widerst@ndMUND vom 16.6.2000
 
keil1.gif (893 Byte) 01 AUGE/BDfA/GLB: AK-Wahlanfechtung
keil1.gif (893 Byte) 02 Tötet die Festung Europa!
keil1.gif (893 Byte) 03 Donnerstagsdemo befreit "abschiebungshäftlinge"
keil1.gif (893 Byte) 04 EURO 2000: Rassistische Rufe gegen Emile Mpenza  
keil1.gif (893 Byte) 05 Mord in Eberswalde - Alles nur Gewalt
keil1.gif (893 Byte) 06 WICHTIG! WICHTIG! Neonazisänger Frank Rennicke  in Österreich
keil1.gif (893 Byte) 07 GEMEINSAME NORMEN FÜR ASYLVERFAHREN IN DER EU
keil1.gif (893 Byte) 08 IÖGV fordert von Bundesregierung Einhaltung ihrer politischen Zusagen
keil1.gif (893 Byte) 09 Offener Brief an Dr. Zilk anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel von Karl Renner
keil1.gif (893 Byte) 10 Betreuungsnotstand im gelinderen Mittel beenden
keil1.gif (893 Byte) 11 Brücken für den Frieden - Mitarbeiten am Aufbau der Zivilgesellschaft
keil1.gif (893 Byte) 12 KUENSTLERINNEN gesucht
keil1.gif (893 Byte) 13 Eine internationale Kampagne von Männern gegen Gewalt an Frauen
keil1.gif (893 Byte) 14 "Unruhiges Österreich"
keil1.gif (893 Byte) 15 Zur Erinnerung: Einladung/Vabilo zur gesamtösterreichischen Widerstandskonferenz
keil1.gif (893 Byte) 16 Jahrbuch 2000 des 3. Sektors
keil1.gif (893 Byte) 17 "Philosophie in Aktion"
keil1.gif (893 Byte) 18 KULTURPOLITIK - WOHIN?
 
 
puertoresistance200600.jpg (14331 Byte)
Editorial
Für den Inhalt verantwortlich: Ihr.
Die Beiträge werden von verschiedenen Redaktionsteams zusammengestellt.
Bei allfälligen Fragen oder Schwierigkeiten bitte zuerst das Editorial am Ende lesen!
Für die Zusammenstellung dieser Ausgabe verantwortlich:
Ljubomir Bratic - Ljubomir@magnet.at


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01 AUGE/BDfA/GLB: AK-Wahlanfechtung
Gepostet von: auge@ug-oegb.at

Wegen der Streichung ihrer nicht-österreichischen KandidatInnen zur Wiener
AK-Wahl, haben die drei Fraktionen Alternative und Grüne GewerkschafterInnen
(AUGE/UG), Bunte Demokratie für Alle (BDfA) und Gewerkschaftlicher
Linksblock (GLB) beschlossen, gemeinsam die Wahl anzufechten.
Nach wie vor erlaubt nämlich das Arbeiterkammergesetz die Kandidatur nur
österreichischen StaatsbürgerInnen, über EU-Recht waren erstmals auch EU-
und EU-assoziierte BürgerInnen wählbar. "Wir wollen Diskriminierungen durch
das Gesetz nicht dulden und für ihre Beseitigung kämpfen", sind sich die
VertreterInnen der drei Fraktionen einig. Es sei sachlich nicht einsichtig,
warum ArbeitnehmerInnen, die sich in nichts anderem als dem Aufdruck in
ihrem Reisepass voneinander unterscheiden, rechtlich unterschiedlich
behandelt werden, meint auch ihr beschwerdeführender Rechtsanwalt Mag. Georg
Bürstmayr.
"Warum sollten unsere KandidatInnen weniger akzeptabel sein als die
österreichischen, EU-BürgerInnen oder ArbeitnehmerInnen aus der Türkei?",
fragen sich die drei Fraktionen. "Und warum dürfen zwei unserer Kollegen
(Jacob Puthanveettil, AUGE/UG, indischer Staatsbürger, und Zoran
Radovanovic, GLB, jugoslawischer Staatsbürger) zwar als gewählte
Personalvertreter rechtmässig die Interessen ihre KollegInnen vertreten,
nicht aber als Arbeiterkammerräte?" Besonders deutlich würde die Absurdität
dieser willkürlichen Unterscheidung am Beispiel ehemals jugoslawischer
StaatsbürgerInnen: SlowenInnen dürfen zur AK kandidieren, KroatInnen und
SerbInnen (z.B. Dusan Petrovic, BDfA) hingegen nicht.
Dringend gefordert sei die Abschaffung der sozialen
Ungleichheitsbedingungen, der Benachteiligung im Wohnungsbereich, die
Einführung des umfassenden Wahlrechtes, das mit der freien Möglichkeit der
politischen Organisation und auch der öffentlichen Darstellung in Verbindung
stehen sollte.
"Was wir lernen müssen, ist, miteinander zu sprechen. Dafür sind die
Voraussetzungen aber noch zu schaffen. Die Verantwortung dafür tragen die
politischen EntscheidungsträgerInnen. Und die haben es sowohl in der
vergangenen Legislaturperiode unter rot-schwarz als auch unter blau-schwarz
bei der jüngsten AK-Gesetzesnovelle von vergangener Woche verabsäumt, eine
rechtliche Gleichstellung herzustellen. Daher bleibt uns nur der Rechtsweg",
so die BeschwerdeführerInnen. Schliesslich habe erst die Anfechtung der
AK-Wahlen in Vorarlberg dazu geführt, dass bei den nachfolgenden AK-Wahlen
in den anderen Bundesländern EU- und EU-assoziierte BürgerInnen kandidieren
durften.
"Wir wollen notfalls vor den Verfassungsgerichtshof gehen und von ihm
erfahren, wo der substantielle Unterschied zwischen den KandidatInnen, die
auf der Liste zugelassen wurden und denen, die dieses demokratische Recht
nicht ausüben dürfen, liegt - oder, ob etwa gar das Arbeiterkammergesetz
verfassungswidrig ist."

Klaudia Paiha, AUGE/UG, Tel: 01/505 19 520
Ljubomir Bratic, BDfA, Tel: 01/212 35 20-63
Manfred Groß, GLB, Tel: 01/718 26 23


02 Tötet die Festung Europa!
   Gepostet von: fewor@no-racism.net
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Donnerstag, 15. Juni 2000. Noch immer befindet sich mitten in Wien ein
Container, in dem Menschen als Vorbereitung für die baldige Deportation
interniert wurden. In großen Lettern wird die Botschaft "Ausländer Raus!"
sichtbar. Es spiegelt einen Teil Österreichs wieder. Ein Theater, dass es
nicht vermag, die Realität widerzuspiegeln, doch sehr wohl bringt es
Menschen, die daran vorbeikommen zum Nachdenken.
Punkt 11.00 Uhr startet der Morgensport für die noch immer internierten
Leute. Und noch ein paar Menschen, die eigentlich nicht Teil des Schauspiels
sind, rennen hektisch herum. Mehr oder weniger stramme Jungs verteilen
Flugblätter. "Das ist nicht Wirklichkeit. Das ist Spiel. Gefährliches Spiel
mit Emotionen." Was sie damit meinen, frage ich einen der Jungen der
"Plattform besorgter BürgerInnen", der mir kurz zuvor einen seiner
Flugzettel in die Hand drückte. Er beginnt zu erzählen. Dieses Theater hier
sei Übertreibung, sowas gäbe es nicht in Österreich. Als Beleg führt er die
österreichische Integrationspolitik der letzten Jahre an, in denen so viele
AusländerInnen integriert worden seien.
Ich frage ihn, ob er nicht wisse, dass in Österreich Menschen in Schubhaft
eingesperrt werden, um ihre Deportation vorzubereiten. Ja, das wisse er,
doch sein Vater helfe ohnehin Ausländern. Auch dass die institutionalisierte
österreichische Abschottungspolitik Menschen ermordet, scheint ihn nicht zu
stören. Vielmehr treten er und seine Kammeraden von der "Plattform für
besorgte BürgerInnen" die Meinung: "Österreich ist anders!"
Als ob es Marcus Omofuma, Imre B.,  Lubumir B., Hamid S., Richard Ibekwe und
Ahmed F. nie gegeben hätte. Sie starben durch die rassistische Politik
Österreichs, die nicht erst am 4. Februar 2000 begonnen hat und die
keinesfalls einzigartig in Europa ist. Unter sozialdemokratischer Regierung
wurde eine rassistische Politik installiert, die einen Teil der europäischen
Abschottungspolitik bildet. Mit Ausnahme der verstärkten Kriminalisierung
von Fluchthilfe wurden die Fremdengesetze von der schwarzblauen Regierung
noch nicht verschärft! Im Bereich des Zuganges zum Arbeitsmarkt wurden
kürzlich für legal in Österreich lebende AusländerInnen sogar
Erleichterungen beschlossen - freilich aus wirtschaftlichen Überlegungen und
nicht, um eine politsiche und soziale Gleichstellung herzustellten.
Die Botschaft sollte nicht lauten: "Ausländer raus!". Viel besser wäre:
"Tötet die Festung Europa! Lötet Schlüssel!"

03 Donnerstagsdemo befreit "abschiebungshäftlinge"
innenpolitik/proteste gegen schwarzblau. donnerstagsdemo befreit "abschiebungshäftlinge"
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die traditionelle donnerstagsdemo gegen schwarzblau setzte heute abend
einen spektakulären symbolischen akt: unter lautem skandieren von "lasst
die leute frei" wurden die insassInnen des containers bei der oper
befreit. "die aktion von schlingensief ist unterstützenswert, wir wollen
aber nicht die schauderhafte erfolgsbilanz des innenministriums - noch nie
zuvor wurden so viele menschen ab- und zurückgeschoben wie heuer -  bloß
beschreiben, sondern auch optionen des handelns aufzeigen"
in diesem zusammenhang ist auch wichtig, noch einmal festzustellen, daß
es keine verantwortlichen innerhalb der demonstrationen gibt. "der bunte
protest hat keine einheitliche ideologie, liberale, feministInnen,
kommunistInnen und menschen, die sich überhaupt nirgends zuordnen wollen,
gehen mit einem gemeinsamen ziel auf die strasse: diese regierung muß weg,
lieber heute als morgen", beschreibt kurt wendt das spektrum der
demonstrantInnen. es ist folglich auch nicht möglich, demonstrationen
anzumelden, zu lenken, oder ihnen eine spezielle inhaltliche orientierung
zu geben.
wenn die polizei auf der suche nach verantwortlichen für die
demonstrationen ist gibt es eine einfache antwort: wolfgang schüssel und
seine affinität zur fpö. und wenn es jetzt innerhalb der polizei aufrufe
zum scharfmachen seitens der freiheitlichen und christlichen
gewerkschaften gibt, so ist das nur die selbstentlarvung dessen, was
ohnehin schwarzblaue programmatik im umgang mit der opposition ist.
"offensichtlich haben die wölfe jetzt genug vom kreide fressen und wollen
wieder mal so richtig speisen".

rückfragen bitte an kurt wendt (06765174964)

04 EURO 2000: Rassistische Rufe gegen Emile Mpenza  
    Von Kurt Wachter  www.vidc.org/fairplay        
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Jede/r der am Mittwoch das Spiel zwischen Belgien und Italien im König Baudouin Stadion im TV (ORF 1) genau verfolgt hat, konnte hören, daß Rassismus in den Stadien immer noch lebt. Während der Schlußphase wurde der schwarze belgische Stürmer  Emile Mpenza, von den italienischen Fans mit Affenlauten bedacht. Hat die UEFA nicht vorausgesagt, daß es kein Problem mit Rassismus in den Stadien geben wird? Übrigens: Wer sich für die Geschichte schwarzer Sportler interessiert ist am Dienstag den 20. 6. um 18.30 Uhr recht herzlich zu der Buchpräsentation von Phil Vasili aus Sheffiled ("The First Black Footballer. Arthur Wharton 1865-1930") am Institut für Afrkanistik (Wiener Uni Campus, AAKH, Hof 5) eingeladen. Es diskutieren u. a. Roman Horak und Walter Schicho. Infos auf unserer neuen Homepage:  www.vidc.org/fairplay        

Kurt Wachter - Project Co-ordinator 
FairPlay / Football Against Racism in Europe (FARE)
c/o VIDC, Weyrgasse 5, A-1030 Vienna
fon (00431) 713 35 94-83  fax (00431) 713 35 94 73
http://www.vidc.org/fairplay   (preview)
http://www.furd.org/fare
05 Mord in Eberswalde - Alles nur Gewalt
    Von Heike Kleffner
   Gepostet von: fewor@no-racism.net
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Nachdem in Eberswalde ein Rechter einen Punk getötet hat, übt sich die
brandenburgische Kleinstadt in alten und neuen Verharmlosungsstrategien. von
heike kleffner
Ist das Töten eines Menschen politisch motiviert, wenn der Tote ein Punk und
der Täter ein Mitläufer der rechten Szene ist? Oder handelt es sich dabei um
eine Schlägerei zwischen Angehörigen »verfeindeter Jugendgruppen«, die
manchmal eben tödlich ausgeht?

In Eberswalde drehen sich zur Zeit viele Gespräche um solche Fragen. Am
Abend des 31. Mai starb der 22jährige Punk Falco L. vor einer Bushaltestelle
in der brandenburgischen Kleinstadt. Ein Streit zwischen ihm und dem fünf
Jahre älteren Skinhead Mike B. endete tödlich: Durch einen gezielten
Fausthieb wurde Falco L. vor ein vorbeifahrendes Taxi geschleudert, wenige
Stunden später erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Das Wartehäuschen ist seitdem mit Blumen und Grabkerzen geschmückt - fast
täglich stehen hier die Jugendlichen mit den bunten Haaren und treffen sich
mit AnwohnerInnen. Nur wenige Hundert Meter von der Haltestelle entfernt
wurde 1990 der angolanische Vertragsarbeiter Amadeu Antonio von einer Gruppe
Neonazis zu Tode geprügelt, während Polizeibeamte in Zivil zusahen und nicht
eingriffen.

Heute fordert, weithin sichtbar, ein Plakat des Weißen Ringes an der
Rückwand der Haltestelle zu Hilfe bei Gewaltverbrechen auf: »Gegen das
Vogel-Strauß-Syndrom«. Falco L. hat der Appell allerdings nicht geholfen, in
der Umgebung des Bus-Stopps zog man es vor, die lautstarke
Auseinandersetzung auf der Straße zu ignorieren. Erst als der Punk schwer
verletzt auf der Straße lag, eilte eine Anwohnerin herbei.

Für die Eberswalder Polizei scheint der Fall schon jetzt geklärt: Mike B.,
der inzwischen wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge in U-Haft
sitzt, habe sich von Falco L. beleidigt gefühlt, erklärt Annegret Klatt, die
Pressesprecherin der Polizei. Der Täter sei zwar polizeilich als Skinhead
und Schläger bekannt, über rechtsextreme Straftaten weiß Klatt jedoch nichts
zu berichten. Politische Hintergründe schließt sie aus, denn Mike B. habe
nicht vorsätzlich zugeschlagen. Und im Übrigen, schiebt Klett nach, sei auch
Falco L. in der Vergangenheit als gewalttätig aufgefallen.

Dieser Aussage widersprechen Falcos Freunde vehement. Falco sei eher ruhig
gewesen und immer zum Diskutieren aufgelegt, sagen sie. Einer von ihnen,
Marc F., berichtet von dem Abend: Man habe gemeinsam getrunken und sei nicht
mehr ganz nüchtern gewesen, als man sich im Bus auf den Heimweg machte.
Falco soll schon beim Einsteigen mit Mike B. diskutiert und ihn auf seine
eindeutig rechten Tätowierungen angesprochen haben, erzählt der Jugendliche.

Offenbar mischte sich daraufhin ein weiterer Skin, der Mike B. begleitete,
in die Auseinandersetzung ein. Schon während der Fahrt sei es zu
Handgreiflichkeiten gekommen; dabei soll Mike B.s Begleiter auf Falco
eingeschlagen haben. Um seinen Freund zu unterstützen, habe sich auch Marc
F. eingeschaltet. »Danach hat Falco einfach mit Mike B. weiterdiskutiert,
und ihm viele Gründe genannt, warum es dumm ist, rechts zu
n.«

Als das spätere Opfer und Mike B. gemeinsam ausstiegen, habe er Falco L. zugerufen, er solle nach Hause gehen. »Dann ist der Bus weitergefahren und ich habe nur noch gesehen, wie Mike B. auf das Haus neben der Bushaltestelle zugegangen ist, und Falco sich von ihm entfernt hat«, sagt der 21jährige sichtlich verbittert. Für ihn und seine Freunde war die tödliche Auseinandersetzung »auf jeden Fall politisch motiviert«. Die Polizei und die Lokalpresse hingegen entpolitisieren die tödliche Auseinandersetzung - »typisch für Eberswalde«, sagt einer achselzuckend.

Einig sind sich Falcos Freunde und örtliche Antifas aber auch, dass Mike B. kein Neonazi-Kader ist. Er gehörte zwar nachweislich bis zur Schließung des rechten Jugendclubs »Domizil« zur dortigen Szene. Das »Domizil« wurde von der Arbeiterwohlfahrt bis Mitte der neunziger Jahre betrieben. Hier setzte man auf »akzeptierende Sozialar
beit« mit rechten Jugendlichen. Die Klientel des »Domizil« nutzte den
Freiraum auf ihre Weise und verabredete sich im Club zu Angriffen und
Anschlägen.

Inzwischen gehört Eberswalde nicht mehr zu den Spitzenreitern rechtsextremer
Gewalt und Organisierung in Brandenburg - das bestätigen auch linke
Jugendliche und Punks. Trotzdem bleibt die Lage bedrohlich: Jüngere
Rechtsextreme griffen zu Jahresbeginn mehrfach den evangelischen Jugendclub
und dessen alternative BesucherInnen an. Im März verübten Unbekannte einen
Brandanschlag auf den afrikanischen Kulturverein »Palanca«.

Der Tod des jungen Punks ist für Kai Wendell, Mitarbeiter des Vereins
Opferperspektive, der in Brandenburg Opfer rechter Gewalt betreut, vor
allem »Ausdruck einer gesellschaftlichen Normalität«, mit der sich weite
Teile der Bevölkerung abgefunden hätten. »Der Fall zeigt, aus welchem
nichtigen Anlass unter den gegenwärtigen Verhältnissen die rechte Gewalt zum
Tode führen
n.«

Solche Aussagen hört man in Eberswalde gar nicht gerne. Der Polizeipräsidentin Uta Leichsenring wird zwar durchaus Problembewusstsein gegenüber dem Rechtsextremismus nachgesagt. Aber auch sie sorgt sich um das Image ihrer Stadt. Ebenso wie Anetta Kahana, die Leiterin der Regionalen Arbeitsstelle für Ausländerfragen (RAA). In Eberswalde sieht sie »viele gute Ansätze und Projekte für eine Zivilgesellschaft«.

Da passt der Tod von Falco L. nicht ins Bild. Die Zivilgesellschaft schweigt sich aus - vielleicht gerade deshalb, weil eines immer deutlicher wird: Die brandenburgischen Killing Fields sind nicht mehr nur das Territorium neonazistischer Kader. Deren Zöglinge, ganz normale rechte Jugendliche, wähnen sich inzwischen als Vollstrecker der Mehrheitsmeinung, wenn sie die gesellschaftlichen Außenseiter - MigrantInnen, Flüchtlinge und Punks - ins Krankenhaus, in körperliche und psychische Traumata oder auf die Friedhöfe schlagen und treten.

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entnommen aus:
http://www.jungle-world.
com/_2000/25/13a.htm
Jungle World, Bergmannstraße 68, 10961 Berlin, Germany
Tel. ++ 49-30-61 28 27 31
Fax ++ 49-30-61 8 20 55
E-Mail: redaktion@jungle-world.com


06 WICHTIG! WICHTIG! Neonazisänger Frank Rennicke in Österreich
[zurück]

Die Burschenschaft Olympia veranstaltet am Samstag, dem 17.6., einen
Liederabend mit dem bekannten deutschen Neonazisänger Frank Rennicke.
Rennicke, der aus dem Umfeld der in Deutschland 1994 verbotenen
Wiking-Jugend stammt,
wurde bekannt durch Textzeilen wie: ;Deutschland, Deutschland über alles und
das Reich wird neu erstehe;

Gegen diese Veranstaltung hat sich ein breites Bündnis gebildet, daß am
17.6. ab 19.00 Uhr vor dem Lokal der Burschenschaft Olympia in Wien,
Gumpendorferstr. 149 zu einer Protestkundgebung aufruft. Die Kundgebung wird
von der AL (Antifaschistische Linke) angemeldet.

Führender FPÖ-Funktionär beteiligt

Zu den Mitgliedern der Olympia zählt unter anderem FPÖ-Nationalrat Martin
Graf. Dieser meinte erst jüngst über das NS-Verbotsgesetz: Es muss in
einer demokratischen Welt zulässig sein, ein Gesetz, das die
Meinungsfreiheit und die politische Tätigkeit einschränkt, zu kritisieren.
(Format 21/2000, S. 50). (Quelle: DÖW)
Gepostet von: al.wien@gmx.net
hi!

On Thu, Jun 15, 2000 at 01:45:35PM +0200, Für Eine Welt Ohne Rassismus wrote:
 Am Samstag, dem 17. Juni 2000 soll der NS-Barde Frank Rennicke deutsche
Lieder beim Innenhoffest der Burschenschaft Olympia in der
Gumpendorferstrasse singen.
beginn ist um 19uhr angesetzt.
veranstaltung soll im innenhof stattfinden, bei schlechtwetter im festsaal.

der flyer befindet sich auf http://olympia.burschenschaft.at/rein1.html
(zum vergroessern draufclicken).

bitte die info weiterverbreiten um noch rechtzeitig moeglichst viele leute
zu mobilisieren.

/gst - STOPfpoe.net
From: Guenther Starnberger <gst@kahuna.sysfrog.org
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NS-Barde Rennicke bei der Burschenschaft Olympia

Am Samstag, dem 17. Juni 2000 soll der NS-Barde Frank Rennicke deutsche
Lieder beim Innenhoffest der Burschenschaft Olympia in der
Gumpendorferstrasse singen.
Rennicke, bereits 1993 "Stargast" beim Innenhoffest des deutschnationalen
und rechtsextremen Männerbundes, war Mitglied der mittlerweile wegen ihrer
Nähe zu Nationalsozialismus 1994 verbotenen Wiking Jugend und ist  mit
seinen - sogar vom deutschen Verfassungsschutz indizierten - Gegröhle in
Neonazikreisen bekannt und beliebt.
Unter der presserechtlichen Mitverantwortung vom FPÖ-Politiker Martin Graf,
selbst Olympe, durfte der Neonazi-Barde im "Olympen" eine "Selbstdarstellung
abgeben":
Die ständige hetze gegen Deutschland (...) und de `Aufklärung` in der Schule
sorgten für die Grundlage meiner volkstreuen Einstellung. (...) Seit Jahren
lese ich sehr viel und erkannte bald, wie sehr uns Lüge, Umerziehung und
Überfremdung weichklopfen. (...) Halbheiten und national-gefärbtes
Spießertum lehne ich ab. (...) Staatswillkür, Bespitzelung und
Unaufrichtigkeit, auch in eigenen Kreisen, ließen mich hart werden. In der
Wiking-Jugend lernte ich eine Gemeinschat kennen, die mich Kammeradschaft
und Volkstum lehrte - hier fand ich zum deutschen Liedgut. (...) Ich strebe
danach, meine Grundsätze auch in meinem Leben zu verwirklichen: Dazu gehört
auch die Gründung einer Familie mit möglichst mehreren Kindern. Was nützt
unsere Liebe zum Vaterland, wenn unser Volk ausstirbt? Hier ist der Anfang
getan, das 3. Kind ist schon da." (zit. nach: Wolfgang Purtscheller (Hg.):
Die Rechte in Bewegung. Seilschaften und Vernetzungen der "Neuen Rechten",
Wien 1995)

alten Werten treu geblieben

Nach 1945 sind die Burschenschaften ihren "Werten und Grundsätzen treu
geblieben", wie Friedrich S., Vorsitzender des Altherrenverbandes der
Olympia, anläßlich des 130. Gründungstages seiner B! festhielt (Wahr und
Treu, S. 1).
Die Olympia beharrte 1990 als Vorsitzende der Deutschen Burschenschaft DB,
Dachverband deutscher und österreichischer Männerbünde, "daß auch die
Ostgebiete, Südtirol usw. alles deutsche Länder sind". Wenn die Olympen 1991
am Burschentag in Eisenach forderten: "Die Unterwanderung des deutschen
Volkes durch Angehörige von fremden Völkern bedroht die biologische und
kulturelle Substanz des deutschen Volkes. (...) Das deutsche Volk ist vor
Unterwanderung seines Volkskörpers durch Ausländer wirksam zu schützen", so
ist das eine Fortsetzung der Bevölkerungspolitik des historischen Faschismus
und gipfelt heutzutage auch in Reden von "Völkermord im (deutschen)
Mutterleib" und "kultureller Überfremdung". Wenn die Olympen in einem
Werbeflugblatt schreiben: "Bist du häßlich, fett, krank oder fremd im Lande,
oder hast du eine Freundin, die weder schön noch still ist, dann bleib
lieber zu Hause", dann ist u.a. klar, welche Rolle sie Frauen zugestehen.
Die deutschnationalen Burschenschaften können auf einer langen Tradition des
Antisemitismus und Rassismus aufbauen. Ihre ideologische Grundlage als
Männerbünde ist insbesondere ihr Antifeminismus. Diese Grundlage, die in der
präfaschistischen Männerbundtheorie Anfang des 20. Jahrhunderts ihren
Niederschlag fand, besagt u.a.: Nicht nur Frauen seien kulturunfähig und
nicht in der Lage, menschliche Gemeinschaften wie den Staat zu formen,
sondern auch die jüdischen Männer. Damit "rechtfertigt" sich der Ausschluß
von Frauen und Juden aus dieser elitären Keimzelle des Staates, welche in
dieser Theorie eben nicht die Familie, sondern der akademische Männerbund
ist.
Ihre "Geisteshaltung" beschreibt die Olympia 1991 in einer Aussendung an
Studenten: "Wir lehnen alle Ideologien ab, deren Ziel ein
gleichgeschaltetes, uniformes 'Weltbürgertum' ist ... In unserer Heimat
Österreich erkennen wir einen Teil der deutschen Volks- und
Kulturgemeinschaft. Es ist eines unserer wichtigsten Anliegen, der
kleinkarierten Vorstellung der 'Österreichischen Nation' entgegenzutreten
... Opportunismus und Gesinnungswechsel bei jeder Änderung der politischen
Landschaft - all das hat keinen Platz bei uns." (zit. nach profil, 8.7.91)

Einen ausfühlichen Bericht über die Burschaft Olympia findet ihr unter
http://tatblatt.mediaweb.at/88olympia2.htm
Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes
http://www.doew.at/
From: Für Eine Welt Ohne Rassismus <fewor@no-racism.net>
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Kein Vergeben!
Kein Vergessen!

Am Samstag, dem 18. 6. findet in der Bude der Burschenschaft Olympia
deren alljährliches Sommerfest statt. Als besonderer Gast ist Frank
Rennicke geladen, Funktionär der neonazistischen
Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD).  Er wird vor den
versammelten teutschen Recken der Olympia echt deutsches Liedgut zum
besten geben.
Die Olympia ist selbst auch kein unbeschriebenes Blatt:
genau diese wurde im Dezember 1961 vor dem Hintergrund rechtsextremer
Aktivitäten durch das Innenministerium aufgelöst und hat sich 1973
als Akademische Tafelrunde Olympia wiedergegründet.
Die "Olympia hat sich vor allem in den sechziger Jahren in Sachen
"Südtirol" (Alto Adige - Norditalien) aktiviert, und der NDP-Gründer
Norbert Burger, ebenfalls Olympe, war dann auch an Terroranschlägen
in Italien beteiligt. Der FP-Abgeordnete zum Nationalrat, Martin Graf
(detto Olympia) meint dazu, dies (die Anschlagswelle) habe immerhin
zum "Südtiroler" Autonomiepaket geführt.
Deutschnationale Burschenschafter waren auch sonst immer vorne dabei,
wenn es um gewalttätige Ausschreitungen, vor allem auf den
Universitäten kam. Am 31. März 1965 wurde der Antifaschist Ernst
Kirchweger vom Olympen Ernst Kümel im Zuge der Proteste gegen den
Naziprofessor Borodajkewycz erschlagen. In den 70er Jahren waren
Burschenschafter an den Ausschreitungen der Aktion Neue Rechte (ANR)
- diese wurde verboten - beteiligt. Und in der Nacht des 8./9.
November (!) 1997 wurden AntifaschistInnen direkt vor der Bude der
Olympia von den Burschen mit Tränengas angegriffen.
Neben all den gewaltsamen Übergriffen zeichnet diese Schlagende
Verbindung (wie auch die anderen) vor allem eines aus:
Männerbündlerisch, rassistisch, antisemitisch, sexistisch, homophob.
Rechtsextrem - und elitär. Burschenschafter schanzen sich gegenseitig
Posten zu, sie bekleiden Ämter in der Justiz und in der Wirtschaft.
Sie sind eine der Kaderschmieden der FPÖ. Und in der Vergangenheit
der NSDAP. Ob Jörg Haider oder Dieter Böhmdorfer, sie alle waren und
sind Burschenschafter.
Vor dem Hintergrund der Regierungsbildung in Österreich sollte diesen
Verbindungen verstärktes Augenmerk geschenkt werden.

Eure Ehre heisst Treue?
Unsere Antwort heißt Dresden!

Antifaschistische Kundgebung
Bude der Burschenschaft Olympia, Gumpendorferstr. 149, 1060 Wien
Samstag, 17. 6. 00 um 19.00 Uhr

Lärminstrumente sind ausdrücklich erwünscht

#############RAW#############
#  Rosa Antifa Wien         #
#  c/o Rosa Lila Tip        #
#  Linke Wienzeile 102      #
#  A-1060 Wien              #
#  AUSTRIA                  #
# ------------------------- #
#  Tel.: +43 (1) 64 15 999  #
#  E-Mail: raw@swi.priv.at  #
#############RAW#############

07 GEMEINSAME NORMEN FÜR ASYLVERFAHREN IN DER EU
     Von: mecherer@europarl.eu.int
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PRESSEERKLÄRUNG
Fehlende europäische Einwanderungspolitik verlagert politischen Druck auf
Asylpolitik. Die Vermischung der beiden Themen ist fatal.


Mercedes Echerer (Grüne/Österreich) hatte als Berichterstatterin des
Rechtsausschusses der europäischen Parlamentes grundsätzlich eine
europäische Vorgangsweise zum Thema Asylrecht und Asylverfahren
befürwortet. Dabei sollte jedoch nicht eine Lösung nach dem kleinsten
gemeinsamen politischen Nenner angestrebt werden. Die schleichende
Aushöhlung des fundamentalen Rechts auf Asyl, das sich in den letzten
Jahren in vielen Mitgliedsstaaten der EU manifestiert hat, darf nicht über
den europäischen Weg legitimiert und weitergetrieben werden. Durch
Beschneidungen des Rechts und durch eine entwürdigende und
diskriminatorische Asylverfahrenspraxis soll dem sogenannten Asylmissbrauch
entgegengewirkt werden.

Der politische Wille von Tampere, nun auf europäischer Ebene gemeinsame
Normen für Asylverfahren zu suchen, ist nur dann kohärent, wenn dem eine
Diskussion um eine vernünftige europäische Einwanderungspolitik vorausgehe.
Denn derzeit kann man nur als Asylant oder Millionär nach Europa.

Mercedes Echerer: "Den gleichen Elan, wie jetzt bei den Themen, Angleichung
der Asylverfahren, Familienzusammenführung und Rückführung von
Drittstaatsangehörigen usw. , hätte ich auch gerne bei der
Einwanderungspolitik gesehen. Die Regierungen sehen Handlungsbedarf zum
Thema Asylrecht, da die unterschiedliche Behandlung von Asylbewerbern
derzeit dazu führt, daß "die Lasten" sehr ungleich zwischen den
Mitgliedstaaten verteilt sind, dabei blenden sie jedoch die eigentliche
Ursache für diese Probleme aus: Die EU hat keine gemeinsame Flüchtlings-
bzw. Flüchtlings-präventionspolitik, sie führt keine ehrliche Debatte zur
Einwanderungspolitik. Hier müsste die EU Massstäbe setzen, anstatt sich
hinter den jeweiligen Innenministern zu verstecken
Solange diese Debatten aus primitiven, populistischen Gründen unterbleiben,
ist die EU nicht glaubwürdig."

Für Rückfragen:

Büro MEP Mercedes ECHERER
European Parliament
Rue Wiertz 60
ASP 08G161
B-1047 Bruxelles
Tel: 0032-2-284 52 15
Fax: 0032-2-284 92 15
E-Mail: mecherer@europarl.eu.int


08 IÖGV fordert von Bundesregierung Einhaltung ihrer politischen Zusagen
Von: IOGV@aon.at
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Presseaussendung der Interessensgemeinschaft Österreichischer Gemeinnütziger Vereine

Wien, 15. Juni 2000
Postzeitungsdienst:
Tariferhöhung um 65 Prozent völlig inakzeptabel
IÖGV fordert von Bundesregierung Einhaltung ihrer politischen Zusagen

Wien - In krassem Gegensatz zu schriftlichen Zusagen verantwortlicher Politiker/innen, so etwa von
Klubobmann Khol und Bundesministerin Gehrer, wonach "Härtefälle" auf Seiten gemeinnütziger
Organisationen zu vermeiden wären, fordert die Post nunmehr eine Erhöhung der Tarife um
durchschnittlich 65 Prozent. Für die IÖGV, Interessensvertretung österreichischer gemeinnütziger
Vereine, stellt diese Vorgehensweise einen eklatanten Wortbruch dar, haben doch obige
Regierungspolitiker/innen u. a. m. noch Ende April zugesagt, dass die Tarife des
Postzeitungsdienstes mit 1. Juli 2000 um maximal 15 Prozent erhöht würden.

"Wir fordern von der Bundesregierung die Einhaltung ihrer Zusagen", so IÖGV-Sprecher Robert Francan.
"Dieser Versuch einer Tariferhöhung durch die Hintertür ist völlig inakzeptabel und zeigt nur einmal
mehr, was das Wort von Khol, Gehrer und anderen Regierungspolitikern tatsächlich wert ist."

Bereits die angekündigte fünfzehnprozentige Verteuerung sowie die Erhöhung der Mindestauflage von
derzeit 300 auf 1.000 Stück belastet gemeinnützige Organisationen massiv. Viele, besonders kleine
Einrichtungen und Vereine, werden auf diese Weise vom begünstigten Postzeitungsdienst
ausgeschlos-sen und somit in ihrer Existenz akut gefährdet. Dabei hat der Nationalrat erst im April
des Jahres beschlossen, den Postzeitungsdienst bis zumindest Ende 2001 aufrecht zu erhalten.

Nachdem sich die Preiskommission morgen mit dem Erhöhungsantrag der Post befasst hat, wird Minister
Schmid bis spätestens Ende des Monats zu entscheiden haben, wie sehr gemeinnützige Organisationen ab
1. Juli zusätzlich zur Kassa gebeten werden. Die geplante Tariferhöhung ist dabei nur eine der
belastenden Maßnahmen, mit denen gemeinnützigen Einrichtungen und Hilfsorganisationen von der
Bundesregierung konfrontiert werden. Dass die Regierung nach 2001 zu allem Überfluss eine
Monopolstellung der Post beim adressierten Zeitungsdienst ohne jede Preisregelung vor hat, ist für
IÖGV-Sprecher Francan ein besonders heftiger Schlag ins Gesicht karitativer Einrichtungen: "Nun ist
es die politische Verantwortung der Bundesregierung, und hier im besonderen des zuständigen
Ministers, die de facto-Monopolstellung der Post zu regulieren. Deshalb muss Minister Schmid der 65
Prozent-Forderung der Post entschieden entgegentreten."

Weitere Informationen:
Attila Cerman, Robert Francan; IÖGV, Tel.: 0699/17230463 bzw. 0664/1030818
E-Mail: IOGV@aon.at

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Bitte MITMACHEN:

Online-Protest unter http://www.plus-direkt.at/IOGV/

09 Offener Brief an Dr. Zilk anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel von Karl Renner
Von: baurecker@firemail.de
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Betreff: Wachtelei | Zilk | Denkmal für Karl Renner Eröffnung durch Helmut Zilk, Mag. Wilhelm MOLTERER u.a. Festakt anlässlich der Enthüllung der Gedenktafel von Karl Renner (Volksgarten, Eingang Ballhausplatz)

Offener Brief an Dr. Zilk

Sehr geehrter Herr Dr. Zilk!
Sie haben mich sicher noch von der Veranstaltung zur Dr.-Karl-Renner-Denkmalseröffnung am 15.6.00 in Erinnerung (Stichwort "Sie Wachtelei²).

Als ich gehört habe, daß unter anderem Wilhelm Molterer ein Karl-Renner-Denkmal eröffnet, war mir wichtig, hier nicht vergessen zu lassen, was in Österreich zu oft und zu gern vergessen wird.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ein Bündnis mit Wahnsinnigen geht schlecht aus.
Vor der Ignoranz zieht man mit Pragmatismus und Toleranz und dem tiefen Glauben an Integration und Zusammenarbeit den Kürzeren.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
und:
Dr. Karl Renner hatte zur Nazi-Zeit kein einwandfreies Verhältnis*

Fußnote: *Sinngemäß: "in Österreich war der Antisemismus nie agressiv, höchstens am Land, nicht aber in den Städten... ...und als die Österreicher sahen, was die Nazis anrichteten ,so halfen sie wo es ging den Unterdrückten²)
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Es steht mir nicht zu, und es macht auch keinen Sinn, moralisch über Dr. Karl Renner zu urteilen. Für mich war zu erwarten, daß bei dieser Veranstaltung Dr. Karl Renner´s Verdienste wie die Achtung der Menschenrechte, die Wiedererlangung der Souveränität Österreichs und Erhaltung der Demokratie, Vorkämpfer der Arbeiterbildungsbewegung, usw gewürdigt werden.

Was mir große Sorgen macht, ist, daß auch ein Mensch wie Dr. Karl Renner nicht die Gefahr erkannt hat, was es bedeutet, mit Wahnsinnigen ein Bündnis einzugehen.

Ihre Ansprache zeugte von einem umfangreichen Wissen über die Geschichte Österreichs und das ohne den von uns befürchteten groben Geschichtslücken (ich dachten es kommen nur Redner von der Regierung).

Falls wir Ihre Rede mit Dr. Karl Renners nicht einwandfreiem, aber damals üblichem Verhältnis zur Nazi-Zeit durch unsere aktive Beteiligung bereichern konnten, freut es mich ganz ausserordentlich.

Was ich nicht akzeptiere ist der Versuch, mir aufgrund der nicht selbst miterlebten Geschichte das Verständnis um unsere Vergangenheit und die daraus resultierende Meinungsbildung abzusprechen.

Zu "nicht Enschuldigt²:

Es war sicher nicht der Titel "Sie Wachtelei².
Ich habe deshalb so sauer reagiert, weil ich es für wichtig halte, daß BürgerInnen nicht nur bestimmen lassen, sondern sich auch aktiv in die Politik einbringen.

Das setzt den gegenseitigen respekt voraus.

Ich war mir nicht sicher, ob Sie die Entschuldigung von mir forderten, um eine unangenehme Sache aus der Welt zu schaffen, oder ob Sie den Kern der Verächtlichmachung verstanden haben.

Sollte es letzteres gewesen sein - und rückblickend nehme ich das auch an - ist diese Sache für mir lediglich eine Anekdote, und es war mir eine echte Bereicherung, mit Ihnen die Klinge gekreuzt zu haben, auch wenn wir dafür nicht den Dr. Karl Renner Publizistikpreis bekommen.



Wieland Baurecker
www.trizeps.com/wieland/wachtelei
mailto:baurecker@firemail.de



10 Betreuungsnotstand im gelinderen Mittel beenden
Von: ecker@sos.at
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1. Quartal 2000: Jedem 8. durch Gelinderes Mittel
Schubhaft erspart, aber:
Betreuungsnotstand im gelinderen Mittel beenden

SOS-Menschenrechte ist sehr engagiert fuer die Schaffung des "Gelinderen
Mittels" im Fremdengesetz 1997 eingetreten. Durch diese gesetzlich
verankerte Alternative zur Anhaltung in Polizeigefangenenhaeusern konnte
1999 insgesamt 1.601 Menschen (9,63 Prozent) die Schubhaft erspart werden.
Im 1. Quartal kamen die Fremdenbehoerden bei 451 Personen zu dem Schluss,
von der Anordnung der Schubhaft Abstand nehmen zu koennen. Das Gelindere
Mitel war damit bereits fuer jeden 8. die zweifellos humanere Alternative
(12,5 Prozent).

Geschaeftsfuehrer Guenter Ecker bewertet das Instrument des Gelinderen
Mittels als "wichtige Voraussetzung, dass trotz stregerer Kontrollen und
steigenden Aufgriffszahlen die Zahl der Menschen in Schubhaft in den
letzten beiden Jahren nicht weiter angestiegen ist".


Minderjaehrige besser vor Schubhaft schuetzen

Obwohl gerade bei Minderjaehrigen das gelindere Mittel vorrangig in
Anwendung zu bringen ist, wurden auch 1999 wieder 597 Minderjaehrige und
heuer in den ersten beiden Monaten 81 Minderjaehrige in Schubhaft
angehalten, in einigen Faellen sogar bis zur gesetzlich erlaubten
Maximaldauer von 6 Monaten. Ecker kritisiert, dass "die geltenden
Regelungen den Fremdenbehoerden immer noch soviel Spielraum lassen, dass
mehr Minderjaehrige in Schubhaft als im Gelinderen Mittel zu finden sind".
SOS-Menschenrechte tritt hier fuer eine Gesetzesaenderung ein, die
Minderjaehrige besser vor der Schubhaft schuetz.


Betreuungsnotstand im Gelinderen Mittel beenden

Der Tod eines Fluechtlingskindes im Burgenland hat in der denkbar
tragischsten Art und Weise die Schwaechen des Gelinderen Mittels
bloßgelegt. Ecker: "Es ist absolut unzulaenglich, nur Unterkunft und
Verpflegung zu gewaehrleisten, darueber hinaus aber Menschen in einer
denkbar schwierigen Lebenslage in einem fuer sie fremden Land allein zu
lassen. Minderjaehrige, Muetter mit Kinder brauchen hier eine kompetente
Betreuung."

SOS-Meschenrechte ist der Ansicht, dass private Hilfsorganisationen schon
in vielen Bereichen unter Beweis gestellt haben, dass sie eine derartige
Betreuung kompetent leisten koennen. Bundesminister Strasser und die
Landeshauptleute sind hier dringlich gefordert, diesen Betreuungsnotstand
zu beenden.


Gelindere Mittel nicht als Haus- oder Gasthaeuserarrest diskreditieren

SOS-Menschenrechte tritt der Diskreditierung des gelinderen Mittels als
"Hausarrest" oder "Gasthausarrest" entgegen. Im Wesentlichen kommt als
gelinderes Mittel die Anordnung der Behoerde in Betracht, in bestimmten
Raeumen Unterkunft zu nehmen und sich jeden zweiten Tag bei einer
bestimmten Sicherheitsdienststelle zu melden. Der Betroffene kann in keiner
Weise dazu angefordert werden, die Unterkunft nicht zu verlassen. Die
Bewegungsfreiheit des Betroffenen wird nicht beschraenkt.

SOS-Menschenrechte hat bereits mehrere Menschen unter dem bescheidmaeßigen
Titel "Gelinderes Mittel" in sein Fluechtlingsheim aufgenommen. Die
Betroffenen konnten jederzeit kommen und gehen. Ecker: "Dies als Haus- oder
Gasthausarrest zu bezeichnen ist sachlich voellig falsch und verharmlost
den tatsaechlich massiven Eingriff in die persoenliche Freiheit durch die
Schubhaft."

 ecker@sos.at

Diese Zusendung erfolgte im Rahmen des Mailservice von SOS-Menschenrechte.
Naehere Informationen ueber SOS-Menschenrechte sind auf der Homepage
http://www.sos.at
erhaeltlich.


11 Brücken für den Frieden - Mitarbeiten am Aufbau der Zivilgesellschaft
Von: Johannes <j_knoebl@teleweb.at
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Der ORF hat das Angebot von "Brücken für den Frieden" zur Kooperation abgelehnt und die Vereinbarung "Miete des RadioCafes gegen Konsumation" aufgekündigt. Wenn sich engagierte Bürger ohne schützendes Partei-Etikett in Diskussionen und Workshops mit gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen, scheint das dem ORF in der jetzigen politischen Lage zu gefährlich zu sein und er will sicherheitshalber nichts damit zu tun haben. Nur "Alles was Rang und Namen hat" und "Anerkannte Körperschaften" dürfen sich weiterhin im Medien äußern. Offenbar muß im vorhinein feststehen, was gesagt wird.
Polit-Stars werden in Printmedien seit Jahren nach allen Regeln der Werbewissenschaft systematisch aufgebaut, bis der entsprechende Verkaufserfolg eintritt - was für neuerliche Umsatzsteigerungen ausgenützt werden kann. TV-Nachrichtenmagazine nehmen dann diese griffigen Exklusiv-Aussagen auf und bieten sich als Bühne für den Anschlußauftritt an. Kleinformate steuern den zeitgeschichtlichen Kontext bei, wenn sie einen Schritt weiter (zurück)gehen und von "Feindmagazinen" sprechen. Ist Demokratie kein Kriterium mehr? Zählt nur mehr Quote? Warum bringt das Quote?
Das Thema erscheint uns brennend.

Wir laden daher zum letzten Mal ins RadioCafe,
Wien 4, Argentinierstr. 30a
Bürger - Medien - Öffentlichkeit
Wer gestaltet was? Wer inszeniert was?
Fritz Hausjell/Univ. Wien, Inst. f. Publizistik
Oliver Marchart/Kulturwissenschaftler
Federico Nier-Fischer/IPS
Manuela Meier/"Radio Orange"
Alfred Worm/"NEWS" und andere
diskutieren mit dem Publikum
Moderation: Michael Fleischhacker/"DER STANDARD"
Samstag, den 17. Juni 2000, 14.00 - 18.00
Information: Tel. Tonbanddienst (01)532 40 56
www.rassismus.at/bruecken oder www.wahlkreis.at /initiativen/friedensbruecken


12 KUENSTLERINNEN gesucht
von <mailto:christa.wagner@magnet.at>
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Ausstellung zum Thema "Gewalt und Missbrauch"

Projektbeschreibung von Chrita Wagner:

Bis Januar 2000 will ich eine Ausstellung organisieren zum Thema "Gewalt
und Missbrauch". Ich suche deshalb Künstlerinnen (Betroffene), die zu
diesem Thema etwas zu sagen haben, gezeichnet, gemalt, fotografiert,
modelliert, geschrieben etc. haben und noch tun.
Ich selbst habe 32 Jahre lang in Deutschland gelebt und schon bei zwei
Ausstellungen zu diesem Thema mitgemacht. Klar, dass ich mich schon
viele Jahre mit diesem Thema auseinandersetze. Zurzeit bin ich Obfrau
vom OHO - Offenes Haus Oberwart - Kunst und Kommunikation.
Ich weiß, dass Mut dazugehört. Aber es ist höchste Zeit, die
Öffentlichkeit (besonders die östereichische) damit zu konfrontieren.
Auch diese Thema wird  - wie so viele Themen, die unangenehm sind -
unter den Teppich gekehrt.
Wir werden für diese Ausstellung einen gemeinsamen Titel finden,
bis dahin "MUT TUT GUT".
Meldet euch bei mir:
Christa Wagner, 7501 Siget 54, tel.fax 03352 - 32957
christa.wagner@magnet.at
Aus: WomensARTconnection - Newsletter Nr. 45
        14. Juni, 2000


13 Eine internationale Kampagne von Männern gegen Gewalt an Fraue
  Von: insane@wachsmann.at
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Die WHITE RIBBON CAMPAIGN, eine internationale Kampagne von Männern
gegen Gewalt an Frauen, startet nun auch in Österreich !
Durch das Tragen einer kleinen weißen Schleife (vergleichbar mit der
roten Schleife der AIDS-Hilfe) kann ein Mann (auch Burschen wurden z.B.
in Kanada einbezogen) seine Ablehnung von Gewalt gegen Frauen zeigen.
Ebenso soll das Tragen der Schleifen einen Diskussionsprozeß über
Hintergründe von Männergewalt und Strategien zur Vermeidung derselben in
Gang bringen.
Nähere Infos gibt es unter http://www.maenner.at/white.htm zu lesen
(incl. internationale Links), unter der Kontakt-Email-Adresse
mailto:white-ribbon@mail.austria.com kann man sich über aktuelle
Meetings informieren lassen oder bereits Schleifen bestellen.
In der ersten Phase ist es besonders wichtig, diese Nachricht an Männer
in sozialen und politischen Organisationen weiterzuleiten, die als
Multiplikatoren wirken könnten. Bitte diesbez. um Eure Mithilfe !
Letztlich betrifft das Thema jedoch JEDEN Mann, denn Männergewalt kann
sich auch gegen ihn selbst, seine Partnerin oder seine Familie richten.
Allgemeine Infos zur Öst. Männerbewegung finden sich auch unter
http://webplanet.lion.cc/pluto/360064 .
Beste Grüße, Peter JEDLICKA, Wien

ps:für alle mädels unter euch (die sich wundern): leitet es an eure jungs
weiter
walter


14 "Unruhiges Österreich"
Von: Maria-Christine Edlinger <info@volkstheater.at>
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Wir möchten nocheinmal auf die Lesung im Rahmen "Unruhiges Österreich"
Volkstheater, Rauchsalon, Beginn 22.15 am Freitag, 16. 6. hinweisen und
bitten um Weiterleitung.

"Gerichtsakte Hartmann: Der Verrat an der österreichischen
Widerstandsbewegung."
- Eine patriotische Lesung -

Otto Hartmann, Burgschauspieler: Günther Wiederschwinger
Dr. Hochmann, Richter: Thomas Stolzeti
Karl Schmidt, ehemaliger Gestapobeamter: Christian Banzhaf
Recherche, Collage und Einstudierung: Nicolas Dabelstein

Die Geschichte:
Otto Hartmann, Jahrgang 1904, paßt sich wiederholt opportunistisch an das
jeweils herrschende politische System in Österreich an um sich seine
Position als Burgtheaterschauspieler abzusichern. Von 1934 bis zum 11.
3.1938 ist Hartmann als "österreichischer Patriot" Mitglied der
verschiedenen austrofaschistischen Wehrverbände. Schon einen Tag nach dem
Anschluß am 12. 3.1938 hat er die Seite gewechselt und leistet als Mitglied
der SA Wachdienst. 1939 ändert er erneut die Gesinnung, tritt der
Österreichischen Freiheitsbewegung bei und verrät diese 1940 aus
"Idealismus" an die Gestapo. 120 Mitglieder kommen durch Hartmanns Aussagen
in die Gefängnisse und Konzentrationslager des Dritten Reichs. Die größte
Widerstandsorganisation in Wien steht damals unter der Leitung des
Klosterneuburger Ordenspriesters Prof. Karl Roman Scholz und den
gruppenführenden Rechtsanwälten Dr. Jakob Kastelic und Dr. Max Lederer.
Zehn der führenden Funktionäre werden vom NS-Regime hingerichtet. 1947 wird
Hartmann für diesen Verrat zu 12 Jahren Haft verurteilt und 1960 entlassen.
Danach verliert sich seine Spur. Es gilt jedoch als sicher, daß er nie mehr
als Schauspieler gearbeitet hat.

Otto Hartmanns politischer Lebenslauf:
Austrofaschismus
Frebruar 1934 bis Sommer 1937: Mitglied der Österreichischen Volksfront
Oktober 1937 bis 11. 3.1938: Mitglied des Österreichischen Sturmkorps

Nationalsozialismus
Ab 12.März 1938: Mitglied in der SA-Standarte 81

Widerstand
Ab 1938 bis 22.Juli 1940: Mitglied der Österreichischen Freiheitsbewegung,
Gruppe Scholz

Otto Hartmann: "Es war damals wie eine Elementarkatastrophe, wie bei einem
Schiffsunglück, wo man sich an einen Block klammert um nicht zu ertrinken.
Es ist um meine Existenz gegangen."
"Ich war wie gesagt in einer Zwangslage, denn während ein Handwerker in
seinem Beruf weiter arbeiten konnte, wäre es mir nicht möglich gewesen und
außerdem hatte ich weder Verwandte noch ein Vermögen."
"Innerlich bin ich der alte österreichische Patriot geblieben und war
Anti-Nationalsozialist."
"Ich habe niemanden denunziert."
Gestapochef Huber: "Ja, wenn´s ihn hätt´s den Franz Moor spielen lassen,
wäre er nicht auf solche Gedanken gekommen."


15 Zur Erinnerung: Einladung/Vabilo zur gesamtösterreichischen Widerstandskonferenz
Von:marjeta.einspieler@ikuc.at
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Zur Erinnerung:
Plattform Offenes Kärnten/Koroška
Einladung/Vabilo
zur gesamtösterreichischen Widerstandskonferenz
Vernetzungstreffen regierungskritischer Gruppen und Aktionseinheiten
17. Juni 2000
Klagenfurt/Celovec
10.00 bis 13.00
Aktionstag im Klagenfurter Zentrum (Neuer Platz / Kramergasse) mit
Diskussionsrunde, Infotischen der TeilnehmerInnen aus
den Bundesländern (Tische werden nach Anmeldung von POK bereitgestellt)
13.00 bis 15.00
Mittagspause
15.00 bis ca 20.00:
Gesamtösterreichisches Plenum
Jugendgästehaus Klagenfurt (Neckheimgasse 6, Uni-Gelände)
Tagesordnung:
1.) Gesamtösterreichische Aktion am 26. Oktober in Kärnten (Klagenfurt).
2.) ...
ab 20.00: Fest im Jugendgästehaus
BITTE BEACHTEN
Zu Planungszwecken benötigen wir
a) Tagesordnungswünsche (zusätzlich zu TOP 1)
sowie persönliche oder kollektive Anmeldungen
b) der TeilnehmerInnen an der Konferenz.
c) der InteressentInnen für Übernachtungen in Pensionen (leider keine
Subvention durch die Plattform Offene Kärnten
möglich, von uns wird lediglich reserviert).
d) der Gruppe/Organisation, die einen Tisch für das mitgebrachte
Informationsmaterial benötigt.
Für den Koordinationsausschuss der Plattform Offenes Kärnten/Koroška:
Marjeta Einspieler.
KONTAKT:
marjeta.einspieler@ikuc.at,
TEL 0463 32154; werktags ab 15 Uhr unter IKUC, Interkulturelles Center
Volkshaus/Ljudski dom, FAX: 0463 32154-17.
TEL privat: 0463

16 Jahrbuch 2000 des 3. Sektors
Von: office@ngo.at
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Das Jahrbuch des 3. Sektors gibt einen Überblick über aktuelle
Entwicklungen, die sich für Organisationen zwischen Markt und Staat
abzeichnen. In dem Buch finden sich ausführliche Erklärungen zu den
Begriffen NGO/NRO, Civil Society, Social Economy, Stiftungen,
Genossenschaften, ...
Im Anschluß daran erleichtert ein umfangreicher Adreßteil den Kontakt zu
diversen NGOs, Dachverbänden, EU-Informationsstellen sowie Verwaltungs- und
Regierungsstellen. Ein Veranstaltungskalender mit für den 3. Sektor
relevanten Events rundet die Broschüre ab.
Die Publikation ist zu beziehen bei:
The World of NGOs
Tel: 01/513 17 28
Fax: 01/512 60 89
office@ngo.at
Quelle: http://www.ngo.at/news.htm


17 "Philosophie in Aktion"
Von: turia.kant@turia.at
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Buchpräsentation "Philosophie in Aktion" (20. Juni 2000)

Die Beiträge der Aktionswoche vom 23. bis 29. März anlässlich der neuen
Bundesregierung am Institut für Philosophie sind in Buchform beim Verlag
Turia + Kant erschienen. Wir laden alle zur

Buchpräsentation am 20. Juni 2000, 19.00 Uhr, im Depot, Museumsplatz 1, 1070
Wien.

Die Schwerpunkte bilden: DEMOKRATIE, RASSISMUS, ÖSTERREICH.

Es sprechen und diskutieren gemeinsam mit den Anwesenden: Hakan GÜRSES
(Institut für Philosophie), Elisabeth NEMETH (Institut für Philosophie) und
Gerald RAUNIG (IG-Kultur Österreich) unter Beisein der meisten AutorInnen
(Diskussionsleitung: Silvia Stoller).

Philosophie in Aktion. Demokratie - Rassismus - Österreich
Hg. Silvia Stoller, Elisabeth Nemeth, Gerhard Unterthurner
Wien: Turia + Kant 2000
156 Seiten, ISBN 3-85132-275-4
öS 140,-

Vorwort (7-9)

Oliver Marchart
Drei Formen der Zivilgesellschaft - Radikale Demokratie und die politische
Rolle der Philosophie (11-27)

Hakan Gürses
Philosophie im Herbst - Vom epistemischen Widerstand (28-40)

Robert Pfaller
"Hurrah, die Butter ist alle!" - Das Paradoxon der opferbereiten Massen
(41-52)

Sebastian Reinfeldt
Etwas ist zerbrochen (53-60)

Wolfgang Pircher
Einer, viele, alle (61-64)

Isolde Charim
Legalität und Legitimität - Dokumentation einer Argumentation (65-71)

Günter Hefler
"Bleiben wir realistisch, ohne ... geht gar nichts." - Apokryphe Elemente
einer radikalen Demokratietheorie Hans Kelsens (72-82)

Ingvild Birkhan
Stichwort: Feministische Bildungsinitiativen (83-86)

Hans Pühretmayer
Antirassismus: ein relativ eigenständiges Feld politischen Handelns (87-97)

Josef Rhemann
Zur politischen Gegenwartskultur rechtspopulistischer Rassismusdiskurse
(98-102)

Klaus Hamberger
Der Sinn der Verschiedenheit - Zur Aktualität von Claude Lévi-Strauss'
"Rasse und Geschichte" (103-111)

Stefan Nowotny
Rassismus der "Mehrheit" (112-122)

Pierre Bourdieu
Für ein Österreich als Vorreiter des sozialen Europas (123-128)

Chantal Mouffe
Vorreiter Hinkebein (129-135)

Slavoj Zizek
Warum lieben wir es alle, Haider zu hassen? (136-141)

Gerald Raunig
Süßstoffland ist abgebrannt. Österreich im Zeitalter des Zuckers - Eine
Replik auf Slavoj Zizek (142-149)

Elisabeth Nemeth
Vom beredten Schweigen in Österreich und Europa. Und über Versuche, es zu
brechen (150-155)

AutorInnen und HerausgeberInnen (156)

Weitere Informationen zur "Philosophie in Aktion" auch unter:
http://widerstand.philo.at/

18 KULTURPOLITIK - WOHIN?
Gepostet von: Brigitte Rapp <br@literaturhaus.at
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Teil 3 der Diskussionsreihe der IG Autorinnen Autoren und von Ö 1 mit
österreichischen Künstler/innen und Kultureinrichtungen zur aktuellen
kulturpolitischen Situation


Widerstandsbilanz

Eine in diesem Jahr vereinbarte Kooperation zwischen Ö1 und der IG
Autorinnen Autoren ist die Basis für eine gemeinsame
Veranstaltungsreihe, die - in loser Folge - kulturpolitische Themen zum
Inhalt hat. Nach der Eröffnungsveranstaltung "Kulturpolitik - wohin?"
und der Folgeveranstaltung "Das Geld der Kunst" folgt nun die dritte
Veranstaltung, die sich mit dem Thema des in den letzten Monaten oft
zitierten "kultureller Widerstands" beschäftigen wird.

Seit mehr als 100 Tagen - und somit über den üblichen Anlaufzeitraum
hinaus - ist die neue Bundesregierung im Amt. Was ist aus der
Distanzierung der Kunst zur neugebildeten österreichischen Regierung
geworden? Wie und wodurch zeigte sich der kulturelle, zivile und
politische Widerstand in diesen Monaten? Ist er eine Dauereinrichtung?
War er ein Strohfeuer? Welche Ergebnisse hat er gehabt, welche kann er
haben? Ist er überhaupt machbar und sinnvoll? Sind Bilder, die den
Kanzler und den Kärntenr Landeshauptmann Seite an Seite in Hemdsärmeln
freudestrahlend im offenen Cabrio auf dem Weg zu einer Kärntner
Brauchtumsverstaltung zeigen, sind die Berichte über die Diskussion des
Kunststaatssekretärs von kulturpolitischen Inhalten im "Management Club"
nicht zugleich auch Dokumente seiner Niederlage? Diese und weiter Fragen
stehen zur Diskussion.

Was haben die Teilnehmer/innen an der Diskussion seit der
Regierungsbildung in ihren persönlichen und beruflichen Umfeld an
Reaktionen erlebt, beobachtet und erfahren? Auch darüber soll Auskunft
gegeben und diskutiert werden.

Wann: Mittwoch, den 21. Juni 2000, 19.30 Uhr
Wo: Radiokulturcafé, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien

Teilnehmer/innen: Karin Baldauf (Milena Verlag), angefragt
Elfriede Hammerl (Autorin)
Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren)
Peter Scheifinger (Präsident der Kammer der
Architekten)
Jean Veenenbos (Karikaturist/Der Standard)
Diana Voigt (Literaturagentur Voigt)
Moderation: Reinhard Prenn


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Redaktionsschluß: 15.Juni 2000, ca. 00:30
Fehler möge frau/man mir nachsehen!