauf, wie Bilder
gemacht, manipuliert und eingesetzt werden. Kanak TV entlarvt den
medialen Blick als Macht, indem es sich dieses Macht-Blickes bedient.
So soll das Machtverhältnis in Frage gestellt, zurückgewiesen und ihm
entgegengewirkt werden.
Wir lassen den Blick nicht länger auf uns richten – wir richten den
Blick. Kanak TV ist migrantische Selbstermächtigung." (Kanak Attak
Köln)
Moderation: Anna Kowalska
Organisation: Anna Kowalska, Peter Grabher (kinoki)
Videos:
Aktionstag für das Recht auf Legalisierung
1. Bundeskongress der Dienstleistungsgesellschaft ver.di, 24.10.2003
Berlin
Kanak TV, Gesellschaft für Legalisierung, D 2003, 8 Min., Video
Das Märchen von der Integration
Kanak TV, D 2002, 15 Min., Video
Weißes Ghetto
Kanak TV, D 2001, 8 Min., Video
Philharmonie Köln - 40 Jahre Einwanderung
Kanak TV, D 2001, 9 Min., Video
Links:
http://www.sohoinottakring.at
http://www.kanak-attak.de
http://www.kinoki.at
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Mittwoch, 26. Mai - 19.00 Uhr
Medien als politische Räume
Diskussion mit:
Karo Rumpfhuber (fiber)
dezentrale Medien
Karim Duarte (wmi - World Media Insights)
Simon Inou (Radio Afrika)
Alexandra Reill (Künstlerin)
Hikmet Kayahan (Wiener Integrationskonferenz)
Moderation: Martin Wassermair
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Donnerstag, 27. Mai - 19.00 Uhr Film und Gespräch
"Nachtreise"
A 2002, 63 min.
Ein Film von Kenan Kiliç
Gespräch zwischen Kenan Kiliç und Andreas Ungerböck
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Freitag, 28. Mai - 19.00 Uhr
Erkämpfen der Öffentlichkeit. Wem gehört die Öffentlichkeit?
Öffentlichkeit ist, entgegen der Propaganda der Mainstreammedien, ein
in unseren Gesellschaften umkämpftes Gebiet. Dieses besteht aus reellen
und ideellen Räume, in denen antagonistische Verhältnisse herrschen.
Allein durch die Besetzung dieser Räume können die Voraussetzungen für
die Artikulation der Anteillosen geschaffen werden. Wer führt diese
Kämpfe? Welche Taktiken sind dabei erfolgreich? Wer ist der Feind?
Kurze Projektpräsentationen und anschließende Diskussion. Es werden
vorgestellt:
o Projekt "Interventionen gegen Rassismen"
InitiatorInnen: Daniela Koweindl und Martin Krenn.
Mit Lisa Lnenicka ("Aktion Gemeindebau"), Die Bunte Zeitung
o Die Bunte Zeitung als Medienprojekt (Edgar Lliuya und Karel Young)
o Ulrike Truger, Künstlerin (Omofuma Denkmal)
o MAIZ, n.n.
Moderation: Araba Evelyn Johnston-Arthur
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Samstag, 29. Mai - 19.00 Uhr
WAS BIN ICH
CommULab 2.0 präsentiert gemeinsam mit einer Gruppe von jugendlichen
ArbeitsmarktexpertInnen das Forschungsprojekt. Moderierte
live-Performance
mit Videozuspielungen und anschließende Party !
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Montag, 31. Mai - 19.00 Uhr Videopräsentation
Präsentation von "Ich will kein Dieb sein" (initiiert und umgesetzt von
Korinna Lindinger und Steffi Wuschitz) im Rahmen eines Patinnen-Salons:
(http://www.dezentrale.net/patinnen)
"Ich will kein Dieb sein" sind zwei Videos enstanden im Rahmen des
Projektes
TRANSFER DAMASKUS vom Institut für Medienkunst / Kunst- und
Wissenstransfer
der Universität für angewandte Kunst Wien 2002/2003.
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Dienstag, 1. Juni - 19.00 Uhr
Legalisierung für Alle!
Die Illegalisierung der MigrantInnen innerhalb der Staaten der
Europäischen Union ist das innenpolitische Pendant zur Errichtung der
Stacheldrähte nach außen. Seit Anfang der 1990er Jahren sind an den
EU-Grenzen, beim Versuch diese zu überqueren, offiziell 3777 Menschen
gestorben, getötet, umgekommen.
Gleichzeitig funktionieren die durch den Sicherheitsdiskurs - in den
letzten Jahren vor allem durch den ominösen Feind Terrorismus-
legitimierten Gefängnis- und Polizeiapparate auf Hochtouren. Dieser
Paranoia des Ausnahmezustandes soll eine Politik, die nach Gleichheit
aller strebt, entgegen gesetzt werden. Und der erste Schritt dorthin
ist die Legalisierung für alle die illegalisierten Menschen im
österreichischen Staat.
Diskussion mit:
Vlatka Frketic (Femigra)
Vassilis Tsianos (Gesellschaft für Legalisierung)
Tanja Ostojic (Künstlerin)
Georgia Sever, (Peregrina)
Moderation: Nora Sternfeld
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Mittwoch, 2. Juni - 19.00 Uhr
MACHT Kunst Sozialarbeit ?
Sozialarbeit entstand Ende des 19. Jahrhunderts aus den
philanthropischen Bestrebungen. Vordergründig ging es dabei um die
Hilfe der Reichen an die Armen, hintergründig ging es aber um die
Regulierung und die Anpassung der Armen an das System der
Mehrwertproduktion. Soziale Berufe erlebten während des 20.
Jahrhunderts einen regelrechten Boom. Kaum einen intimen Bereich, für
den es nicht einen sozialen Seelsorger gibt. Meistens bemühen sie sich
um die "Wiedereingliederung" in das System. Am Ende des 20.
Jahrhunderts entwickelte sich innerhalb der Kunst eine Richtung, die
für sich beansprucht soziale Funktionen zu erfüllen. Tritt Kunst in
Form der Community Art in die Fußstapfen der Machttechnik Sozialarbeit?
Ist die Berufung auf Widerstand - und die aus diesem entwickelten
Verbesserungsvorschläge - nicht selber einer, vielleicht der
ultimativste Bestandteil der kapitalistischen Verwertungslogik?
Diskussion mit:
Amina Handke (Künstlerin)
Cornelia Kogoj (Initiative Minderheiten)
Gabriele Sturm (Künstlerin)
Mehmet Emir (Künstler)
Charles Ofoedu (Künstler)
Barbara Fereberger und Lena Freimüller (Peace In Action)
Moderation: Sylvia Riedmann
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Donnerstag 3. Juni - 19.00 Uhr
Geteilte Territorien - Erkämpfte Gemeinsamkeit
MigrantInnen und MehrheitsösterreicherInnen im kulturellen Feld.
Film und Diskussion.
Geteilte Territorien - Erkämpfte Gemeinsamkeit legt
den Fokus auf die Zusammenarbeit mit/in Institutionen.
Konzept und Organisation:
Rosa Reitsamer, Jo Schmeiser
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Freitag, 4. Juni - 19.00 Uhr
Geteilte Territorien - Erkämpfte Gemeinsamkeit
Film und Diskussion.
Siehe Beschreibung vom 3. Juni
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Samstag 5. Juni - 19.00 Uhr
Abschlußfest
cross codes featuring "be nice". hip hop [rap]
Spenden erbeten!
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living-room - die freundin hört mit
archiviert, zeichnet auf, und produziert vier anregende Stunden auf
"Orange 94.0" mit gebetenen Gästen!
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w e i t e r e V e r a n s t a l t u n g e n :
k n i t t i n g r o o m bei Remaprint
...als Ausgangspunkt für Vernetzungsarbeit von
Grafikerinnen, KünstlerInnen und Frauen aus verschiedenen Sparten
...für das Verstricken von Kunst- und Gesellschaftsprojekten
Ort: Remaprint, Neulerchenfelder Straße 35, 1160 Wien
P r o g r a m m :
Samstag, 22. Mai -17 Uhr:
opening mit Kunstcocktail, Garageneinfahrt
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Sonntag, 23. Mai -19.30 Uhr:
Traktkommunikation feat.
koala brutal
ist ein Projekt, das Kunst auf unkonventioneller Weise kommuniziert
und sich den natürlichen Strukturen und Zentren der Kommunikation
öffentlicher Räume bedient, um künstlerische Arbeiten einem breiten
Publikum zugänglich zu machen.
Präsentation: Veronique Grunder, Kili Schmid
traktkommunikation (at) gmx.net
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Montag, 24. Mai - 19.30 Uhr:
"Das EIROS- Sondierungsprotokoll"
EIROS - European Identity Research on the Other Side
Video 57 Minuten
Eine imaginäre Expertengruppe (die EIROS-Sondierungsgruppe) wird im
Rahmen eines fiktiven EU Programms an die so genannte offene Südflanke
der
EU,
in das spanisch/marokkanische Grenzgebiet, entsandt, um dort "Messungen"
vorzunehmen.
Konzept, Text und Video von
Moni K. Huber & Franz Seifert
Präsentation. F.E. Rakuschan
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Dienstag, 25. Mai - 19.30 Uhr:
Gespräch mit Suppe zum Thema "Namen - eine urbane Spurensuche"
plan b: Ellke Krasny & Cynthia Schwertsik
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Mittwoch, 26.Mai - 19.30Uhr:
Die Künstlerin Gertrude Moser-Wagner präsentiert das Kunstprojekt TASTE
UM DIE ECKE
TASTE UM DIE ECKE ist prozessuale Annäherung an den Ort. Das Tasten als
Nahsinn verstanden, das Schmecken (taste, engl.) als Einverleibung.
Osmose als Prinzip, als eine dialogische Vorgehensweise im Austausch
mit BewohnerInnen.
TASTE ist im Wort PRATERSTRASSE enthalten.
Gertrude Moser-Wagner, Künstlerin, Konzept und Projektleitung
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Donnerstag, 27.Mai - 19.30 Uhr:
renate kordon tea for three
Filmprojektion
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NA 12 1958, Gekennzeichnet Napoli
Fiore Formisano, Marina Huber und Judit Krizek
Hören und Fühlen Sie diese Performance!
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Dienstag, 1.Juni - 19.30 Uhr:
Reise zum dritten Ort
Die Filmemacherin Carla Knapp zeigt sich heute Abend von einer neuen
Seite: gemeinsam mit ihrer Gitarre erzählt sie aus ihrem Leben.
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Mittwoch, 2. Juni - 18.30 Uhr:
VORSICHT TEXTIL. Zur Vernetzung mit muslimischen Frauen
Roundtable mit Carla Amina Baghajati, Leyla Arzu Kececi, Lisa
Rosenblatt,
Claudia Mitscha-Eibl (angefragt)
Moderation: Kerstin Kellermann (Bunte)
Kalligrafie und Textilkunst: Zehra Yilmaz und Doris Seyser
Wegen der Kleinheit des Raumes bitte vorwiegend für Frauen !
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Donnerstag - 3. Juni, 19.30 Uhr:
living-room version 2.0
knitting-room - Sie sitzen im Wohnzimmer und haben Kopfhörer auf. Alles
scheint vertraut: ein Fernseher, eine Bar, ein Bücherregal, eine
Stehlampe, ein zentrovertierter Lebensraum? living-room version 2.0 ist
kompakt, zusammenklappbar und bietet den auditiven Einblick in den
living-room. 1x1x1m, 4 Wände, ein Audiosignal aus dem living-room und
die Möglichkeit widerspruchslos im Nachhinein mitzureden.
Freitag, 4. Juni - 19.30 Uhr:
living-room version 2.0
Samstag, 5. Juni - 19.30 Uhr:
living-room version 2.0
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K.I.O. LAB
K.I.O. LAB:
Die lokale Multimedia-Station in der Gaullachergasse 41 / Ecke
Kirchstetterngasse
Kids in Ottakring laden zu Workshop und Party ein!
Kulturpraxis im sozialen Raum
Ein Konzept von Alexandra Reill,
entwickelt für SOHO IN OTTAKRING 2004/05
Dienstag, 25. Mai -15.00 bis 18.00 Uhr K.I.O. LAB für Mädchen
Multimedia-Workshop mit den Mädchen der Gaullachergasse, zu dem Mädchen
aus ganz Wien herzlich eingeladen sind! [Teilnahme kostenlos]
Freitag, 28. Mai -15.00 bis 18.00 Uhr K.I.O.LAB für Kids
Am Multimedia-Workshop nehmen nun auch die Jungs teil und integrieren
sich in den Kreativprozess.
Alle Jugendlichen, die nicht zum Stammkreis der Gaullachergasse
gehören, sind herzlichst eingeladen, mitzumachen! [Teilnahme kostenlos]
Samstag, 29. Mai -15.00 bis 18.00 Uhr K.I.O.LAB für Kids
Am Samstag Nachmittag kommt der Audio DJ zur Gruppe hinzu, und
gemeinsam wird die technische Anlage für Visual und Audio DJing
aufgebaut und das Live Mixen geübt.
Jugendliche, die nicht zum Stammkreis der Gaullachergasse 41 gehören,
sind wie immer herzlich eingeladen, mitzumachen! [Teilnahme kostenlos]
Samstag, 29. Mai -18.00 bis 21.30 Uhr K.I.O.Kids for Partying!
Es sind alle herzlich eingeladen!
Infos und Kontakt: Alexandra Reill, office (at) kanonmedia.at
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soho kocht
Ort: Firma Staud, Yppenmarkt 4
Samstag 5. Juni - 12.30 Uhr
ausgewählte Lieblingsrezepte
Eva Brunner-Szabo/Gert Tschögl präsentieren die Kochbroschüre "Soho
kocht".
Es gibt Kostproben für den verwöhnten Gaumen!
Was früher Gulyas und Powidltascherl waren sind heute Spaghetti und
Kebab.
Mitgebracht aus anderen Kulturen bereichern sie unsere Küche und unsere
Geschmackssinne.
Ein Projekt von memoryPROJECTS
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Treffen wir uns am Yppenplatz !
Setkáme se na Yppenplatzu!
Ort: Piazza am Yppenplatz
Was haben UngarInnen, SlowenInnen, TschechInnen, SlowakInnen,
MalteserInnen, EstländerInnen, LitauerInnen, LettländerInnen, PolInnen,
ZypriotInnen gemeinsam ?
Sie bringen den brunnenviertler Yppenplatz zum Beben und zum Kochen !
Sa, 22. Mai -16.30 Uhr :
Ungarn lädt zu einem schmackhaften Buffet
ab 18.00 Uhr live music aus Ungarn, Slowenien und Tschechien
19.00 Uhr Begrüssung durch:
Franz Prokop, Kulturbezirksrat
Mag. Pál Kleininger, ungarisches Tourismusamt
Marcel Sauer, tschechisches Zentrum
Jan Ciglenecki, slowenisches Fremdenverkehrsinstitut
So, 23. Mai -15.00 Uhr: es wird slowenisch gesprochen und musiziert
Mo, 24. Mai - 18.00h bis 22.00 Uhr: Musikprogramm + Imbiß aus der
Slowakei
Di, 25. Mai -18.00 bis 22.00 Uhr: tschechische Musik, tschechische Küche
Mi, 26. Mai - 18.00 - 22.00 Uhr: Musik aus Malta mit kulinarischer
Begleitung
Do, 27. Mai - 18.00 - 22.00 Uhr: musikalische und andere Köstlichkeiten
aus Polen
Fr, 28. Mai - 18.00 - 22.00 Uhr: zypriotische Klänge mit Schmankerln
Sa - Mo, 29. Mai, 30. Mai und 31. Mai jeweils 18.00 - 22.00 Uhr:
Musikalischer Mix und kleine Happen aus Estland, Litauen und Lettland
Idee und Koordination: Gibson Olu Shodiya
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es geht weiter mit Musik am Yppenplatz:
Mi. 2. Juni - 20 Uhr:
ROTTERDAM
Susanne Amann (Cello, Rechner) und Michael Klauser (Gitarre, Rechner)
und Gastmusiker
Fr. 4. Juni - 20 Uhr
dj-line the perfumed garden presents: vive la trance"
Sa. 5. Juni - 20 Uhr
ROTTERDAM
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Resonanz lädt zum Gespräch ein !
º Ist der Freiraum ein Ort für Gespräche?
º Wer spricht mit wem?
º Wem gehört der öffentliche Raum?
º Wie nimmst Du den öffentlichen Freiraum für Dich in Anspruch?
Gespräche entfremden:
Fr., 28. Mai von 16.00-19.00 Uhr
Sa., 29. Mai von 12.00-15.00 Uhr
Mo., 31. Mai von 11.00-14.00 Uhr
Ein Projekt von Emanual Danesch und Reinhard Kroiss
Ort: Piazza am Yppenplatz
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Samstag, 22. Mai + 5. Juni
Die Kaufleute am Brunnenmarkt und rundherum sind auch am Abend noch für
Sie da !
Die Unternehmer der IG der Kaufleute "Brunnenviertel in Neulerchenfeld"
freuen sich über Ihren Besuch!
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Information
T: 406 41 54-70
E: contact (at) sohoinottakring.at
vor Ort: Cafe C.I., Payergasse 14 (Piazza), 1160 Wiendas team
Verein Soho in Ottakring
Brunnengasse 68/9, 1160 Wien
Projektleitung: Ula Schneider
Organisation: Veronika Maurer
Pressearbeit: Martina Montecuccoli
Web-Design: Stefan Nussbaumer
Coverfoto: Götz Bury
Grafik-Design: Sibylle Gieselmann
Druck: Druckerei Remaprint
Technik: Peter Riedldank an:
Wien Kultur
Bezirksvertretung Ottakring
WIF
BKA
ÖBV
Gebietsbetreuung Ottakring
Wiener Kinderfreunde
Ottakringer Brauerei
der Falter
Staud´s
Kunstcocktail
Hasan Vural, Käseparadies
Restaurant ETAP
Remaprint*******
3.
PETER LORRE, SCHAU~SPIELER
Symposion 2. – 4. Juni 2004
Eine gemeinsame Veranstaltung von
SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien
INSTITUT FÜR THEATER-, FILM- UND
MEDIENWISSENSCHAFT der Universität Wien
Österreichisches THEATERMUSEUM
WIENER FESTWOCHEN
Das dreitägige Symposium PETER LORRE, SCHAU~SPIELER will mit Vorträgen
zu seiner Person und Einführungen zu einigen seiner Filme, an Lorres
ganz spezifischem Stil, seinem artifiziellen Einsatz der Sprache und
des Körpers festmachen, welch große Leistung sich hinter der gekonnten
Verschmelzung der Darstellungstechniken für Theater und Film verbirgt.
Der Weg von der Ausbildung bei Jacob Levy Moreno über die ersten
Bühnenerfahrungen zwischen Breslau und Wien wird nachgezeichnet bis hin
zum maßgeblichen Einfluss von Berlin und Brecht. Neben einem Exkurs zum
Weimarer Kino steht das Thema Exil und Emigration im Mittelpunkt, denn
Lorres Biographie ist exemplarisch für all jene zu lesen, die gezwungen
waren, ihre Heimat Österreich zu verlassen. Deshalb sollen
Kontinuitäten aufgezeigt, Karrieren von KollegInnen, die sich mit der
NS-Herrschaft arrangiert haben ebenso ergründet werden, wie die
Parallelen zu jenen, die, wie Lorre selbst, vertrieben und ihres
größten Guts, nämlich der Sprache, beraubt wurden.
Am 2., 3. und 4. Juni ABENDS
Österreichisches Filmmuseum – Augustinerstrasse 1, 1010 Wien
Am 3. und 4. Juni TAGSÜBER
Österreichisches Theatermuseum – Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien
Für alle Vorträge des Symposiums: Freier Eintritt
Anmeldung erbeten unter
Für die Filmvorführungen während der Peter Lorre Filmschau vom 27.5.
bis 20.6.:
Ticket-Reservierung erforderlich. Tel.: 01-533 70 54 oder
Organisation und Information
SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien * Dr. Brigitte Mayr
Neubaugasse 36/1/1/1 * A-1070 Wien
Tel. & Fax: ++43/1/523 37 97 * E-mail:
Mittwoch, 2. Juni 04
FILMMUSEUM 18.45 Uhr PETER LORRE – DAS DOPPELTE GESICHT
(BRD 1984, Harun Farocki, Felix Hofmann)
FILMMUSEUM 20.00 Uhr CHRISTOPH FUCHS HAMBURG
ZWEI HERREN IM WARTESAAL
FILMMUSEUM 21.00 Uhr DER VERLORENE (D 1951, Peter Lorre)
Donnerstag, 3. Juni 04
THEATERMUSEUM 10.00 Uhr MONIKA MEISTER WIEN
"DER ZEITLUPEN-SPIELER“. PETER LORRE UND DAS THEATER
THEATERMUSEUM 11.00 Uhr BRIGITTE MARSCHALL WIEN
LORRE UND MORENO: REALE FAKTEN UND "PSYCHODRAMATISCHE WAHRHEITEN“
THEATERMUSEUM 11.30 Uhr EDDA FUHRICH WIEN
DIE THEATERMETROPOLEN WIEN UND BERLIN
THEATERMUSEUM 14.00 Uhr DANIELA SANNWALD BERLIN
BERLIN – STADT DER MIGRANTEN
THEATERMUSEUM 15.00 Uhr GERD GEMÜNDEN HANOVER, NEW HAMPSHIRE
DIE MASKEN DES BÖSEN: PETER LORRE IM EXIL
FILMMUSEUM 19.00 Uhr DIE VERSCHWUNDENE FRAU (Ö 1929, Karl Leiter)
Mit einer Einführung von BRIGITTE MAYR
FILMMUSEUM 20.45 Uhr PASSAGE TO MARSEILLE (USA 1944, Michael Curtiz)
Mit einer Einführung von MICHAEL OMASTA
Freitag, 4. Juni 04
THEATERMUSEUM 10.00 Uhr BRIGITTE MAYR WIEN
UNTERWEGS MIT LEICHTEM GEPÄCK S
PETER LORRES LERN- UND WANDERJAHRE
THEATERMUSEUM 11.00 Uhr BIRGIT PETER WIEN
WIENER REVUEN
THEATERMUSEUM 11.30 Uhr
JULIA DANIELCZYK / BRIGITTE MAYR / ELISABETH STREIT WIEN
AN LORRES SEITE – EINE WIENER MELANGE
THEATERMUSEUM 14.00 Uhr MICHAEL OMASTA WIEN
HELLO, CREEPS! LORRE ON THE AIR
THEATERMUSEUM 15.00 Uhr LUTZ KOEPNICK ST. LOUIS, MISSOURI
LORRES HÄNDE UND DIE "SPRACHE“ DES EXIL
FILMMUSEUM 19.00 Uhr DU HAUT EN BAS (F 1933, G. W. Pabst)
Mit einer Einführung von DANIELA SANNWALD
FILMMUSEUM 21.00 Uhr
THE FACE BEHIND THE MASK (USA 1941, Robert Florey)
Mit einer Einführung von GERD GEMÜNDEN

revolution will not be televised
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kinoki
Gumpendorfer Str. 63B
Buerogemeinschaft 1. Stock
1060 Wien
Mobile: ++43 (0)650 5031574
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http://www.kinoki.at

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07 Network (USA, 1976) // mit Vortrag von Michael
Loebenstein
von: <howard.beale (at) monochrom.at>
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N E T W O R K
USA, 1976
Regie: Sidney Lumet
Vortrag von Michael Loebenstein am Sonntag, den 23. Mai 2004 um 20:30 im
monochrom-Raum im MQ. Danach Screening des Films.
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Thomas Vesely schrieb im Jahre 2000 auf 25frames.org folgendes über Sidney
Lumets Satire "Network":
>>Der erfolglose Fernsehsender UBS wird allmählich von einem anderen
Unternehmen, der CCA, übernommen. Ein neuer Ton wird angeschlagen, d. h. die
Hemmschwellen von Ethik und Moral werden von den neuen Managern stark
gesenkt.
Es zählen nur noch die Einschaltquoten. Als erstes benachrichtigt man Howard
Bale (Peter Finch), den langjährigen Nachrichtensprecher, dass er wegen
seiner
zu niedrigen Einschaltquoten entlassen werde. Verzweifelt kündigt Bale in
seiner
live übertragenen Sendung an, er werde morgen zum Schluss seiner Laufbahn
live
vor der Kamera Selbstmord begehen und sich "das Hirn rauspusten". Diese
Ankündigung bewirkt zur Freude des Senders eine Erhöhung der
Einschaltquoten. In
seiner letzten Sendung widerruft Bale seine Selbstmordabsicht. Er erklärt,
ihm
sei "die Scheiße ausgegangen", die er so täglich über das Fernsehen
verbreite.
Jede Nachricht, die er während seiner Laufbahn über den Sender erzählt habe,
sei
entweder wirklich geschehen oder erfunden. Da Bales letzte Sendung noch
höhere
Einschaltquoten ergibt, entscheidet sich der Sender, Bale doch nicht zu
feuern.
In der nächsten Sendung schreit der zunehmend unberechenbare Bale seinen
Frust
über den die aktuelle politische Lage und die Depression über den Äther, und
fordert die Zuschauer auf, dasselbe zu machen. Tatsächlich schreien die
Leute in
allen Städten dasselbe aus den Fenstern: "Ich bin verdammt wütend und ich
mache
das nicht länger mit!" (I'm mad as hell and I'm not going to take it
anymore!).
Die Folge ist ein rekordverdächtiger Anstieg seiner Einschaltquoten.
Daraufhin
bekommt Bale seine eigene Show, in der er täglich als "wütender Prophet des
Äthers" über ein Thema wettern kann, welches ihm auf dem Herzen liegt. In
seiner
ersten Show erklärt er den Zuschauern die Absurdität des Fernsehens und
fordert
sie auf, den Fernseher auszuschalten. Die Zuschauer sind begeistert und
Bales
Einschaltquoten steigen weiter. Schliesslich beginnt Bale gegen die
Übernahme
des Fernsehsenders zu protestieren. Er fordert die Zuschauer auf, Telegramme
ans
Weiße Haus zu senden, um das Geschäft platzen zu lassen. Als dieser Deal
tatsächlich aufgrund Bales Aufforderung auf Eis gelegt wird, erkennt die
Sendeleitung die Macht, welche von Bale ausgeht. Doch wie kann der Sender
den
rasenden und unkontrollierbaren Zuschauermagneten stoppen ohne die
Zuschauerzahlen zu verlieren? Wie kann das Geschäft des Senders dennoch
abgewickelt werden? Wie weit wird das Unternehmen gehen, um weiterhin hohe
Einschaltquoten zu erhalten?<<
Springen wir ins Jahr 1974 ... 15. Juli.
Chris Chubbuck, Moderatorin des Morgenmagazins "Suncoast Digest" des Senders
WXLT-TV bestreitet ihre Moderation nach dem Relaunch des Sendeformats; statt
direkt in Gespräche mit Gästen einzusteigen wurde ihr von der Sendeleitung
die Moderation eines Nachrichtenblocks überwiegend sensationalistischer
Natur "nahegelegt". Als ein technischer Fehler die Zuspielung eines Filmes
unterbricht schaltet die MAZ zurück zu Chubbuck. Diese lächelt und erklärt
in die Kamera:
"In keeping with Channel 40's policy of bringing you the latest in blood and
guts and in living colour, you are going to see another first - attempted
suicide."
Bevor einer der anwesenden Techniker reagieren kann zückt die 30jährige
Journalistin einen Revolver und schießt sich in die Schläfe. Im folgenden
Tumult ist einer der Anwesenden geistesgegenwärtig genug die Übertragung zu
unterbrechen. Zu spät - die Sendung wird live ausgestrahlt. Dies ist
wirklich passiert. Es ist Fernseh-Zeitgeschichte.
Aber nun zurück zu Sidney Lumets "Network".
Manhattan, 1976.
Der abgeschasselte prime time-Moderator Howard Beale (Peter Finch) zieht vor
seinem Redakteur (William Holden) verbal vom Leder:
"I'm going to kill myself ... I'm going to blow my brains out right on the
air, right in the middle of the seven o'clock news. You'd get a hell of a
rating, I'll guarantee you that. A fifty share easy...We could make a series
out of it. Suicide of the Week. Oh hell, why limit ourselves? Execution of
the Week."
Sein Redakteur zeigt sich wenig überrascht von der Idee. "I love it!
Suicides, assassinations, mad bombers, Mafia hitmen, automobile smash-ups.
The Death Hour! A great Sunday night show for the whole family. We'll wipe
fuckin' Disney right off the air!"
Network (Sidney Lumet, USA 1976) entstand zu einem Zeitpunkt, als der
liberal-demokratische Enthusiasmus gegenüber den Medien als Agenten des
bürgerlich Rechts auf Transparenz (in Folge der wichtigen Rolle, die sie in
der Beendigung des Vietnam-Krieges und der Aufdeckung des Watergate-Skandals
gespielt hatten) einem bedrückenden Pessimismus gewichen war. Die Paranoia
der 70ies und ihre filmischen Symbolbilder eines klandestinen, totalitären
(Medien-)Regimes "at home" (monolitische Wolkenkratzer, mysteriöse, kaum
mehr greifbare und hochgradig vernetzte corporate structures) trifft in
Lumets Film auf jenen bürgerlichen Sarkasmus, mit dem ein (bequem
gewordenes) Medien-Establishment den Ausverkauf der eigenen Ideale (der
beruflichen wie der privaten) kommentiert: Lumets Medienmenschen (Howard,
der Redakteur Max, die Sendeleiterin Diane) sind müde und zynisch geworden,
empfinden Ohnmacht gegenüber der eigenen Bildproduktion, und sehen sich doch
außer Stande, noch an die früheren Ideale anzuknüpfen. So bleibt bloß
Sarkasmus, eine ostentativ vorgetragene Erschöpfung ob der gewalttätigen wie
banalen Natur der Bilder, die das Fernsehen von der Welt entwirft: Ölkrise,
arabischer Terrorismus, radikale im eigenen Land, Bomben, domestic violence,
etc. Howards verzweifelt-lächerlicher Akt wird so zum zwiespältigen
"politschen" Akt; aber dass diese Form "radikalen" Situationismus auch nicht
mehr vermag, als den status quo zu perpetuieren, ist wohl wenigstens uns -
den ZuschauerInnen - mit Ende des Films klar geworden.
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Vortrag und Filmvorführung
Michael Loebenstein wird am Sonntag, den 23. April 2004 um 20:30 im
monochrom-Raum im Museumsquartier eine Einführung geben. Danach wird
gemeinsam der Film geglotzt.
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www.monochrom.at


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08 contextXXI-radio
von: <Heide.Hammer (at) episteme.at>
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Context XXI-Radio bringt:
Wien - Orange 94,0 <http://www.orange.or.at/> jeden Montag 13:00 - 14:00
Uhr
Graz - Helsinki 92,6 <http://helsinki.mur.at/> jeden Montag 10:00 - 11:00
Uhr
Klagenfurt - AGORA 105,5 / 106,8 / 100,9 <http://www.agora.at/> jeden
Donnerstag 19:00 - 20:00 Uhr

Montag, 24. Mai und Donnerstag, 27. Mai
Ein Staatsfeind mit Lehrstuhl. Michael Heinrich, Joachim Bruhn und Clemens
Nachtmann zur Erinnerung an Johannes Agnoli (Wh.)
Agnoli führt aus, warum der Staat notwendigerweise ein Zwangsverhältnis
darstellt, das für allerlei Dinge zu gebrauchen ist, aber ganz sicher nicht
für die Emanzipation der Menschen von Herrschaft und Ausbeutung. Er weist
ebenso geduldig wie unnachgiebig darauf hin, dass es nicht um die
Humanisierung der Kapitalverhältnisse geht, sondern um deren Überwindung.
Gegen die heimtückische Frage, wo denn das Positive bleibe, favorisiert
Agnoli die Kraft der Negation und der Subversion.
Eine Sendung von Stephan Grigat

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09 Ankuendigung: CROPfm BIG BROTHER NEWS #25: Linux-Initiative
von: <newsletter (at) bigbrothernews.org>
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Ankuendigung: CROPfm BIG BROTHER NEWS #25 ? 28. 5. 2004
Liebe Freunde und Kollegen,
hiermit möchten wir Euch auf die Themen der CROPfm BIG BROTHER NEWS #25 vom
28. Mai 2004 aufmerksam machen.
CROPfm BIG BROTHER NEWS #25:
>> http://www.bigbrothernews.org/
Am Freitag, den 28. 5. 2004, 19:00 Uhr, gibt es im Rahmen der nächsten
CROPfm-Live-Sendung (Thema: "Chemtrails", Studiogast: Gabriel Stetter) auch
die 25. Ausgabe der BIG BROTHER NEWS zu hören. CROPfm ist im Raum
Graz/Steiermark terrestrisch auf der Frequenz von Radio Helsinki (92.6Mhz)
zu hören, sowie als Live-Stream.
>> http://cropfm.mur.at/
Die Themen der nächsten BBN-Sendung sind:
- Open-Source-Initiative der Grünen.
"Linux für alle!" lautet das Motto, das sich die Grünen auf die Fahnen
geschrieben haben. Eine kostenlose, von Marie Ringler vorige Woche
vorgestellte, Linux-CD-ROM soll Kontaktängste abbauen ...
- Buchvorstellung: "ORTE HEILEN" von Peter Jordan; gelesen von Tina Strauss
...
- Koholek und die Paranoia ... Alfred Koholek hält die Lautsprecher zu, aus
Sicherheitsgründen.
Weiterführende Links, jede Menge Informationen und ein Mitschnitt der
Sendung finden Sie wie immer auf der Homepage der BIG BROTHER NEWS:
>> http://www.bigbrothernews.org
>> http://crop.mur.at/g7/bigbrother
-------------------------------------
BERETIS ONLINE: BIG BROTHER NEWS #24:
RICHARD STALLMAN IN WIEN.
Anlässlich eines Protestmarsches gegen das neue EU-Softwarepatentrecht von
der Wirtschaftskammer zur Wiener Dienststelle des EU-Patentamts, hielt
GNU-Guru Richard Stallman einen Vortrag in Wien.Neben dem Sendungsbeitrag
sind auch Langfassungen des Vortrags und der Statements von Stallman,
Mercedes Echerer und Othmar Karas abrufbar, sowie eine kurze Videodoku vom
Protestmarsch.
>>> http://crop.mur.at/g7/bigbrother/stallman.html
Über Reaktionen würden wir uns sehr freuen.
Viele Grüße
Chris Haderer--
To unsubscribe from: CROPfm BIG BROTHER NEWS, just follow this link:
http://evolver.at/cgi-bin/mojo/mojo.cgi?f=u&l=bbnews&e=widerstand (at) no-racism.
net&p=7257
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AKTIONEN DER VERGANGENEN TAGE
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10 united aliens newsletter 04/02y
von: <pot (at) unitedaliens.at>
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Im Rahmen des 5 Tage Frühstücks von Permanent Breakfast
von 19. Mai bis 23. Mai 2004 bei der Kunsthalle / Karlsplatz
(nähere infos dazu http://www.permanentbreakfast.org/ )
ladet *POT* zu einem Frühstück mit United Aliens & Thomas ein
am Samstag 22.5.2004
von 10 bis 14 Uhr bei der Kunstahlle / Karlsplatz
4 Stunden lang werden wir diesen öffentlichen Platz befrühstücken,
alle sind eingeladen mitzufrühstücken und natürlich auch diverse leckerein
mitzubringen
TIP:
auch möchte ich auf die ausstellung von permanent breakfast hinweisen die
sozusagen zeitgleich in der Kunsthalle stattfindet
*POT* // united aliens
http://www.unitedaliens.org
*** Sie wollen in Zukunft von diesen und ähnlichen Informationen verschont
bleiben?
Einfach ein Email an pot (at) unitedaliens.at
in die Betreff Zeile schreiben Sie: NEIN BITTE NICHT oder ähnliches
die Begründung bitte in 3 facher Ausführung mit dem Formular WIL2NIxxW
ebenso beilegen
(Formular können Sie bei Amt für ausserirdische Angelegenheiten zu
Bürozeiten anfordern)

==================================================
11 21.Mai: Demo wg. des Polizeiueberfalls aufs EKH
und den rassistischen Verhaftungen
von: <raw (at) raw.at>
==================================================
Aus aktuellem Anlass leiten wir den folgenden Aufruf weiter:
--------------
Bei dem Polizeiüberfall am 18.05.2004 auf das EKH wurden im Zuge einer
Baupolizeilichen Massnahme eine rassistische Razzia durchgeführt, dabei
wurden 3 MigrantInnen verhaftet. 2 von ihnen droht akut die Abschiebung
in die DR Kongo, wo seit Jahren bürgerkriegsähnliche Zustände
vorherrschen. Deshalb:DEMONSTRATION
Gegen Abschiebungen, fremdenfeindliche Polizeigewalt & -willkür &
rassistische Alltäglichkeit!!!
Freitag 21. Mai.2004, 12.00 Uhr
Treffpunkt vor dem Büro für Sofortmassnahmen
Rathausstrasse 1, 1. Bezirk
--------------
Hier gibts noch eine Stellungnahme einiger EKH-BewohnerInnen zu dem
Vorfall:
http://www.med-user.net/ekh/stell.htm
--
############ RAW #############
Rosa Antifa Wien
c/o Rosa Lila Tip
Linke Wienzeile 102
A-1060 Wien
AUSTRIA
-------------------------
E-Mail: raw (at) raw.at
Web: http://www.raw.at
Board: http://www.n3tw0rk.org
-------------------------
PGP-Key available here:
http://www.raw.at/sub/kontakt/raw.asc
############ RAW #############

==================================================
><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
MELDUNGEN UND KOMMENTARE
><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><<>><
==================================================
12 Genua -- Nato-Gipfel Istanbul
von: <gipfelsoli-l (at) lists.nadir.org>
==================================================
Gipfelinfo - Meldungen über globalisierte Solidarität
und die Proteste gegen unsolidarische Globalisierung
--------------------------------------------------------------------------
- Genua: weitere 50 Anklagen - auch in D.
- NATO TRIFFT SICH IN ISTANBUL. WIR AUCH
- GEGEN DEN NATO-GIPFEL: RESISTANBUL 2004----------------------------------------------------------------------------
--
Genua: weitere 50 Anklagen - auch in D.
Es ist soweit. In den nächsten Tagen werden rund 50 Personen, die 2001 an
den G8 Protesten Teil nahmen, Mitteilungen über den Abschluss der
Ermittlungen erhalten. Es steht jetzt definitiv fest, dass unter den
Betroffenen auch mehrere Deutsche sind.
Wie gehabt, sieht die nun bevorstehende Prozedur wie folgt aus: die
"Avvisi di conclusione delle indagini" (ACIP), d.h. die Bescheide über den
Abschluss der Ermittlungen, werden in den nächsten Tagen die Personen
erreichen, die davon betroffen sind. Diese haben dann 20 Tage Zeit, um
etwaige neue Beweise anzubringen oder um Anhörung zu bitten. Anschließend
kommt es zum staatsanwaltlichen Antrag auf Klagezulassung beim Gericht.
Sobald die Klagezulassung durch ist, gibt es kein Zurück mehr und damit
einen zweiten g8 Prozess. Ob die Gerichtsverfahren gebündelt statt finden
werden ist bisher unbekannt, aber sehr wahrscheinlich. Im bereits
laufenden Gerichtsverfahren gegen 25 italienische Prozessteilnehmer
befasst sich das Gericht auch schon mit 26 Personen zur gleichen Zeit.
Sollte es für alle 50 zum Prozess kommen, steigt die Zahl der
strafrechtlich verfolgten Protestteilnehmer auf 76. Damit kann sich die
Staatsanwalt von dem Druck befreien, den insbesondere Vizepremier
Gianfranco Fini in den letzten Jahren unablässig ausübte. Fini warf der
Staatsanwaltschaft wiederholt vor, dass in Sachen Genua mehr Polizisten
als Demonstranten unter Anklage standen. Auf polizeilicher Seite müssen
ebenfalls 76 Beamte bzw. Gefängnisbedienstete vor Gericht. Mit den neuen
in Kürze bevorstehenden Anklagen wäre so ein Verhältnis 1:1 erreicht. Die
Entscheidung ist der spärlichen Berichterstattung zum Thema zufolge nicht
ohne Bauchschmerzen gefallen. Dass es innerhalb des Staatsanwaltlichen
Pools der Zuständigen mitunter erhebliche Differenzen gegeben hat ist
länger bekannt. Mehrmals mussten sich die Staatsanwälte dem Machtwort des
leitenden Staatsanwalts Lalla beugen.
Die Unterzeichner der Ermittlungen gegen die 50 Personen, die es jetzt
treffen wird, sind die gleichen, die den aktuell laufenden Prozess gegen
die Genoa 26 (26 minus 1, da ein Verfahren wegen Formfehlern abgekoppelt
wurde) führen. Besonders die Staatsanwältin Canepa hat bei den bisherigen
Verhandlungen im laufenden Verfahren klar gezeigt, dass sie um jeden Preis
eine vorsätzlich geplante Systematik der Beschuldigten nachweisen will.
Wie schon mehrfach berichtet wurde, sollen die Angeklagten im Verfahren
gegen die 26 wegen Verwüstung und Plünderung belangt werden. Dieser
Straftatbestand setzt systematisches Handeln voraus, den Frau Canepa und
der mit ihr ermittelnde und anklagende Kollege Canciani meinen, eindeutig
nachweisen zu können. Auffallend war bei den bisherigen Verhandlungen
auch, dass die Staatsanwältin Canepa und ihr Kollege bei Zeugenbefragungen
sehr intensiv nach Hinweisen auf die Anwesenheit von deutschsprachigen
Personen suchen, obwohl kein Deutscher unter den jetzigen Angeklagten ist.
Der Nachweis einer vorsätzlichen Systematik wäre freilich durch den
Nachweis eines internationalen Rahmens begünstigt. Einmal mehr zeigt sich
so der politische Charakter der Angelegenheit. Wie bekannt, wird seit
geraumer Zeit versucht, die bisher bestehenden Hürden hinsichtlich der
Definitionskriterien einer Kriminellen Vereinigung mit Blick auf nicht
hierarchisch organisierte, lose Zusammenhänge zu brechen. Die
Definitionsvoraussetzungen im Rahmen der Klassifizierung einer Gruppe als
kriminelle Vereinigung setzten bisher die klare und feste Zugehörigkeit zu
einer eindeutig strukturierten und fest umschriebenen Organisation voraus.
Nun drohen diese Definitionskriterien ernsthaft aufgeweicht zu werden. Die
Prozesse in Genua könnten in diesem Sinn durchaus von Bedeutung sein, die
Folgen in einer mittelfristigen Zukunft sind nicht auszudenken.
Eine Bestätigung für diesen Trend, lose Zusammehänge als organisierte
kriminelle Vereinigungen zu erheben ist die vor wenigen Tagen erfolgte
Aufnahme von einigen anarchistischen Gruppen in die berühmte
internationale Terrorismus-Blacklist. Unter den betroffenen Gruppen sind
nicht zuletzt jene, die zur Jahreswende wegen der Eurobriefbombenaffäre in
aller Munde waren und damit erstmals solche eigentlich eher losen
Zusammenhänge mit oder ohne internationaler Vernetzung. Die Staatsanwälte
Canepa und Canciani beschäftigen sich übrigens auch mit einigen der
Briefbomben sowie mit mehreren Verfahren gegen Linke und Anarchisten,
deren Aktivitäten als Teil landesinternen Terrorismus bezeichnet werden.
Über Details bezüglich der genauen Vorwürfe gegen die Betroffenen der
bevorstehenden Anklagen wird erst in den nächsten Tagen und Wochen etwas
zu erfahren sein. Bisher ist bekannt, dass vier Angehörige des Turiner
sozialen Zentrums Askatasuna auf der Liste stehen und zahlreiche
Mitglieder der österreichischen Theatergruppe Volxtheaterkaravane. Die
Staatsanwaltschaft ist überzeugt davon, dass mehrere von ihnen an den
Straßenunruhen beteiligt waren. Bei den Deutschen weiß man nur, dass es
sich um zwei Gruppen handelt. Es könnte sich also um einige derjenigen
handeln, die noch im Juli 2001 in Gruppen beim Verlassen Genuas verhaftet
wurden. Möglich ist aber auch, dass es sich um Leute handeln könnten, die
mit vielen anderen in einer Anlage der Provinz in Quarto bei Genua
übernachteten. Die Anlage war als logistische Stätte zur Unterbringung der
von Protestteilnehmern zur Verfügung gestellt worden. Nicht zur Verfügung
gestellte Teile der Anlage wurden je nach Sichtweise aufgebrochen bzw.
besetzt.
Die Liste von beschädigten Einrichtungsgegenständen und zerstörten Teilen
der Anlage, wie etwa Zäune aus denen Kampfmaterial gemacht worden sein
soll ist, lang. Amtsträger der Provinzverwaltung haben schon 2001 Aussagen
gemacht, welche die juristische Lage der Leute, die aus Quarto kamen bzw.
dort wohnten erschweren könnten. In regierungsnahen Medien wurden in
Ahnlehnung an besagte Äußerungen schon damals Vorsätzlichkeit und
geplantes, organisiertes Vorgehen unterstellt. Es gibt eine Übersetzung
aus der Zeitung "Il Manifesto" vom Juli 2001, die es sich lohnt, noch mal
nachzulesen, um sich einiger Details zu erinnern:
http://www.ballhausplatz.at/johcgi/ball/TCgi.cgi?target=thema&thema=62&ID_Ne
ws=968

Die Anlage in Quarto lag innerhalb der "gelben Zone". Dort endeten wegen
der Sperrung der innerstädtischen Bahnhöfe zahlreiche Züge nach Genua, und
auch für viele Busse war Quarto die Endstation. In ihr sollen sich nach
Ansicht von einigen Amtsträgern der Provinziverwaltung
(Landkreisverwaltung), die Verantwortlich für die überlassenen Räume
waren, einige treibenden Kräfte des Schwarzen Blocks schändlich
"unbehelligt" niedergelassen haben. Speziell geht es um einen
Kindergarten in einer größeren Anlage, zu der noch ein Gymnasium, ein
Theater, Büroräume sowie Sporthallen und eine Grünanlage gehörten, wo man
Platz zur Unterbringung von 800 bis 1.000 Leuten zur Verfügung gestellt
hatte.
Der nicht für Unterkunftszwecke vorgesehene Kindergarten war sozusagen
besetzt worden. Am 19. Juli hatte es geregnet, viele Leute fanden in den
überdachten Räumen keinen Platz. Der Hausmeister öffnete daraufhin, nach
Rücksprache mit der Provinzverwaltung, eine zweite Turnhalle.
Protestteilnehmer öffneten ihrerseits den Kindergarten und Büroräume. Weil
dies ohne Genehmigung und durch Aufbrechen der Türen geschah, warf Frau
Vincenzi, Präsidentin der Provinz Genua dem Genoa Social Forum und den
Basisgewerkschaften Cobas, denen die Anlage "zugewiesen" worden war dem
Forum vor, nicht zur Anzeige gebracht zu haben, dass sie "nicht in der
Lage waren, die Situation unter Kontrolle zu halten.
Frau Vincenzi echauffierte sich im August 2001 auch mehrfach darüber, dass
keine Kontrollen im Kindergarten durchgeführt worden seien. Die Polizei
wurde massiv bezichtigt, ihren Hinweisen nicht in angemessener Form
nachgegangen zu sein. Die Tatsache ist bestätigt. Einige Male fuhren
Streifen oder gar Hundertschaften auf, aber sie unternahmen nichts. Auch
andere Beamte der Provinzverwaltung gaben an, einige Hundert hätten ihr
Quartier teilweise kurz und klein gemacht, um sich mit kampftauglichem
Material auszustatten. Über die "Deutschen" regten sich die Leute von der
Provinzverwaltung so oft sie konnten lautstark auf.
"Die Autos der Deutschen parkten während all diesen Tagen vor dem
Kindergarten zusammen mit einem weißen Transporter, den man benutzte, um
Gewalttätige und Waffen zu transportieren", führte sie Frau Vincenzi immer
wieder an, unter Betonung der Tatsache, dass sie die "außergewöhnlichen
Vorgänge" bei den Sicherheitsbehörden zur Anzeige gebracht hätten, ohne
gehört zu werden. Ein Angehöriger des Provinzparlaments gab an, er habe
drei Tage lang erfolglos um ein Einschreiten der Ordnungskräfte "gefleht".
Die Askatasuna Leute sind in jedem Fall wegen der mutwilligen Zerstörung
in den Schulgebäuden von Quarto im Sinne der schon aus dem laufenden
Verfahren bekannten Verwüstung und Plünderung dran, die Strafen von bis zu
8 Jahren bedeutet. Soviel steht fest, wie auch, dass in zahlreichen Akten,
Dokumenten und Zeugenaussagen steht, dass sich dort jede Menge Leute aus
Deutschland aufhielten. Es geht aber mit Sicherheit nicht nur um die
Schulen. Die Identifizierung der Personen, die jetzt angeklagt werden
sollen, erfolgte anhand der Auswertung von Bildmaterial. Ein Schwerpunkt
der polizeilichen und Staatsanwaltlichen Auswertungsarbeit lag in der
Identifizierung von Personen, die sich am 20. und 21. Juli Barrikaden
bauend und verschiedene Objekte angreifend durch die Stadt bewegten.
Quarto ist in diesem Zusammenhang nicht nur als Quartier von so genannten
Black Block schärfstens im Visier der ermittelnden Staatsanwälte gewesen,
sondern auch als Ausgangspunkt bzw. Endstation der am stärksten
kriminalisierten Streifzüge von g8 Gegnern am 20. Juli und 21. Juli
gewesen. Es handelt sich um ein Pulk von etwa 400 Menschen im Kontext von
etwa Dreitausend die in Genua dem Spektrum um die so genannten black block
zugerechnet wurden, die gezielt direkte Aktion gegen Banken und andere
Objekte praktiziert haben sollen. Sie sollen am 20. Juli fünf Stunden lang
und am Morgen nach der Tötung Carlo Giulianis u.a. in Quarto und Marassi
gewütet haben.
Es ist noch nicht offiziell bekannt, aber wahrscheinlich, dass man
mindestens ein Teil der 50 gegen die nun vorgegangen werden soll in
Zusammenhang mit diesen "Streifzügen" und damit mit dem Vorwurf der
Verwüstung und Plünderung anklagen wird. Andere sollen einzeln oder in
kleinen Gruppen wegen einzelnen Vorfällen wegen den minder schwer
wiegenden Vorwürfen des Widerstands gegen die Staatsgewalt und der
Sachbeschädigung angeklagt werden. Ausländische Polizeien haben sich
offenbar geweigert, die italienischen Ermittler zu unterstützen. Der
leitende Staatsanwalt Lalla gab an, die Ermittlungen hätten sich nicht
zuletzt wegen dem "Verhalten der ausländischen Polizeien" schwierig
gestaltet, die ihnen "keinerlei Identifizierung geliefert haben" sollen.
Den ausländischen Polizeien war das umfangreiche Material zu diesem Zweck
übermittelt worden.
[indymedia.de, von rf - 20.05.2004 15:35]
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NATO TRIFFT SICH IN ISTANBUL. WIR AUCH
DIE NATO STOPPEN
Am 28. und 29. Juni trifft sich die NATO in Istanbul. Obwohl vor dem
Irakkrieg ein Riss durch die NATO ? Parteien sichtbar wurde, arbeiten
heute ihre Mitglieder wieder enger zusammen. Die Grundlage ihrer
Zusammenarbeit bilden die verschiedenen imperialistischen Interessen ihrer
Bündnispartner. Während die USA als die einzige Supermacht ihre weltweite
Herrschaft beibehalten möchte, wollen Deutschland und Frankreich durch
ihre gesteigerte ökonomische Rolle einen größeren Teil des Kuchens
abbekommen.
Mit dem NATO-Treffen am 28. und 29. Juni in Istanbul, stehen uns neue
imperialistische Vorhaben bevor. Neue imperialistische Vorhaben bedeuten
in diesem Fall neue Kriege, Massaker, Besetzungen, Plünderungen und
Zerstörungen. Die jüngsten Skandalbilder zeigen, zu welchen Gräueltaten
eine Besatzungsarmee fähig ist. So sollen im Bagdader Abu-Ghraib ?
Gefängnis Gefangene unter dem Schutz von US-Geheimdienst ? Mitarbeitern
sadistisch gefoltert worden sein. Britische Tageszeitungen
veröffentlichten Fotos britischer Soldaten, die einen Iraker mit
Gewehrkolben schlagen und auf ihn urinieren. Aus einem in Frankreich
aufgetauchten Film mordet die Besatzung eines US-Militärhubschraubers
grundlos drei irakische Männer.
Wenn sich die US-Regierung für die Misshandlung durch US-Soldaten an
irakischen Gefangenen und Zivilisten entschuldigt, so bedeutet dies
keineswegs, dass die Folterungen aufhören werden. Die Besatzer werden bloß
in Zukunft bei weiteren Folterungen noch besser aufpassen müssen, um nicht
noch einmal durch die internationale Öffentlichkeit erwischt zu werden.
Seit Jahren regt sich ein immer größer werdender und weltweiter Widerstand
gegen die Vorhaben der großen militärischen und wirtschaftlichen Mächte.
Angefangen in Seattle, über Genua, Prag, Nizza, Kopenhagen, Barcelona,
Cancun bis zu Thessaloniki wurden immer größere Proteste gegen diese
Politik gemacht. Eine große Zahl von Menschen zeigte offen, dass sie mit
dieser Politik nicht einverstanden ist. Die Entscheidung über die Zukunft
der Welt darf nicht einem Haufen Schmarotzer überlassen werden. Wehren wir
uns dagegen !!!
Young Struggle organisiert diese Kampagne, um dieses Vorhaben der NATO so
weit wie möglich zu behindern. Um dies zu schaffen müssen so viele
Menschen wie möglich zu den Protesten in Istanbul kommen. Genauso wie die
Menschen im Irak wollen wir die Neuaufteilung der Welt nicht auf uns
sitzen lassen. Wenn es die Iraker schaffen, sich unter den
unmenschlichsten Bedingungen und bestialischsten Folterungen gegen die
Besatzer zu wehren, so schaffen wir das auch!!!
Für die internationale Solidarität !
Für die Zerschlagung der NATO !
[indymedia.de, von www.youngstruggle.com - 21.05.2004 12:50]
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GEGEN DEN NATO-GIPFEL: RESISTANBUL 2004
In Istanbul wird von 28.-29. Juni 2004 ein Gipfeltreffen der NATO
stattfinden, an dem sich auch US-Präsident George W. Bush beteiligen wird.
Das Ziel dieses Gipfels ist es, die Vorherrschaft der NATO-Führungsmacht
USA im Mittleren Osten, in Nordafrika und in Zentralasien weiter
auszubauen.
Gemeinsam mit den anderen imperialistischen Staaten wollen die USA das
Projekt "Größerer Mittlerer Osten" umsetzen. Dieses Projekt wird zunächst
als zentraler Tagesordnungspunkt auf dem G8-Gipfel vom 8. bis 10. Juni in
Florida auftauchen, danach wird es Gegenstand der "Beratungen" auf dem
US-EU-Gipfel am 26. Juni sein. In Istanbul schließlich droht der "Größere
Mittlere Osten" als Bestandteil der NATO-Doktrin verabschiedet zu werden.
DIE AKTUELLE POLITIK DER IMPERIALISTISCHEN STAATEN
Um Befreiungsbewegungen zu beseitigen und die "Gefahr" der Revolution
auszulöschen, wird neben der Unterdrückungspolitik gegenüber
revolutionären Organisationen versucht, unmittelbare Interventionskräfte
zu schaffen, siehe z.B. den "Plan C" in Kolumbien, die Militärstützpunkte
auf den Philippinen und in der Türkei die ständige Präsenz von
US-Militärtruppen am Stützpunkt Incirlik.
Darüber hinaus wird in Erwägung gezogen, auf der ganzen Welt gegenüber
politischen Gefangenen diejenigen Unterdrückungsmethoden anzuwenden, die
seit längerem in den sogenannten F-Typ-Isolationszellen in der Türkei
erprobt werden. Ziel ist es, revolutionären Bewegungen weltweit mit einer
Gefängnispolitik zu begegnen, welche sich von Guantánamo in nichts
unterscheidet.
DIE NATO
Die NATO setzt ihre Unterstützung der Besatzungsmächte im Irak und in
Palästina sowie ihre Unterdrückungspolitik gegen die Völker in der Region
fort.
Auf diesem Weg versucht sie, das Mittelost-Projekt der USA und die
us-israelische Dominanz in der Region aufrechtzuerhalten. Die einzige
Funktion der NATO oder UNO ist es heute, die Politik der USA umzusetzen
oder zu legitimieren. Kein einziger "Lösungsvorschlag" der NATO oder der
UN kann außerhalb der US-Politik betrachtet werden.
DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN NATO UND TÜRKEI
Die Türkei hat sich, um NATO-Mitglied zu werden, am Korea-Krieg der USA
beteiligt. Die Rolle, die der Türkei innerhalb der NATO zugeteilt wird,
ist jene einer Gendarmerie der USA im Mittleren Osten und in Zentralasien.
Der Staat Türkei stellt sich dieser Aufgabe mit Bravour. Die Türkei mit
ihrem "laizistisch-islamischen" Modell dient als ein Beispiel dafür, wie
ein Staat im Interesse der USA aussehen soll. Und: die Türkei stellt nach
den USA die zahlenmäßig stärkste Militärkraft in der NATO dar.
Die Konterguerilla, welche als türkische Gladio* und in den 1950er Jahren
aufgebaut wurde, war in der Vergangenheit in der Türkei ein bestimmendes
Element sowohl des Scheinparlamentarismus als auch der offenen
Militärjunta der faschistischen Regierungen. Heute werden die
Konterguerilla-Organisationen wieder zu einer institutionellen Kraft.
Wir rufen alle Menschen, Institutionen und Organisationen, die sich gegen
das Diktat der USA im Mittleren Osten und das Projekt "Größerer Mittlerer
Osten" stellen, die gegen Kriege, Besatzungen, Schwarze Listen und
Isolationsgefängnisse sind, auf, anlässlich den NATO-Gipfels am 28. und
29. Juni in Istanbul den Gegengipfel der mehr als einhundert
Organisationen, Institutionen und Gewerkschaften umfassenden "EINHEIT
GEGEN NATO UND BUSH" zu unterstützen und daran teilzunehmen.
Wir rufen alle Organisationen, die sich gegen NATO und Militarismus
stellen, alle revolutionären Organisationen und Parteien weltweit und alle
Personen und Organisationen, die sich gegenüber den Verbrechen der NATO
auf die Seite des Befreiungskampfes der Völker stellen, auf, ihre
Solidarität mit der Plattform "RESISTANBUL 2004" zu bekunden und an den
Aktivitäten gegen den NATO-Gipfel in Istanbul teilzunehmen.
NEIN ZU KRIEG UND BESATZUNG!
NATO RAUS AUS DEM MITTLEREN OSTEN! NATO-KRIEGSMASCHINERIE STOPPEN!
SCHLIESSUNG ALLER US- UND NATO-MILITÄRSTÜTZPUNKTE!
WIDERSTAND IST NICHT TERRORISMUS!
30. April 2004
RESISTANBUL 2004
resistanbul (at) gmx.net
resistanbul (at) hotmail.com <mailto:resistanbul (at) hotmail.com>
http://www.resistanbul.org
[indymedia.de, plong 22.05.2004 16:57]

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gipfelsoli infogruppe
Die AutorInnen der Beiträge, so sie nicht von uns verfasst sind, sind
mit eckigen Klammern versehen. Wir können leider keine Verantwortung
für die Richtigkeit der Beiträge übernehmen. Auch geben die Beiträge
nicht zwangsläufig unsere Meinung wieder.
Kontakt, Kritik, Beiträge: gipfelsoli (at) nadir.org
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13 bericht von antirassistischer demo am 21. mai 2004
von: <fewor (at) no-racism.net>
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ca. 130 aktivistInnen beteiligten sich an der demonstration gegen
abschiebungen,
fremdenfeindliche polizeigewalt & -willkür & gegen rassistische
alltäglichkeit,
die mit viel aufsehen und -hören vom büro für sofortmaßnahmen zum schubhäfn
am
hernalser gürtel in wien zog.
treffpunkt war 12:00 vor dem büro für sofortmaßnahmen des magistrats wien in
der
rathausgasse 1 im 1. bezirk. dieses leitete am vergangenen dienstag, dem 18.
mai 2004, den einsatz im ekh, bei dem es u.a. zur entwendung zweier türen
und
der verhaftung von drei bewohnern des hauses und deren späteren überstellung
in
schubhaft kam.
wie zu erwarten, war der eingang zum büro für sofortmaßnamen bereits von der
polizei versperrt. vor der absperrung versammelten sich in etwa 100
demonstrantInnen. die demo zog nach einigen redebeiträgen um ca. 12:30 die
josefstätter straße entlang richtung hernalser gürtel und wuchs unterwegs
auf
ca. 130 leute an. begleitet wurde der bunte demonstrationszug (zitat
passantin:
"des is jo wie a faschingsumzug") von guter musik und redebeiträgen aus dem
lautsprecherwagen. der grund der demonstration wurde zusätzlich über flugis
und
gespräche mit passantInnen vermittelt. es war klar, dass es sich um eine
antirassistische demo handelt.
aufgenommen wurde die kundgebung geteilt. während zahlreiche leute sehr
positiv
reagierten, gab es vereinzelt doch unmutsäußerungen über das anliegen der
aktivistInnen. eine positive reaktion: auf die erklärung, dass gegen
rassismus
und abschiebungen protestiert wird, meinte eine frau in einem kleinen laden:
endlich gibt's mal action!
alles in allem war es eine gelungene demonstration, bei der lautstark die
freiheit aller schubhäftlinge gefordert wurde. lediglich die überlangen
redebeiträge vor dem eingang zum polizeianhaltezentrum hernalser gürtel in
der
breitenfelder gasse 21 waren stimmungstötend und wurden zum teil zur
wahlwerbung "missbraucht". sie wurden mehrmals von der unruhigen menge mit
parolen übertönt: "polizei ist rassist", "wir haben keine wahl", "noborder.
nonation. stopp deportation" oder "eins, zwei, drei, lasst die leute frei.
vier, fünf, sechs, sonst komm ma mit der flex". trotzdem verließen einige
schon
frühzeitig den kundgebungsort. am ende waren noch ca. 70 leute anwesend.
zum abschluss wurde der gefängniskomplex am hernalser gürtel noch mal mit
viel
lärm umrundet, wobei sich etliche passantInnen, vor allem ganz junge, in der
demo wiederfanden. zum schluss wurde vor den die tür des gefängnisses
bewachenden polizistInnen noch ein wenig getanzt, was diese aber kalt ließ.
die
demo endete um ca. 14:30.
die drei am dienstag verhafteten sind weiter akut von abschiebung bedroht.
weitere informationen und aktionen sollten folgen.siehe:
http://www.no-racism.net
http://www.med-user.net/ekh
--
This mail was sent through the strg.at network.
http://strg.at

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14 Achtung - Desinformation !
von: <asyl-in-not (at) asyl-in-not.org>
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Achtung - Desinformation !
Behördliche Falschmeldungen zum neuen Asylgesetz
Innenminister Ernst Strasser zur Tiroler Tageszeitung, 15.5.2004:
"Das neue Asylsystem gewährleistet eine strengere Handhabe. Seit dem 1. Mai
hat sich gezeigt, daß wir viele direkt an der Grenze zurückweisen (...)
können."
Das ist sehr interessant. Es stimmt zum Teil: Asylwerber, die über die
Schweiz oder Liechtenstein nach Österreich kommen, dürfen gemäß § 17 schon
an der Grenze zurückgeschickt werden. Wie viele dürften das sein?
Nullkommajosef.
Die große Mehrzahl der Flüchtlinge kommt nach wie vor über unsere östlichen
Nachbarländer Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien, die seit 1. Mai
EU-Mitglieder sind. Hat er die gemeint? Schiebt Herr Strasser diese
Flüchtlinge direkt an der Grenze zurück? So wie er es zu Allerheiligen mit
den Tschetschenen getan hat?
Das ist immer noch verboten. Kennt Herr Strasser nicht sein eigenes Gesetz?
Oder versucht er, der Öffentlichkeit einzureden, seine illegale Praxis sei
nun rechtens geworden? Das nennt man: Desinformation.
Wer über einen Dublinstaat nach Österreich kommt, hat Anspruch auf ein
"Dublin-Verfahren". Das ist schlimm genug:
Sein Asylantrag wird zurückgewiesen, wir können zwar Berufung erheben, aber
er wird trotzdem ins Nachbarland zurückgeschoben. Dort sitzt er im Gefängnis
(in Ungarn im berüchtigten Szombathely, bis zu einem Jahr!).
Aber er hat wenigstens die Chance, daß der UBAS den Bescheid behebt und er
nach Österreich zurückkommen kann - vorausgesetzt, die NGOs in den
Nachbarländern haben ihn bis dahin vor Weiterschiebung ins Verfolgerland
geschützt.
Herr Strasser plaudert einmal mehr allzu ungeniert aus der Schule. Offenbar
schiebt er Flüchtlinge in die Beitrittsländer zurück. Wurden deshalb seit 1.
Mai so wenige Asylanträge in Österreich gestellt?
Diese Länder sind nicht sicher. Der UBAS hat das in den vergangenen Jahren
in ständiger Rechtsprechung festgestellt. Herr Strasser versucht einmal
mehr, die Entscheidungen einer unabhängigen Berufungsinstanz zu umgehen.
Dementsprechend dreist schiebt Herr Strasser auch dem UBAS die Schuld daran
zu, daß Asylverfahren so lange dauern.
Strasser zur APA (zitiert nach "Wiener Zeitung", 13.5.2004) über den UBAS.
"Das ist ein ganz eigenes Kämmerchen, das frank und frei arbeiten darf." Das
Innenministerium habe dem UBAS "mehrfach Vorschläge gemacht, wie man den
Output bei Verfahren erhöhen könnte, ist damit aber auf Desinteresse und
taube Ohren gestoßen".
Ein Gericht, das "frank und frei" entscheidet, ohne den "Output" zu erhöhen,
ist dem Polizeiminister ein Dorn im Auge. Er zeigt einmal mehr, wie wenig er
den Rechtsstaat liebt.
Die wirkliche Ursache der langen Verfahren ist aber, daß der UBAS die Arbeit
nachholen muß, die der Erstinstanz, Herrn Strassers Bundesasylamt, zu
beschwerlich war: die Ermittlung des wahren Sachverhalts.
Daran krankt das Asylsystem in diesem Land; und das zeigt einmal mehr, daß
im Bundesasylamt eine Reform an Haupt und Gliedern nötig ist.
Herr Strasser, von dem wir vieles gewohnt sind, ist aber nicht der einzige,
der Falschmeldungen verzapft.
Im "Falter" vom 19.Mai finden wir eine "Promotion"-Seite der Gemeinde Wien
und der Caritas mit der schönen Überschrift "Geregeltes Asyl". Die Wiener
Flüchtlingsbeauftragte Barbara Derkits-Kremser wird in diesem Inserat unter
anderem befragt, wie man eigentlich Asylwerber wird.
"Voraussetzung ist die Bekanntgabe eines Asylansuchens nach dem
Grenzübertritt auf der nächsten Polizeidienststelle oder
Bezirkshauptmannschaft," sagt Frau Derkits-Kremser dazu. Und auf die Frage,
woher die Flüchtlinge das wissen: "Diese Information dürfte Teil des so
genannten Schlepperpakets sein."
Nun, wir wollen hoffen, daß kein Schlepper und kein Asylwerber so dumm ist,
diese "Information" der Frau Derkits ernst zu nehmen. Wer sofort nach der
Grenze zur Polizei geht, wird nämlich Opfer eines "Dublin-Verfahrens": Weil
man ihm beweisen kann, durch welches Nachbarland er gekommen ist, wird sein
Asylantrag als unzulässig zurückgewiesen; er wird (siehe oben) trotz
Berufung zurückgeschoben.
Zurück - in einen unsicheren Staat, wo er eingesperrt wird und Gefahr läuft,
weitergeschoben zu werden bis ins Verfolgerland.
Wenn ein Flüchtling Zugang zum Asylverfahren finden will, darf er
keinesfalls zur nächsten Polizeistelle gehen, sondern er muß weit genug ins
Landesinnere (nach Traiskirchen, nach Thalham, nach Wien...) kommen, sodaß
der "zuständige" Dublinstaat nicht mehr festgestellt werden kann.
Frau Derkits verbreitet also auf ihrer "Promotion"-Seite eine gefährliche
Falschinformation. Sie gefährdet die Sicherheit der Flüchtlinge und bringt
sie in Abschiebungsgefahr.
Tut sie das in der Hoffnung, die Zahl der Schutzsuchenden zu vermindern, für
deren Aufnahme und Versorgung sie geradezustehen hat? Und was sagt dazu die
Caritas, deren Kontaktadresse unter diesem Inserat steht?
Asyl in Not wird weiterhin die Rechte und Interessen der Flüchtlinge
parteiisch vertreten und Mißbräuche abstellen. Zweckdienlichen Hinweisen
(auch von MitarbeiterInnen der Gemeinde Wien, der Caritas und anderer
Institutionen) gehen wir gerne nach.
Michael Genner, Asyl in Not
Währingerstraße 59
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15 Assad will syrische Kurden einbürgern
von: <wadi_wien (at) hotmail.com>
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St. Galler Tagblatt,
22. Mai 2004
Assad will syrische Kurden einbürgern
Damaskus. In einem Fernsehinterview hat der syrische Präsident Assad diese
Woche versprochen, das Problem der «staatenlosen» Kurden in seinem Land zu
lösen. Die Kurden seien «Teil des syrischen Mosaiks».
Von den 17 Millionen Einwohnern Syriens sind etwa 10 Prozent kurdischer
Abstammung. Nach der Volkszählung 1962 waren Kurden, die nicht nachweisen
konnten, aus einer in Syrien alteingesessenen Familie zu stammen, zu
Ausländern erklärt worden. Heute gibt es offiziell noch 142 000 als
staatenlos registrierte Kurden in Syrien.
Im vergangenen März war Syrien von einer kurdischen Revolte gegen die
Missachtung der Volksgruppe erschüttert worden. Mindestens 25 Menschen
starben damals . Das Regime liess danach 2000 Kurden verhaften. Nach
Schätzungen syrischer Menschenrechtsaktivisten sollen immer noch zwischen
400 und 1500 Kurden in Isolationshaft sitzen. Nach dieser Repression kommt
nun das Zuckerbrot: Assad sprach als erster syrischer Staatschef seit
Jahrzehnten überhaupt von Kurden in Syrien und bot den «staatenlosen» die
Einbürgerung an. Der Anwalt Sabri Mirza von der offiziell nicht zugelassenen
kurdischen Partei Yeketi erklärte jedoch, bisher seien noch keine
entsprechenden Massnahmen ergriffen worden. Assads Geste gegenüber den
Kurden scheint im Zusammenhang mit den amerikanischen Wirtschaftssanktionen
gegen Syrien und den militärischen Drohungen gegen das Regime seit dem
Irak-Krieg zu stehen. Zuvor waren bereits die Löhne der Staatsangestellten,
vor allem der Polizei und anderer Sicherheitsdienste, um 20 Prozent
angehoben worden. Assad
scheint zu fürchten, in einer aussenpolitischen Krise das Volk nicht hinter
sich zu haben. (ket)------------------------------------------------
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16 U.S. Soldiers Raid Chalabi's Home in Iraq
von: <wadi_wien (at) hotmail.com>
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U.S. Soldiers Raid Chalabi's Home in Iraq
By SCHEHEREZADE FARAMARZI, Associated Press Writer
BAGHDAD, Iraq - U.S. soldiers raided the home of America's one-time ally
Ahmad Chalabi on Thursday and seized documents and computers. U.S.
officials, meanwhile, disputed Iraqi claims that American aircraft bombed a
wedding party, killing more than 40 people. Both the raid on Chalabi's home
and the airstrike near Syria's border occurred at a time of rising public
anger over the U.S. occupation, which an increasing number of Iraqis
consider oppressive. The Americans plan to install an interim Iraqi
government June 30 and formally end the occupation but retain significant
military forces and influence over Iraqi affairs.
At the same time, the Americans are trying to quell an uprising in Shiite
regions south of Baghdad by a militia loyal to radical cleric Muqtada
al-Sadr, sought in the April 2003 killing of a rival cleric in Najaf. On
Wednesday, American soldiers clashed with Shiite militiamen Karbala and
Najaf, killing at least eight, U.S. officials said. No American casualties
were reported during the engagements, but assailants with hand grenades
killed a U.S. soldier and wounded three in central Baghdad early Thursday,
the military said. A total of 790 U.S. service members have died since the
beginning of military operations in Iraq (news - web sites) last year. Of
those, 576 died as a result of hostile action and 214 died of non-hostile
causes.
During the raid on Chalabi's home in Baghdad's Mansour district, American
soldiers surrounded the compound and armed Americans in civilian clothes and
flak jackets were seen milling about. A Chalabi aide, Haidar Musawi, said a
U.S.-Iraqi force surrounded the compound about 10:30 a.m., while Chalabi, a
member of the U.S.-appointed Iraqi Governing Council, was inside. They told
Chalabi's aides they wanted to search the house for wanted officials in
Chalabi's party, the Iraqi National Congress. A senior coalition official
said on condition of anonymity that an Iraqi judge issued several warrants
and would make details public later.
Iraqi police were seen loading boxes into vehicles, and neighbors said some
members of Chalabi's entourage were taken away. Police took documents and a
computer belonging to Chalabi, according to an American witness. A portrait
of Chalabi hanging on the wall had a bullet hole in the forehead.
Chalabi said at a news conference that American soldiers burst into his
bedroom carrying pistols. "I am America's best friend in Iraq," Chalabi
said. "If the CPA finds it necessary to direct an armed attack against my
home, you can see the state of relations between the CPA and the Iraqi
people."
The Americans also raided other offices of the INC, Musawi said.
U.S. officials declined to comment on the raid targeting a longtime ally of
the Pentagon (news - web sites). Privately, however, American authorities
have complained that Chalabi is interfering with a U.S. investigation into
allegations that Saddam Hussein (news - web sites)'s regime skimmed millions
of dollars in oil revenues during the U.N.-run oil-for-food program. A
U.S.-backed investigation has collected more than 20,000 files from Saddam's
old regime and hired the American accounting firm of Ernst & Young to review
them. Chalabi has launched his own investigation with a different auditing
firm and wants the Americans to pay the bill from an Iraqi oil fund that
Washington controls.
Chalabi complained recently about U.S. plans to retain control of Iraqi
security forces and maintain widespread influence over political
institutions after the June 30 transfer of power from the U.S.-led Coalition
Provisional Authority to an Iraqi interim administration. "It's a
provocative operation, designed to force Dr. Chalabi to change his political
stance," said Chalabi aide Qaisar Wotwot.
The U.S. military said Wednesday's pre-dawn attack near the Syrian border
targeted a suspected safehouse for foreign fighters from Syria about 15
miles from the Syrian border.
The desolate region is populated only by shepherds but is popular with
smugglers and the U.S. military suspects militants use it as an entry route.
It is under constant American surveillance.
But Iraqis said the Americans attacked a wedding party, and the bride and
groom were killed.
Lt. Col. Ziyad al-Jbouri, deputy police chief of Ramadi, said the attack
happened about 2:45 a.m. in a desert region near the border with Syria and
Jordan. He said between 42 and 45 people were killed, including 15 children
and 10 women. Dr. Salah al-Ani, who works at a hospital in Ramadi, 250 miles
east of the scene, put the death toll at 45.
"This was a wedding and the (U.S.) planes came and attacked the people at a
house. Is this the democracy and freedom that (President) Bush has brought
us?" said a man on the videotape, Dahham Harraj. "There was no reason."
Brig. Gen. Mark Kimmitt said the attack was launched about 15 miles from the
Syrian border after U.S. forces received "specific intelligence" about
foreign fighters slipping into the country.
"We sent a ground force in to the location," Kimmitt told Associated Press
Television News. "They were shot at. We returned fire." U.S. soldiers
recovered satellite communications gear, foreign passports and a large
amount of Iraqi cash at the site, he said. Military officials in Washington
refused to say whether anyone from a wedding party was among the people
killed. Iraqis interviewed on a videotape from Associated Press Television
News said revelers fired volleys of gunfire into the air in a traditional
wedding celebration before the attack. American troops have sometimes
mistaken celebratory gunfire for hostile fire. The footage showed a truck
containing bloodied bodies, many wrapped in blankets and piled atop one
other, after it arrived in Ramadi. Several were children. The body of a girl
who appeared to be younger than 5 lay in a white sheet, her legs riddled
with wounds and her dress soaked in blood. Two Iraqis said to have been
killed in the attack were buried Thursday in Baghdad. One of them was the
wedding singer, mourners said "At about 3 a.m., we were sleeping and the
planes started firing," said one of the mourners, who gave his name only as
Bassem. "They fired more than 40 missiles ... I was running ... There are no
fighters. These are lies."
Arab media painted reports of the airstrike as an example of what is widely
seen in this part of the world as an American campaign against Arabs.
Meanwhile Thursday, Iraqi insurgents ambushed a Spanish patrol protecting
troops pulling out of Iraq, the Defense Ministry said. One soldier was
wounded. The patrol came under rifle fire while returning to a Spanish base
in the south-central city of Diwaniya after accompanying a convoy heading
for Kuwait on its way back to Spain, a ministry official said.

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17 Reaction and Counter-Reaction to the Abu Ghureib
Abuses in the Arab Media
von: <wadi_wien (at) hotmail.com>
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MEMRI Special Dispatch - 21. Mai 2004
Reaction and Counter-Reaction to the Abu Ghureib Abuses in the Arab Media
The revelations about the abuse of Iraqi prisoners by American soldiers at
the Abu Ghureib prison in Iraq aroused many reactions in the Arab media. For
the most part, the response was one of harsh condemnation, accusations of
hypocrisy directed at the coalition countries, and equating the Abu Ghureib
abuse with Nazi atrocities.
Following these reactions, however, were several counter-reactions in the
Arab press, that included criticism of the Arab media's double standard -
i.e., exhaustive coverage of the misdeeds of American soldiers yet complete
silence on the spread of the phenomenon of torture in prisons throughout the
Arab world.
The following are examples of condemnation from the Arab press, as well as
counter-criticism:
Condemning the Abu Ghureib Incident
Egyptian President Hosni Mubarak said, during a meeting with a group of
teachers, that the Abu Ghureib abuse was "abhorrent and sickening, and
against all human values and human rights confirmed and defended by the
international community." [1]
Arab League Secretary-General Amr Moussa published a communiqué stating:
"What intensifies the emotions of sorrow and shock is that these immoral
deeds were carried out by people who claim they adhere to defending freedom
and human dignity." [2]
Syrian Minister for Expatriate Affairs Buthayna Sha'ban, who is also the
former Foreign Ministry spokeswoman, wrote in an article in the London
Arabic-language daily Al-Sharq Al-Awsat: "The pictures that one lone soldier
managed to smuggle out of the Abu Ghureib prison aroused revulsion and
condemnation in the world, because of the extent of the contempt for human
dignity and fundamental human rights - particularly on the part of the
forces that claimed [they had crossed] the oceans to rescue the Iraqi people
from the inhumane actions [by the Saddam regime] and to bring freedom and
democracy. It is the American administration's supercilious view of the
Arabs and Muslims, particularly after the events of September 11, and the
racist campaign against Islam and the Muslims in Europe . that leads to
crimes of this kind." [3]
The Kuwaiti cabinet expressed "sorrow and condemnation for the ill treatment
and torture . in the prisons in Iraq, particularly at Abu Ghureib." The
cabinet stated that these actions are "against norms, international laws,
and human rights" and called on "the commanders of the coalition forces to
punish those responsible for these inhuman actions, bring them before the
court, and thus ensure the rights of the Iraqi individual and a halt to his
repression." [4]
In an editorial, the Egyptian government daily Al-Ahram, wrote: "The
revulsion- and shock-arousing pictures that appeared in the world media
clearly reveals the falsity of the American claims that the war is aimed at
liberating the Iraqi people from the dictatorship of the previous regime.
"The statements of condemnation and denunciation from the Western capitals,
particularly the U.S. and Britain, are insufficient. Deterrent and firm
action must be taken to prevent a recurrence. An international court must be
established immediately in order to punish the perpetrators of the war
crimes in Iraq, in the same format [as the court that tried the war
criminals] in former Yugoslavia and Rwanda." [5]
Equating the Abuse with Nazi Atrocities
In an editorial, the Saudi daily Al-Riyadh wrote: "America and Britain do
not differ in their behavior from what history has convicted Stalin, the
Nazis, the Serbs, and others of. If these countries have a human conscience
[they must] transfer the issue to international courts and judges and thus
at least ensure that the truth comes to light, as in the trial of the Nazi
war criminals." [6]
In the Palestinian Authority daily Al-Hayat Al-Jadida, Israeli Arab Member
of Knesset 'Azmi Bishara wrote: "What happened at Abu Ghureib prison is no
exception, rather the rule. When some of us saw the people [lying] naked on
top of each other in a pyramid, in our souls arose the pictures of bodies at
the Auschwitz death camp - not because this is a scientific and precise
comparison, but only because [in both cases we see] naked people gathered in
a human heap." [7]
Zuheir Andreos, editor of the Israeli Arab weekly Kul Al-Arab, wrote in an
editorial: "Saddam Hussein, former Iraqi president, will stand trial on
charges of war crimes. Former Bosnian president Milosevic is standing trial
before the International Criminal Court. Why isn't Bush being tried for war
crimes? The crimes he committed against humanity are terrible and deserving
of his sitting in the prisoner's dock. George Bush is a war criminal. He and
his bunch in the White House [and] in the Foreign and Defense Ministry [sic]
are the new Nazis. The crimes they have committed may be more abhorrent than
the Nazis' crimes in Hitler's time." [8]
Criticizing the Arab Media's Double Standard
In an editorial, in the Kuwaiti daily Al-Siyassa, editor-in-chief Ahmad
Jarallah wrote: "Dr. Buthayna Sha'ban, who is 'revolted' by the torture of
the Iraqis, should be the last to express her revulsion - because the kinds
of torture carried out in the prisons of the regime of which she is a part
and in whose services she acts are too numerous to count. No atrocity
surpasses the kinds of torment and torture [in the Syrian regime] except
those that the former East German ruler [Erich] Honecker [used] against his
political rivals, and those by [Nicolae] Ceausescu against his citizens in
Romania.
"We have gone overboard in our talk of the Abu Ghureib torture scandal. We
tried to unite the world against the perpetrators of the torture at Abu
Ghureib. None has dared acknowledge that the U.S. behaved properly in
uncovering [this] scandal, for having sufficient courage to apologize. It
could have remained silent, or denied it - as is the custom of some Arab
regimes that torture, assassinate, bury alive, rip out fingernails, and
dissolve [people] in pits of acid, and appear before the world like innocent
children with angels' wings, using denial and falsehood." [9]
'A Crime is Not a Crime Unless it is Committed by a Foreigner'
Abd Al-Rahman Al-Rashed, former editor-in-chief of the London
Arabic-language daily Al-Sharq Al-Awsat, wrote: "The names of all the
thieves of the Oil for Food [Program], who took the oil money while the food
never reached the Iraqi people, were documented [in a list] of perk
recipients, and no one in the Arab media asked that they be punished or show
their shame. Their crimes are much more serious than the Abu Ghureib prison
scandals, because for years they stole medicine for the sick and for
hospitals in Iraq and sold it on the Jordanian and Gulf markets.
"Now U.N. investigations are uncovering the scandal of the violations of the
Oil for Food contracts. Kofi Annan is acknowledging it, expressing his
revulsion, and promising to punish the perpetrators. But the Arab media are
preoccupied only with the scandals of the Americans.
"A crime is not a crime unless it is committed by a foreigner. Torture is
[carried out] by the Arabs with the consent of the Arab press, which is
always silent about it. When someone tries to bring this up, he is accused
of damaging the Arabs' good name, and of acting for the Zionist camp!
"No one is acquitting the Americans of what a group of jailers did to Iraqi
prisoners. It is a crime. But it is inconceivable that the bribery of the
Iraqi regime and the crimes of its adherents are exposed to the eyes of all,
and we see the list of those who stole food and medicines - yet they walk
with their heads high, because they know how we treat crimes.
"Ten [American] jailers photographed 100 naked [Iraqi ] prisoners. [But] our
criminals ate the food of millions of the poor, and stole the medicines of
thousands of the sick. Our media raised a ruckus about a hate-filled
[American] soldier who urinated on an [Iraqi] prisoner. [But] the thieves of
[our] food and medicines urinated on an entire nation, and the [Arab] media
doesn't care about their crimes; it awarded medals to some, and kept silent
about the others." [10]
Al-Rashed's article provoked a wave of strong reactions in the Arab world;
he then published another article further explaining his position: "The
intention of the [previous] article was to condemn the torture and also [to
criticize] the double standard of the Arab media, which close their eyes on
the issue of hundreds of Arab prisons and the actions of thousands of Arab
jailers over many years - and exclusively focus on the Abu Ghureib case
because the jailer was American.
"This reminds me of a sight that shocked me during a visit in Tunis with my
colleague Mr. Salleh Al-Qallab. [11] We visited the leadership of the
Palestinian Authority, which was situated there at that time. In the office
of one official sat a Palestinian with a sad face. During a conversation
[with him], he said he had recently been released from an Arab prison, after
years of living in one of the dark basements through which sewage flows.
"The man stood and showed us his foot with a defect. He related that the
[jailers] used to chain him tightly, which wore away his flesh and broke the
bone. I asked him, 'Why don't you sue for this crime, or why aren't you
exposing it to the media?' He answered: 'We don't want to make the situation
worse.'" [12]
'Thank You to the American ABC Television Station'
Columnist Ahmad Al-Rab'i wrote in the London Arabic-language daily Al-Sharq
Al Awsat:"Since the Abu Ghureib prison crime was exposed, the biggest
discussion group in the Arab world has been [discussing] human rights, and
this is a fine thing. The subject of human rights, freedom, and the state of
the prisons has taken over every conversation [in the Arab world], after
many years when the Arabs talked little about the value of the individual
and the severity of the torture and killing. The Arabs became accustomed to
not dwelling on things that do not concern them.
"Accordingly, millions of Arabs do not know about the mass graves of
Saddam's Iraq, and about the state of the prisons and detention centers in
their countries. Only rarely do we hear of an Arab group demanding the
release of prisoners arrested for expressing an opinion, or of an
association that wants to visit an [Arab] prison. Furthermore, this is the
first time that the Arabs have seen television cameras inside the prisons.
"Thank you to the American ABC television station that exposed the torture
of prisoners at Abu Ghureib. The Arab television stations are busy at the
battle of Al-Fallujah, following Al-Sadr's militias, and with bin Laden's
and Al-Zarqawi's films.
"The one who built Abu Ghureib prison is the dictatorship of the Arab leader
named Saddam Hussein; the one who exposed this prison is an American
television station. Had [these secrets] been exposed, we could [also] have
known about the thousands tortured and killed in Abu Ghureib over the past
30 years, about whom no one knew or asked.
"I remember that after the liberation of Kuwait [in 1991], the torture
instruments used by Saddam's army were collected in one place and pictures
of them were published. We tried to cry to some of the Arabs: 'Look, [this
is] a serious crime!' But no one listened. It would be interesting to know
how many Abu Ghureibs exist the length and breadth of the Arab world. [It
would also be] interesting to know the number of people tortured and killed
in secret, and the number of those who left prison with the marks of torture
on every corner of their bodies, but who preferred to hold their tongues out
of fear of death." [13]
Syrian columnist Hayan Nayouf wrote in the liberal Internet daily Elaph:
"After the scandal of the torture of Iraqi prisoners by American and British
soldiers, the Arab media handled this affair in a way arousing ridicule,
proving that the Arab media and intellectuals possess everything but
objectivity, transparency, and disclosure of the truth and the facts.
"There is no one who does not condemn this damage to prisoners' rights.
There are international agreements that the Americans and others must honor.
But in this article, I want to talk about the American president's apology,
and about how this apology was treated by the Arab media and intellectuals.
"The American president, the president of the most powerful country in the
world and the most developed with regard to science, art, culture, and
democracy, apologized for the deeds of the American soldiers, and all the
Americans also apologized for this shameful deed. And then the Arab
intellectuals came, with their mocking, idiotic, and illogical media, and
ridiculed this apology.
"The question arises whether Saddam or any other Arab leader [ever]
apologized. Did Saddam apologize to the Iraqi people for burying a million
Iraqis in the ground, for expelling millions of Iraqis, for murdering
innocents in his prisons, for his crimes in neighboring countries, for
invading Kuwait, and for murdering the Kuwaiti prisoners?
"Enough of your foolishness, Arabs! Hundreds of Kuwaiti prisoners fell
victim to Saddam's crimes. Where were the Arab satellite channels, and why
did no Iraqi official apologize?.
"Anyone who reads the Arab media [can get] an attack of madness. Had it not
been for American democracy and the uncovering of the torture scandal by the
American media, would the Arab media [ever] had heard about it? [Why?]
Because [the Arab media] is preoccupied [with encouraging] ethnic [discord]
and incitement to violence and terrorism!" [14]

[1] Al-Quds Al-Arabi (London), May 14, 2004.
[2] Al-Watan (Saudi Arabia), May 2, 2004.
[3] Al-Sharq Al-Awsat (London), May 10, 2004.
[4] Al-Sharq Al-Awsat (London), May 9, 2004.
[5] Al-Ahram (Egypt), May 2, 2004.
[6] Al-Riyadh (Saudi Arabia), May 2, 2004.
[7] Al-Hayat Al-Jadida (PA), May 7, 2004.
[8] Kul Al-Arab (Israel), May 14, 2004.
[9] Al-Siyassa (Kuwait), May 13, 2004.
[10] Al-Sharq Al-Awsat (London), May 4, 2004.
[11] Former Jordanian Information Minister and known columnist.
[12] Al-Sharq Al-Awsat (London), May 12, 2004.
[13] Al-Sharq Al-Awsat (London), May 10, 2004.
[14] www.elaph.com, May 9, 2004.

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18 Gewalt für den Gottesstaat
von: <wadi_wien (at) hotmail.com>
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Gewalt für den Gottesstaat
Was Terrorismus und was Widerstand ist, blieb im internationalen Recht immer
umstritten. Auf die Legitimität der antikolonialen Befreiungskämpfe können
islamistische Terroristen sich jedoch nicht berufen.
von wahied wahdathagh
Nicht nur die Linke streitet über den Begriff des Terrorismus. Auch die
Vertreter der »internationalen Gemeinschaft« haben sich bisher nicht auf
eine allgemein gültige Definition einigen können. In verschiedenen, von
westlichen Staaten nicht akzeptierten UN-Resolutionen, wurde die
Gewaltanwendung durch antikoloniale Bewegungen legitimiert. Allgemein
akzeptierte politische und humanistische Kriterien für die Unterscheidung
zwischen Widerstand und Terrorismus gibt es nicht.
Seinen Terrorismusbegriff brachte der iranische Präsident Mohammad Khatami
in den wohl von ihm propagierten »Dialog der Zivilisationen« ein, als er ein
Gebet für den vom israelischen Militär getöteten Hamas-Führer Abdel Aziz
Rantisi sprach: »Ich bitte den erhabenen Gott um die höchsten Ränge für
diesen großzügigen Märtyrer Dr. Rantisi und für alle Märtyrer im Widerstand
und im palästinensichen Kampf.« Aus Khatamis Sicht ist der
»Staatsterrorimus« des »zionistischen Regimes« das Problem, und nicht der
gezielte Mord an Zivilisten im Rahmen einer Strategie, die die Zerstörung
eines demokratischen Staates anstrebt.
Rantisi wurde nach dem Tod Sheikh Yassins zum Leiter der Terrororganisation
Hamas in Gaza ernannt. Er lehnte jeden Kompromiss mit Israel ab und rief zur
totalen Zerstörung des »zionistischen Gebildes« auf. Rantisi war einer der
Gründer der Hamas und einer der Hauptverantwortlichen für die Politik der
Attentate auf israelische Zivilisten. Er sprach sich immer wieder vehement
gegen einen Waffenstillstand sowie eine friedliche Verständigung zwischen
Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde aus.
Das Gebet für einen Märtyrer der Hamas ist eine Verherrlichung der Gewalt
und eine Ermutigung für zukünftige Terroristengenerationen. Auch der
iranische Außenminister Kamal Kharazi hat mehrfach die perfideste Form des
»Märtyrertums«, den bewaffneten Kampf der totalitären islamistischen
Organisationen, als Widerstand legitimiert. Die libanesische Hizbollah wurde
von Ali Akbar Mohtashemipur, einem der Führer des reformislamistischen
Khatami-Flügels, aufgebaut. Andere islamistische Terrororganisationen
genießen die Unterstützung der iranischen Islamisten. Für sie war Rantisi
der Garant eines zukünftigen »Gottesstaates« in Palästina, in dem, wie im
Iran, die Herrschaft der Sharia errichtet werden soll.
Die Politik des totalitären Gottesstaates und der islamisch legitimierte
Terrorismus sind antisemitisch und antidemokratisch. Die Demokratie gilt
ihnen als gottlos, da sie den menschlichen Willen über das religiöse Gesetz
der Sharia stellt. Ein jüdischer Staat auf angeblich islamischem Boden ist
für sie inakzeptabel, und jede Form der Gewalt im Namen Gottes und des
Widerstandes zur Zerstörung Israels wird unterstützt.
Auch die in der PLO organisierten palästinensischen Nationalisten hatten
sich ursprünglich die Zerstörung Israels zum Ziel gesetzt. Unter
internationalem Druck strich die PLO 1988 die entsprechende Passage aus
ihrer Charta und distanzierte sich vom Terrorismus. Dies war jedoch kein
wirklicher Trost für die Israelis, denn die PLO nahm für sich in Anspruch,
eine Befreiungsbewegung und somit zu Angriffen auf militärische Ziele
legitimiert zu sein. Der Kriegszustand zwischen Palästinensern und Israelis
blieb damit faktisch erhalten.
Es sollte nicht vergessen werden, dass sich Israel seit seiner Gründung in
einem permanenten Kriegszustand befindet, da seine Existenz militärisch
bedroht wird. Zweifellos könnte Israel das Problem der radikalen jüdischen
Siedler in der Westbank und im Gazastreifen leichter lösen, wenn endlich der
Krieg gegen die israelische Zivilbevölkerung und den israelischen Staat
aufhören würde.
Konsens sollte auch sein, dass mit militärischen Schlägen allein das Problem
des Hasses und des Terrorismus nicht gelöst werden kann. Ohne eine
europäische und amerikanische Unterstützung wird ein Zweistaatensystem
sicher auch in Zukunft nicht realisiert werden. Und für die notwendige
Integration der Araber in die israelische Gesellschaft sind nicht
militärische, sondern zivilgesellschaftliche Kräfte gefragt. Der Terror
gegen Zivilisten torpediert jedoch jede Friedenslösung.
Die globale Welle des Terrorismus ist auch ein Rückschlag für die
Bemühungen, die zwischenstaatliche Gewalt zu vermindern und Kriegshandlungen
einer rechtlichen Kontrolle zu unterwerfen. 1648, das Jahr des Westfälischen
Friedens, kann als Beginn des Versuchs der staatlichen Kontrolle der
vagabundierenden Gewalt betrachtet werden. Das internationale Recht
verbietet seit 1945 jeden Akt des internationalen Terrorismus, die Charta
der Vereinten Nationen ächtet faktisch jede Form des Terrorismus. Ein Verbot
der politischen Gewalt findet sich auch in der »Friendly Declaration«, der
1970 verabschiedeten Resolution 2 625 der UN-Generalversammlung: »Jeder
Staat hat die Pflicht zur Unterlassung der Organisation, Anstiftung,
Unterstützung von oder Teilnahme an Bürgerkriegshandlungen oder
terroristischen Handlungen in einem anderen Staat oder zur Unterlassung der
stillschweigenden Duldung organisierter Aktivitäten auf seinem
Hoheitsgebiet, die auf Begehung solcher Handlungen gerichtet sind.«
Kein Staat darf Aktivitäten unterstützen, die auf einen gewaltsamen Umsturz
der Regierung eines anderen Staates abzielen. Wenn die 1994 beschlossene
UN-Resolution über Maßnahmen zur Beseitigung des internationalen Terrorismus
ernst genommen würde, müssten Staaten, die mittelbar oder unmittelbar in den
Terrorismus verstrickt sind, zur Verantwortung gezogen werden. Da es
ausreichende Beweise für die Beteiligung von iranischen Ayatollahs und
Generälen der iranischen Revolutionskomitees an terroristischen Aktivitäten
gibt, könnten sie vor ein UN-Gericht zitiert werden.
Doch auch demokratische Staaten wie die USA haben die afghanischen Mujahedin
und andere terroristische Bewegungen unterstützt. Manche der damals als
Freiheitskämpfer bezeichneten Islamisten stehen heute auf der
Fahndungsliste. Und das Verbot, den gewaltsamen Sturz einer Regierung zu
betreiben, kann von Diktaturen gegen die Einmischung in »ihre«
Angelegenheiten ins Feld geführt werden.
Historisch betrachtet, war schon in der 1960 beschlossenen
Entkolonialisierungsdeklaration die Legitimität des bewaffneten Aufstandes
der Kolonialisierten undeutlich geblieben. In der Resolution 2 627 der
UN-Generalversammlung wurde beispielsweise der Freiheitskampf der
Kolonialvölker anerkannt. Umstritten blieb die Frage, ob ein Sezessionsrecht
und damit ein Notwehrrecht, das die Waffengewalt rechtfertigt, aus dem
Selbstbestimmungsrecht abgeleitet werden kann.
In diesem Zusammenhang ist die Unterscheidung zwischen Guerilla und
Terroristen besonders relevant, auch wenn sie Gemeinsamkeiten haben. Ein
wichtiges Kriterium wurden der Rückhalt bewaffneter Gruppen und ihre
Kampfformen. Guerillas können als militärische Kombattanten gelten, die
Unterstützung in der Bevölkerung finden können. Als Terroristen dagegen
wurden isolierte Gruppen mit einer irregulären Kampfweise betrachtet. Im
Zuge des Entkolonialisierungsprozesses setzte sich 1977 in der
Generalversammlung der Uno die Auffassung durch, dass die kolonisierte
Bevölkerung durch das internationale Recht legitimiert ist, sich mit allen
Mitteln gegen die Kolonialherrschaft zu wehren. Der bewaffnete Kampf gegen
Kolonialmächte oder rassistische Regimes im südlichen Afrika wurde nicht als
Aggression definiert. In der Resolution 2 627 ging die Generalversammlung
sogar von der legitimen Anwendung von Gewalt aus. Solche Positionen wurden
jedoch meist von den westlichen Staaten nicht akzeptiert.
Auf dieses Widerstandsrecht berufen sich heute islamistische Terrorgruppen.
Der »asymmetrische«, terroristisch geführte Krieg der angeblich Schwachen
ist ein gewalttätiger Ausdruck eines Kulturkampfes. Die Phase der
Dekolonialisierung ist längst abgeschlossen, und in seinen Zielen und
Methoden hat der islamistische Terror kaum etwas mit den antikolonialen
Kämpfen zu tun. Die islamistische revolutionäre Internationale kann nur neue
Diktaturen schaffen, die bestenfalls eine Zeitlang den Wirtschaftsinteressen
der Industriestaaten dienen. Totalitäre Diktaturen sind in einer Zeit, in
der nukleare Exporte und Schmuggel, schlecht kontrollierte Lagerstätten von
Kernmaterialien und die kaum kontrollierbare Verbreitung der kommerziellen
Kernkraft den Zugang zu atomarem Material erleichtern, nicht nur für ihre
Untertanen eine tödliche Bedrohung.
Die Geschichte hat bewiesen, dass der Islamismus, vom Mufti von Jerusalem
und Sayyid Qutb, die die Islamisierung der arabischen Welt anstrebten, über
Khomeini und Khatami, die die Macht des totalitären Gottessstaates erhalten
wollen, bis zu Ussama bin Laden, der eine islamistische Weltrevolution
anstrebt, Teil einer neuen Form der totalitären Bewegungen sind. Sie stehen
in Konkurrenz zueinander, verfolgen aber das gemeinsame Ziel, einen
totalitären »Gottesstaat« zu errichten.
Es ist fatal, wenn beispielsweise der Krieg gegen den legitimen
demokratischen Staat Israel als ein antikolonialer Kampf verbrämt wird. Denn
Kompromisse mit der »Kolonialmacht« sind in dieser Sichtweise Verrat, eine
friedliche Lösung ist unmöglich. Doch der Friedensprozess im Nahen Osten
muss mit der Anerkennung des Existenzrechtes Israels anfangen, das als
demokratischer Staat eine Pflicht zur Verteidigung seiner
Gesellschaftsordnung und seiner Bürger hat. Die illegitime islamistische
Gewalt und der absolute Anspruch einer totalitären islamistischen Ideologie
haben mit Widerstand und Freiheit, im Sinne der Verteidigung von legitimen
demokratischen Ansprüchen von Menschen, die in Freiheit leben wollen, nichts
zu tun.
aus Jungle World, Nummer 22 vom 19. Mai 2004
www.jungle-world.com
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19 PAZAHORA.ORG · 24 de Mayo, lunes. Dia internacional
de las mujeres por la paz.
von: <pazahora (at) pazahora.org>
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http://www.pazahora.org/noticia.asp?id=205
Mesa Redonda en Madrid
24 de Mayo, lunes.
Dia internacional de las mujeres por la paz.
Día: Lunes 24 de mayo Hora: 19.00
Lugar: Consejo de la Juventud C/ Montera, 24 (Metro Sol y Gran Via)
Organiza:
Red Feminista de Mujeres por la Paz
(Asamblea Feminista, Forum de Política Feminista, Mujeres de la ONG Paz
Ahora , Mujeres por la Paz)
Programa, invitación en formato PDF para descargar e imprimir, mujeres que
intervendrán en la mesa redonda y los temas sobre los que intervendrán, los
encontrarás en la web de Paz Ahora:
http://www.pazahora.org/noticia.asp?id=205


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B) TERMINE Montag - Mittwoch
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Montag
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http://www.mund.at/butt/Termine/Mai/2405.htm
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http://www.mund.at/butt/Termine/Mai/2505.htm
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Mittwoch
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http://mund.at/butt/Termine/Mai/2605.htm